Adlerhorst-Burgen

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Die sogenannten Adlerhorst-Burgen sind eine Reihe von Burgen und Wehranlagen, die sich im südlichen Teil Polens, im Krakau-Częstochowa-Hochland, auf einer Bergkette befinden. Diese im Erdzeitalter des Jura gebildete Kalkstein-Bergkette verläuft zwischen Krakau und dem Hochland von Częstochowa. Die meisten dieser Burgen wurden im 14. und 15. Jahrhundert erbaut. Teilweise wurden sie vom polnischen König Kasimir dem Großen errichtet, teilweise gehörten sie polnischen Fürsten und Bischöfen und wurden während des zweiten Nordischen Krieges zerstört. Der Nationalpark Ojców mit der Pieskowa Skała Burg umfasst einige der eindrucksvollsten Hochlandregionen Polens.

Szlak Orlich Gniazd[Bearbeiten]

Der Szlak Orlich Gniazd (Route der Adlerhorste) ist ein 163 km langer markierter Wanderweg und verbindet die Adlerhorstburgen. Der Wanderweg startet in Krakau und endet in Tschenstochau. Dieser Weg umfasst 25 Burgen und andere Befestigungsanlagen.[1][2] Die erste Idee für einen solchen Wanderweg kam schon 1927 auf, wurde aber erst 1948 wieder aufgegriffen und 1950 umgesetzt.

Burg- und Schlossanlagen[Bearbeiten]

Burg Korzkiew

Die Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Anlage befindet sich bei Kilometer 12 des Wanderwegs.

Burg Ojców

Die Burg Ojców stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sie liegt bei Kilometer 18 des Wanderwegs.

Schloss Tenczyn

Die Anlage wird zum ersten Mal 1319 erwähnt. Der Bau der steinernen Burg wurde um 1350 begonnen. Sie wurde 1656, während des zweiten Nordischen Krieges zerstört und anschließenden wiederaufgebaut. Das Schloss wurde dann bei einem Brand 1768 zerstört.[3]

Burg Lipowiec

Die Anfangs hölzerne Burg entstand im 13. Jahrhundert. Sie gehörte dem Bischof von Krakau. Ein Brand zerstörte die Burg 1629 und beim zweiten Nordischen Krieg wurde sie 1656 schwer beschädigt. Bei einem weiteren Brand 1800 wurde sie zerstört.[4]

Pieskowa Skała

Das Schloss Pieskowa Skała wird 1315 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Zu Beginn des zweiten Nordischen Krieges war es vermutlich noch nicht fertiggestellt. Es wurde durch die Schweden zerstört und vom Woiwod Jan Wielopolski wiederaufgebaut.[5] Sie liegt bei Kilometer 26 des Wanderwegs.

Burg Rabsztyn

Ruine der Burg Rabsztyn

Die ursprüngliche Burg war aus Holz gebaut, der Steinbau wurde unter Kasimir dem Großen errichtet. Sie wurde während des zweiten Nordischen Krieges zerstört.[6] Sie liegt bei Kilometer 48 des Wanderwegs.

Schloss Smoleń

Burg Smoleń

Das Schloss wurde im Jahr 1300 errichtet, nachdem die hölzerne Vorgängeranlage zerstört worden war. Es wurde während des zweiten Nordischen Krieges erneut zerstört. Es wurde versucht das Schloss wieder aufzubauen, aber letztlich aufgegeben.[7] Sie liegt bei Kilometer 74 des Wanderwegs.

Schloss Ogrodzieniec

Ruine des Schlosses Ogrodzieniec

Eine erste Anlage stand an dieser Stelle und wurde im Jahr 1241 zerstört. Mitte des 14. Jahrhunderts entstand ein Schloss im gotischen Stil. Schwedische Truppen plünderten das Schloss im zweiten Nordischen Krieg. 1702 wurde die Anlage bei einem Brand schwer beschädigt und um 1810 vollständig aufgegeben. Es ist die zweitgrößte Schlossanlage Europas.[8] Sie liegt bei Kilometer 88 des Wanderwegs.

Burg Bobolice

Burg Bobolice

Eine hölzerne Burg gab es schon im 12. Jahrhundert. Unter Kasimir dem Großen wurde eine steinerne Burg gebaut, die infolge des zweiten Nordischen Krieges wieder zerstört wurde.[9] Sie liegt bei Kilometer 116 des Wanderweges.

Schloss Mirów

Ruine des Burg Mirów

Die Anlage entstand Mitte des 14. Jahrhunderts. Sie wurde im Laufe des Zweiten Nordischen Krieges zerstört. 1787 wurde die Anlage endgültig aufgegeben.[10] Sie liegt bei Kilometer 117 des Wanderwegs.

Burgruine Olsztyn

Burgruine Olsztyn

Die erste Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1306. 1587 wurde die Burg von den Truppen Maximilians von Habsburg zerstört. Weitere Zerstörungen gab es 1656.[11] Sie liegt bei Kilometer 148 des Wanderweges.

Burg Będzin

Burg Będzin

Die Anfänge der Burg gehen auf das 9. Jahrhundert zurück. Sie wurde während des Zweiten Nordischen Krieges zerstört. 1660 wurde sie wieder aufgebaut.

Schloss Siewierz

Schlossruine Siewierz

An dieser Stelle befand sich vermutlich an der Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert eine Befestigungsanlage. Das Schloss wurde an dieser Stelle in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Es wurde 1655 verwüstet und wieder aufgebaut. Es wurde nach den napoleonischen Kriegen aufgegeben.[12]

Wachturm Przewodziszowice

Der Wachturm wurde vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet. Er diente zur Unterstützung der Burg Ostrężnik.[13]

Wachturm Łutowiec

Der Wachturm wurde bei einem Brand zerstört. Das Datum und die Umstände sind nicht bekannt.

Burg Morsko

Die Anfänge der Anlage sind unbekannt. Nach dem zweiten Nordischen Krieg wurde die Burg aufgegeben.[14]

Burg Danków

Die Anlage stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde 1767 bei einem Brand zerstört.

Burgruine Pilica

Ruine des Schlosses Pilica

Das Schloss stammt aus dem 16. Jahrhundert. Es ist von einer Ziegelbefestigung umgeben.

Burg Ostrężnik

Die Anlage wurde vermutlich den Bischof von Krakau, Jan Muskata, errichtet.[15]

Burg Tyniec

Seit Mitte des 13. Jahrhunderts befand sich an dieser Stelle eine Festung. Sie wurde während des zweiten Nordischen Krieges zerstört. Es wurde wiederaufgebaut und durch russische Truppen vor der ersten polnischen Teilung zerstört.[16]

Verweis[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adlerhorst-Burgen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Verlauf des Wanderweges
  2. Mark Salter, Jonathan Bousfield: Polen. Michael Müller Verlag, 2003, ISBN 3-89953-130-2, S. 546.
  3. über die Burg Tenczyn
  4. über die Burg Lipowic
  5. über Pieskowa Skała
  6. über die Burg Rabsztyn
  7. über das Schloss Smoleń
  8. über das Schloss Ogrodzieniec
  9. über die Burg Bobolice
  10. über die Burg Mirów
  11. über die Burg Olsztyn
  12. uber das Schloss Siewierz
  13. über den Wachturm Przewodziszowice
  14. über die Burg Morsko
  15. über die Burg Ostrężnik
  16. über Burg Tyniec