Allan Wilson (Biologe)

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Allan Charles Wilson (* 18. Oktober 1934 in Ngaruawahia, Neuseeland; † 21. Juli 1991 in Seattle) war ein neuseeländischer Biochemiker. Er war Professor an der University of California, Berkeley. Er war ein Pionier in der Anwendung molekularbiologischer Methoden in der Evolutionsforschung insbesondere beim Menschen.

Leben[Bearbeiten]

Wilson wuchs auf der Milchfarm seiner Eltern in Pukekohe 20 Meilen südlich Auckland auf. Er ging in Auckland zur Schule und studierte an der University of Otago Biochemie und Zoologie mit dem Bachelor-Abschluss 1955 und an der Washington State University mit dem Master-Abschluss in Zoologie 1957. Er wurde 1961 an der Universität Berkeley in Biochemie bei Arthur Pardee promoviert (Biosynthese von Flavin in Bakterien). Als Post-Doktorand war er bei Nathan O. Kaplan an der Brandeis University. Ab 1964 war er in Berkeley mit einer vollen Professur für Biochemie ab 1972. Er starb an Leukämie.

Er war unter anderem Gastwissenschaftler in Harvard, St. Louis, Kansas, am Massachusetts Institute of Technology, in Israel und Kenia.

Werk[Bearbeiten]

Wilson erregte Aufmerksamkeit und war zu Lebzeiten noch stark umstritten für seine Arbeiten zur molekularen Evolution beim Menschen. Seine erste Arbeit über "molekulare Uhren" (Anzahl von Mutationen) als Zeitmaßstab für menschliche Evolution veröffentlichte er ab 1967 mit Vincent Sarich.[1][2] Er kam aus dem Vergleich des Erbguts von Mensch und Schimpanse - die wie er fand zu 99 % identisch waren[3] - zu dem Schluß, dass die früheste Abspaltung 5 Millionen Jahre zurücklag, wesentlich kürzer als damals übliche Schätzungen von Anthropologen. Sein Labor dehnte dies Untersuchungen der Evolution vieler weiterer Lebewesen aus (später auf Ancient DNA Forschung) und war stets an der Vorderfront der Forschung bei Einführung neuer Techniken (Rekombinante DNA Techniken, Polymerasekettenreaktion u.a.). Gleichzeitig verbreiteten sich die dort entwickelten Methoden über seine Schüler weltweit.

Anfang der 1980er Jahre folgte eine zweite aufsehenerregende Veröffentlichung über den Ursprung des Menschen (Homo sapiens) vor 200.000 Jahren in Afrika (African Eve). Das ergab sich nach Wilson aus der Untersuchung der Mitochondrialer DNA verschiedener Menschenrassen. Auch dies anfangs bei den Anthropologen auf Ablehnung, da sie der Idee einer gleichzeitigen Entwicklung in mehreren Erdteilen und aus verschiedenen Homonidenlinien (in Europa aus dem Neandertaler, in Asien aus Homo erectus) widersprach. Die These des Ursprungs in Afrika und der Nicht-Verwandtschaft von Homo sapiens mit Neandertaler und Homo erectus setzte sich aber später durch.

Ehrungen, Herausgeberschaft, Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Er war Guggenheim Fellow (1972) und MacArthur Fellow (1986). Er war Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und Fellow der Royal Society. Das 2002 gegründete Allan Wilson Centre for Molecular Ecology and Evolution in Neuseeland ist ihm zu Ehren benannt.

Wilson war Mitherausgeber des Journal of Molecular Evolution.

Schriften[Bearbeiten]

  • The molecular basis of evolution, Scientific American, Oktober 1985
  • mit R. L. Cann: The recent african genesis of humans, Scientific American, April 1992
  • mit R.L.Cann, M.Stoneking Mitochondrial DNA and human evolution, Nature 325, 1987, S. 31-36.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilson, Sarich Immunological time scale for hominid evolution, Science, 158, 1967, S. 1200-1203
  2. Wilson, Sarich A molecular Time-Scale For Human Evolution, Proc. Nat. Acad. USA, 63, 1969, 1088-1093
  3. Das war Gegenstand der Dissertation von Mary-Claire King 1973