Ajvar
Ajvar oder Ajwar [ˈajʋaːr], türkisch Hajvar oder Kavyar, albanisch auch Ajvari, ist ein so genannter Gemüsekaviar, ein Mus aus Paprika oder alternativ Paprika und Auberginen, welches kalt zu Fleischgerichten serviert wird, oder als Würzmittel und Brotaufstrich dient.
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[Bearbeiten] Herkunft und Verbreitung
Besonders etabliert ist er in den Küchen der Länder des ehemaligen Jugoslawien, wo er jeweils als nationale Spezialität gilt.[1][2] Bezüglich der konkreten Herkunft der Speise gibt es unterschiedliche und umstrittene Theorien.[3][4] Bekannt ist Ajvar auch in anderen südosteuropäischen Ländern[5] und der Türkei.[6]
1996 scheiterte die slowenische Firma Živilska industrija d.o.o. aus Kamnik bei dem Versuch, den Begriff Ajvar schützen zu lassen, da es sich um einen generischen Begriff handelt.[7] In fast allen Ländern des ehemaligen Jugoslawien gibt es rund um Ajvar kulturelle und kulinarische Veranstaltungen, teilweise mit Wettbewerbscharakter.[8]
[Bearbeiten] Herstellung
Zur traditionellen Herstellung werden rote Paprika gehäutet, entkernt, angeröstet und unter ständigem Rühren mit etwas Öl so lange sanft gebraten, bis sie sich zu einer homogenen Masse aufgelöst haben, was mehrere Stunden dauern kann. Gewürzt wird nur mit Salz und Pfeffer. Luftdicht verschlossen ist dieser Ajvar über längere Zeit haltbar.
Bei modernen Varianten werden häufig weitere Zutaten verwendet und wesentlich kürzer gegart. Dazu werden rote Gemüsepaprika bzw. Paprika und Auberginen erst im Backofen geröstet und geschält, die Paprika entkernt, alles fein gehackt, mit Olivenöl und Zitronensaft oder Essig, Peperoni, Knoblauch, Pfeffer, Salz und feingehackten, gedünsteten Zwiebeln und eventuell Auberginen vermischt und so lange sanft gegart, bis die Flüssigkeit nahezu eingekocht ist.
[Bearbeiten] Ähnliche Zubereitungen
Ähnliche Zubereitungen sind Ljutenica und Letscho und aus Mazedonien Pindjur (serbisch Pinđur), das immer mit Auberginen und dazu mit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch hergestellt wird. Die rumänische Variante trägt den Namen Zacuscă;[9] die ungarische Paste Erős Pista ist eher scharf.
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ novosti.rs, Vuk Mijatović: Brend ajvara ipak naš (deutsch Doch unsere Marke Ajvar), 27. November 2010, in serbischer Sprache, abgerufen am 29. Oktober 2011
- ↑ 24sata.rs, Beta: Leskovački ajvar čeka "pasoš", a Slovenija i Hrvatska se "otimaju" oko kobasice, (deutsch Leskovački Ajvar wartet den "Perso", während es bei den Slowenen und Kroaten "um die Wurst geht"), 21. August 2011, in serbischer Sprache, abgerufen am 29. Oktober 2011
- ↑ politika.rs, Politika, Rajna Popović: Ajvar - blago bez vlasnika (deutsch Ajvar - Schatz, ohne Eigentümer), 29. Oktober 2011, in serbischer Sprache, abgerufen am 29. Oktober 2011
- ↑ aimpress.ch, Alternativna informativna mreža, Ibrahim Mehmeti: Ajvarski rat (deutsch Der Ajvarkrieg), 19. November 1997, in serbischer Sprache, abgerufen am 29. Oktober 2011
- ↑ Gil Marks: Encyclopedia of Jewish Food, Artikel Ajvar, John Wiley and Sons, Hoboken, 2010, ISBN 0-470-39130-8S.656, hier S.9, in englischer Sprache
- ↑ instructables.com, Ajvar: Balkan Pepper Spread!
- ↑ rts.rs, Radio-Televizija Srbije: Srpsko, ili možda i ne (deutsch Serbisch, oder vielleicht auch nicht), 20. März 2010, in serbischer Sprache, abgegrufen am 29. Oktober 2011
- ↑ ethno.co.rs, Ajvar-party!, 25. September 2010, in serbischer Sprache, abgerufen am 29. Oktober 2011
- ↑ Academia Română, Institutul de lingvistică, Ion Coteanu, Luiza Seche, Mircea Seche: DEX: Dicţionarul explicativ al limbii române, Univers enciclopedic, 1998, S.1192, in rumänischer Sprache