Amiot 120

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Amiot 120
Amiot 123 "Marszałek Piłsudski" für Transatlantikflüge 1928/29
Typ: Bombenflugzeug
Entwurfsland: Frankreich
Hersteller: Amiot
Erstflug: 1925
Stückzahl: >90

Die Amiot 120 war eine Baureihe französischer Bomber, die bei SECM-Amiot ab Mitte der 1920er Jahre gebaut wurden. Am bekanntesten ist der Amiot 122 BP3-Bomber und das Langstreckenflugzeug Amiot 123.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Amiot 120 war als einmotoriger Doppeldecker-Bomber entworfen wurden. Die erste Prototyp war die Amiot 120 BN2, ein zweisitziger Bomber mit Renault 12Ma 580 PS-Motor (registriert als F-AHCR). Es wurde nicht von der französischen Luftwaffe gekauft. Erfolgreicher war die Amiot 122 von 1927 mit Lorraine 18Kd 650 PS-Motor. Sie ging schließlich als dreisitzige Version Amiot 122 BP3 in Produktion. 80 Maschinen gingen an die französische Luftwaffe und fünf Maschinen nach Brasilien.

Eine andere Variante war die Amiot 123 BP3, aber die französische Luftwaffe zeigte kein Interesse. Polnische Offizielle zeigten Interesse an diesem Langstreckenflugzeug für einen Transatlantikflug. Es wurden extra 2 Varianten für Fernflüge 1928/29 erstellt. Beide hatten einen Lorraine 18 Kdrs-Motor, die Erste mit 710 PS und die Zweite mit 785 PS.

Die letzten Varianten waren die Amiot 124 BP3 und Amiot 125 BP3-Bomber von 1931 mit Hispano-Suiza 18Sbr 1000 PS und Renault 18Jbr 700 PS-Motor.

Einige Quellen behaupten, es gab noch Prototypen der Amiot 121 mit Lorraine 18 Kd 650 PS-Motor und Amiot 126 mit Lorraine 18 Gad 700 PS-Motor.

Verwendung[Bearbeiten]

Die Amiot 122 wurde zuerst als Langstrecken-Sportflugzeug verwendet. Am 13. September 1927 gab es einen Langstreckenflug um das Mittelmeer mit den Stationen Paris, Wien, Beirut, Kairo, Tunis, Casablanca und wieder Paris. Die Distanz betrug 10.800 km. Am 3. April 1928 flog Leutnant Girardot über die Sahara mit den Stationen Paris, Timbuktu, Dakar und wieder nach Paris über 10.100 km.

80 Amiot 122 BP3 wurden ab 1930 bei der französischen Luftwaffe in Metz eingesetzt. Sie hatte den Spitznamen La Grosse Julie.

In Brasilien waren fünf Amiot 122 (nach brasilianische Quellen: 4) bis 1936 in Einsatz. Eine Maschine wurde bei einem Putschversuch im Juli 1932 verwendet.

Polnische Transatlantikflugversuche[Bearbeiten]

Die erste Amiot 123 wurde von der polnischen Luftwaffe gekauft, um einen Transatlantikflug durchzuführen. Das Flugzeug bekam den Namen Marszałek Piłsudski (Marshall Józef Piłsudski). Die Besatzung waren der Pilot Ludwik Idzikowski und der Navigator Kazimierz Kubala. Der erste Versuch startete am 3. August 1928 von Paris Le Bourget um 4:45 morgens. Aber der Flug musste nach 3.200 km abgebrochen werden, weil der Öltank ein Leck hatte. Sie mussten nach über der Hälfte der Strecke umdrehen und gegen den Wind fliegen. Schließlich gab der Motor nach 31 Stunden Flug 70 km vor der spanischen Küste auf und sie mussten notwassern. Das deutsche Handelsschiff Samos rettete die beiden Piloten und zog das Flugzeug an Bord.

Idzikowski und Kubala wiederholte den Versuch 1929. die zweite Amiot 123 wurde gekauft. Sie hob am 13. Juli 1929 um 3:45 morgens von Le Bourget ab. Nach 2.140 km Flug kam es zu Motorstörungen und Motorgeräuschen. Idzikowski entschied sich auf den Azoren auf der Insel Faial zu landen. Aber dann entschied er sich für die felsige Insel Graciosa. Bei der Landung krachte das Flugzeug gegen einen Felsen und Idzikowski wurde getötet. Kubala wurde nur leicht verletzt. Das Flugzeug verbrannte bei der Rettungsaktion.

Beschreibung[Bearbeiten]

Technische Daten[Bearbeiten]

Amiot 122 BP3:
Kenngröße Daten
Länge    13,72 m
Flügelspannweite    21,50 m
Tragflügelfläche    95 m²
Höhe    5,15 m
Antrieb    1x Lorraine-Dietrich 18Kd, 650 PS
Höchstgeschwindigkeit    212 km/h
Reichweite    1.000 km
Besatzung    drei Mann
Dienstgipfelhöhe    6.200 m
Leergewicht    2.800 kg
Fluggewicht    4.200 kg
Bewaffnung    2x 7,7 mm MG starr, 2x 7,7 MG, 590 kg Bomben