Adrian von Nikomedien

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St. Adrianus und seine Frau St. Natalia

Sankt Adrianus oder Adrian von Nikomedien (Hadrian von Nikomedia; † 306) war ein römischer Offizier und christlicher Märtyrer, der nach der Legende am 4. März 306 in Nikomedia unter dem römischen Kaiser Galerius Valerius Maximianus, einem erbitterten Gegner des Christentums, durch das Abschlagen der Hände, das Zertrümmern der Beine auf einem Amboss und anschließende Enthauptung den Tod fand.

Martyrium[Bearbeiten]

Der hl. Adrianus war ein Offizier der römischen Armee und lebte zur Zeit der Kaiser Diokletian und Maximian (284-305) mit seiner Frau Nathalia in Nikomedien. Um das Jahr 300 ließ Maximian 23 Christen verhaften, die sich in eine Höhle zurückgezogen hatten, und unterwarf sie mancherlei Foltern. Adrianus wurde Zeuge dieser Geschehnisse und fragte die Märtyrer, aus welchem Grund sie so unerträgliche Foltern erduldeten. Sie antworteten ihm: „Wir erdulden all das, um die unaussprechliche Seligkeit zu gewinnen, die Gott denen bereitet hat, die leiden um Seinetwillen.“ Die Seele erleuchtet von der göttliche Gnade, verlangte Adrianus vom Schreiber, er möchte seinen Namen denjenigen der Märtyrer hinzufügen. Er wurde sogleich festgenommen und gefesselt ins Gefängnis geworfen. Als Nathalia vernahm, dass ihr Mann eingekerkert worden war, dachte sie, er habe etwas Schlechtes getan, und weinte bittere Tränen. Doch als man ihr sagte, dass er um des Bekenntnisses zu Christus willen ergriffen worden sei, frohlockte sie, legte Festgewänder an und eilte ins Gefängnis. Sie küsste seine Fesseln und lobte seinen Entschluss und ermutigte ihn zur Standhaftigkeit in den Prüfungen, die ihn erwarteten. Am andern Tag wurde ihm der Gerichtstermin mitgeteilt, und er erhielt die Erlaubnis, seine Frau zu benachrichtigen. Als diese ihn kommen sah, glaubte sie, er habe den Erlöser verraten, verriegelte die Tür und rief ihm die Worte des Herrn zu: „Wer Mich verleugnet vor den Menschen, den werde Ich verleugnen vor Meinem Vater, Der in den Himmeln ist (Mt 10,33). Doch als Adrianus ihr den wahren Grund seines Kommens mitteilte, öffnete sie die Tür weit, umarmte ihn und beschloss, mit ihm zum Gericht zu gehen.

Einige Tage später wurde Adrianus dem Kaiser vorgeführt und auf sein mutiges Bekenntnis hin so schwer geschlagen, dass seine Eingeweide hervortraten. Dann trug man ihn ins Gefängnis zurück, denn er konnte nicht mehr gehen. Nathalia schnitt sich die Haare und legte Männerkleider an, sodass es ihr gelang, sich ins Gefängnis zu schmuggeln, um ihren Mann und die anderen Märtyrer zu pflegen, obwohl der Kaiser befohlen hatte, ihnen jede Pflege zu versagen. Als Maximian vernahm, dass man seinen Befehl umgangen hatte, wurde er so zornig, dass er den 23 Märtyrern im Schraubstock die Beine zerquetschen, dem hl. Adrianus aber die Hand abhacken ließ. Unter dieser Folter gaben sie alle den Geist auf. Einem Christen gelang es, die Leiber nach Argyroupolis bei Byzanz zu bringen, wo sie mit Ehren bestattet wurden. Nathalia lebte noch eine Zeitlang bei dem Grab, dann erkrankte sie leicht und zog aus, um Adrianus und seine Gefährten wiederzufinden im Reich der Himmel.

Als man sie während der Folterung von Christen fragte, welche Belohnung sie sich von Gott erwarteten. Sie antworteten: «Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.» (1. Korinther 2,9) Er war über ihren Mut und ihre Standhaftigkeit so erstaunt, dass er sich ihnen anschloss und sich fortan Christ nannte ohne getauft zu sein. Er selbst wurde sofort ins Gefängnis geworfen. Seine Frau Natalia konnte als Junge verkleidet zu ihm gelangen um ihm Trost zu spenden und für ihn zu beten. Am nächsten Tag wurden seine Glieder auf einen Amboss abgeschlagen, er wurde enthauptet und starb in den Armen seiner Frau. Danach sollte er mit 23 anderen Märtyrern verbrannt werden. Als die Scharfrichter begannen, ihre Körper anzuzünden, erhob sich ein gewaltiger Gewittersturm, der das Feuer auslöschte und die Scharfrichter durch Blitze tötete. Christen bargen Adrians Leichnam und bestatteten ihn am Stadtrand von Byzanz (Konstantinopel). Natalia sollte wieder verheiratet werden und floh nach Byzanz in die Nähe von Adrians Grab und nahm eine Hand Adrians, die sie fand, zu sich. Als sie starb, wurde sie ebenfalls bei den Märtyrern beerdigt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Überlieferung wird in Frage gestellt, da manche Quellen zwei Märtyrer aus Nikomedia mit dem Namen Adrian kennen, einen während der Herrschaftszeit Diokletians (284-305) und einen unter Licinius (308-324).

Feiertag[Bearbeiten]

In der Griechisch-Orthodoxen Kirche wird am 26. August Sankt Adrianus zusammen mit Sankt Natalia und ihren 23 Gefährten gefeiert. In der römisch-katholischen Kirche wird er am 8. September ohne seine Frau geehrt. In Byzanz wurde Adrian von Nikomedien bereits im 7. Jahrhundert verehrt. Ein Verehrungskult um diesen Märtyrer entstand ab dem 12. Jahrhundert auch in Frankreich und den Niederlanden.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Im 7. Jahrhundert wurde das Sitzungsgebäude des römischen Senats (Curia) zur Kirche Sant'Adriano al Foro geweiht. Reliquien befinden sich in der Abtei St. Adrian in Geraardsbergen (Belgien)

Schutzpatron[Bearbeiten]

St. Adrianus ist Schutzpatron der Soldaten, Waffenhändler, Wachen, Schmiede und Metzger. Er hilft gegen Seuchen wie die Pest und gegen Epilepsie.

Ikonographie[Bearbeiten]

St. Adrianus in der Michaelskirche in Gent (Belgien)

Adrian von Nikomedien ist gelegentlich auf französischen, niederrheinischen, flämischen und niederländischen Gemälden des Spätmittelalters dargestellt. Er wird meist als bewaffneter Soldat mit einem Amboss in der Hand oder zu seinen Füßen abgebildet. Zu den bedeutendsten Gemälden, auf denen er zu entdecken ist, zählt ein Altarflügel von Hans Memling. Zu finden ist er auch auf dem um 1480 entstandenen Hedwigsaltar der Katharinenkirche in Brandenburg, Havel. Dort erscheint er als Pestpatron gemeinsam mit dem hl. Rochus. Eine Statue befindet sich in der Michaelskirche in Gent (Belgien).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adrian von Nikomedien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien