KZ Ravensbrück

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53.19111111111113.168333333333Koordinaten: 53° 11′ 28″ N, 13° 10′ 6″ O

Karte: Deutschland
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Ravensbrück
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Deutschland
Plan, KZ Ravensbrück mit schwedischer Beschreibung

Das Konzentrationslager Ravensbrück (auch KZ- oder KL-Ravensbrück) war das größte deutsche Konzentrationslager der Schutzstaffel (SS) für weibliche Häftlinge im Deutschen Reich. Es bestand von 1938/1939 bis April 1945 in der Gemeinde Ravensbrück im brandenburgischen Landkreis Templin. Seit 1950 gehört das Gebiet zur Stadt Fürstenberg/Havel, rund 100 km nördlich von Berlin.

Seit 1959 befindet sich auf dem Gelände die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (neugestaltet 1991).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Lager wurde in der Gemeinde Ravensbrück am Schwedtsee von Dezember 1938 bis April 1939 auf Anordnung des Reichsführer-SS Heinrich Himmler von Häftlingen des KZ Sachsenhausen zunächst als reines Frauenlager errichtet. Auch weibliche Häftlinge mussten ab dem 11. November 1938, nach der ersten Zugangsliste, das Frauen-KZ aufbauen.[1] Im April 1941 kam ein kleines Männerlager für zunächst 350 Häftlinge hinzu. Bis Juni 1942 wurde in unmittelbarer Nähe das Jugendschutzlager Uckermark für zunächst 400 Mädchen fertiggestellt und zusätzlich in Betrieb genommen. Das KZ Ravensbrück umfasste 1945 eine Fläche von etwa 170 Hektar und hatte 45 Außenlager im Reichsgebiet sowie in den besetzten Gebieten, in denen Häftlinge Zwangsarbeit hauptsächlich für die Kriegswirtschaft verrichten mussten. Das Arbeitshaus in Moringen kann als Vorläufer des KZ Ravensbrück angesehen werden. Das ehemalige Provinzial-Werkhaus Moringen wurde Anfang April 1933 zum KZ für etwa 330 männliche „Schutzhäftlinge“ unter SS-Bewachung umfunktioniert.[2] Am 3. Juni 1933 kamen dann die ersten beiden Frauen ins KZ Moringen.[3]

1939[Bearbeiten]

Häftlingsarbeit, KZ-Ravensbrück, 1939

Am 18. Mai wurden die ersten knapp 900 weiblichen Häftlinge aus dem KZ Lichtenburg in das neue KZ-Ravensbrück verlegt. Diese mussten zunächst beim weiteren Ausbau des Lagers und beim Bau der Wohnsiedlung für die SS-Wachmannschaft mitarbeiten. Bereits Ende Juni wurden erstmals 440 Roma und Sinti mit ihren Kindern aus dem österreichischen Burgenland hierher deportiert. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges kamen zunächst auch Frauen aus dem besetzten Polen, später auch aus den anderen von Nazi-Deutschland besetzten Ländern hinzu.

1940[Bearbeiten]

Im Januar inspizierte Himmler das KZ und erließ die offizielle Anordnung, die die Prügelstrafe für weibliche Häftlinge einführte. Im Zuge der totalen Umstellung auf die Kriegswirtschaft wurde am 21. Juni der SS-Betrieb Gesellschaft für Textil- und Lederverwertung mbH in Ravensbrück gegründet. Im KZ wurde ein sogenannter Industriehof mit Produktionsstätten eingerichtet, in dem die Häftlinge „frauentypische“ Arbeiten verrichten mussten. Im Dezember waren bereits 4200 weibliche Gefangene in Ravensbrück registriert, die in 16 KZ-Baracken untergebracht waren.

Jede dritte Gefangene, die neu eingeliefert wurde, war Polin. Sehr häufig waren diese Mitglieder des Polski Związek Zachodni oder Angehörige der paramilitärischen Jugendorganisation Przysposobienia Wojskowego Kobiet.

1941[Bearbeiten]

Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich bis April 1941 um weitere 3500. Im gleichen Monat wurden 1000 Frauen aus Ravensbrück nach Auschwitz zum Aufbau des dortigen Vernichtungslagers transportiert. Ab diesem Jahr fanden immer wieder Erschießungen statt, denen insgesamt 143 polnische Frauen und Mädchen ohne jegliche Vorwarnung zum Opfer fielen. Später kamen Hinrichtungen von sowjetischen, französischen, britischen und anderen Gefangenen hinzu.[4] Von 1939 bis 1941 wurden Häftlinge durch sinnlose Schwerstarbeit bewusst getötet. Ab 1941 begann die SS, Insassen an die umliegenden mecklenburgischen Güter als Landarbeiterinnen zu vermieten, weitere wurden ausgeliehen an Gärtnereien, zum Straßenbau; nach und nach wurden sie ein Faktor für die Kriegswirtschaft. Obwohl die Häftlinge danach weiter zu absichtlich unproduktiven Tätigkeiten herangezogen wurden, ging ab 1942 der Einsatz in der Kriegswirtschaft vor.[5]

Im November wurde im Rahmen des ersten Teils einer Aktion, unter dem Decknamen Aktion 14f13, mindestens 330 Frauen aus dem KZ „ausgesondert“, wie aus Briefen des beteiligten SS-Arztes Friedrich Mennecke hervorgeht.[6] In den Richtlinien der Aktion waren die sogenannten „Ballastexistenzen“ – nicht weiter nützlich einsetzbare Häftlinge – zunächst in Listen zu erfassen und den Ärztekommissionen zur Begutachtung vorzustellen. Insgesamt wurden mehr als 1.200 Menschen im KZ im Zusammenhang damit ermordet. Diese ungefähre Zahl nach Mennecke ist unvollständig. So bleibt nach Untersuchungen zu vermuten, dass von etwa 6.000 Häftlingen im KZ etwa 20 bis 33 Prozent „ausgemustert“ worden sind.[7] Die Aktion wurde ab März 1942 immer mehr eingeschränkt, weil Häftlinge für die Rüstungsindustrie verstärkt benötigt wurden.[8]

1942[Bearbeiten]

Die Versorgung des KZ konnte nicht Schritt halten mit der Zunahme an Inhaftierten. Auf Anordnung Himmlers war es ab Oktober erlaubt, Pakete zu erhalten. Ab 1942 wurde die Bekleidung um Pullover, Kleider und Jacken ergänzt.[9] Da Ravensbrück zu diesem Zeitpunkt noch über keine eigene Gaskammer verfügte, wurden im April über 1.600 Frauen, davon etwa die Hälfte Jüdinnen, nach Selektion in der NS-Tötungsanstalt Bernburg vergast. Nach der Zerstörung des tschechischen Dorfes Lidice durch deutsche Einsatzkommandos wurden im Juni 182 überlebende Frauen des Dorfes hierher deportiert.

Am 20. Juli begann Himmlers Leibarzt Karl Gebhardt, der zwölf Kilometer entfernt seine Klinik Hohenlychen betrieb, in Ravensbrück Experimente an KZ-Häftlingen bezüglich Sulfonamiden (Antibiotika). Das Nazi-Idol Reinhard Heydrich war unter seiner Aufsicht an Gasbrand verstorben und Gebhardt war in große Bedrängnis geraten, da er durch Hitlers Leibarzt Theo Morell kritisiert wurde, dass Heydrich noch leben könne, wären andere Sulfonamide verabreicht worden. Gebhardt ließ in einer ersten Versuchsreihe 15 männlichen und 42 polnischen, weiblichen Häftlingen Verletzungen zufügen, die Kriegsverletzungen simulieren sollten. Zur Auslösung von Infektionen ließ er in die Wunden Stoffe, Glassplitter, Lehm, Zellstoff o.ä. einfügen. An den eiternden Wunden wurde die Wirkweise verschiedener Sulfonamide getestet.[10]

Im Zuge des verstärkten Einsatzes von Lagerinsassen aller KZs in der Kriegswirtschaft und in der Rüstungsindustrie ließ die Firma Siemens & Halske ab Juni Fertigungsbaracken in unmittelbarer Nähe zum KZ Ravensbrück errichten. Es entstanden das Werner Werk für Fernsprechgeräte (WWFG), Radio (WWR) und Meßgeräte (WWM).[11] Das Lager leitete SS-Hauptscharführer Grabow. Es wurde in zwei Schichten gearbeitet außer am Wochenende, weil in dem Betrieb auch Zivilarbeiterinnen beschäftigt waren. Diese Zivilarbeiterinnen der Firma Siemens-Halske unterstanden dem Betriebsleiter und Ingenieur Grade als Angestellter.[12]

Dem SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt (WVHA), fiel nun als der für die SS-Verwaltung der KZs und den Häftlingseinsatz zuständigen Stelle zu, sozusagen als Arbeitsamt für die Vermittlung von KZ-Häftlingen an die Rüstungskonzerne zu fungieren.[13] Es sind Aufstellungen über die „Verwertbarkeit“ und Arbeitsfähigkeit dieser Gefangenen erhalten, worin eine Durchschnittsarbeitsfähigkeit dieser Häftlinge auf drei Monate festgelegt ist, danach galten sie als entkräftet und wurden getötet.[14] Um die Arbeitsfähigkeit der Häftlinge etwas zu steigern, wurde direkt neben vielen Betrieben ein KZ-Außenlager errichtet, um Arbeitsweg zu sparen.[15]

Am 1. August begannen SS-Ärzte mit weiteren medizinischen Versuchen an gesunden Frauen. Nach der Anordnung des Reichssicherheitshauptamts in Berlin, das KZ-Ravensbrück „judenfrei“ zu machen, wurden am 6. Oktober über 600 Frauen, fast ausnahmslos Jüdinnen, in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Laut den Unterlagen des KZs ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass Ravensbrück je den von Himmler gewünschten Zustand „judenfrei“ erfüllte, es erreichten weiterhin Transporte mit jüdischen Frauen das KZ.[16] Im Dezember des gleichen Jahres war das Lager mit 10.800 Gefangenen aus ganz Europa belegt.

Am 3. September inspizierte Reichsarzt-SS und Polizei Ernst-Robert Grawitz das KZ und ordnete an, den Häftlingen Schussverletzungen zuzufügen. Die bisher zugefügten Verletzungen bewertete er als „Mückenstiche“. Gebhardt begann nun mit einer neuen Versuchsreihe an 24 polnischen Häftlingen. Er ließ ihnen keine Schussverletzungen zufügen, sondern impfte zugefügte Wunden mit Gasbrand-Erregern. Drei Frauen starben an den Gasbrand-Infektionen. Insgesamt fünf Frauen starben an Gebhardts Sulfonamid-Versuchsreihen, viele wurden zu Invaliden. Die relativ niedrige Sterberate wurde auf die Wirksamkeit der Sulfonamide zurückgeführt.[17]

1943[Bearbeiten]

Ende Februar kamen auch weibliche Kriegsgefangene der Roten Armee nach Ravensbrück. Wegen des verstärkten Einsatzes von KZ-Häftlingen in der Kriegswirtschaft wurden ab März Außenlager des KZs eingerichtet. Da die SS der großen Zahl der Toten nicht mehr Herr wurde, errichtete man im Herbst ein eigenes Krematorium für das KZ. Die Asche der Toten wurde zumindest teilweise in den benachbarten Schwedtsee geschüttet. Im Dezember waren im KZ und seinen Außenlagern ca. 15.100 Häftlinge registriert.

1944[Bearbeiten]

SS-Feldpostkarte des Krematoriums im KZ Ravensbrück, 1944

Im Laufe des Jahres 1944 kamen noch tausende Gefangene aus evakuierten Haftstätten im besetzten Frankreich und den geräumten KZs aus dem Osten des Deutschen Reichs und den östlich von der Wehrmacht besetzten Gebieten, z. B. aus dem KZ Majdanek hinzu. Die Baracken waren derart überfüllt, dass die Kommandantur zur Unterbringung ab der 2. Novemberhälfte befahl, ein Zelt aufzustellen, in das mehrere tausend Frauen „hineingepfercht“ wurden.[18] Das Zelt stand zwischen den Blöcken 24 und 26 und war schätzungsweise 50 m lang. Es lag trotz der Jahreszeit nur etwas Stroh auf dem Boden.[19] Im Februar 1945 soll es mit dreistöckigen Betten versehen worden sein.[20] Viele der darin untergebrachten Frauen und Kinder überlebten den Winter 1944/1945 nicht. Nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands verschlimmerte sich die Situation dramatisch, als im Oktober 12.000 polnische und jüdische Frauen und Kinder hierher deportiert wurden. Es wurden 1944 insgesamt 70.000 Ravensbrücker Häftlinge in andere Lager zur Zwangsarbeit abgegeben, im Mai insgesamt 2.500 Frauen in die Rüstungsbetriebe Heinkel, Rostock-Schwarzenforst und Siemens-Zwodau transportiert und über 10.000 Polinnen und Jüdinnen nach Auschwitz-Birkenau.

Am 11. Februar wurden Helmuth James Graf von Moltke, Albrecht Graf von Bernstorff und andere hierher verlegt, die einige Wochen zuvor im Zusammenhang mit der Entdeckung des oppositionellen Solf-Kreises von der Gestapo verhaftet worden waren. Moltke, der bis dahin als Schutzhäftling vergleichsweise gut behandelt worden war, wurde nach dem 20. Juli in verschärfte Einzelhaft genommen, bis er am 27. September in die Haftanstalt Tegel verlegt wurde, um seinen Prozess vor dem Volksgerichtshof zu erwarten. Beschuldigte, die im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet wurden, denen aber keine unmittelbare Beteiligung nachgewiesen werden konnte, wurden wie Otto Schniewind, Hjalmar Schacht, Tilo von Wilmowsky und Peter Bielenberg vom Zellengefängnis Lehrter Straße nach hier verlegt. Weiterhin wurden im Rahmen der Aktion Gitter ab dem 22. August Regimekritiker, die vorsorglich auf schwarzen Listen erfasst worden waren, unter anderem auch hier eingeliefert, darunter die Freiburger Professoren Adolf Lampe, Constantin von Dietze und Gerhard Ritter.

Der Industriehof im KZ umfasste 1944 eine Verwaltung, mehrere Schneidereien, eine Weberei, Spinnerei, Rohrmattenflechterei und Schuhmacherwerkstatt, Hilfsbetriebe, sowie eine Kürschnerei und wurde immer mehr erweitert. Im Oktober soll Lagerkommandant Suhren von Himmler den Befehl erhalten haben, es hätten „rückwirkend auf 6 Monate monatlich 2000 Leute zu sterben“.[21]

Weihnachten 1944 wurde mit Erlaubnis des Lagerkommandanten von den Häftlingen eine Weihnachtsfeier für die etwa 400 Kinder durchgeführt.[22] Diese Feier stellte eine der größten Solidaritätsaktionen der Inhaftierten im Lager dar.[23]

1945[Bearbeiten]

Mitte Januar waren im KZ mit seinen Außenlagern fast 46.100 weibliche und über 7.800 männliche Häftlinge registriert. Es kann von einer Belegungsstärke mit 25.000 Frauen im Januar ausgegangen werden, auf einem Raum von insgesamt kaum einem halben Quadratkilometer, dessen Durchmesser also in fünf Minuten zurückzulegen war.[24] Anfang Februar erhöhte sich die Zahl um 11.000 Häftlinge aus anderen, geräumten KZs und Außenlagern. Der letzte Transport aus Auschwitz bestand aus über 2.000 Frauen, die Ende Januar dort evakuiert wurden. Der Transport ging von Auschwitz nach Groß-Rosen, von wo er wegen Überfüllung nach Ravensbrück und dann nach Sachsenhausen ging. Dort wurde der Transport nicht aufgenommen und so ging es bis 27. Januar zurück zur Aufnahme nach Ravensbrück.[25] Die Frauen und Kinder mussten zu Fuß, bei strengstem Frost, innerhalb von zwei Wochen, die Strecke von etwa 300 km bewältigen.[26] In den letzten Monaten vor Kriegsende expandierte die Häftlingsstärke derart, dass in einem Bett bis zu sechs Frauen Schlaf finden mussten.[27] Das Jugendschutzhaftlager Uckermark, in unmittelbarer Nähe zu Ravensbrück und von Januar 1945 an ein Vernichtungslager für die Frauen des KZ Ravensbrück, wurde ebenfalls geräumt. In diesem waren auch arbeitsunfähige Ravensbrücker Frauen untergebracht, rund 3.000 davon wurden in den folgenden Wochen dort ermordet. Schutzhaftlagerführer Johann Schwarzhuber gab später zu Protokoll, dass er zusammen mit Dr. Trommer Ende Februar 1945 zum Lagerkommandanten Suhren gerufen worden sei. „Suhren teilte uns mit dass er vom Reichsführer Himmler einen Befehl bekommen habe, dass alle Frauen, die krank oder marschunfähig seien, umgebracht werden sollten...“[28] Im Februar 1945 wurden in Ravensbrück ein Richtplatz sowie eine provisorische Gaskammer errichtet, in der bis Ende März 2300 bis 2400 Häftlinge getötet wurden.[29]

Weibliche Gefangene in Ravensbrück in Erwartung ihrer Rettung durch das Schwedische Rote Kreuz

Auflösung und Befreiung[Bearbeiten]

In der Zeit vom 5. April bis 26. April 1945 gelang es dem Schwedischen Roten Kreuz unter Folke Bernadotte, 7500 Frauen aus Ravensbrück in die Schweiz und nach Schweden im Zusammenhang mit der Rettungsaktion der Weißen Busse zu evakuieren. Da sich die Front dem KZ immer mehr näherte, wurde es ab dem 27. April schließlich von der SS geräumt und die Insassen auf einen Todesmarsch getrieben. Zurück blieben lediglich schwerkranke Häftlinge: 2000 Frauen und 300 Männer sowie Häftlingspflegepersonal, insgesamt rund 3000 Personen. Am 30. April erreichten sowjetische Truppen Fürstenberg und befreiten die verbliebenen Insassen des KZs. Die Häftlinge auf dem Todesmarsch wurden bis zum 3. Mai 1945 von sowjetischen Einheiten eingeholt und ebenfalls befreit. An den Folgen der KZ-Haft starben in folgenden Wochen und Monaten aber noch zahllose ehemalige Insassen.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Rundgang von Jugendlichen durch die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in der DDR, 1988.

Es kam von 1946 bis 1950 zu den ersten Prozessen. Die Ravensbrück-Prozesse umfassen eine Reihe von Gerichtsverfahren, die unter britischer und französischer Gerichtsbarkeit, eröffnet wurden. Angeklagt waren Leiter, SS-Leute, Angehörige des Lagerpersonals und Funktionshäftlinge des KZs. Ein weiterer Prozess um das KZ fand 1966 vor dem Bezirksgericht Rostock in der DDR statt.

Die Verhandlung gegen Gebhardt wegen medizinischer Versuche an KZ-Häftlingen, speziell im KZ Ravensbrück und in seiner zwölf Kilometer entfernt gelegenen Klinik Hohenlychen, sowie im KZ Auschwitz, und gegen Oberheuser und Fischer im Nürnberger Ärzteprozess, fand am 3. und 8. April 1947 statt.[30] Oberheuser war dabei die einzige Frau, die im Nürnberger Ärzteprozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt wurde.[31]

Bestimmte Teile der KZ-Gelände sowie die SS-Wohnsiedlung wurden von der sowjetischen Garnison in Fürstenberg bis zum Abzug der sowjetischen Truppen 1993 militärisch bzw. zu Wohnzwecken genutzt.

1959 weihte die DDR auf einem Teil des ehemaligen KZs die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück nach einem Entwurf des Bildhauers Will Lammert ein. Mit dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland konnten weitere Teile des KZs in die Gedenkstätte einbezogen werden.

In Westdeutschland wurde damals wenig über das KZ berichtet, es wurde als eines der kleineren Lager betrachtet.

Strafverfolgung in der Bundesrepublik[Bearbeiten]

1949 bis 1950 fanden Prozesse gegen Angehörige des Lagerpersonals vor dem französischen Militärgericht in Rastatt statt. Am 10. März 1950 verurteilte das Gericht, in diesem letzten zu den Ravensbrück-Prozessen zählenden Verfahren, den ehemaligen Lagerkommandanten Fritz Suhren und den Arbeitseinsatzleiter Hans Pflaum zum Tode.

Erneute Aufmerksamkeit und Interesse am KZ folgte nach dem Majdanek-Prozess in Düsseldorf ab 1976. Die größte Aufmerksamkeit im Prozess bekam die SS-Wächterin Hermine Braunsteiner, die von Simon Wiesenthal aufgespürt worden war.

Im September 2006 rückte die Geschichte des Frauen-KZs wieder in das öffentliche Bewusstsein, als die USA die mittlerweile 83-jährige Elfriede Rinkel auswiesen. Diese hatte seit 1959 in Kalifornien gelebt, teilte das US-Justizministerium in Washington mit. Dabei habe sie aber über ihre NS-Vergangenheit gelogen. Rinkel, die nach wie vor die deutsche Staatsbürgerschaft hat, sei Anfang September nach Deutschland zurückgekehrt, nachdem den US-Behörden ihr Vorleben in der NS-Zeit bekannt geworden sei, und ein Gericht sie zum Verlassen des Landes bis Monatsende aufgefordert habe. Rinkel sei von Juni 1944 bis zur Aufgabe des Lagers im April 1945 Aufseherin im KZ-Ravensbrück gewesen. Sie habe bei der „Erfüllung ihrer Aufgaben“ einen trainierten Hund benutzt, teilte das US-Justizministerium weiter mit. Im Frauen-KZ zwangen die Wächterinnen – oft mit Hilfe von Hunden – Insassen zu schwersten Arbeiten. „KZ-Wärter wie Elfriede Rinkel spielten bei der entsetzlichen Misshandlung unschuldiger Opfer durch das NS-Regime eine bedeutende Rolle“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Bilanz[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung Fürstenberg/Havel

Zwischen 1939 und 1945 sind insgesamt etwa 132.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche aus 40 Nationen und Volksgruppen im KZ Ravensbrück und dem Jugendschutzhaftlager Uckermark registriert worden (besonders betroffen, Gruppe 15 bis 25 Jährige – engfolgend bis 40 Jährige).[32] Sie wurden von ca. 1.000 SS-Leuten und knapp 550 Aufseherinnen bewacht. Man geht davon aus, dass 28.000 Häftlinge in diesem KZ ums Leben gekommen sind.[33] Das Gedenkbuch nennt 60 Jahre nach der Befreiung des Frauen-KZs die Namen von 13.161 Frauen, Männern und Kindern.

Situation der Inhaftierten im Lager[Bearbeiten]

Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück: Die inhaftierten Frauen, die selbst das Lager aufgebaut haben, mussten die Stein-Walze zur Bodenverdichtung über das Gelände ziehen. Die größte Walze war mannshoch.[34]
Authentische Puppe im KZ Ravensbrück, wie von österreichischen Frauen für ihre teils mitinhaftierten Kinder angefertigt.

Wenn neue Gefangene im KZ-Ravensbrück ankamen, erhielten sie jeweils eine Nummer und eine Kennzeichnung durch ein auf der Kleidung zu tragendes farbiges Dreieck, welches durch die Farbe eine Kategorie und durch einen Buchstaben die Nationalität bezeichnete. Jüdische Frauen trugen den sogenannten Judenstern. Kriminelle trugen grüne Dreiecke, Widerstandskämpferinnen und sowjetische Kriegsgefangene trugen rote Dreiecke, und Mitglieder der Bibelforscher bzw. Zeugen Jehovas wurden mit violetten Dreiecken gekennzeichnet. Separat klassifiziert mit schwarzen Dreiecken wurden als „asozial“ kategorisierte Häftlinge.

Im Industriehof mussten die weibliche Häftlinge in bis zu zwölfstündigem Schichtbetrieb in der Schneiderei zunächst KZ-Häftlingskleidung herstellen, später wurden hauptsächlich „Ausrüstungs- und Bedarfsgegenstände militärischer und ziviler Art vornehmlich aus Textilien und Leder“ hergestellt. Die Anzahl der dort eingesetzten Insassinnen stieg von 141 im Juli 1940 auf einen Höchststand von etwa 5000 im September 1942 und sank danach wieder ab.[35] Diese Frauen wurden teilweise in die Arbeit mit Nähmaschinen und weiteren Apparaturen eingewiesen und waren daher nicht ohne weiteres austauschbar, trotzdem erhielten auch sie nur unzureichende Essensrationen und waren Misshandlungen und Schikanen ausgesetzt, insbesondere wenn sie das fast unmögliche Produktionssoll nicht erreichten. Die Texled war einer der wenigen eigenen Betriebe in der SS-Bilanz, die „profitabel“ arbeiteten.[36]

Siemens errichtete in unmittelbarer Nähe zum KZ eigene Werkshallen, in denen die Insassinnen genötigt wurden Präzisionsteile, wie fein gewickelte Spulen, herzustellen. Ende 1944 verlagerte der Konzern die gesamte Produktion von Militär-Fernsprechern in dieses sogenannte Siemenslager, in dem bis zu 2400 Frauen arbeiteten. Die Bedingungen hier waren so schlecht, dass sich im Mai 1945 dutzende Leichen vor den Baracken dieses Lagerteils aufstapelten.

Ab 1942 wurden in zehn Männer-KZs Lagerbordelle eröffnet, in die auch Frauen von hier versetzt wurden, als „Belohnungssystem“ und Leistungsanreiz für gefügige SS-Funktionshäftlinge dieser KZs.

Mehrere hundert Frauen wurden dazu gezwungen, von denen die meisten aus Deutschland stammten, einige aus Polen, mindestens sechs aus der Sowjetunion. Viele meldeten sich freiwillig, sie hofften wohl, bessere Chancen auf eine Entlassung zu bekommen. Diese gab es aber nicht. Einzig der Hunger war, in den „Sonderbauten“ genannten Bordellen, weniger. Die Frauen wurden häufig mit dem Stempelvermerk „abgenützt“ ins Lager zurückgeschickt, um dort ermordet zu werden.[37]

Maria W. – sie hatte bereits vier Jahre Zwangsarbeit hier hinter sich, als auf dem Appellplatz der Lagerarzt und der SS-Kommandant aus Buchenwald Frauen aussuchten – berichtet später:

„Die schritten unsere Reihe ab, guckten alle einzeln an. Die und die und die Nummer vortreten. Und da hörte ich, wie Schildlauski, der SS-Arzt sagte: ‚Das Gerippe da wollen Sie auch mitnehmen?‘ Das war ich! Und da hörte ich, wie dieser Kommandant sagte, ‚die ist gut gebaut, die füttern wir uns wieder zurecht‘.“[38]

Als 1943 die Zahl der Häftlinge im KZ rapide anstieg und die SS wegen Überfüllung im Spätsommer 1944 zwischen den Baracken ein etwa 50 Meter großes Zelt als provisorische Unterbringung aufstellte – vor allem für die in Massen ankommenden Frauen aus Auschwitz, Warschau und Ungarn – mussten bis zu 4.000 Häftlinge im Zelt leben. Dies verursachte zusätzlich jeden Tag den Tod Dutzender Frauen. Kató Gyulai, als junge Ungarin jüdischer Herkunft nach Ravensbrück getrieben, erinnert sich:

„Das Zelt hatte einen Ziegelfußboden. Auf dem standen oder kauerten wir, von Hinsetzen oder Liegen konnte keine Rede sein. Nachts saßen wir buchstäblich auf den Köpfen oder Rücken anderer.“[39]

Es kam bei den Insassen zu totalen Auszehrung, zum Muskelschwund, zu psychischen Veränderungen wie Gleichgültigkeit, Apathie und Schläfrigkeit. Die körperlichen Reaktionen und Aktivitäten wurden langsamer und dann vom Wachpersonal oft als passiver Widerstand interpretiert und geahndet.[4] Hier im größten Frauen-KZ des Reiches zeigte sich, dass Frauen sich anders als Männer verhalten, auch und gerade unter extremen Bedingungen, wie dem mörderischen Überlebenskampf in NS-Haftstätten. „Oberaufseherinnen“, mussten die männlichen „Schutzhaftlagerführer“ sogar „in weiblichen Fragen“ beraten. Die Ärztin und ehemalige Insassin Heidi Hautval berichtet, dass Häftlinge ihre Lippen schminkten, um den häufigen Selektionen zu entgehen, bei denen im KZ Ravensbrück regelmäßig nicht mehr arbeitsfähige „ausgesondert“ wurden. Schon allzu blass auszusehen konnte den Tod bedeuten.

Die Erschießungen der Frauen fanden außerhalb des KZs in den angrenzenden Waldgebieten statt. Ab 1942 wurde ausschließlich der sogenannte Erschießungsgang genutzt.[40] Bei den Erschießungen waren auch ein Arzt und ein Zahnarzt anwesend. Nachdem der Arzt, meist war es Treite, den Tod der Opfer festgestellt hatte, brach der Zahnarzt die Goldzähne heraus.[41] Selbst die Leichen wurden bis aufs Letzte ausgebeutet. Ihre Asche diente als Dünger für die Felder, aus den Knochen wurde Seife hergestellt und vieles andere.[42]

Die Besonderheiten in diesem Frauen-KZ lagen in der Häftlingsgesellschaftstruktur. Hier entstanden regelrechte „Lagerfamilien“: Ältere Frauen nahmen sich Jüngeren an und halfen, aufgrund nationaler oder politisch ähnlicher Orientierung anderen. Frauen innerhalb solcher Lagerfamilien versuchten sich gegenseitig Geschenke zu machen, waren diese auch noch so klein. Sowjetische Frauen schnitzten aus einem Kirschkern einer tschechischen Mitgefangenen im März 1944 ein winziges Körbchen.[43] Einige der gefangenen Frauen begannen ihre Gefühle und Gedanken in Gedichten und Gebeten auszudrücken. Gegenseitig erzählte man sich ganze Romane, schilderte einst unternommene Reisen; imaginäres Kochen und das Austauschen von Rezepten war eine groteske wie beliebte Realität. Anderen gelang es, mit heimlich organisierten Materialien zu Zeichnen. Es entstanden illegale Chöre. Professor-, Künstler- und Lehrerinnen hielten heimlich Vorlesungen ab. Vor allem die Polinnen begannen im Verborgenen mit Unterricht der Jüngeren, in Klassen mit drei, vier oder fünf Kindern, die – ungeachtet der Frage, ob sie jemals wieder heimkehren würden – während des Appells oder am Abend auf Baracken-Pritschen auf einen Schulabschluss vorbereitet wurden.[4] Die Leiterin der KZ-Gedenkstätte, Insa Eschebach, betont, dass die Berichte von Überlebenden sich stark unterscheiden, da sich der Charakter des KZs von 1939 bis 1945 veränderte. Die Jüdin Rosi Forsberg, die Ende 1944 mit 16 Jahren hierher kam und zwangssterilisiert wurde, schrieb: „Ich habe keine Freundschaft oder Solidarität erlebt.“[44]

Die Kinder, vor allem die jüngsten, hatten hier überhaupt keine Überlebenschance, wenn sie nicht eine sogenannte Lagermutter fanden, die sich ihrer annahm. Die Lagerkommandantur trennte die Kinder häufig von den Leiblichen durch Transporte, Außenkommandos oder Vergasungen. Die Kinder starben dann meist schnell eines „natürlichen“ Todes.

Alle Insassen, einschließlich der kleinen Kinder, mussten schwere Arbeit verrichten, die unter solchen Bedingungen zu körperlicher Auszehrung und oftmals zum Tode führte.

Medizinische Experimente[Bearbeiten]

Medizinische Experimente im KZ-Ravensbrück dienten meist der Erforschung der Vitalfunktionen unter Extremzuständen, oft mit Blick auf eine militärische Nutzung zur Behandlung von Erfrierungen oder Verletzungen an Soldaten nach Kampfhandlungen. Die entsprechenden Verletzungen wurden den KZ-Testpersonen zugefügt und man erstellte Statistiken und experimentierte mit Heilmitteln. Nach Vorläufer-Experimenten im KZ Sachsenhausen wurden nun hier unter anderem Versuche mit Sulfonamiden unternommen, auf die man als Antibiotika große Hoffnungen bei der Behandlung Verwundeter setzte. Den Opfern der Versuche wurden Bakterien, Fäulniserreger, Holzsplitter und Glas in eigens hierfür zugefügte Wunden eingebracht, womit man Verletzungen durch Bombensplitter imitierte. Der Wundverlauf und die Wirkung der getesteten Medikamente wurden dokumentiert und analysiert. Viele Opfer verstarben noch während der Experimente, andere Jahre später an den Folgeerscheinungen.

Bei all diesen Operationen war als verantwortlicher Arzt in Ravensbrück Karl Gebhardt genannt worden, seine Assistenten waren Fritz Fischer und Ludwig Stumpfegger. Da diese die Versuchsbedingungen nervlich mit der Zeit nicht mehr aushielten, übernahm die Ärztin Herta Oberheuser immer mehr Funktionen ihrer Kollegen, wodurch sie die Durchführung der Versuche sicherstellte.[45] Zu ihren Aufgaben gehörte es, die weiblichen Häftlinge für die Experimente auszuwählen[46] und die „Nachversorgung“ zu gewährleisten, welche zumeist aus einer gezielten Nichtversorgung oder auch gezielten Verschlechterung des Heilungsverlaufs bestand, um ein Höchstmaß an Infektion zu erreichen.[45] Oberheuser wählte in erster Linie junge Polinnen aus, die aus politischen Gründen im KZ inhaftiert waren. Nach erfolgter Behandlung wurden zahlreiche Frauen von ihr durch Injektionen ermordet, was sie im Nachhinein als humanitären Akt darzustellen versuchte. Anders als ihre Kollegen, die ebenfalls Patientinnen gezielt durch Spritzen töteten, wählte Oberheuser Benzininjektionen, deren Wirkung erst nach drei bis fünf Minuten und bei vollem Bewusstsein der Versuchsopfer einsetzte.[47][48] Aussagen Oberheusers zeigen deutlich ihre Einstellung gegenüber den Patientinnen, welche sie als Kaninchen und nicht als Menschen wahrnahm.[49]

Ferner sagte der Lagerarzt Rolf Rosenthal aus, dass er vielleicht bei der Auswahl von so wörtlich „Versuchskaninchen“ beteiligt gewesen sei, ohne zu wissen, worum es sich gehandelt habe. Er gab aber zu, im Sommer 1942 an einigen experimentellen Operationen als Assistent teilgenommen zu haben.

Oberheuser war nicht nur an medizinischen Experimenten, sondern auch an Zwangsabtreibungen und weiteren medizinischen Eingriffen beteiligt. Den Ärzten ging es bei den Zwangsabtreibungen nicht um die Tötung, sondern um die Möglichkeit, bei den Eingriffen ärztliche Routine zu entwickeln.[50] Die Regel bei fortgeschrittener Schwangerschaft war es aber, die Frauen gebären zu lassen. Die meisten der Neugeborenen wurden dann direkt danach ermordet, dafür war die Häftlingskrankenschwester Gerda Quernheim bekannt.[51] Zwangsabtreibungen wurden selbst an Frauen, die bereits im siebten oder achten Monat schwanger waren, vorgenommen. Gerhard Schiedlausky bestätigte dies, allerdings habe er nur auf Befehl gehandelt. Oberheuser und Rosenthal hätten ihm zunächst hierbei assistiert, später aber die Eingriffe selbständig durchgeführt. Auch fanden Sterilisationsexperimente im KZ statt. So sollte eine schnellere Methode zur Massensterilisation entwickelt werden. Bei diesen Versuchen war eine hohe Sterblichkeitsrate zu verzeichnen.[52] Neben der Abtreibung durch ärztlichen Eingriff kam es auch zum Abort durch Schläge und zur Tötung von Neugeborenen. Himmler, ordnete Versuche für eine Massensterilisierung bzw. -kastration an, um sogenanntes fortpflanzungsunwürdiges und -unerwünschtes Leben für immer zu kontrollieren bzw. zu verhindern. Ziel war es, Menschen heimlich, und damit auch gegen ihren Willen, zu sterilisieren, um so zu bestimmen, welche Frauen Kinder gebären konnten und welche Männer sie zeugen durften.[53] Zeuginnen berichten von Experimenten zu der Clauberg-Methode im September 1943.[54] Im Winter 1944/45 begannen in Ravensbrück die Sterilisationen nach dieser Methode im größeren Stil an „Zigeunerinnen“.[55] Im Ravensbrück-Prozess sagte eine Lagerinsassin aus: „...120 bis 140 Kinder sind vom 4. bis 7.Januar 1945 behandelt worden. Ergebnis: vier Todesfälle, teils durch Bauchfellentzündung als Folge der (zu starken) Eileiterauffüllung, teils infolge des schlechten Allgemeinzustandes. Die Kinder wurden ohne weitere Nachbehandlung liegen gelassen.“[56] In einem Dokument im Museum zum KZ-Ravensbrück, befindet sich die Zeugenaussage, dass vom 4.-7.Januar 1945 über 100 Frauen, Mädchen, Jüdinnen und „Zigeunerinnen“ sterilisiert wurden.[57] Nach der Sterilisierung, die meist ohne Betäubung vorgenommen wurden, litten die Frauen und Mädchen unter starken Schmerzen.[58] Die Vor- und Nachuntersuchungen mit Hilfe von Kontrastmitteln für das Röntgen unterblieben teilweise und waren somit nicht immer Teil der Versuche.[59]

Die Ärztin Oberheuser war während ihrer Arbeitszeit in Ravensbrück nachweislich mit mindestens 60 Opfern konfrontiert.[47] Anders als ihre männlichen Kollegen hat Oberheuser die Ergebnisse ihrer Arbeit im Frauen-KZ nicht für ihre weitere Karriere nach Kriegsende benutzt.[60] Sie sah ihre Aufgabe in der Unterstützung ihrer männlichen Vorgesetzten, trug damit aber wesentlich zur Realisierung der Menschenversuche bei.

Ludwig Stumpfegger beteiligte sich unter der Führung von Gebhardt, Fischer und Oberheuser in Hohenlychen an Menschenversuchen (kriegschirurgische Experimente im Bereich der Transplantationschirurgie), hauptsächlich an polnischen Frauen aus dem KZ Ravensbrück. Hierbei nahm Stumpfegger persönlich Verpflanzungen von Knochen und Muskeln vor und verwertete diese Versuche für seine Habilitation im Herbst 1944 an der Medizinischen Fakultät der Universität Berlin. Titel seiner Habilitationsschrift war: Die freie autoplastische Knochentransplantation in der Wiederherstellungschirurgie der Gliedmaßen. Mit den Versuchen sollte es möglich werden, „Ersatzteile“ an Privatpatienten zu verkaufen, und außerdem sollten im Reich nach dem „Endsieg“ die vielen zu „Krüppeln“ gewordenen Soldaten auf diese Weise wieder geheilt werden.[61]

Informationen über die Art der Verletzungen, die den Frauen bei den Experimenten zugefügt wurden, behielten Ärzte und Pflegepersonal für sich.[62] Häftlinge des Männerlager im Frauen-KZ berichten von Knochen- und Nervenoperationen an mindestens sechs männlichen Mitinsassen, von denen vier nach kurzer Zeit starben.[63]

Ihre Peiniger und Peinigerinnen erlebten die Frauen in Ravensbrück auf die unterschiedlichste Art. Insassin Wanda Póltawska sagte später positiv über Oberheuser aus, dass diese versucht habe, Alfreda Prusówna zu retten. Aber für eine erbetene Bluttransfusion war im Revier keinerlei entsprechende Einrichtung vorhanden.[64]

Im KZ erfolgten Begnadigungen für zum Tod verurteilte Frauen im Rahmen der Menschenversuche. Im Lager glaubten die Inhaftierten nach einiger Zeit, dass die Teilnahme an den Experimente vor Exekution schützen würde. Obwohl dort keine Begründungen bei der Mitteilung solcher Begnadigungen verlauteten.[65] Als aber zehn der polnischen Frauen sich geschlossen den Versuchen verweigerten, nachdem sie die ganze Sache anzweifelten, mussten diese zur Strafe in den sogenannten Straf-Bunker, wo am 16. August 1943 fünf von ihnen direkt dort und mit Gewalt operiert wurden.[66] Die Weigerung dieser Frauen führte zu einer Solidaritätsbekundung aller Frauen im Lager.[67]

Oberheuser und Fischer gaben bei Befragungen nach Kriegsende an, den zum Tode verurteilten Frauen mit diesen Versuchsoperationen eine Chance zum Überleben gegeben zu haben. Dem widerspricht aber, dass Frauen, wenn sie von den Experimenten etwas genesen waren, sehr häufig ermordet wurden oder infolge weiterer Versuche starben.[68]

Postbestimmungen[Bearbeiten]

Häftlingsbrief KZ-Ravensbrück, August 1943
Zum Vergleich Häftlingsbrief KZ Natzweiler-Struthof, August 1943

„Jede Schutzhaftgefangene darf im Monat einen Brief oder eine Karte absenden oder empfangen.

Die Zeilen müssen mit Tinte, übersichtlich und gut lesbar geschrieben sein. Briefe dürfen vier normale Seiten mit je 15 Zeilen und Karten 10 Zeilen nicht überschreiten. Jedem Schreiben darf nur eine 12 Rpf. Briefmarke beigefügt werden, weitere verfallen der Beschlagnahme zugunsten mittelloser Häftlinge. Fotos dürfen nicht geschickt werden. Alle Postsendungen müssen mit Häftlings- und Blocknummer versehen sein. Pakete jeglichen Inhalts dürfen nicht empfangen werden. Es kann im Lager alles gekauft werden. Geldsendungen sind zulässig, müssen aber durch Postanweisung erfolgen. Nationalsozialistische Zeitungen sind zulässig, müssen aber vom Häftling selbst über die Postzensurstelle des Frauen-Konzentrationslagers bestellt werden.

Entlassungsgesuche aus der Schutzhaft an die Lagerleitung sind zwecklos.“

Auszug aus der Lagerordnung des KZs Ravensbrück

Die Postbestimmungen änderten sich häufig und wurden von der Willkür der SS geprägt. Deshalb gab es von Zeit zu Zeit unterschiedliche Karten- und Briefvordrucke, auf denen zusätzlich nach Belieben der Text geändert werden konnte.

Außenlager[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges entstanden über das Deutsche Reich verteilt 45 Außenlager, davon 31 für weibliche und neun für männliche Häftlinge, der Rest ist noch eindeutig zu erforschen. Dort wurden Häftlinge als Zwangsarbeiterinnen insbesondere für die Kriegsproduktion ausgenutzt. Die Einnahmen daraus teilte sich die SS mit deren Betreibern.[69]

Unter anderem gab es Außenlager in Bad Belzig, Eberswalde, Genthin, Grüneberg, Karlshagen, Magdeburg, Neubrandenburg, Neustadt-Glewe, Rostock-Schwarzenpfost, Uckermark, Velten und Zwodau.[70]

Das SS-Lazarett Hohenlychen unterstand dem KZ Ravensbrück.

Personen[Bearbeiten]

Todeszahlen[Bearbeiten]

Totenehrung beim Internationalen Friedenstreffen in Ravensbrück am 10. September 1949, mit damaliger Schätzung der Anzahl der Toten

Mit der schnellen Annäherung der Roten Armee im Frühjahr 1945 entschied die SS, möglichst viele Gefangene zu töten, um Zeuge der Geschehnisse zu beseitigen. Bis zur Befreiung wurden Zehntausende ermordet. Eine grobe, methodisch sehr fragwürdige britische Schätzung von 1946 gab etwa 92.000 in Ravensbrück verstorbener, ermordeter und vergaster Frauen an, was sich als überhöht erweisen sollte. Die Forschung geht auf verbesserter Quellengrundlage von mindestens 25.000 und höchstens 40.000 Opfern aus; neue Veröffentlichungen aus dem Jahr 2008 nennen 28.000.[33] In dieser Zahl sind die nicht dokumentierten Opfer der Todesmärsche nicht inbegriffen.

Häftlinge[Bearbeiten]

Olga Benario wurde 1939 in das KZ Ravensbrück verlegt und dort von der Häftlingslagerleitung zur Blockältesten im Judenblock bestimmt.[71] Benario wurde 1942 zusammen mit anderen jüdischen Häftlingen des KZ Ravensbrück im Rahmen der „Aktion 14f13“ in der NS-Tötungsanstalt Bernburg vergast.

Unter den Gefangenen im KZ waren auch vier weibliche Mitglieder des Special Operations Executive (SOE): Denise Bloch, Cecily Lefort, Lilian Rolfe und Violette Szabo, sowie Niet Elise und die 25-jährige französische Prinzessin Anne de Bauffremont-Courtenay. Auch Corrie ten Boom, Gründerin einer holländischen Untergrundorganisation zur Rettung von Juden, war hier Häftling.

Aus Lidice waren 195 Frauen untergebracht. Am 18. Januar 1945 kamen die nichtjüdischen Mitglieder des Mädchenorchesters von Auschwitz hierher. Am 22. April 1945 erfolgte die Evakuierung aller Skandinavierinnen in der Aktion Folke Bernadotte durch die weißen Busse.[72]

Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler wurde Johanna Tesch am 22. August 1944 im Rahmen der Aktion Gitter im Alter von 69 Jahren von den Nationalsozialisten verhaftet und hierher gebracht, wo sie am 13. März 1945 an den Folgen der Haft (wahrscheinlich Unterernährung) starb. In Postkarten und Briefen, die von der SS zensiert wurden, schrieb sie noch regelmäßig an ihre Familie, um diese zu beruhigen.

Am 11. April 1942 wurde Änne Meier als politischer Häftling in das Frauen-KZ verlegt. Nach der Befreiung des KZ am 28. April 1945 schlug sich Meier bis Mitte Juli in ihren Heimatort Baltersweiler durch. Ab Oktober arbeitete Meier wieder in ihrem ursprünglichen Beruf als „Fürsorgerin“ (heute Sozialarbeiterin) im Landratsamt des Kreises St. Wendel. Die Erlebnisse während ihres KZ-Aufenthaltes führten bei den meisten Insassen zu posttraumatischen Belastungsstörungen, wohl auch bei Meier. So gründete sie gemeinsam mit ehemaligen Mithäftlingen die „Lagergemeinschaft Ravensbrück“, die versuchte, die Geschehnisse zu verarbeiten und sich gegenseitig Unterstützung zu gewähren.

Personal[Bearbeiten]

Der sogenannte Lagerdirektor, Johann Schwarzhuber, 1.Ravensbrück-Prozess (1947)

Das KZ leiteten als Lagerkommandant:

Das Männerlager unterstand SS-Hauptsturmführer Johann Schwarzhuber. Die Kommandanten führten den Titel „Lagerdirektor“.

In Ravensbrück setzte man viel weibliches Personal als Wärterinnen oder Aufseherinnen ein oder bildete sie dafür aus. Zwischen 1939 und 1945 wurden mehr als 3500 Aufseherinnen im KZ ausgebildet. Frauen aus allen Bevölkerungsschichten, viele waren gerade über 20 Jahre alt. Sie wurden dienstverpflichtet oder waren Freiwillige.[73] Zu diesem Personenkreis zählten: Erika Bergmann (Koch), Dorothea Binz, Luise Brunner, Grete Boesel, Hermine Braunsteiner-Ryan, Hertha Ehlert, Irma Grese, Christine Holthöwer, Anna Klein-Plaubel, Johanna Langefeld, Elfriede Mohneke, Carmen Mory, Ruth Neudeck, Margarete Rabe, Vera Salvequart, Ida Schreiter, Eugenia von Skene, Ilse Vettermann, Erna Wallisch und Emma Zimmer.

Für die Selektionen und medizinischen Experimente gab es eine Reihe von SS-Ärzten und die Ärztin Herta Oberheuser, unter der Leitung der beiden Standortärzte, SS-Untersturmführer/Hauptsturmführer Walter Sonntag (2. Mai 1940 bis Dezember 1941 oder nach anderen Quellen Juli 1941/Februar 1942) und SS-Hauptsturmführer Gerhard Schiedlausky. Ihnen waren folgende Lagerärzte und Sanitätspersonal unterstellt: Gerda Ganzer, Martha Haake, Martin Hellinger, Liesbeth Krzok, Elisabeth Marschall, Benno Orendi, Rolf Rosenthal, Walter Sonntag, Percy Treite, Richard Trommer, Gerda Weyand und Adolf Winkelmann.

Die SS-Gehilfinnen nahmen ihre Arbeit genau. Morgens ließen sie die Häftlinge auf dem Lagergelände antreten. „Beim Zählappell“, berichtet eine ehemalige Inhaftierte, „sind die Frauen in die Arbeitskolonnen eingeteilt worden. Und wenn sie dann zwei Stunden beim Zählappell standen in der Kälte, sind sie vor Schwäche umgefallen. Dann haben die Aufseherinnen die Hunde auf sie gehetzt. Und wenn die Frauen müde waren, wurden sie mit Stöcken geschlagen.“

Eine Inhaftierte erinnert sich: „Jedes Kommando hat eine Aufseherin gehabt. Die Irma Grese hab ich im Kräuter-Kommando kennengelernt. Da haben wir Brennnesseln gepflückt, und die Hände haben geblutet. Denn wir haben keine Handschuhe bekommen. Sie hat uns so hohe Körbe gegeben und mit ihrem Stiefel in den Korb hinein getreten. Für Körbe, die nicht voll waren, gab es Ohrfeigen links und rechts. Die Irma Grese war bildhübsch. Und sie war außergewöhnlich schlecht.“

Es herrschte eine komplexe Lagerordnung, gegen die die Häftlinge zwangsläufig verstoßen mussten. So konnten verdreckte Schuhe oder Hosen als Verstoß gelten. Solche geringfügigen „Vergehen“ – manchmal auch lediglich die Laune einer Aufseherin – konnten drakonische Strafen zur Folge haben: Prügelstrafe, also 25 oder 50 Peitschenhiebe auf das nackte Gesäß, Bunkerhaft, also Einsitzen im Lagergefängnis, zusätzlich verbunden mit Nahrungsentzug oder Dunkelhaft, sowie die Versetzung in den Strafblock, eine Art Strafkompanie innerhalb des Lagersystems, gehörten dazu.

Bereits mit der Lageraufnahme begann ein System der systematischen Erniedrigung. Das SS-Personal handelte gemäß dem System, das sie vertraten, in militärischer Präzision und Disziplin gepaart mit Willkür und Gewalt. Ihr Verhalten diente der Einschüchterung: Beleidigungen, Schreie und Flüche, Tritte und Schläge gehörten dazu. Die äußere Entstellung der Häftlinge durch die Rasur der Kopf- und Schamhaare sowie die Häftlingsuniformen waren ein nächster Schritt, um die Frauen ihrer sozialen und kulturellen Identität zu berauben. Gleichzeitig wurde mit dieser Prozedur eine Entweiblichung und Entmenschlichung angestrebt.[27] Farbige Zeichen und Buchstaben auf dieser Kleidung, stets durch das Rassenkriterium dominiert, entschied darüber, wie viel ein Gefangener „wert“ war. Ganz oben im „Wert“ standen die deutschsprachigen „Politischen“ und „Kriminellen“, in der Mitte die der so genannten slawischen Rasse Zugehörigen, weiter unten, hinter den „Asozialen“, die Jüdinnen sowie Sinti- und Roma-Frauen.[4] Es gab Personalakten, auf denen bei den Rubriken „Ursache der Verhaftung“, „Einweisende Behörde“ nur zwei Fragezeichen eingetragen waren und die belegen, dass die Willkür nicht erst hier für die Gefangenen begann.[27]

Neben willkürlichen Strafen und Gewalt war das Appellstehen ein maßgebliches Folterinstrument. Mehrmals täglich mussten die Frauen dazu antreten. Sie mussten bei Wind und Wetter im Freien stehen, ohne sich zu bewegen und zu reden, wurden dabei gezählt und von dort in Arbeitskommandos eingeteilt. Stundenlanges Appellstehen mit Nahrungsentzug setzte die SS auch als Kollektivstrafe ein.

Ehemalige Häftlinge, wie Irmgard Konrad zu der Frage warum die Wach-Frauen so grausam waren: „Sehen sie, ich habe zum Beispiel beobachtet, junge Aufseher, sie sahen gut aus, sie sahen nett aus, sie hatten gute Gesichter, sie waren gut angezogen und man spürte, sie kommen bestimmt aus einer gutbürgerlichen Familie. Und doch haben sie uns Häftlinge mit einer Grausamkeit behandelt, die man absolut nicht schildern kann. Es machte ihnen einfach Freude, es machte ihnen Spaß, Menschen zu töten, Menschen zu quälen. Wie konnten Menschen so werden?“ Ein weiterer Häftling: „Wir haben erfahren, dass sie extra geschult wurden für diese Aufgabe. Sie haben gelernt, wie sie uns behandeln sollen, wie sie uns bestrafen sollen, wie sie uns quälen sollen, und wie sie uns erniedrigen sollen. Das haben sie speziell gelernt.“

Nur ein Teil des KZ-Personals musste sich vor Gericht verantworten. „Was hätten wir denn tun sollen?“ fragten viele der einstigen Aufseherinnen, dort zu ihrer Schuld befragt, zurück. Kündigungsschreiben von ehemaligen Aufsehern belegen klar, dass es möglich war etwas zu tun.[73]

Zitate[Bearbeiten]

„Was mich hier am allermeisten erschreckt, das sind die grauenerregenden Geräusche, die man hört: das Schreien der Geschlagenen, das Geräusch der schwingenden Riemen, das Kreischen und heisere Schreien und Schnauzen der bösen Menschen. Alles das macht Ravensbrück zur Hölle.“

Corrie ten Boom[74]

Gedenkstätte[Bearbeiten]

Briefmarke, 1959, KZ-Mahnmal
Mahnmal Tragende von Will Lammert, 1959
Denkmal Zwei Stehende von Will Lammert und Fritz Cremer

Auf dem Gelände des ehemaligen KZ befindet sich heute eine Gedenkstätte. 1954 wurde der Bildhauer Will Lammert mit dem Entwurf der Mahn- und Gedenkstätte zwischen Krematorium, Lagermauer und Schwedtsee beauftragt. Dafür entstanden bis zum Tod des Künstlers 1957 zahlreiche plastische Modelle von Frauenfiguren. Zur Einweihung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte am 12. September 1959[75] wurde eine Vergrößerung (betreut von Fritz Cremer) der Tragenden aufgestellt. Diese zentrale Symbolfigur, auch „Pietà von Ravensbrück“ genannt, krönt eine Stele auf der Halbinsel im Schwedtsee. Auch die Zwei Stehenden neben dem Krematorium gehen auf Lammerts Modelle zurück. Andere Plastiken, die ebenfalls für das KZ-Ravensbrück entstanden, stehen seit 1985 zum Gedenken an die Jüdischen Opfer des Faschismus auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Berlin-Mitte.

Nach dem Abzug der sowjetischen Armee aus Deutschland, die bis 1993 bestimmte Teile des ehemaligen Lagergeländes als Garnison der rückwärtigen Dienste nutzte, konnten weitere Bereiche des KZ in die Gedenkstätte einbezogen werden. So befinden sich heute in den ehemaligen Aufseherinnenunterkünften eine Jugendherberge und Jugendbegegnungsstätte.

Im Zuge der Umgestaltung Anfang der 1990er Jahre wurde 1991 eine neue Dauerausstellungen im Zellenbau für die nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 des Hochverrats Beschuldigten Inhaftierten in der Stätte eingerichtet. Ab 1992 folgten neue Dauerausstellungen für die jüdischen Häftlinge sowie für die Sinti und Roma. 2006 wurde eine neue Ausstellung zur Geschichte des Zellenbaus eröffnet. In einem der ehemaligen denkmalgerecht sanierten Aufseherinnenwohnhäuse wird seit 2004 eine weitere zum weiblichen SS-Gefolge (Aufseherinnen) gezeigt.

