Alexander (Lippe)

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Karl Alexander zur Lippe (* 16. Januar 1831 in Detmold; † 13. Januar 1905 in St. Gilgenberg bei Donndorf) war von 1895 bis 1905 nominell regierender Fürst zur Lippe, aber als geisteskrank entmündigt. Bis 1897 führte Schaumburg-Lippe die Regentschaft, ab 1897 Lippe-Biesterfeld, ab 1905 endgültig Lippe-Biesterfeld. Die wechselnde Regentschaft ist auch als lippischer Erbfolgestreit bekannt.

Leben[Bearbeiten]

Fürst Alexander war das siebte Kind von Leopold II. und Emilie von Schwarzburg-Sondershausen. Er diente als Hauptmann im Garderegiment des Königs von Hannover. Nach einem Sturz vom Pferd 1851 machten sich bis 1861 die ersten Zeichen von Geistesstörung bemerkbar. Ende 1871 war sein Zustand unhaltbar geworden, so dass seine Entmündigung und die Überführung in das Sanatorium St. Gilgenberg bei Bayreuth notwendig wurde. Amtliche Gutachten stellten unheilbare erbliche Geisteskrankheit fest, wodurch die Frage nach dem Ursprung dieser immer wieder auftretenden Geistesschwäche im Hause Lippe aufgeworfen wurde. Psychiatrische Untersuchungen 1884, 1895 und 1904 konnten nur die Unheilbarkeit feststellen.

Von den direkten Vorfahren Alexanders ist sein Großvater Leopold I. bekannt, der zeitweise wegen Geistesstörung unter Vormundschaft seines Oheims Ludwig stand. Auch Prinz Friedrich (1797–1854), der zweite Sohn von Leopold I., wird als zeitweilig geistig gestört bezeichnet. Schizophrene Züge zeigte auch Prinz Kasimir August (1777–1809), der Bruder Leopolds I., so dass Geistesstörung als Erbübel des Hauses Lippe angesehen wurde. Die im europäischen Adel nicht unübliche Inzucht wird ein Gutteil dazu beigetragen haben; so heirateten ins Detmolder Fürstenhaus immer wieder Prinzessinnen aus den Häusern Nassau und Anhalt ein.

Mit Alexanders Tod am 13. Januar 1905 starb die Detmolder Linie des Lippischen Fürstenhauses aus.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helga Neumann, Manfred Neumann: Maximilian Harden (1861-1927). Ein unerschrockener deutsch-jüdischer Kritiker und Publizist, Verlag: Königshausen & Neumann 2002.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helga Neumann, Manfred Neumann: Maximilian Harden (1861-1927). Ein unerschrockener deutsch-jüdischer Kritiker und Publizist, Verlag: Königshausen & Neumann 2002, S. 132
Vorgänger Amt Nachfolger
Woldemar Fürst zur Lippe
1895–1905
Leopold IV.