Quedlinburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Quedlinburg
Quedlinburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Quedlinburg hervorgehoben
51.79277777777811.150833333333122Koordinaten: 51° 48′ N, 11° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Harz
Höhe: 122 m ü. NHN
Fläche: 120,41 km²
Einwohner: 25.391 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 211 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 06484, 06485
Vorwahlen: 03946, 039485
Kfz-Kennzeichen: HZ, HBS, QLB, WR
Gemeindeschlüssel: 15 0 85 235
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06484 Quedlinburg
Webpräsenz: www.quedlinburg.de
Bürgermeister: Eberhard Brecht (SPD)
Lage der Stadt Quedlinburg im Landkreis Harz
Quedlinburg Ballenstedt Ballenstedt Blankenburg (Harz) Ditfurt Falkenstein/Harz Quedlinburg Groß Quenstedt Halberstadt Harsleben Harzgerode Hedersleben Huy Ilsenburg (Harz) Nordharz Oberharz am Brocken Osterwieck Quedlinburg Schwanebeck Selke-Aue Thale Wegeleben WernigerodeKarte
Über dieses Bild
Quedlinburg im Jahre 1782 gezeichnet von C. C. Voigt (Norden ist links)
Dächer der Altstadt, vom Burgberg nach Norden

Quedlinburg ([ˈkveːdlɪnbʊrk], plattdeutsch Queddelnborg) ist eine Stadt an der Bode nördlich des Harzes im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt). 994 mit dem Stadtrecht versehen, war die Stadt vom 10. bis zum 12. Jahrhundert Sitz der zu Ostern besuchten Königspfalz weltlicher Herrscher und fast 900 Jahre lang eines (zunächst geistlichen, nach der Reformation freiweltlichen) Damenstifts.

Quedlinburgs architektonisches Erbe steht seit 1994 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und macht die Stadt zu einem der größten Flächendenkmale in Deutschland.

In der historischen Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Straßen, verwinkelten Gassen und kleinen Plätzen befinden sich 1200 Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten. Am Markt liegt das Renaissance-Rathaus mit der Roland-Statue, südlich davon der Schlossberg mit der romanischen Stiftskirche und dem Domschatz als Zeugnisse des Quedlinburger Damenstifts. Auch der Münzenberg mit der romanischen Klosterkirche St. Marien und im Tal dazwischen die romanische St. Wiperti, der sich anschließende Abteigarten und der Brühl-Park gehören zum Weltkulturerbe.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Markanteste Schichtrippe im Harzvorland – die Teufelsmauer südlich von Quedlinburg

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im nördlichen Harzvorland durchschnittlich 123 m ü. NN. Die unmittelbar angrenzenden Höhen erreichen 181 m ü. NN. Der größte Teil der Stadt liegt westlich des Flusses Bode, in dessen weiterem Flussbett Quedlinburg liegt. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 78,14 Quadratkilometern.

Geologie[Bearbeiten]

Quedlinburg liegt inmitten des Quedlinburger Sattels, einem Schmalsattel, der das Stadtgebiet von Nordwesten nach Südosten durchquert.[2] Dazu gehört der Quedlinburger Schlossberg mit seiner Verlängerung über den Münzenberg-Strohberg, die nördlich gelegene Hamwarte und die südlicher gelegene Altenburg.

Weiter im Süden liegt die Harznordrandstörung. Parallel zum Nordrand des herausgehobenen Harzes sind die mesozoischen Gesteinsschichten daran aufgebogen und teilweise abgebrochen. Die wechselnden Lagen von unterschiedlich widerständigen mesozoischen Gesteinen (Jura, Kreide, Muschelkalk) bilden teilweise freipräparierte Schichtrippen, die als markante Höhenzüge von der Bode quer durchschnitten werden. Der markanteste Höhenzug ist die Teufelsmauer.

Da die Region während der letzten Eiszeiten nicht vom Inlandeis bedeckt war, konnte sich hier Löss ablagern, der später zu Schwarzerdeböden hoher Güte umgewandelt wurde. Es sind dies die südlichen Ausläufer der fruchtbaren Magdeburger Börde.[3]

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm[4]
Föhnprinzip – Quedlinburg im Regenschatten des Harzes

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Quedlinburg beträgt 8,8 °C. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 17,8 beziehungsweise 17,2 °C und die kältesten Januar und Februar mit 0,1 beziehungsweise 0,4 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 57 Millimeter, der geringste im Februar mit durchschnittlich 23 Millimeter.

