Abdallah Ibrahim

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Dieser Artikel behandelt einen marokkanischen Politiker, für den südafrikanischen Komponisten siehe Abdullah Ibrahim

Moulay Abdallah Ibrahim (arabisch ‏عبد الله إبراهيم‎, DMG ʿAbd Allāh Ibrāhīm; * 24. August 1918 in der Provinz Al Haouz; † 11. September 2005 in Casablanca) war der Premier- und Außenminister Marokkos in den Jahren 1958 bis 1960.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Abdallah Ibrahim studierte an der Ibn-Jussuf-Universität in Marrakesh und der Pariser Sorbonne. Von 1944 bis 1959 war er Mitglied der bürgerlich-nationalistischen Istiqlal-Partei (Unabhängigkeitspartei) und arbeitete 1950–52 in der Redaktion des Istiqlal-Organs "Al Alam", weswegen er 1952–54 inhaftiert wurde.

Regierung und Opposition[Bearbeiten]

In der ersten Nationalregierung des unabhängigen Marokko war Ibrahim 1955-56 zunächst Staatssekretär (Staatsminister) für Information und Tourismus, 1956-57 dann Minister für Arbeit und Soziales. 1958 wurde er von König Mohammed V. zum Premierminister und Außenminister ernannt.

Ibrahim war bemüht, die Souveränität Marokkos zu festigen und die Wirtschaft des Königreichs zu entwickeln. Während seiner Regierung wurde das Regime der "Offenen Tür" beseitigt und die Zollhoheit Marokkos wiederhergestellt. Im Zusammenhang mit dem Ifni-Krieg gewann Marokko 1958 das Tarfaya-Gebiet (Südmarokko) von Spanien zurück.

Ibrahims antiimperialistisch-nationaldemokratischer Kurs und sein von Frankreich und den USA allzu unabhängiger Kurs (Bemühen um Auflösung der Militärstützpunkte, Anlehnung an die Casablanca-Gruppe) führte im Januar 1959 zur Spaltung der Istiqlal-Partei und am 20. Mai 1960 zu Ibrahims Abberufung durch den König, der zunächst selbst die Regierungsgeschäfte übernahm, ehe er 1961 starb.

Nationalunion der Volkskräfte[Bearbeiten]

Bei der Spaltung der Istiqlal-Partei schloss sich Ibrahim dem von Mahdi Ben Barka und Muhammad Basri geführten radikalen (linken) Flügel an, der sich zur Union Nationale des Forces Populaires (UNFP) formierte. Von 1959-72 war Ibrahim Generalsekretär der UNFP, die zwischen Istiqlal-Partei und Kommunistischer Partei agierte.

Literatur[Bearbeiten]

  • The International Who´s Who, Seite 712. London 1988
  • Kleine Enzyklopädie Weltgeschichte, Band 2. Seiten 43 und 46. Leipzig 1979
  • Geschichte der Araber, Band 7 - Der Kampf um den Entwicklungsweg in der arabischen Welt. Seiten 421-30, Akademie-Verlag Berlin 1983