Seit 1996 besteht eine Kooperation zwischen der Kolping-Jugend im Diozösenverband Berlin und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.[76]

Am 16. und 17. April 2005 fand in der Stätte eine Gedenkfeier zum 60. Jahrestag der Befreiung statt. Eingeladen waren unter anderem rund 600 KZ-Überlebende aus aller Welt, vor allem aus Osteuropa. Unter anderem sprachen Renate Schmidt (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und Matthias Platzeck als Ministerpräsident des Landes Brandenburg. In diesem Rahmen wurde auf dem Freigelände der Gedenkstätte eine Dauerausstellung über die Zugtransporte nach Ravensbrück eröffnet. Zentrales Ausstellungsstück der Freilichtausstellung ist ein aufgearbeiteter Güterwagen. Tafeln informieren über die zeitliche Entwicklung und Herkunft der Transporte nach Ravensbrück, erklären die verschiedenen Zugtypen, Ankunftsorte der Züge und die Rolle der Anwohner. Es ist vermutlich die bis dato einzige Ausstellung in einer deutschen Gedenkstätte, die sich allein dem Thema der Transporte in das KZ widmet. Konzipiert und realisiert hat die Museumskonzeption Karolin Steinke aus Berlin; die Ausstellungs-Architektur und Gestaltung lagen in den Händen des Berliner Grafikdesigners Jakob Brummack.

2009 wurde das Besucherleitsystem bestehend aus 41 Stelen mit dem red dot communication design award in der Kategorie Information design/Public space ausgezeichnet.[77]