Der Harz liegt als Hindernis in der von Südwesten kommenden Westwinddrift. Durch die Höhe (Brocken mit 1141,1 m ü. NN) werden die Luftmassen zum Aufsteigen gezwungen und regnen sich dabei ab. Die nordöstliche Seite liegt im Regenschatten des Harzes. In diesem Gebiet befindet sich Quedlinburg mit einem der geringsten Jahresniederschläge in Deutschland von nur 438 Millimetern (zum Vergleich: Köln annähernd 798 Millimeter). Da die Monate Dezember, Januar und Februar absolut die niedrigsten Niederschlagswerte besitzen und die stark abnehmende Tendenz bereits im Spätherbst beginnt, kann von einer Quedlinburger „Wintertrockenheit“ gesprochen werden.[5][6] Bei der 2010 erstmals durchgeführten Gesamtauswertung der 2100 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes wurde festgestellt, dass Quedlinburg im August 2010 mit 72,4 Liter je Quadratmeter (= mm) der trockenste Ort in Deutschland war.[7] Die frostfreien Tage betragen 177 Tage im Jahr, während an 30 Tagen Dauerfrost herrscht. Eine geschlossene Schneedecke ist an weniger als 50 Tagen vorhanden und die Sonnenscheindauer liegt bei 1.422 Stunden jährlich.[8]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Altes Rathaus Quedlinburg

Die historische Kernstadt gliedert sich in den ehemaligen Königsbesitz mit dem Westendorf, dem Burgberg, der St.-Wiperti-Kirche sowie dem Münzenberg. Nördlich davon liegt die 994 gegründete Altstadt und östlich die im 12. Jahrhundert gegründete Neustadt. Im dazwischenliegenden Bereich wurde im 13./14. Jahrhundert die Steinbrücke angelegt und die Word trockengelegt. Nördlich der Altstadt befindet sich das mittelalterliche Vorstadtviertel Gröpern.

Um diesen mittelalterlichen Kern wurde am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert ein Gürtel aus Villen im Jugendstil gebaut. Im Zuge der Industrialisierung entstanden außerhalb dieses Gürtels neue Ortsteile, so die Kleysiedlung, das Neubaugebiet in der Süderstadt (19./20. Jahrhundert) und das auf dem Kleers (1980er Jahre).

Neben dieser Kernstadt gehören zu Quedlinburg noch die Ortsteile Münchenhof (vier Kilometer nördlich), Gersdorfer Burg (drei Kilometer südöstlich), Morgenrot (vier Kilometer östlich) und Quarmbeck (vier Kilometer südlich) sowie seit dem 1. Januar 2014 wieder Gernrode und Bad Suderode.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Quedlinburg ist eine Stadt im Landkreis Harz und grenzt an acht sachsen-anhaltische Städte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn, im Nordosten beginnend): Gemeinde Harsleben, Stadt Wegeleben, Gemeinden Ditfurt und Selke-Aue, Städte Ballenstedt und Thale.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Quedlinburger Schloss

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Quedlinburg

Frühe Besiedlungen[Bearbeiten]

Die ersten Siedlungsspuren reichen bis in die Altsteinzeit zurück. Die Gegend war fast durchgehend besiedelt. Die ertragreichen Böden machten die Gegend für Siedler während des Neolithikums besonders interessant, was sich durch über 55 Siedlungsreste dieser Epoche allein in der Stadt und der näheren Umgebung nachweisen lässt.[12] So befinden sich auf den markanten Bergspitzen wie dem Moorberg, der Bockshornschanze oder dem Brüggeberg, die an den Seitenwänden des Bodetals aufgereiht wie auf einer Kette aufragen, neolithische Begräbnishügel. Etwa zwei Kilometer nordwestlich von Quedlinburg, westlich der Wüstung Marsleben, konnte 2005 eine Kreisgrabenanlage der Stichbandkeramik untersucht werden, die der Kreisgrabenanlage von Goseck in Alter, Ausdehnung und Form nicht nachsteht.[13]

Aus dem Ende des 8. Jahrhunderts häufen sich urkundliche Nachrichten über Ortschaften in der Umgebung Quedlinburgs: Marsleben, Groß Orden, Ballersleben (alle wüst), Ditfurt und Weddersleben. Die Wipertikirche als Filiale der Abtei Hersfeld ist wahrscheinlich um 835/63 gegründet worden.[14]

Siehe auch: Quedlinburger Wüstungen

Königliche Osterpfalz vom 10. bis 12. Jahrhundert[Bearbeiten]

Sog. Krönungsfenster im Rathaus: Die legendäre Königserhebung Heinrichs I. am Quedlinburger Finkenherd fand tatsächlich 919 zu Fritzlar statt

Bedeutung erlangte Quedlinburg, als es im 10. Jahrhundert die Königspfalz wurde, in der die ottonischen Herrscher das Osterfest feierten. Erstmals wurde es als villa quae dicitur Quitilingaburg in einer Urkunde König Heinrichs I. vom 22. April 922 erwähnt.[15] Später bestimmte Heinrich den Ort zu seiner Grablege. Nach seinem Tod im Jahr 936 in Memleben wurde sein Leichnam nach Quedlinburg überführt und in der Pfalzkapelle auf dem Schlossberg bestattet. Seine Witwe Königin Mathilde ließ sich von Heinrichs Sohn und Nachfolger Otto I. die Gründung eines Damenstiftes mit der Aufgabe der Totenmemorie bestätigen. Dreißig Jahre lang stand sie ihrer Stiftsgründung selbst als Leiterin vor, ohne Äbtissin geworden zu sein. Otto I. besuchte Quedlinburg in unregelmäßigen Abständen zur Feier des Osterfestes und zu den Gedenktagen seines Vaters. Im Jahr 941 entging er dabei nur knapp einem Mordanschlag durch seinen jüngeren Bruder Heinrich. Auf dem Oster-Hoftag 966 wurde Ottos Tochter Mathilde als Äbtissin mit der Leitung des Damenstiftes betraut. Zwei Jahre später, am 14. März 968, starb ihre Großmutter und wurde an der Seite ihres Gemahls bestattet. Ihr Grab und ihr steinerner Sarkophag sind erhalten geblieben, während Heinrichs Grablege leer ist.

Der größte und glanzvollste Hoftag Ottos des Großen fand 973 statt. Unter den internationalen Teilnehmern befanden sich Boleslav I., Herzog von Böhmen, und Mieszko I., Herzog der Polanen, die dem Kaiser den Treueeid leisteten. Kurz darauf starb Otto I. Sein Sohn Otto II. besuchte in seiner zehnjährigen Regentschaft nur zweimal Quedlinburg.

Nach dessen Tod 983 war Otto III. erst drei Jahre alt. Sein Onkel Heinrich der Zänker wollte sich in Quedlinburg selbst zum König erheben und entführte den jungen König. Vor allem das Eingreifen von Ottos Großmutter Adelheid, der zweiten Gemahlin Ottos I., und seiner Mutter Theophanu, der Gemahlin Ottos II., zwang Heinrich zwei Jahre später, dem jungen Otto III. in Quedlinburg zu huldigen.[14] Otto III. verlieh 994 dem Stift das Markt-, Münz- und Zollrecht, noch unter dem Vorstand seiner Tante, der Äbtissin Mathilde.[16] Damit war eine wichtige Bedingung für die weitere städtische Entwicklung Quedlinburgs geschaffen.

Von der weiteren reichspolitischen Bedeutung Quedlinburgs im 11. und 12. Jahrhundert zeugen die vor Ort verfassten, später so genannten Quedlinburger Annalen. Diese verzeichnen im Jahre 1009 erstmals in schriftlichen Quellen Litua, den Namen Litauens. Für die Zeit vom 10. bis zum 12. Jahrhundert, als Quedlinburg die Osterpfalz der ostfränkisch/deutschen Herrscherhäuser war, sind 69 urkundlich nachweisbare Aufenthalte eines Königs oder Kaisers gezählt worden.[17]

In den ersten Jahrzehnten nach Gründung des Damenstiftes wurden zahlreiche Schenkungen durch das sächsische Königshaus verzeichnet. Zu Quedlinburg gehörten über 200 teils weit entfernte Orte,[18] aber auch andere Schätze.

Aufstrebende Stadt im Spätmittelalter und der Frühneuzeit[Bearbeiten]

1326 schloss sich die Stadt mit Halberstadt und Aschersleben zum Halberstädter Dreistädtebund zusammen, der 150 Jahre andauern sollte.

In den folgenden vier Jahrhunderten nahm Quedlinburg einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wie in anderen Städten (Braunschweig, Halberstadt) der Region waren das Gewandschneider- und das Kaufmannswesen besonders intensiv. Um 1330 wurde die Altstadt mit der im 12. Jahrhundert gegründeten Neustadt belehnt, die fortan immer geschlossen als Stadt Quedlinburg agierten.

Quedlinburg 1647 von Merian

Zum wirtschaftlichen Erfolg gesellte sich 1336 ein politischer, als die Stadt in einem regionalen Konflikt zwischen dem Halberstädter Bischof und dem Grafen von Regenstein Letzteren gefangen setzen konnte. Die Stadt erlangte größere Unabhängigkeit von der Stadtherrin, der Äbtissin des Damenstiftes, und durfte in der Folge ihre Verteidigungsanlagen massiv ausbauen. Das neue Selbstbewusstsein wurde in Form von vielen Städtebündnissen nach außen hin demonstriert. Als Krönung dieser Entwicklung trat die Stadt 1384 dem Niedersächsischen Städtebund und 1426 dem Hansebund bei.

Der Plan des Stadtrates, sich von den Befugnissen der Äbtissin Hedwig von Sachsen zu befreien, mündete 1477 in einen gewaltsamen Konflikt. Die Quedlinburger versuchten, Hedwig mit Waffengewalt aus der Stadt zu vertreiben. Daraufhin bat diese ihre Brüder, die Wettiner Herzöge Ernst und Albrecht um Hilfe. Die entsandten Truppen stürmten die Stadt ohne eigene Verluste, während 80 Quedlinburger fielen. Die Bürgerschaft unterwarf sich daraufhin und schied aus sämtlichen Bündnissen aus. Der um 1435 aufgestellte Roland[19], Symbol der Marktfreiheit und Zeichen städtischer Unabhängigkeit, wurde gestürzt und zerschlagen. Erst 1869 wurden die Bruchstücke dieser Rolandstatue wieder aufgefunden, zusammengesetzt und neu aufgestellt.

Abtei Quedlinburg um 1750

Während des Bauernkriegs wurden vier Klöster der Stadt, das Prämonstratenserkloster St. Wiperti, das Benediktinerinnenkloster St. Marien, das Franziskanerkloster in der Altstadt und das Augustinerkloster in der Neustadt zerstört. Die Reformation wurde in Quedlinburg im Jahr 1539 durchgesetzt und das Stift in ein evangelisches Freies weltliches Stift umgewandelt.

Den größten städtebaulichen Aufschwung nahm die Stadt ab dem Dreißigjährigen Krieg. Die meisten der 1200 erhaltenen Fachwerkhäuser sind in dieser Zeit entstanden. Zwei Stadtbrände verwüsteten 1676 und 1797 große Teile der Stadt.

1698 besetzten brandenburgische Truppen die Stadt, womit fortan Preußen Schutzmacht war. 1802 wurde das seit 936 bestehende Damenstift aufgelöst.[20] Die Stiftsgebäude auf dem Schlossberg gingen in den Besitz des preußischen Staates über.

Aufstrebendes Pflanzzuchtzentrum vom 18. bis 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Quedlinburg von Südwesten, um 1900
Schlossberg und Stiftskirche
Schlossberg mit Stiftskirche St. Servatii und Stiftsgebäuden, Dezember 2005

Im Laufe des 18. und besonders des 19. Jahrhunderts entwickelte sich durch die Blumen- und Saatgutzucht ein beachtlicher Wohlstand, der städtebaulich auch in einer Reihe von Jugendstil-Villen seinen Ausdruck fand. Als die erste Zuckerfabrik des Regierungsbezirks Magdeburg 1834 von G. Chr. Hanewald in Quedlinburg eingerichtet wurde, führte dies zur raschen Entwicklung landwirtschaftlicher Zuliefer- und Großbetriebe. Die Entwicklung von Zuchtverfahren, der Anschluss an das Eisenbahnnetz und die Separation (1834–1858) sind Stationen zu einer weltwirtschaftlichen Bedeutung im Saatzuchtbereich. Neben der Zucht von Blumensamen wuchs seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Bedeutung der Gemüsezucht.

Von 1815 bis 1938 war Quedlinburg eine Garnisonsstadt.

Zu den sechs Fragmenten der in den Jahren 1865 bis 1888 entdeckten sogenannten Quedlinburger Itala, einer Prachtbibel des 4. Jahrhunderts, die als Einbände frühneuzeitlicher Verzeichnisses überliefert worden waren, siehe: Domschatzkammer Quedlinburg

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im beginnenden 20. Jahrhundert waren die Saatzuchtfirmen die größten Arbeitgeber. 1907 sprach Rosa Luxemburg vor 800 Quedlinburger Saatzucht-Arbeitern.

Während des Ersten Weltkrieges wurden viele landwirtschaftliche Arbeiten mit Hilfe von bis zu 17.000 Kriegsgefangenen durchgeführt, die in einem Kriegsgefangenenlager auf dem so genannten Ritteranger nordöstlich der Stadt untergebracht waren. Dieses Lager wurde seit September 1914 eingerichtet und bestand über den Krieg hinaus als Notunterkunft zaristischer Soldaten, bis es im Juni 1922 niedergebrannt wurde.[21] Im selben Jahr fand in Quedlinburg eine Feier zum tausendsten Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung (922) statt.

Ein verheerendes Hochwasser der Bode zerstörte 1926 alle Brücken und legte die Infrastruktur lahm. Immer wieder behinderten spätere Hochwasser die Wiederaufbauarbeiten.[22]

Zur Zeit des „Dritten Reiches“ wurde die Tausendjahrfeier (936–1936) des Todestages König Heinrichs I. von den Nationalsozialisten in Gestalt der SS als ein propagandistisches Geschenk angesehen. Heinrich Himmler entwickelte ab 1936 einen Kult um den König und wurde selbst als eine Reinkarnation Heinrichs angesehen, was ihm geschmeichelt haben soll, wie sein Leibarzt Felix Kersten berichtet. In Quedlinburg wurden die Wipertikrypta und die Kirche St. Servatii beschlagnahmt und zu Weihestätten der SS umfunktioniert. Himmlers persönliches Erscheinen (bis 1939) zu den jährlichen Feierlichkeiten am 2. Juli, die bis 1944 stattfanden, wurde zum Beispiel 1937 propagandistisch mit Nachrichten über das Auffinden der verlorenen Gebeine Heinrichs I. aufgewertet. Nach dem Krieg wurden bei einer Öffnung des (neuen) Sarkophags die von der SS vorgezeigten „Funde“ als plumpe Fälschungen entlarvt.[23]

Am Morgen nach den Zerstörungen der „Reichspogromnacht“ legte der Ladenbesitzer Sommerfeld seine Eisernen Kreuze aus dem Ersten Weltkrieg (EK 1 und 2) in sein zerstörtes Schaufenster und ein Schild: „Der Dank des Vaterlandes ist Dir gewiss.“[24] Bald darauf begann die Verschleppung jüdischer Bewohner. Im Stadtgebiet befanden sich drei Außenstellen von Konzentrationslagern: das Kreisgerichtsgefängnis und je ein Gefangenenlager in der Kleersturnhalle und im Fliegerhorst in Quarmbeck.

Seit 1943/1944 wurden in Quedlinburg über 8.000 Verwundete in den Sporthallen und Notlazaretten versorgt. In der Woche, bevor am 19. April 1945 amerikanische Truppenverbände (RCT 18) die Stadt fast kampflos einnehmen konnten, gelang es, Teile der V 2, die auf dem Quedlinburger Bahnhof auf Waggons lagerten, aus der Stadt zu bringen.[25] Dies verhinderte eine Bombardierung und so beschränkten sich die Kriegszerstörungen auf Artillerietreffer.

So genannte Hallesche Monolithbauweise Typ Quedlinburg (HMBQ) in der Schmalen Straße

Nach dem Krieg war Quedlinburg Teil des 1945 gegründeten Landes Sachsen-Anhalt, seit 1952 des Bezirkes Halle in der DDR.

Die Demonstrationen vom 17. Juni 1953 konnten in Quedlinburg und Thale nur durch den Einsatz von Streitkräften der Sowjetarmee unterbunden werden.[26]

Obwohl es kaum nennenswerte Kriegszerstörungen gab, reichten die Bemühungen durch die DDR bei weitem nicht aus, den drohenden natürlichen Verfall der Altstadt zu stoppen. Durch den Einsatz erfahrener polnischer Restauratoren aus Toruń (Thorn) konnten nur punktuell Häuser wiederhergestellt werden. Seit 1957 wurde St. Wiperti restauriert und 1959 neugeweiht. Die ursprünglichen Planungen der DDR in den 1960er-Jahren, die historische Altstadt vollständig niederzureißen und durch einen zentralen Platz und sozialistische Plattenbauten zu ersetzen, scheiterten an Geldmangel. Versuche, die Plattenbauweise den historischen Verhältnissen anzupassen, sind im Bereich des Marschlinger Hofes, in Neuendorf und in der Schmalen Straße nördlich des Marktes zu sehen. Dafür wurde die sogenannte Hallesche Monolithbauweise (HMB) modifiziert und als Hallesche Monolithbauweise Typ Quedlinburg (HMBQ) umgesetzt. Erst nach der Wiedervereinigung 1990 wurden zielstrebig Fachwerkbauwerke restauriert.

Fachwerkhaus in der Wordgasse

Im Herbst 1989 demonstrierten in kaum einer anderen Stadt, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele Menschen wie in Quedlinburg.[27] Gewaltlose Demonstrationen während der „Wende“ fanden in Quedlinburg immer am Donnerstag statt. Die Demonstration am 2. November 1989 mit 15.000 Teilnehmern war trotz provozierenden Verhaltens der SED-Größen vor Ort ein Beispiel der Gewaltlosigkeit. Die größte Demonstration mit über 30.000 Teilnehmern fand am 9. November 1989 statt. Keiner der Teilnehmer ahnte, dass zur gleichen Zeit die Mauer geöffnet wurde. Die Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit wurde am 12. Dezember 1989 aufgelöst, nachdem die Klarnamendatei und die brisantesten Akten (beispielsweise zu Kirchenangelegenheiten) in den Tagen vorher vernichtet worden waren. Am 6. Januar 1990 fand zum Dank für den überwältigenden Empfang beim Überschreiten der Grenze ein großes Stadtfest statt. Zu diesem Fest kamen Würdenträger und 50.000 Gäste. Bei einem Spontanbesuch sagte Helmut Kohl im Januar 1990 der Stadt Hilfsgelder zur Sicherung der extrem gefährdeten Bausubstanz zu und das Bundesland Niedersachsen spendete im Frühjahr 100.000 Dachziegel für Sofortmaßnahmen.

Ein gesellschaftlicher Tiefpunkt waren im Herbst 1992 ausländerfeindliche Übergriffe in der Quedlinburger Neustadt. Eine Antwort von Quedlinburger Einwohnern war die Gründung der bis heute sehr aktiven Präventionsmaßnahme „Altstadtprojekt“. Die geplante NPD-Demonstration 15 Jahre später wurde durch eine betont bunte Demonstration engagierter Quedlinburger verhindert.[28]

Von den 1945 geraubten zwölf Teilen des Domschatzes kehrten 1993 zehn aus den USA zurück in die Quedlinburger Domschatzkammer. Zwei Beutestücke bleiben weiterhin in Amerika verschollen.

Zur Tausendjahrfeier der Verleihung des Markt-, Münz- und Zollrechtes wurden große Teile der Quedlinburger Altstadt und der Königshofkomplex im Dezember 1994 auf Antrag Deutschlands auf die Liste der Welterbestätten der UNESCO gesetzt, als ein Ensemble, das die Ansprüche gemäß dem Kriterium IV. erfüllt, „ein herausragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden oder architektonischen Ensembles oder einer Landschaft, die bedeutsame Abschnitte in der menschlichen Geschichte darstellen“. (IV).[29] Gerhard Schröder besuchte 1998 mit dem spanischen Ministerpräsidenten José María Aznar und 1999 mit dem französischen Premierminister Lionel Jospin die Stadt.

Seit 2000[Bearbeiten]

Das schwedische Königspaar, Carl XVI. Gustaf und seine Frau Silvia, besuchten 2005 die Quedlinburger Stiftskirche. Nach mehrjährigen Restaurierungen ist die Krypta der Stiftskirche seit März 2009 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Zum 1. Januar 2011 vergrößerte sich die Stadt zunächst durch die Eingemeindung der Stadt Gernrode sowie der Gemeinden Bad Suderode und Rieder von 78,14 km² auf 141,82 km²; die Bevölkerungszahl stieg von etwas über 21.000 auf über 28.000. Diese Eingliederung musste jedoch wegen eines Formfehlers am 19. Februar 2013 aufgrund einer Gerichtsentscheidung wieder rückgängig gemacht werden.[30] Bad Suderode und Gernrode gehören seit dem 1. Januar 2014 wieder zu Quedlinburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Da Quedlinburg lange Zeit nicht über seine mittelalterliche (Stadtmauer-)Grenzen hinauswuchs, blieb die Einwohnerzahl vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert bei maximal 8.000 bis 10.000 Personen. Erst mit der Industrialisierung begann die Zahl zu wachsen und erreichte den höchsten Wert 1950 mit 35.426 Einwohnern. Danach sank sie von 1950 bis 1990 um 21 Prozent (7459) kontinuierlich ab und lag bereits 1975 wieder unter 30.000. Seit der gewaltlosen Revolution und der Grenzöffnung 1989/1990 verlor die Stadt wegen hoher Arbeitslosigkeit, des Wegzugs vieler Einwohner in das Umland und des Geburtenrückgangs erneut 20 Prozent ihrer Bewohner (5.500 Personen). Am 30. Juni 2006 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Quedlinburg nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt 22.481 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Der Anstieg 2011 war auf die vorgenannten Eingemeindungen zurückzuführen, die 2013 wieder rückgängig gemacht wurden.

Bevölkerungsentwicklung 1786–2005 und -prognose bis 2020
Jahr Einwohner
1786 8.382
1807 10.476
1820 11.507
1830 12.001
1840 13.431
1852 13.886
1861 14.835
1871 16.800
1880 18.437
1890 20.761
Jahr[31] Einwohner
1900 23.378
1910 27.233
1919 28.190
1939 30.320
1946 35.142
1950 35.555
1955 33.125
1960 30.965
1965 30.840
1970 30.829
Jahr Einwohner
1975 29.711
1980 28.585
1985 29.394
1988 28.790
1990 28.663
1992 27.242
1993 26.853
1994 26.181
1995 25.844
1998 24.776
Jahr[32] Einwohner
1999 24.559
2000 24.114
2001 23.901
2002 23.620
2003 23.216
2004 22.842
2005 22.607
2006 22.185
2007 21.909
2008 21.500
Jahr Einwohner
2009 21.203
2010 [33] 21.203
2011 28.137
2012 25.391
2013 20.833

Bevölkerungsprognose[Bearbeiten]

Die Bertelsmann-Stiftung, Wegweiser Demographischer Wandel, liefert Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2959 Kommunen in Deutschland (Publikation Januar 2006). Für Quedlinburg wird ein Absinken der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 14,1 Prozent (3.281 Personen) vorausgesagt.[34] Prognose der absoluten Bevölkerungsentwicklung von 2003 bis 2020 für Quedlinburg (Hauptwohnsitze):

Datum 2003 2005 2010 2015 2020
Einwohner 23.216 22.631 21.447 20.627 19.935

Im Rahmen der Fortschreibung des WelterbeManagementPlans wurde 2011 eine eigene Prognose aufgestellt. Zum Stichtag 31. Dezember 2010 wohnten 21.016 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Quedlinburg (mit Gebietsstand zu diesem Stichtag). Im Jahressaldo verlor die Stadt im Laufe 2011 insgesamt 69 Einwohner. Unter Einschluss der Zu- und Abwanderungen wurde damit seit 2001 ein durchschnittliches Negativsaldo von 150 bis 180 Einwohnern jährlich konstatiert. Die Prognose für 2025 liegt nach dieser Erhebung bei 16.200 bis 17.300 Einwohner (in den Grenzen von 2010).[35]

Altersstruktur Ende 2010 (Gebietsstand 2010) für Quedlinburg in 5-Jahres-Intervallen von 0–104

Altersstruktur[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Altersstruktur vom 31. Dezember 2007.[36] Einige Zahlen spiegeln sechs, andere über 20 Jahrgänge wider.

Alter von – bis 0–6 6–15 15–25 25–45 45–65 65–75 Über 75 Gesamt
Einwohnerzahl 999 1.319 2.520 5.426 6.352 3.088 2.205 21.909
Anteil in Prozent 4,6 6,0 11,5 24,8 29,0 14,1 10,0 100,0

Religionen[Bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kirchen in Quedlinburg

Der überwiegende Teil der Quedlinburger Bevölkerung gehört keiner Religionsgemeinschaft an. Die ehemals fünf protestantischen Gemeinden umfassen rund 16 Prozent[37] der Stadtbevölkerung und haben sich in der Evangelischen Kirchengemeinde Quedlinburg zusammengeschlossen, die ein Teil der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ist. Etwa vier Prozent[37]der Stadtbevölkerung gehören zur katholischen St.-Mathildis-Gemeinde, einer Pfarrei im Bistum Magdeburg. Weitere christliche Gemeinden gehören zu den Siebenten-Tags-Adventisten, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) oder anderen evangelischen Freikirchen sowie zur Neuapostolischen Kirche. Darüber hinaus leben in der Stadt Mitglieder der Blankenburger Gemeinde der alt-katholischen Kirche.

Judentum[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jüdische Gemeinde Quedlinburg

Bereits im 11./12. Jahrhundert sollen sich jüdische Kaufleute in Quedlinburg angesiedelt haben. Seit dem frühen 13. Jahrhundert sind sie urkundlich fassbar. Sie fungierten vor allem als unabhängige Kreditgeber der Quedlinburger Äbtissin und anderer lokaler Magnaten. Im Jahr 1514 mussten alle Juden Quedlinburg verlassen. Zwar waren im 18. Jahrhundert drei sogenannte Schutzjuden erlaubt, aber erst nach der Auflösung des Stiftes 1802 siedelten sie sich wieder in Quedlinburg an. Von 1933 bis 1945 lebten weniger als 100 „Nichtarier“ in Quedlinburg. Von diesen kamen mindestens 13 gewaltsam zu Tode, 14 gelang die Emigration und 34, überwiegend „Halbjuden“, überlebten und starben eines natürlichen Todes. Die anderen Schicksale sind unbekannt. Eine jüdische Gemeinde gibt es seit der NS-Zeit nicht mehr in Quedlinburg.

Politik[Bearbeiten]

Quedlinburger Marktplatz mit Rathaus (links)

Liste der (Ober-)Bürgermeister seit 1800[Bearbeiten]

  • 1800–1837 Johann August Donndorf, Bürgermeister
  • 1838–1848 Wilhelm Ferdinand Schiller, Bürgermeister
  • 1848–1859 Georg Drönewolf, Bürgermeister
  • 1860–1890 Gustav Brecht, Bürgermeister
  • 1890–1895 Gustav Brecht, Oberbürgermeister
  • 1891–1918 Wilhelm Severin, 2. Bürgermeister
  • 1895–1924 Ernst Bansi, Oberbürgermeister
  • 1918–1945 Hermann Boisly, Bürgermeister
  • 1924–1933 Rudolf Drache, Oberbürgermeister
  • 1933–1934 Adolf Sperling, Oberbürgermeister
  • 1934–1945 Karl Selig, Oberbürgermeister
  • 1945 Robert Dietzel, Bürgermeister
  • 1945 Falz, Oberbürgermeister
  • 1945 Hans Simmon, Bürgermeister
  • 1945 Hermann Boisly, Stadtkämmerer (Bürgermeister a. D.),
  • 1945 Egon Mahlow, Oberbürgermeister
  • 1946 Kietz, Fritz, Bürgermeister und Stadtrat
  • 1946–1950 Heinz Jäger, Oberbürgermeister
  • 1951 Gerhard Enger, Bürgermeister
  • 1952–1956 Arno Böhme, Bürgermeister
  • 1955–1984 Erwin Prezewowski, stellvertr. Bürgermeister
  • 1956–1960 Edgar Dietzel, Bürgermeister
  • 1960–1963 Walter Großmann, Bürgermeister
  • 1963–1982 Edgar Dietzel, Bürgermeister
  • 1982–1990 Rainhard Lukowitz, Bürgermeister
  • 1990–1994 Rudolf Röhricht, Bürgermeister
  • 1994–2001 Rudolf Röhricht, Oberbürgermeister
  • ab 2001 Eberhard Brecht, Bürgermeister

