Dygowo

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Dygowo
Wappen der Gmina Dygowo
Dygowo (Polen)
Dygowo
Dygowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Kołobrzeg
Gmina: Dygowo
Geographische Lage: 54° 8′ N, 15° 43′ O54.13305555555615.721111111111Koordinaten: 54° 7′ 59″ N, 15° 43′ 16″ O
Einwohner: 1549
Postleitzahl: 78-113
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 163: KołobrzegBiałogard - Szczecinek - Wałcz
Schienenweg: Bahnstrecke Szczecinek–Kołobrzeg
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 22 Ortschaften
14 Schulzenämter
Fläche: 128,57 km²
Einwohner: 5519
(30. Jun. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3208022
Verwaltung (Stand: 2013)
Gemeindevorsteher: Marek Pawel Zawadzki
Adresse: ul. Kolejowa 1
78-113 Dygowo
Webpräsenz: www.dygowo.pl

Dygowo (deutsch Degow) ist ein Dorf mit Sitz einer Landgemeinde (gmina wiejska) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern und gehört zum Powiat Kołobrzeski (Kreis Kolberg).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Dygowo liegt zwölf Kilometer südöstlich von Kołobrzeg (Kolberg) und von der Ostseeküste entfernt. Durch den Ort verläuft die Woiwodschaftsstraße 163, die die Ostsee mit dem pommerschen Hinterland über Białogard (Belgard) und Szczecinek (Neustettin) bis hin nach Wałcz (Deutsch Krone) verbindet und in ihrem Verlauf der ehemaligen deutschen Reichsstraße 124 folgt. Dygowo ist Bahnstation an der Bahnstrecke Szczecinek–Kołobrzeg.

Dorf Dygowo (Degow)[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Im 13. Jahrhundert befand sich das Dorf im Besitz der Familie Borcke, Herren zu Labes.[2]

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfs fällt in das Jahr 1276. Im Jahr 1295 schenkten die Borckes dem Jungfrauen-Kloster zu Köslin das Patronat der Kirche und einige Hufen Landes. Im Jahr 1334 kam der Camminer Bischof Friedrich von Eickstedt durch einen Tausch in den Besitz von Degow, doch bereits 1336 sah er sich gezwungen, das Dorf an Erben der Familie Stegelitz zu veräußern, die ältere Rechte geltend machen konnten. Um das Jahr 1784 hatte Degow einen Prediger, zehn Vollbauern, fünf Halbbauern, vier Kossäten, ein Predigerwitwenhaus und insgesamt 21 Haushaltungen.[3]

Im Jahre 1910 zählte Degow 1.073 Einwohner. Die Zahl stieg bis 1925 auf 1.161, betrug 1933 bereits 1.209 und kam schließlich bis 1939 auf 1.168.

Seit 1945 gehört Degow unter der Bezeichnung Dygowo zu Polen. Es liegt im Powiat Kołobrzeski in der Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Köslin). Der Ort ist Teil und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde und zählt heute 1.549 Einwohner.

Kirche[Bearbeiten]

Die Kirche in Dygowo (Degow)

Die Dygowoer Kirche wurde im Jahre 1880 in neoromanischem Stil errichtet. Bis 1945 war der größte Teil der Bevölkerung evangelischer Konfession. Degow war Sitz eines Pfarramtes, zu dessen Kirchspiel noch die Orte Ganzkow (Gąskowo), Mechenthin (Miechęcino) und Stöckow (Stojkowo) gehörten. Es lag im Kirchenkreis Kolberg (Kołobrzeg) im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahre 1940 zählte das Kirchspiel 2000 Gemeindeglieder.

Seit 1945 wohnen überwiegend katholische Einwohner in Dygowo. Der Ort ist weiterhin Sitz einer Pfarrei, zu der heute allerdings die Filialkirchen Czernin (Zernin) und Świelubie (Zwilipp) gehören. Es liegt im Dekanat Gościno (Groß Jestin) im Bistum Köslin-Kolberg der Katholischen Kirche in Polen und zählt 3.144 Gemeindeglieder.

Das bisher evangelische Gotteshaus wurde zugunsten der katholischen Kirche enteignet und erhielt am 30. Mai 1946 eine neue Weihe als Kościół Wniebowstąpienia Pańskiego (Kirche Christi Himmelfahrt).

Pfarrer[Bearbeiten]

Von der Reformation bis 1945 amtierten in Dygowo 14 evangelische, und seit 1945 bis heute acht katholische Geistliche:

  • Johann Bohne, 1561
  • Joachim Grünewald, ab 1573
  • Martin Schmides (Schmidt), 1616–1639
  • Martin Simonis, 1640–1658
  • Laurentius Stockmann, 1658–1704
  • Johann Lorenz Stockmann (Sohn von 5.), 1704–1731
  • Johann Lorenz Bernd, 1732–1770
  • Martin Christian Löper, 1770–1778
  • Christoph Wilhelm Pollnow, 1778–1811
  • Johann Ernst Ludwig Schlieben, 1812–1816
  • Johann Heinrich Klütz, 1817–1848
  • Gustav Eduard Robert Maaß, 1849–1892
  • Ludwig Wilhelm Paul Mahlendorff, 1892–1920
  • Ernst Ostermeyer, 1920–1938
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  • Henryk Świerkowski, 1945–1949
  • Kizimierz Antosz, 1949–1955
  • Marian Grabianka, 1955–1959
  • Ludwik Chamski, 1959–1985
  • Stanisław Wojnar, 1985–1988
  • Jan Nowak, 1988–1989
  • Edward Skwira, 1989–1998
  • Ireneusz Żejmo, seit 1998.

