Azoren

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Azoren
NASA-Satellitenbild der Azoren
NASA-Satellitenbild der Azoren
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 38° 30′ N, 28° 0′ W38.5-28Koordinaten: 38° 30′ N, 28° 0′ W
Karte von Azoren
Anzahl der Inseln 9 (+ zahlreiche Felsen)
Hauptinsel São Miguel
Gesamtfläche 2333 km²
Einwohner 247.000 (2012)
Karte der Azoren
Karte der Azoren

Die Azoren (port. Ilhas dos Açores [ɐ'soɾɨʃ], zu deutsch: Habichtsinseln) sind eine Gruppe von neun größeren und mehreren kleineren portugiesischen Atlantikinseln (Hauptinsel São Miguel), die 1369 km westlich vom europäischen Festland (Cabo da Roca) und 4382 km ostwärts von Nordamerika (US-Bundesstaat Virginia) liegen. Die kürzeste Entfernung (Insel Flores) zum nordamerikanischen Festland (Neufundland in Kanada) beträgt 2342 km.

Verwaltungstechnisch bilden die Azoren zusammengefasst eine autonome Region Portugals, die Região Autónoma dos Açores. Trotz ihrer vergleichsweise großen Entfernung vom europäischen Festland gehören die Azoren als Teil Portugals zur Europäischen Union.

Geographie und Geologie[Bearbeiten]

Die Azoren liegen auf 36° 43' bis 39° 56' N und 24° 46' bis 31° 16' W und umfassen eine Grundfläche von 2330 Quadratkilometern. Sie sind Teil des Mittelatlantischen Rückens und liegen auf der Plattengrenze zwischen der Europäischen Platte und der Afrikanischen Platte. Die westlichsten Inseln Flores und Corvo gehören geologisch bereits zur Nordamerikanischen Kontinentalplatte.

Die neun großen Inseln, von denen acht vulkanischen Ursprungs sind und eine (Santa Maria) sedimentär ist, teilt man in drei Gruppen auf:

Der gleichnamige Vulkan auf der Insel Pico ist mit 2351 m die höchste Erhebung Portugals.

Klima[Bearbeiten]

Die Azoren sind durch ein ozeanisch-subtropisches Klima geprägt. Die Lage inmitten des Atlantischen Ozeans sorgt dafür, dass Jahreszeiten und Temperaturextreme sehr ausgeglichen sind, d. h. für die Breitenlage sehr milde Winter und nicht so heiße Sommer. Zudem sind die Luftmassen aufgrund des langen Weges über dem offenen Ozean relativ feucht. Zugleich befinden sich die Inseln während des größten Teiles des Jahres unter dem Einfluss der subtropischen Hochdruckzone (Rossbreiten). Das Azorenhoch, dem Volksmund oft bekannter als die Inseln selbst, ist dabei keinesfalls durch beständigen Sonnenschein geprägt. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit entstehen häufig, aber nicht immer, tiefe, mal geschlossene, mal aufgelockerte Wolkenschichten (Passatwolke). Anders als z. B. im Falle der Kanaren oder Madeira ist die Windrichtung auf den Azoren aber nicht vorherrschend aus Nordost (NO-Passat), sondern wechselnd; manchmal gibt es aufgrund einer Lage mitten in der Hochachse auch sehr schwache Winde. Generell bringen diese tiefen Wolken keinen oder nur sehr schwachen Niederschlag, so dass das Wetter zusammen mit den angenehm milden Temperaturen oft gar nicht so „schlecht“ ist, wie es der erste Eindruck erwarten lässt.

Die Inseln liegen mit 36 bis 40 Grad geographischer Breite wesentlich nördlicher als Madeira und die Kanaren und können daher ganzjährig von Tiefausläufern erreicht werden. Im Hochsommer ist das eher selten und meist schwach ausgeprägt, so dass man während der Sommermonate durchaus mit etwa 50 % Sonnenschein und vorwiegend trockenen Bedingungen rechnen darf. Ab September nimmt der Tiefeinfluss an Häufigkeit zu, mitunter geraten die Inseln auch in den Randeinfluss von alternden tropischen Stürmen; selten, etwa einmal pro Jahrzehnt, überqueren Reste von Tropenstürmen sogar unmittelbar die Inseln und können dort für starke Winde und intensive Niederschläge sorgen. Der „Azorenwinter“ zwischen Dezember und April erinnert eher an den September in Mitteleuropa: er kann sowohl durch relativ ruhige, milde Hochdrucklagen wie auch durch intensives Westwetter mit heftigen Stürmen, Regenfronten, Gewitter etc. geprägt sein. Vielfach dominiert den ganzen Monat über entweder das Hoch oder der Tiefdruckeinfluss. Tiefgeprägte Wintermonate können extrem regenreich sein (bis zu 300 mm), hochdruckgeprägte dagegen trocken verlaufen.

Im Detail zeigt sich, dass das Klima auf der westlichst gelegenen Insel Flores wesentlich wolken- und regenreicher ist als auf der östlich gelegenen Insel Santa Maria. Flores hat ca. 1600 Sonnenstunden (wie im Ruhrgebiet), Santa Maria ca. 1900 Stunden (wie im Oberrheingraben). Die Niederschläge variieren zwischen 900 mm auf Santa Maria (wie im Ruhrgebiet) und rund 1500 mm auf Flores. Besonders signifikant ist der Unterschied im Sommer, wo Santa Maria oft trocken bleibt und damit dem mediterranen Klima ähnelt, während Flores öfter Regenschauer bekommt und damit bei den sehr warmen Temperaturen in Tieflagen schon fast feucht-tropisch anmuten kann.

In höheren Lagen der Vulkangipfel nimmt die Sonnenscheindauer weiter ab und die Niederschlagsmenge zu; mancherorts können über 5000 mm erreicht werden, das sind extrem große Regenmengen. Ab 400 m Seehöhe ist auch Nebel sehr häufig, insbesondere im Winter, da die Wolkenschichten sehr tief hängen.

Die Temperaturen liegen im „Azorenwinter“ im Mittel bei 11 Grad in der Nacht und 17 Grad am Tag. Kalte Nächte bringen etwa 6 Grad, sehr milde Tage rund 22 Grad. Somit ist es oft zum Wandern angenehm, zum Schwimmen (Wassertemperatur 16 Grad) aber eher zu „herbstlich“. Die Inseln sind völlig frostfrei und ermöglichen damit auch manchen tropischen Pflanzen das Überleben – Windverträglichkeit und kein zu hoher Sonnenscheinanspruch vorausgesetzt. Erst ab ca. 400 m kann im Extremfall Frost auftreten, ab ca. 800 m in seltenen Fällen Schneefall. Der Vulkangipfel auf Pico ist mit 2300 m Höhe im Winter sehr häufig schneebedeckt. In tiefen Lagen kann man im Winter theoretisch ohne Heizung auskommen, aber die Luftfeuchtigkeit kann sehr hoch sein, so dass eine simple Holzofenheizung generell zu empfehlen ist, um für trockenere Luft zu sorgen.

Im Sommer (August) darf man im Mittel mit milden 19 Grad in der Nacht und 25 Grad am Tag rechnen. Kühle Sommernächte haben 15 Grad, warme Sommertage erreichen gerade die 30-Grad-Marke. Mit 22 bis 24 Grad Wassertemperatur ist es damit im Sommer generell badetauglich.

Natur[Bearbeiten]

Die Azoren weisen eine große biologische Vielfalt auf und sind biogeographisch weitgehend isoliert, so dass sich eine Reihe endemischer Arten entwickelte. Die Azoren gehören zum Mediterranen Becken, das sich von den Azoren bis nach Jordanien erstreckt. Conservation International hat damit die Azoren als Biodiversitäts-Hotspot ausgewiesen.

Seit der Ankunft der ersten Siedler auf den Inseln litt die heimische Flora und Fauna dramatisch. Hauptfaktoren sind die Degradation von Landschaften, Abholzung, konventionelle Landwirtschaft und eingeführte exotische Arten, die den endemischen Arten das Habitat streitig machen. Der für die Azoren vormals typische Laurisilva (Lorbeerwald) findet sich nach wie vor auf einzelnen Inseln,[1] ist aber weitgehend durch Bestände des Australischen Klebsamenbaums (Pittosporum undulatum) verdrängt worden.

Obwohl die Natur der Azoren großem Druck von Touristen ausgesetzt ist, sind Maßnahmen für einen wirksamen Naturschutz noch in den Anfängen begriffen. Informationszentren, Ranger und Gebiete mit kontrollierten Zugängen oder gekennzeichneten Pfaden gibt es aber schon auf allen Inseln. Weite Bereiche der Inseln stehen außerdem unter Naturschutz.[2]

Landschaft[Bearbeiten]

Typische Küstenlinie der Azoren auf São Miguel
Sonnenuntergang in Mosteiros auf São Miguel

Die Vegetation auf den Azoren ist aufgrund des feuchten Atlantikklimas üppig. Daneben findet man aber auch eher karge, vulkanische Landschaften.

Flora und Vegetation[Bearbeiten]

Etwa 70 Pflanzenarten sind endemisch, kommen also nur auf den Azoren vor. Auffällig ist die weißblühende, sukkulente Azorenglockenblume (Azorina vidalii), die man an manchen naturnahen Felsküsten noch finden kann. Die bis zu 5 Meter hohe Garten-Hortensie (Hydrangea macrophylla), die das Bild der Azoren dominiert, ist dagegen erst Ende des 19. Jahrhunderts aus Asien eingeführt worden und mittlerweile eine große Bedrohung für die endemischen Arten. Weitere invasive Pflanzenarten sind Hedychium gardnerianum aus der Familie der Ingwergewächse, eingeführt aus dem Himalaja, der Australische Klebsame und der Orangen-Klebsame (Pittosporum undulatum), der den heimischen Azoren-Lorbeer (Laurus azorica) weitgehend verdrängt hat.

Salamander - salamander.JPG

Fauna[Bearbeiten]

Gelbschnabel-Sturmtaucher

Eine große Rolle spielen marine Arten. So sind im Laufe der Zeit vor den Küsten des Archipels 38 Wal- und Delphinarten gesichtet worden. Bedingt durch den warmen Golfstrom tummeln sich um die Inseln herum etwa 500 Fischarten, wodurch die Azoren eines der fischreichsten Gebiete der Welt sind.

Die Avifauna der Inseln ist artenarm. Es gibt lediglich zwei endemische Arten, von denen der Azorengimpel am bekanntesten ist. Ihn gibt es nur noch in wenigen hundert Individuen im Nordosten von Sao Miguel. Häufig ist dagegen der „Cagarro“, Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea). Die Inseln bieten Seevögeln eine Ruhestation auf dem Zug ins Winter- oder Sommerquartier über den Atlantik, die Zugrouten der Landvögel verlaufen nicht über die Azoren.

Viele Arten, die heute auf den Azoren vorkommen, wurden eingeführt. Außer Fledermäusen gibt es keine ursprünglich einheimischen Säugetierarten.

Geschichte[Bearbeiten]

Karthagische und cyrenäische Münzen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., die 1749 auf der Insel Corvo entdeckt worden sein sollen, deuten darauf hin, dass die Azoren eventuell bereits von den Phöniziern besucht wurden.[3] In der Antike gab es Sagen um Inseln im Atlantik; so wird auch eine der Lokalisierungshypothesen zu Atlantis auf die Azoren bezogen (Ignatius Donnelly, 1882).

Die Inseln sind erstmals auf den Portolan-Seekarten des 14. Jahrhunderts verzeichnet, so im Medici-Atlas (1351) und dem Atlas Catalan (1375). Sie werden dort als neun Inseln in drei Gruppen entlang einer falschen Nord-Süd-Achse und mit falschen Umrissen verzeichnet. Dies könnte auf Sichtungen zurückgehen, die Seefahrer bei der Rückkehr von den Kanarischen Inseln gemacht haben, wenn sie das "volta-do-mar"-Manöver durchführten (man segelt erst nach Nordwesten, um dort auf stetige Westwinde zu treffen). Eine der frühesten Expeditionen zu den Kanarischen Inseln ist hierbei für das Jahr 1341 belegt.[4]

Die Azoren wurden offiziell 1427 von Diogo de Silves im Auftrag von Heinrich dem Seefahrer aufgesucht und für Portugal in Besitz genommen. Der portugiesische Name Ilhas dos Açores („Habichtsinseln“) entstand nach offizieller azoreanischer Darstellung aufgrund der zahlreich dort lebenden Bussarde, die die portugiesischen Eroberer zunächst fälschlich für Habichte hielten. Der Name blieb auch nach Entdeckung des Irrtums erhalten.

Karte aus dem Jahr 1584 von Abraham Ortelius

Die Besiedlung durch Portugal begann Mitte des 15. Jahrhunderts, zuerst ab 1431 auf der Insel Santa Maria. Auf Initiative von Isabella von Portugal, der Schwester von Heinrich dem Seefahrer, die mit Philipp dem Guten von Burgund verheiratet war, gehörten zu den frühen Siedlern nicht nur portugiesische Bauern, sondern auch Flamen, da die Niederlande zum Herrschaftsbereich von Burgund gehörten. Auf der Insel Faial erinnern noch heute die Windmühlen und der Ortsname Flamengos daran. Die Azoren wurden bald ein wichtiger Stützpunkt auf dem Weg zu den Besitzungen in Mittel- und Südamerika. So besuchte Christoph Kolumbus die Inseln 1493 auf dem Rückweg seiner ersten Entdeckungsfahrt.

1580 wurde Philipp II. (Spanien) in Personalunion Philipp I. (Portugal). Die Azoren versagten dem spanischen König die Anerkennung. So kämpften bis 1583 die Bewohner der Insel Terceira mit allen Mitteln, unter anderem mit Stieren, gegen die Personalunion.

Nach dem Niedergang des Zuckerrohranbaus erlebten mit Beginn des 19. Jahrhunderts die Azoren wieder eine wirtschaftliche Blüte. Orangen, Ananas, Tee und Tabak wurden angebaut und erzielten gute Erträge. Die Orangenplantagen wurden jedoch Ende des 19. Jahrhunderts durch Schädlinge vernichtet. Der Walfang wurde intensiviert und durch den Aufbau einer Walfangflotte durch Portugal unterstützt. Zu dieser wirtschaftlichen Entwicklung trugen auch die guten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika bei. Viele Azoreaner heuerten auf amerikanischen Walfangschiffen an und wanderten dauerhaft aus.

Mit der zunehmenden Technisierung wurden die Azoren zur Schaltstelle zwischen Amerika und Europa. Die aufkommende Dampfschifffahrt benötigte Häfen zur Versorgung mit Kohle, weshalb Kohlebunker angelegt wurden. Ab 1893 verband das erste Unterseekabel über Faial die beiden Kontinente. In den 1930er Jahren landeten die ersten Transatlantikflüge im Linienverkehr mit großen Wasserflugzeugen im Hafen von Horta.

1941 entdeckten die USA die versteppte Westseite der Insel Santa Maria als geeignetes Gelände für einen Großflughafen. Ab 1944 begann der Bau des Platzes, der mit einer Pistenlänge von 3 km einen erheblichen Teil der von nur 5.780 Menschen bewohnten und 97 km² großen Insel beansprucht und bis in die 1970er Jahre als Zwischenstopp für Transatlantikflüge diente. Heute landet im Sommer zweimal täglich ein Flugzeug der lokalen Fluglinie auf dem völlig überdimensionierten Gelände, um Badetouristen den Besuch der Insel zu ermöglichen. Internationale Flüge landen allerdings nicht auf dem ehemaligen Militärflugplatz. 1943 bauten die Amerikaner auf der Insel Terceira ihren bereits 1913 gegründeten Stützpunkt aus; ein Flugfeld ermöglichte es der US-Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg, große Flugverbände einzusetzen. Heute (April 2013) wird China mittel- und langfristiges Interesse an diesen Einrichtungen unterstellt.[5]

Nach dem EU-Beitritt Portugals wurde die Milchwirtschaft erheblich intensiviert und verdrängte zum Teil die Plantagenwirtschaft.

Der Tourismus und insbesondere auch der Ökotourismus wird für die Azoren immer wichtiger. 2008 wurde auf der Hauptinsel São Miguel ein neuer Jachthafen eingeweiht, neue Straßen werden gebaut und der Flugverkehr zu den Azoren und zwischen den Inseln nimmt stetig zu.

Die Azoren wurden immer wieder von Vulkanausbrüchen und Erdbeben heimgesucht. Den größten Ausbruch bildete 1957 die Entstehung des Vulkans Capelinhos an der Küste der Insel Faial. Etwa 2.000 Menschen mussten umgesiedelt werden, und viele Bewohner wanderten in die USA aus, die durch ein Sondergesetz ihre Immigration ermöglichten. 1980 erschütterte ein Erdbeben die Insel Terceira und zerstörte die Hauptstadt Angra do Heroísmo. Das letzte größere Beben ereignete sich 1998, tötete auf der Insel Faial zehn Menschen und machte Tausende obdachlos.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Auf den Azoren leben insgesamt 245.500 Einwohner, die überwiegend portugiesische Staatsbürger sind. Sie sind zu 95 Prozent römisch-katholisch.

Im 15. und frühen 19. Jahrhundert sowie 1933–1945 kam es zur verstärkten Einwanderung von Juden. So wanderten 1818/19 viele jüdisch-marokkanische Händlerfamilien ein, die erheblich dazu beitrugen, den Fernhandel der Azoren zu entwickeln.[6]

Nach Jahrzehnten der Auswanderung in die USA (im 19. Jahrhundert oft auch als Besatzung von Walfangschiffen), nach Kanada und Brasilien sowie in neuester Zeit nach Portugal verzeichnen die größten Orte auf São Miguel wieder bescheidene Bevölkerungszuwächse.

Die Bevölkerung spricht untereinander sehr differierende Dialektformen der portugiesischen Sprache. So können Festlandportugiesen eigenen Angaben zufolge die Einheimischen oft schwer verstehen.

Größte Gemeinden (Volkszählung 2001)[Bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
Ponta Delgada; São Miguel 46.102
Horta; Faial 14.800
Angra do Heroísmo; Terceira 12.297
Lagoa; São Miguel 8.901
Rosto do Cão; São Miguel 7.898
Rabo de Peixe; São Miguel 7.401
Arrifes; São Miguel 6.955
Praia da Vitória; Terceira 6.168
Ribeira Grande; São Miguel 5.349
Vila Franca do Campo; São Miguel 5.087

Verwaltung[Bearbeiten]

Fahne und Wappen[Bearbeiten]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die Verwaltungshauptstadt der Azoren ist Ponta Delgada. Die Azoren bilden die Região Autónoma dos Açores, die in 19 Kreise (municípios) aufgeteilt ist. Diese sind:

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichen die Azoren einen Indexwert von 61.1 (EU-25:100, 2003). Die Azoren gelten als eine, im europäischen Durchschnitt gesehen, wirtschaftsschwache Region Europas und erhalten Fördergelder der EU. Da die Azoren während der Diktatur Portugals, die bis ins 20. Jahrhundert reichte, stark vernachlässigt wurden, sind die Kosten des nachhaltigen Aufbauens enorm.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Bedeutendste Wirtschaftszweige auf den Inseln sind die Vieh- und Milchwirtschaft. Exportiert werden hauptsächlich Milch, Milchprodukte sowie Rindfleisch.

Die Azoren sind, neben einer Plantage im englischen Cornwall, der einzige europäische Standort, an dem Tee angebaut wird (zwei Plantagen auf der Insel São Miguel). Der Tee weist sehr wenig Teeine auf, im Gegensatz zu den Teesorten aus Asien und Afrika. Ein Großteil des Tees geht nach Festland-Portugal, insbesondere der bekannte Chá Gorreana, der Rest wird von der Bevölkerung selbst verbraucht. Die Teeplantagen sind zudem eine Touristenattraktion.

Der Ananasanbau auf São Miguel erfolgt in Gewächshäusern und ist sehr arbeitsintensiv, so dass die einheimischen Sorten teurer sind als die Importe aus Zentralamerika oder Afrika.

Tourismus[Bearbeiten]

Wegen ihrer Ursprünglichkeit und des einzigartigen Klimas mit milden, nie extremen Temperaturen gewinnt auch der Tourismus auf den immergrünen Azoren zunehmend an Bedeutung. Bisher sind es neben den Festland-Portugiesen und internationalen Seglern vor allem Skandinavier und Urlauber aus dem deutschen Sprachraum, die auf den Azoren ihren Urlaub verbringen.

Die Anreise erfolgte früher per Schiff. Heute erfolgt die Anreise von verschiedenen Flughäfen in Europa, Kanada und den USA zu den internationalen Flughäfen in Ponta Delgada (Sao Miguel), Angra do Heroismo (Terceira), Horta (Fajal) oder Madalena (Pico).

Da es keine ausgedehnten Sandstrände gibt, sind Azoren-Urlauber meist Naturliebhaber und Wanderer. Transatlantische Segler nutzen die Häfen von Horta (Fajal) und Ponta Delgada (Sao Miguel) für Zwischenstopps. Auf mehreren Inseln wird Walbeobachtung angeboten.

Aufgrund ihrer exponierten Lage im offenen Atlantik und dem Golfstrom, der relativ warmes Wassers anspült, gibt es rund um die Azoren zahlreiche Großfische und Meeressäuger, weshalb die Azoren auch bei Tauchern beliebt sind. Die stellenweise starke Strömung macht jedoch die Tauchgänge eher anspruchsvoll und für Anfänger ungeeignet.[7] Auf allen neun Inseln gibt es inzwischen Tauchbasen, die auch geführte Tauchgänge anbieten.

Verschiedene Heil- und Thermalquellen machen den Ort Furnas (auf der Hauptinsel São Miguel) seit langem zu einem attraktiven Kurort, nicht nur für Festland-Portugiesen.

Die Inselgruppen im Detail[Bearbeiten]

Größen der Inseln[Bearbeiten]

Östliche Inseln (Grupo Oriental)
Zentralgruppe (Grupo Central)
Westliche Inseln (Grupo Ocidental) 
Insel Ost-West
km
Nord-Süd
km
Fläche
km²
Höhe
m
Name der Erhebung Einwohner Bev.-Dichte
Einw./km²
Küstenlinie
km
Hauptort
São Miguel 62,0 15,0 746 1103 Pico da Vara 131.609 176,42 155,0 Ponta Delgada
Santa Maria 17,0 9,5 97 587 Pico Alto 5.578 57,51 46,0 Vila do Porto
Faial 21,0 14,0 173 1043 Cabeço Gordo 15.063 87,07 80,0 Horta
Pico 46,0 15,0 447 2351 Pico 14.806 33,12 110,0 Madalena do Mar
Graciosa 8,0 12,5 61 404 Caldeira 4.780 78,36 34,0 Santa Cruz da Graciosa
São Jorge 56,0 8,0 246 1053 Pico da Esperânça 9.674 39,33 115,0 Velas
Terceira 29,0 18,0 397 1021 Serra de Santa Barbara 55.833 140,64 85,0 Angra do Heroismo
Flores 17,0 12,0 143 914 Morro Alto 3.995 27,94 48,0 Santa Cruz das Flores
Corvo 3,8 6,1 17 718 Morro dos Hormens 425 25,00 18,0 Vila Nova do Corvo

