Affekttat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Affekttat oder ein Affektdelikt ist eine Straftat, bei deren Zustandekommen eine erhebliche seelische Belastung des Täters als mitursächlich angesehen wird. Der Täter kann unter diesen Umständen schuldunfähig bzw. eingeschränkt schuldfähig sein im Sinne einer „tiefgreifenden Bewusstseinsstörung“ laut § 20 bzw. § 21 StGB. Die Beurteilung, ob ein solcher Zustand zum Tatzeitpunkt vorlag, ist häufig die Aufgabe von Psychiatern bzw. Psychologen.

Der Begriff Affekt beschreibt allgemein eine Gemütserregung. Zu einer Affekttat führen jedoch nur bestimmte Affekte, etwa Eifersucht.

Ungefähre Entsprechung der Affekttat im Strafrecht anderer Länder sind:

  • Frankreich: Crime passionnel, meist als „Verbrechen aus Leidenschaft“ übersetzt, traditionell vor allem auf Eifersuchtstaten angewandt und milde beurteilt
  • USA: Temporary insanity, als Argumentation der Verteidigung erstmals 1859 im Prozess von Daniel E. Sickles gebraucht, der den Liebhaber seiner Frau ermordet hatte, dann vor allem in den 1930er und 1940er Jahren häufiger angewandt

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Marneros: Affekttaten und Impulstaten. Forensische Beurteilung von Affektdelikten. Schattauer, Stuttgart und New York 2007, ISBN 978-3-7945-2517-1
  • Henning Saß (Hrsg.): Affektdelikte. Interdisziplinäre Beiträge zu Beurteilung von affektiv akzentuierten Straftaten. Springer, Berlin 1993, ISBN 3-540-57231-7
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!