Amar G. Bose
Amar Gopal Bose (Bengalisch: অমর গোপাল বসু, * 2. November 1929 in Philadelphia) ist ein amerikanischer Elektroingenieur und Gründer der Bose Corporation.
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Leben [Bearbeiten]
Boses Vater, Nani Gopal Bose, war ein bengalischer Revolutionär, der aus Kalkutta vor der britischen Kolonial-Polizei geflüchtet war. Er arbeitete als Importeur von Kokosnuss- und Sisalmatten und war in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung aktiv. Als das Importgeschäft von Nani Gopal Bose wegen des Zweiten Weltkriegs zusammenbrach, trug der 13-jährige Amar mit der Reparatur von Radiogeräten zum Familieneinkommen bei. Im Alter von 17 Jahren wurde Amar Bose am MIT angenommen und wurde schließlich 1956 bei Yuk-Wing Lee in Elektrotechnik promoviert (Dissertationsthema: A Theory of nonlinear systems).[1] Bose wurde Assistenzprofessor am MIT.
Als der Liebhaber klassischer Musik sich eine erstklassige Stereoanlage kaufte, war er trotz der guten technischen Werte vom Höreindruck enttäuscht. Von 1956 bis 1968 betrieb Bose Grundlagenforschung zur Psychoakustik, unter anderem ging er mit einem der ersten Kunstköpfe in den Konzertsaal des Boston Symphony Orchestra. Dabei ermittelte er, dass nur etwa zehn Prozent des Schalls das Ohr auf direktem Weg erreichen, der Rest wird dagegen zuvor an Oberflächen reflektiert. Aus dieser Einsicht entwickelte er einen Lautsprecher, der in alle Raumrichtungen abstrahlte.
Amar Bose dachte lange nicht daran, ein Unternehmen zu gründen, bis ihn sein Doktorvater am MIT, Yuk-Wing Lee, dazu drängte. 1964 gründete er die Bose Corporation. 1968 baute er den Lautsprecher „901 Directing/Reflecting“, der vorwiegend nach hinten abstrahlte. Der Lautsprecher enthielt einen Equalizer und ermöglichte – im Gegensatz zu herkömmlichen Stereolautsprechern – ein gutes Hören an fast jedem Punkt des Raums. Er wird noch heute gefertigt. 1987 gliederte er die Basslautsprecher, die im Chassis viel Raum verschlingen, aus. Sie können beliebig im Raum aufgestellt werden, sodass nur noch kleine Lautsprecher für hohe und mittlere Töne vor den Zuhörern platziert werden müssen. Daraus entstand schließlich 1995 ein Home Entertainment System, das in vielen Heimkinos Verwendung findet. Bose fertigt auch Kopfhörer, die von außen kommende Störgeräusche aktiv neutralisieren, indem sie dasselbe Geräusch in Gegenphase abstrahlen. Bose simuliert auch die Akustik noch nicht gebauter Räume.
Heute ist die Bose Corporation eines der wenigen verbliebenen inhabergeführten Unternehmen der Unterhaltungselektronik und beschäftigt mehr als 9000 Mitarbeiter. Zu den Prinzipien von Bose gehört, einen großen Teil des Gewinns wieder in die Forschung zu investieren. Er schenkte unter anderem 2011 die Aktienmehrheit an seinem Unternehmen seiner Alma mater, sodass die Dividenden der Forschung zugutekommen.[2] Neben Audioanlagen gehören inzwischen auch Produkte für die Medizintechnik, Luftfahrt und Automobilindustrie zum Angebot. Anwendungsreif, wenn auch preislich noch nicht konkurrenzfähig, ist ein Stoßdämpfersystem.
Laut Forbes ist Bose einer der 1.000 reichsten Menschen.[3]
Ehrungen [Bearbeiten]
2011 wurde Bose Ehrenmitglied der Acoustical Society of America.
Literatur [Bearbeiten]
- Michael Köhler: Er lehrt uns Hören mit System. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 265, 13. November 2010, S. Z3.
Schriften [Bearbeiten]
- A. G. Bose, K. N. Stevens Introductory network theory, Harper and Row 1965
Weblinks [Bearbeiten]
- Kurzbiographie von Amar Gopal Bose (englisch)
- Bose am MIT (englisch)
- Boses elektromagnetische Autofederung
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Mathematics Genealogy Project
- ↑ Bose-Gründer schenkt MIT Aktienmehrheit
- ↑ The World’s Richest People #645 Amar Bose, forbes.com, abgerufen am 1. Juni 2012.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bose, Amar G. |
| ALTERNATIVNAMEN | Bose, Amar Gopal |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanischer Elektroingenieur und Gründer der Bose Corporation |
| GEBURTSDATUM | 2. November 1929 |
| GEBURTSORT | Philadelphia |