Abschalom

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Dieser Artikel behandelt die biblische Gestalt Abschalom; für andere Verwendungsweisen des Namens siehe Absalom (Begriffsklärung).
Gemälde von Albert Weisgerber

Abschalom (auch Absalom, Abischalom) war einer der jüngeren Söhne von König David und ein Halbbruder von Salomo. Seine Lebenszeit wird um das Jahr 1000 v. Chr. datiert.

Name und Herkunft[Bearbeiten]

Der hebräische Name אַבְשָׁלוֹם (’avšālôm) bedeutet „Der Vater (das heißt: Gott) ist Heil“ bzw. „šālôm ist Vater“. Nach biblischer Überlieferung (siehe 2 Sam 3,3 und 1 Chr 3,2) war Abschalom der dritte Sohn König Davids. Die Mutter Maacha war eine Tochter Talmais, König des aramäischen Fürstentums Geschur.

Abschaloms Aufstand[Bearbeiten]

Obwohl er von seinem Vater sehr geliebt wurde, versucht er diesen zu stürzen. Die Umstände werden in biblischen Erzählungen des Alten Testaments (2 Sam 15-18) geschildert:

Abschaloms Halbbruder Amnon vergewaltigte seine Halbschwester Tamar. David jedoch unternahm nichts weiter, als Amnon des Hofes in Jerusalem zu verweisen. Abschalom – voller Zorn – übte Rache, indem er Amnon tötete; anschließend floh er vor David. Erst nach etwa fünf Jahren wagte er es, wieder vor seinen Vater zu treten.

Seine Absicht ging dahin, selbst die Herrschaft zu übernehmen. Denn er war zu der Überzeugung gelangt, David sei ein schwacher König, Israel brauche aber eine starke Führung. Mit Hilfe seines Beraters Ahitofel konnte er unter den Fußsoldaten und Ältesten Freunde gewinnen und auf der anderen Seite des Jordan ein kleines Heer mobilisieren. David musste aus Jerusalem fliehen.

Über Spitzel, darunter auch der junge Priester Huschai, erreichte David, dass Abschalom aus der Stadt gelockt wurde. Im Wald von Efraim kam es zur Schlacht. Auf der Flucht vor den Soldaten seines Vaters blieb Abschalom mit seinem langen Haupthaar – dem Kennzeichen, das die biblische Erzählung mit ihm verbindet – in der Krone eines Baumes hängen. Joab, dem Hauptmann Davids, blieb nichts anderes zu tun, als ihn zu töten: „Da nahm Joab drei Spieße in seine Hand, und stieß sie Abschalom ins Herz, da er noch lebte an der Eiche.“ (2 Sam 18,14). Dies tat er, obwohl David seine Soldaten vor dem Kampf aufgefordert hatte, Abschalom zu verschonen.

Die Nachricht vom Tod Abschaloms wird David auf einfühlsame Weise von einem Kuschiter überbracht (2 Sam 18,32–19,3):

32Der König fragte den Kuschiter: Geht es dem Jungen, Abschalom, gut? Der Kuschiter antwortete: Wie dem jungen Mann möge es allen Feinden meines Herrn, des Königs, ergehen, allen, die sich in böser Absicht gegen dich erhoben haben.
19,1Da zuckte der König zusammen, stieg in den oberen Raum des Tores hinauf und weinte („Davids Wehklage“). Während er hinaufging, rief er (immer wieder): Mein Sohn Abschalom, mein Sohn, mein Sohn Abschalom! Wäre ich doch an deiner Stelle gestorben, Abschalom, mein Sohn, mein Sohn! 2Man meldete Joab [seinem General]: Der König weint und trauert um Abschalom. 3So wurde der Tag der Rettung für das ganze Volk zu einem Trauertag; denn die Leute hörten an diesem Tag: Der König ist voll Schmerz wegen seines Sohnes.

Die Ambivalenz in der biblischen Darstellung[Bearbeiten]

Die biblische Darstellung fällt wegen der Komplexität auf, mit der Person und Charakter des Abschalom geschildert werden. Vom Ausgangspunkt des Konfliktes aus, der Parteinahme für Tamar, fällt ein positives Licht auf ihn. Dem steht die unverkennbar negative Beurteilung entgegen, mit der die Ausführung des Racheplanes berichtet wird.

Weitere Züge seines Wesens werden vom biblischen Erzähler verurteilt; er erscheint als gewalttätig, rücksichtslos und hinterhältig. Auch das Aufstandsmotiv selbst findet keine Billigung (siehe 2 Sam 13,23; 13,32; 15,5).

Wiederum dem gegenüber steht, wie entschieden die Erzählung hervorhebt, dass Abschalom einem Betrug zum Opfer fällt. Die textkritische Beurteilung des Abschnittes 2 Sam 17,5-14 ist allerdings umstritten (möglicherweise handelt es sich um eine nachträgliche Ergänzung). Den Schlusspunkt bildet die ausführliche „Wehklage Davids“ um seinen Sohn (2 Sam 19). Bereits vorher hatte Joab einen Mitkämpfer, der die Botschaft überbringen wollte, mit den Worten zurückgewiesen: „Du bringest heute keine gute Botschaft. Einen andern Tag sollst du Botschaft bringen, und heute nicht; denn des Königs Sohn ist tot.“ (2 Sam 18,20)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abschalom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien