Anna III. zu Stolberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Anna III., Fürstäbtissin von Quedlinburg

Gräfin Anna zu Stolberg (* 3. April 1565; † 12. Mai 1601 in Quedlinburg) war als Anna III. Äbtissin des reichsunmittelbaren und freiweltlichen Stifts Quedlinburg.

Leben[Bearbeiten]

Anna war eine Tochter des Grafen Heinrich zu Stolberg (1509–1572) und dessen Gemahlin Elisabeth von Gleichen († 1578).

Am 24. September 1584 wurde Annas Wahl zur Äbtissin von Quedlinburg durch Kaiser Rudolf II. bestätigt. Im Vorfeld der feierlichen Amtseinführung von Anna wurden ihre anwesenden Verwandten, Graf Albrecht Georg zu Stolberg und Graf Wolf Ernst zu Stolberg im Auftrag des Kurfürsten von Sachsen heimlich aus dem Schloss Quedlinburg entführt und mehrere Wochen auf der Burg Hohnstein (Sächsische Schweiz) inhaftiert.

Bei Auseinandersetzungen mit dem Magistrat der Stadt und dem Schutzherren des Stifts, dem Kurfürsten von Sachsen, wandte sich Anna an den Kaiser, der ihr beschied, „daß der Schutzherr dem Magistrate gar nichts zu befehlen habe, und die Aebtissin einzige Beherrscherin des Stifts und der Stadt sey.“ Wegen weiterer Auseinandersetzungen mit dem Magistrat, sah sich die Äbtissin veranlasst diesem 12 Beisitzer zuzufügen.

Nach dem Tod des Kurfürsten August wurde dessen Sohn Christian neuer Schutzherr des Stifts. Dieser stand jedoch unter Vormundschaft des Herzogs Friedrich Wilhelm von Weimar. Friedrich Wilhelm verweigerte seine Zustimmung zur 1593 stattgefundenen Wahl von Anna Margarethe von Braunschweig (1567–1643) zur Koadjutorin. Nach dem Tod von Anna III. konnte er seine eigene Schwester als neue Äbtissin durchsetzen.

Anna starb 36-jährig nach einem Spaziergang im Brühl plötzlich am „Schlagfluss“. Sie ist in der Schlosskirche in Quedlinburg bestattet.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Lorenz: Werdegang von Stift und Stadt Quedlinburg; Quedlinburg 1922

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Elisabeth II. von Regenstein-Blankenburg Äbtissin von Quedlinburg
1584–1601
Maria von Sachsen-Weimar