Dokumentarfilme[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alyn Beßmann, Insa Eschebach (Hrsg.): Das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Geschichte und Erinnerung. Ausstellungskatalog. Metropol, Berlin 2013, ISBN 978-3-86331-122-3.
  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. 4: Flossenbürg, Mauthausen, Ravensbrück. C. H. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-52964-1.
  • Franziska Bruder, Heike Kleffner (Hrsg.): … die Erinnerung darf nicht sterben. Barbara Reimann – Eine Biografie aus acht Jahrzehnten Deutschland. Unrast Verlag, Münster, ISBN 3-89771-802-2 (Interview mit Ebba Rohweder, 1. März 2004: [1]).
  • Neus Català: „In Ravensbrück ging meine Jugend zu Ende“. Vierzehn spanische Frauen berichten über ihre Deportation in deutsche Konzentrationslager. edition tranvía, Berlin 1994, ISBN 978-3-925867-11-8.
  • Simone Erpel (Hrsg.): Im Gefolge der SS: Aufseherinnen des Frauen-KZ Ravensbrück. Begleitband zur Ausstellung. Berlin 2007, ISBN 978-3-938690-19-2.
  • Carmella Flöck: Erinnerungen – Konzentrationslager Ravensbrück. (Titel fingiert). Innsbruck 1965–1970. (Online bei ALO).
  • Carmella Flöck: … und träumte, ich wäre frei. Eine Tirolerin im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Herausgegeben von Friedrich Stepanek; Tyrolia-Verlag, Innsbruck/Wien, 2012, ISBN 9783702232177 (Erinnerungs-Manuskript der 1898 geborenen Flöck mit umfangreichem Personenglossar und wissenschaftlich-biografischem Nachwort).
  • Gedenkbuch für die Opfer des Konzentrationslagers Ravensbrück 1939–1945. Herausgegeben von der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Wissenschaftliche Leitung: Bärbel Schindler-Saefkow unter Mitarbeit von Monika Schnell.
  • Florence Hervé: „Wir fühlten uns frei“: Deutsche und französische Frauen im Widerstand. Klartext, Essen 1997. ISBN 3-88474-536-0. Rezension von Birgit Stubbe, GRIN Verlag 2009, ISBN 3-640-48632-3
  • Hans Hesse, Jürgen Harder (Hrsg.): … und wenn ich lebenslang in einem KZ bleiben müßte … – Die Zeuginnen Jehovas in den Frauenkonzentrationslagern Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück. Essen 2001, ISBN 3-88474-935-8
  • Sigrid Jacobeit u. a. (Hrsg.): Forschungsschwerpunkt Ravensbrück: Beiträge zur Geschichte des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück. Berlin 1997. ISBN 3-89468-248-5
  • Sigrid Jacobeit, Lieselotte Thoms-Heinrich: Kreuzweg Ravensbrück – Lebensbilder antifaschistischer Widerstandskämpferinnen. Verlag für die Frau, 2. Aufl. Leipzig 1989. ISBN 3-7304-0244-7
  • Freya Klier: Die Kaninchen von Ravensbrück. Medizinische Versuche an Frauen in der NS-Zeit. München, Droemer Knauer 1994. ISBN 3-426-77162-4
  • Anke Krüger: Bibliographie zur Geschichte des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück. ISBN 3-8334-0623-2.
  • Marlies Lammert: Will Lammert – Ravensbrück, Akademie der Künste, Berlin 1968 (ohne ISBN).
  • Katja Limbächer, Maike Merten, Bettina Pfefferle (Hrsg.): Das Mädchenkonzentrationslager Uckermark. Beiträge zur Geschichte und Gegenwart. 2. Auflage. Unrast Verlag. Münster 2005, ISBN 3-89771-204-0.
  • Anja Lundholm: Das Höllentor. Bericht einer Überlebenden. Mit einem Nachwort von Eva Demski. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991, ISBN 3-499-12873-X.
  • Anne Mohr, Elisabeth Prégardier (Hrsg.): Gesang aus dem Feuerofen. Frauen-KZ Ravensbrück 1939–1945. Annweiler 2002.
  • Jack G. Morrison: Ravensbrück. Das Leben in einem Konzentrationslager für Frauen 1939–1945. Pendo, 2002, ISBN 3-85842-486-2.
  • Charlotte Müller: Die Klempnerkolonne in Ravensbrück. Erinnerungen des Häftlings Nr. 10787. Dietz Verlag: Berlin 1981, ISBN 3-320-00808-0 (Lizenzausgabe für die BRD: Röderberg-Verlag: Frankfurt/Main 1981 ISBN 3-87682-735-3)
  • Delia Müller, Madlen Lepschies: Tage der Angst und der Hoffnung: Erinnerungen an die Todesmärsche aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück Ende April 1945. Mit einer Bestandsaufnahme der Gedenkstellen entlang der Streckenverläufe. Berlin, um 1990. Dr. Hildegard Hansche Stiftung Berlin, ISBN 3-910159-49-4.
  • Ramona Saavedra Santis: Frauen der Roten Armee im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. In: Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, Bd. 13, 2012, ISBN 978-3-8378-4033-9, S. 129–138.
  • Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002 (PDF; 741 kb).
  • Helga Schwarz, Gerda Szepansky (Hrsg.):: … und dennoch blühten Blumen – Dokumente, Berichte, Gedichte und Zeichnungen vom Lageralltag 1939–1945, Hrsg. v. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Berlin 2000. zur Onlineressource (PDF; 1,7 MB)
  • Gisela Schwarze: Es war wie Hexenjagd … Die vergessene Verfolgung ganz normaler Frauen im Zweiten Weltkrieg. Ardey-Verlag, Münster 2009, ISBN 978-3-87023-327-3.
  • Wolfgang Stegemann: Im Wechsel der Machtsysteme des 20. Jahrhunderts. Bd. 2: Fürstenberg, Havel – Ravensbrück – Berlin. Hentrich und Hentrich, Berlin, 2004, ISBN 3-933471-42-7
  • Karolin Steinke: Züge nach Ravensbrück. Transporte mit der Reichsbahn 1939–1945 (= Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Band 26). Metropol Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-940938-27-5.
  • Bernhard Strebel: „Himmelweite Unterschiede“. Über die Existenzbedingungen im KZ Ravensbrück 1939–1945. In: Hermann Kaienburg (Hrsg.): Nationalsozialistische Konzentrationslager 1933–1945: Die Veränderung der Existenzbedingungen. Metropol, Berlin 2010, ISBN 978-3-940938-37-4, S. 105–124.
  • Bernhard Strebel: Die „Rosa-Winkel-Häftlinge“ im Männerlager des KZ-Ravensbrück. In: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.): Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus (= Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland. Bd. 5). Ed. Temmen, Bremen 1999, ISBN 3-86108-738-3, S. 34–41.
  • Bernhard Strebel: Die Gaskammer im Konzentrationslager Ravensbrück Anfang 1945. In: Günter Morsch/Bertrand Perz (Hrsg.): Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas: historische Bedeutung, technische Entwicklung, revisionistische Leugnung. Metropol, Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 275–287.
  • Bernhard Strebel: Feindbild „Flintenweib“: weibliche Kriegsgefangene der Roten Armee im KZ Ravensbrück. In: Johannes Ibel (Hrsg. im Auftr. der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg): Einvernehmliche Zusammenarbeit? Wehrmacht, Gestapo, SS und sowjetische Kriegsgefangene. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-65-9, S. 159–180.
  • Bernhard Strebel: Das KZ Ravensbrück – Geschichte eines Lagerkomplexes. Schöningh Paderborn 2003. ISBN 3-506-70123-1. Johannes Schwartz: Rezension zu Strebel, Bernhard: Das KZ Ravensbrück. Geschichte eines Lagerkomplexes. Paderborn 2003, in: H-Soz-u-Kult, 24. Januar 2005
  • Bernhard Strebel: Ravensbrück – das zentrale Frauenkonzentrationslager. In: Ulrich Herbert, Karin Orth, Christoph Dieckmann (Hrsg.): Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Entwicklung und Struktur. Bd. I, Göttingen 1998, ISBN 3-89244-289-4, S. 215–258.
  • Germaine Tillion: Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Fischer, Frankfurt 2001, ISBN 3-596-14728-X.
  • Isa Vermehren: Reise durch den letzten Akt. Ravensbrück, Buchenwald, Dachau: eine Frau berichtet.. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 2005, ISBN 3-499-24007-6.
  • Loretta Walz: „Und dann kommst du dahin an einem schönen Sommertag.“ Die Frauen von Ravensbrück. Kunstmann, München 2005. ISBN 3-88897-388-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: KZ Ravensbrück – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IfZ München MA 443/9815 (Schreiben der Gestapo vom 27. Mai 1939).
  2. Frauen-KZ Ravensbrück. 1986, S. 22; Haardt 1983, S. 101 f.
  3. Jacobeit/Thoms-Heinrich 1989, S. 10; Arndt 1987, S. 102; Drobisch/Wieland 1993, S. 71.
  4. a b c d Constanze Jaiser: Frauenlager Ravensbrück – Selbstbehauptung zwischen Leben und Tod. In: Ravensbrück – Überlebende erzählen, Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung, 7. März 2006. Abgerufen am 5. Februar 2014.
  5. Buber-Neumann 1985, S. 226, Pingel 1978, S. 168 (Anm. 141); Garbe 1995, S. 68.
  6. Grode 1987, S. 118; Vgl. Philipp 1999, S. 74 f.
  7. Antoni 1979, S. 118.
  8. Philipp 1999, S. 81.
  9. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 57.
  10. Zámečník: Das war Dachau. Luxemburg 2002, S. 285 ff. Zu den Versuchen in Ravensbrück: Aussage Gebhardts in NOR 1, Prot. S. 3965–4261 G. Aussage Dr. Fischers in NOR 1, Prot. S. 985–986, S. 4303–4433 G. Aussage der polnischen Häftlingsärztin Zofia Maczka S. 1450–1459 G. Aussagen von weiblichen Häftlingen aus Ravensbrück: Nürnberger Dok. NO-861, NO-864, NO-871, NO-875-875, NO-877.
  11. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 67.
  12. ZStLud., Frauenkonzentrationslager 1972, S. 131.
  13. Zumpe 1969, (Teil I), S. 21 f.
  14. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 66.
  15. Vespignani 1976, S. 112 f.; KZ Dachau o. J., S. 120; Lundholm 1988, S. 217; Vgl. Buchenwald 1988, S. 50 f.
  16. Philipp 1999, S. 101.
  17. Zámečník, S. 288.
  18. Über menschliches Maß. 1979, S. 8; vgl. Philipp 1999, S. 187; Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 197.
  19. ZStLud., Frauenkonzentrationslager 1972, S. 20; Frauen-KZ Ravensbrück 1945, S. 26 f.; Strebel 1998, S. 228.
  20. ZStLud., Frauenkonzentrationslager 1972, S. 20.
  21. PRO WO 235/526, Deposition der Zeugin Anni Rudroff vom 11. März 1948; ZStLud., Frauenkonzentrationslager 1972, S.105 (Anm.207);Strebel 1998, S. 236.
  22. Müller 1987, S. 177 ff.
  23. Frauen-KZ Ravensbrück 1945, S. 23 f.; Frauen-KZ Ravensbrück 1986, S. 148 f.
  24. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002; Schaeder 1960, S. 29.
  25. Czech 1989, S. 984 (Anm.*); Philipp 1999, S. 191 u. S. 211 (Anm. 4).
  26. Über menschliches Maß 1979, S. 8; Czech 1989, S. 984 u. 992; Philipp 1999, S. 191.
  27. a b c Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002.
  28. PRO WO 235/309, Deposition von Schwarzhuber vom 15. August 1946.
  29. Stefan Hördler: Die Schlussphase des Konzentrationslagers Ravensbrück. Personalpolitik und Vernichtung. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 56. Jg., Nr. 3, 2008, hier S. 244 f.
  30. Claudia Taake: Angeklagt: SS-Frauen vor Gericht. BIS Verlag, Oldenburg 1999, ISBN 3-8142-0640-1, S. 94 (PDF; 476 KB).
  31. Ebbinghaus, Angelika (Hrsg.): Opfer und Täterinnen- Frauenbiographien des NS, Nördlingen 1987.
  32. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 26.
  33. a b Stefan Hördler: Die Schlussphase des Konzentrationslagers Ravensbrück. Personalpolitik und Vernichtung. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 56. Jg., Nr. 3, 2008, hier S. 247.
  34. Plewe/Köhler 1997, S. 17–32.
  35. Bärbel Schmidt: Geschichte und Symbolik der gestreiften KZ-Häftlingskleidung. Oldenburg 2000, S. 102 ff. (PDF; 1,8 MB)
  36. Jan Erik Schulte: Zwangsarbeit und Vernichtung: Das Wirtschaftsimperium der SS. Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933–1945. Paderborn 2001, S. 131 ff.
  37. Frauen-KZ Ravensbrück 1945, S. 21 f.; Franz 1946, S. 21; Lundholm 1988, S. 124 f. u. 142.
  38. Diese verfluchten Stunden am Abend. Die Häftlingsbordelle im KZ. Dokumentation von Andrea Oster, Österreich 2012, Erstausstrahlung am 29. Oktober 2012 auf 3sat.
  39. Kató Gyulai: Zwei Schwestern. Geschichte einer Deportation. Hrsg.: Linde Apel, Constanze Jaiser. Berlin 2001, S. 35.
  40. ZStLud., Frauenkonzentrationslager 1972, S. 97.
  41. PRO WO 235/309, Deposition von Treite vom 14. August 1946.
  42. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 199.
  43. Sven Felix Kellerhoff: Frauen schlossen sich im KZ zu Familien zusammen. In: Die Welt, 23. April 2013. Abgerufen am 5. Februar 2014.
  44. Gerold Büchner: Leid und Lebensmut. In: Berliner Zeitung, 22. April 2013. Abgerufen am 6. Februar 2014.
  45. a b Angelika Ebbinghaus (Hrsg.): Die Ärztin Herta Oberheuser. In: Opfer und Täterinnen. Frauenbiographien des NS. Nördlingen 1987, S. 253.
  46. Claudia Taake: Angeklagt: SS-Frauen vor Gericht. BIS Verlag, Oldenburg 1999, ISBN 3-8142-0640-1, S. 95 (PDF; 476 KB).
  47. a b Iris-Maria Hix: Von der Fortpflanzung zur Vernichtungsauslese. In: Annette Kuhn: Frauenleben im NS-Alltag. Bonn 1999, S. 276.
  48. zitiert bei: Alexander Mitscherlich, Fred Mielke: Medizin ohne Menschlichkeit: Dokumente des Nürnberger Ärzteprozesses. Frankfurt am Main 2004, S. 205.
  49. Nürnberger Dokumente No. 862, in Teilen zitiert bei: Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. Frankfurt am Main 1997, S. 156.
  50. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 117.
  51. Über menschliches Maß 1979, S. 34.
  52. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 28.
  53. Rothmaler 1993, S. 143.
  54. BA Dahlwitz-Hoppegarten ZM 1640 A2, S. 283 f.
  55. BA Dahlwitz-Hoppegarten ZM 1640 A2, S. 276–278 (Aussage Mlada Tauferova).
  56. Aus dem Ravensbrück-Prozess. In: Vespignani 1976, S. 118, zitiert nach: SS im Einsatz, 1957, S. 364; Vgl. Lorska 1987, S. 209 f.
  57. Bruha 1984, S. 119.
  58. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 115.
  59. Sehn 1959, S. 26.
  60. Ebbinghaus, Angelika (Hrsg.): Opfer und Täterinnen- Frauenbiographien des NS, Nördlingen 1987.
  61. Ebbinghaus 1987, S. 252.
  62. PRO WO 235/531, Aussage von Dr. Zofia Maczka vom 16. April 1946; die Aussage von Dr. Z. Maczka auch in: Mitscherlich/Mielke 1989, S. 154; Versuchsoperationen 1960, S. 19.
  63. Strebel 1998, S. 161
  64. Póltawska 1993, S. 101.
  65. Póltawska 1993, S. 104.
  66. Versuchsoperationen, 1960, S. 53; Über menschliches Maß 1970, S. 23.
  67. Bruha 1984, S. 110.
  68. Hix, Iris- Maria: Von der Fortpflanzung zur Vernichtungsauslese, in: Kuhn, Annette: Frauenleben im NS- Alltag, Bonn 1999, S. 277.
  69. Silke Schäfer: Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück. Berlin 2002, S. 66.
  70. Ortsübersicht: Konzentrationslager sowie Außenlager. Konzentrationslager Ravensbrück. In: Datenbank Deutschland – ein Denkmal.
  71. Erika Runge: Sich der Wehrlosigkeit widersetzen (Gespräch mit Doris Maase). In: Kürbiskern, Heft 4, 1975, S. 147
  72. Christiane Baltes: Schweden und die Befreiung skandinavischer KZ-Insassen aus Deutschland. „Bernadotte-Aktion“ und United Nations Relief and Rehability Administration (UNRRA) (PDF; 17 kB). Humboldt-Universität zu Berlin, Nordeuropa-Institut, 8. Dezember 2005.
  73. a b Eva Storrer: „Ich bin unschuldig“ – Aufseherinnen im KZ Ravensbrück. NDR 1 Radio MV (ungekürzte Fassung als PDF; 149 KB). Abgerufen am 5. Februar 2014.
  74. Dennoch, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, 23. Aufl., S. 83
  75. Der OdF-Tag im Osten: Gedenk- und Kampftag
  76. Kolpingjugend-Berlin Ravensbrückrubrik
  77. Pressemeldung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten vom 17. August 2009, abgerufen am 18. August 2009.
  78. Grimme-Preisträger 2006