Persönlichkeiten: Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Gerhard Wunsch (* 1924), deutscher Elektrotechniker und Hochschullehrer

Gmina Dygowo[Bearbeiten]

Die Lage der Gmina Dygowo im Powiat Kołobrzeski

Allgemeines[Bearbeiten]

Das Dorf Dygowo ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde. Sie umfasst eine Fläche von 128,57 km², was 17,7 % der Gesamtfläche des Powiat Kołobrzeski entspricht, zu dessen Bereich sie gehört. Mit 5.600 Einwohnern steht sie zahlenmäßig an 83. Stelle der 114 Gemeinden der Woiwodschaft Westpommern. Sie Süd- und Westgrenze der Gmina Dygowo wird vom Flusslauf der Persante (polnisch: Parsęta) bestimmt.

Nachbargemeinden von Dygowo sind:

Die Gmina Dygowo ist in die beiden Postleitzahl-Regionen Dygowo = 78-113 und Wrzosowo (Fritzow) unterteilt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Insgesamt 22 Ortschaften gehören zur Gmina Dygowo. Sie sind 14 Ortsteilen ("Schulzenämtern") zugeordnet:

  • Ortsteile:
  • Bardy (Bartin)
  • Czernin (Zernin)
  • Dębogard (Damgardt)
  • Dygowo (Degow)
  • Gąskowo (Ganzkow)
  • Jazy (Jaasde)
  • Łykowo (Leikow)
  • Miechęcino (Mechenthin)
  • Piotrowice (Peterfitz)
  • Skoczów (Schötzow)
  • Stojkowo (Stöckow)
  • Stramnica (Alt Tramm)
  • Świelubie (Zwilipp)
  • Wrzosowo (Fritzow)
  • Übrige Ortschaften: Jażdże (Jaasder Katen), Kłopotowo (Klaptow), Lisia Góra, Połomino (Podemin), Pustary (Pustar), Pyszka (Peuske), Stramniczka (Neu Tramm) und Włościbórz (Lustebuhr).

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Mitten durch die Gmina Dygowo verläuft die Nord-Süd-Woiwodschaftsstraße (DW) 163, die Kołobrzeg an der Ostsee mit dem pommerschen Hinterland verbindet und über Karlino, Białogard, Połczyn Zdrój und Szczecinek bis nach Wałcz führt. In ihrem gesamten Verlauf folgt sie der ehemaligen deutschen Reichsstraße 124.

Die DW 163 vernetzt die Region mit drei sehr bedeutenden polnischen Verkehrsachsen:

Schienen[Bearbeiten]

Die Gmina Dygowo verfügt über fünf Bahnstationen an der Bahnlinie 404 der Polnischen Staatsbahn: Stramnica (Alt Tramm), Dygowo (Degow), Jazy (Jaasde) und Wrzosowo (Fritzow). Die Bahnstrecke führt von Kołobrzeg (Kolberg) über Białogard (Belgard) nach Szczecinek (Neustettin).

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeisterwahlen[Bearbeiten]

Bürgermeisterwahl 2010
(Stimmen in %, gerundet)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
68,01 %
23,47 %
8,53 %

Bei den Wahlen zum Bürgermeister der Gemeinde Dygowo im Jahre 2010 ging der parteiunabhängige Marek Zawadzki mit 68,01 % der Stimmen als Sieger hervor. Ihm folgte die Kandidatin der Mitte-rechts orientierten Polnischen Bauernpartei Helena Rudzis-Gruchała mit 23,47 % vor Gabriel Dondajski von der rechtskonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit mit 8,53 %.[4]

Kandidat Partei Stimmen in Prozent Stimmenanzahl
Marek Zawadzki Wyborców Marka Zawadzkiego (parteiunabhängig) 68,01 % 1388
Helena Rudzis-Gruchała Polskie Stronnictwo Ludowe (Polnische Bauernpartei) 23,47 % 479
Gabriel Dondajski Prawo i Sprawiedliwość (Recht und Gerechtigkeit) 8,53 % 174

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Vollack, Das Kolberger Land, Husum, 1999
  • Ernst Müller, Die Evangelischen geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart, Teil 2, Stettin, 1912

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dygowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 15. Dezember 2013.
  2. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 257-258.
  3. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 613, Nr. 4.
  4. http://www.e-kg.pl/wojt-gminy-dygowo.html