[8]

Entfernungen der Inseln[Bearbeiten]

Nautische Meilen 
Kilometer
  Santa Maria
Vila do Porto
São Miguel
Ponta Delgada
Terceira
Angra do Heroismo
Graciosa
Santa Cruz
São Jorge
Velas
Pico
Sao Roque
Pico
Madalena
Faial
Horta
Flores
Santa Cruz
Corvo
 
Santa Maria
Vila do Porto
  57,0 145,0 191,0 184,0 180,0 190,0 195,0 327,0 336,0
São Miguel
Ponta Delgada
105,6   90,0 142,0 132,0 140,0 152,0 154,0 279,0 283,0
Terceira
Angra do Heroismo
268,6 166,7   48,0 48,0 52,0 65,0 70,0 190,0 192,0
Graciosa
Santa Cruz
353,8 263,0 88,9   38,0 42,0 45,0 46,0 150,0 150,0
São Jorge
Velas
340,8 244,5 88,9 70,4   9,0 18,0 20,0 144,0 149,0
Pico
Sao Roque
333,4 259,3 96,3 77,8 16,7   12,0 16,0 144,0 149,0
Pico
Madalena
351,9 281,5 120,4 83,4 33,4 22,2   4,0 135,0 140,0
Faial
Horta
361,2 285,2 129,7 85,2 37,1 29,7 7,4   138,0 144,0
Flores
Santa Cruz
605,6 516,7 351,9 277,8 266,7 266,7 250,0 255,6   13,0
Corvo
 
622,3 524,1 355,6 277,8 276,0 276,0 259,3 266,7 24,1  

[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Küste bei Mosteiros
Senhora da Piedade
Küste bei Fajã do Araújo
Küste bei Senhora da Nazaré
Blick vom Kraterrand der Caldeira do Alferes Richtung Westen
Blick vom Pico do Ferro auf den Lagoa da Furnas
Ribeira Grande

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikimedia-Atlas: Azoren – geographische und historische Karten
 Commons: Azoren – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Azoren – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.birdingazores.com/?page=general Abschnitt Flora und Fauna
  2. http://www.portugal-aktuell.de/Ueberseegebiete/azoren-landesnatur1.html
  3. Kritische Ausführungen zu diesem Fund bereits bei Alexander von Humboldt, Kritische Untersuchungen über die historische Entwickelung der geographischen Kenntnisse von der Neuen Welt und die Fortschritte der nautischen Astronomie in dem 15ten und 16ten Jahrhundert, Band 1, Berlin 1836, S. 455ff.
  4. Die Expedition 1341 bezieht sich auf den Bericht von Giovanni Boccaccio "De Canaria et insula reliquis, ultra Ispaniam, in occeano noviter repertis" (siehe Monumenta Henricina, vol. I, pp. 202–06.)
  5. Felix F. Seidler: Will China’s Navy Soon Be Operating in the Atlantic? Center for International Maritime Security, 8. Februar 2013, abgerufen am 15. April 2013.
  6. Fatima Sequeira Dias: A Brief History of the Jews in the Azores: From the 15th Century to the Present, Lecture, 28. März 2012, Univ. of Massachusetts at Dartmouth, http://www.portstudies.umassd.edu/activities/events/events2012/120328.htm
  7. Jan Hackl: Die Azoren. Pico. tauchmagazin.com, abgerufen am 19. Februar 2014.
  8. Michael Bussmann: Azoren, 3. Auflage, 2006, ISBN 3-89953-257-0.
  9. Die Distanzen in nautischen Meilen sind den Gratis-Broschüren des Direcção de Turismo dos Açores (Azores Tourism Board) entnommen.