Alice Orlowski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alice Orlowski beim Krakauer Auschwitzprozess (1947)

Alice Elisabeth Minna Orlowski, geborene Elling, (* 30. September 1903 in Berlin; † 1976) war eine deutsche KZ-Aufseherin in verschiedenen Konzentrationslagern .

Biografie[Bearbeiten]

Orlowski wurde zum Dienst als Aufseherin in Konzentrationslagern dienstverpflichtet und im Juli 1943 im KZ Ravensbrück innerhalb einer Woche zur KZ-Aufseherin ausgebildet. Entsprechend ihrer Ausbildung wurde Orlowski von Juli 1943 bis zum April 1944 im KZ Majdanek als Kommandoführerin eingesetzt. Anschließend erfolgte ihre Versetzung im Zuge der Räumung des KZ Majdanek in das KZ Plaszow, wo sie bis Oktober 1944 als Aufseherin tätig war. Ab Oktober 1944 war Orlowski als Kommandoführerin im Auschwitzer Nebenlager Budy eingesetzt. Mitte Januar 1945 begleitete Orlowski einen Evakuierungsmarsch vom KZ Auschwitz über Loslau (Wodzisław Śląski). Möglicherweise war sie danach noch bis zum April 1945 als Aufseherin im KZ Ravensbrück oder einem der Nebenlager tätig.

Nach Kriegsende wurde Orlowski im Mai 1945 durch Angehörige der Roten Armee verhaftet und an Polen ausgeliefert. Bei dem Krakauer Auschwitzprozess vom 24. November bis zum 22. Dezember 1947 stand auch Orlowski vor Gericht. Dort wurde sie wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung und wegen Misshandlung von weiblichen Häftlingen angeklagt. Am 22. Dezember 1947 wurde sie zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt, die sie bis zu ihrer Entlassung 1956 in Polen verbüßte. Nach ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland führte Orlowski ein unauffälliges Leben, bis sie vor dem Landgericht Düsseldorf im Rahmen des Majdanek-Prozesses, der am 26. November 1975 begann, erneut wegen ihrer im KZ Majdanek begangenen Taten angeklagt wurde. Orlowski verstarb noch während der Hauptverhandlung 1976.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]