Am 2. März 2008 wurde Eberhard Brecht (SPD) mit 50,5 Prozent (2001: 56,6 Prozent) der Stimmen wiedergewählt und in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt.[38]

Stadtrat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Quedlinburger Stadtrat (2014–2019)

An der Spitze der Stadt stand seit dem 13. Jahrhundert der Rat mit zunächst zwölf, später dreimal zwölf Ratsherren (abwechselnd zwölf pro Jahr). Den Vorsitz hatte ein Bürgermeisterpaar, bestehend aus einem Bürgermeister der Alt- und einem der Neustadt. Bis zum 19. Jahrhundert gab es also drei Altstädter und drei Neustädter Bürgermeister, die sich abwechselten. Dann wurde das Amt auf eine Person beschränkt. Von 1890 bis 2000 trugen die Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister.

Als Vertretung der Bürger gibt es eine Stadtvertretung, die in Quedlinburg die Bezeichnung Stadtrat trägt. Die Mitglieder der Bürgerschaft werden von den Bürgern der Stadt auf fünf Jahre gewählt. Die Mehrheitsverhältnisse in der Quedlinburger Bürgerschaft sind sehr unübersichtlich.

2009 wurde der Stadtrat noch für die Kernstadt Quedlinburg allein gewählt. Durch die Eingemeindung der Ortschaften Rieder (2011–2013) sowie Gernrode und Bad Suderode (2011–2013 sowie seit 2014) vergrößerte sich der Stadtrat zeitweilig auf bis zu 45 Sitze. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wurde der erste Stadtrat gewählt, bei dem Kandidaten auch aus den neuen Ortsteilen direkt antraten. Zusätzlich wurde für Gernrode und Bad Suderode ein Ortschaftsrat gewählt. Insgesamt bewarben sich 126 Männer und Frauen um die 36 Sitze im Stadtrat.[39]

Das Wahlergebnis sortiert nach prozentualer Reihenfolge der letzten Wahl:

Partei / Liste / Fraktion 2014[40] 2011 2009 2004 1999
Sitze Stimmenanteil Sitze Sitze Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Stimmenanteil
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 11 30,0 % 11 10 27,3 % 8 23,5 % 27,0 %
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 6 17,3% 6 6 17,5 % 6 17,7 % 19,9 %
Die Linke 5 15,2% 5 5 14,7 % 7 18,8 % 11,5 %
Bürgerforum Quedlinburg (BFQ) 4 11,0 % 4 4 11,1 %
Freie Demokratische Partei (FDP) 2 6,3 % 5 5 13,1 % 5 13,0 % 7,7 %
Bündnis 90/Die Grünen 2 4,3 % 2 2 5,5 % 2 5,8 % 1,8 %
Quedlinburger Wählergemeinschaft (QfW) 2 4,1 % 2 2 6,4 % 7 19,1 %
Unabhängige Wählergemeinschaft "Bürger für Gernrode" (UWG) 1 3,8% -
Liste Zukunft Quedlinburg (LZQ) 1 3,3 % -
Verein der Gewerbetreibenden und Selbständigen Bad Suderode/Harz e.V. (VGS) 1 2,7 % -
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 1 1,9 % 1 1 2,7 % 1 2,8 %
Die Alternative – geben 1 1 1,8 %
fraktionslos 2
Ortschaftsfraktion 7

Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 40,0 % (35,7 %; 34,7 %; 51,3 %). Sie zählt damit zwar zu den niedrigsten Werten in Deutschland, erhöht sich aber wieder seit 2004.

Wappen[Bearbeiten]

Offizielle Darstellung des Wappens
Bis 1998 verwendetes Wappen

Quedlinburg führte seit Jahrhunderten ein Wappen, doch liegen keine Zeugnisse dafür vor, dass dieses Hoheitszeichen rechtmäßig verliehen wurde. Das Wappenbuch des Heraldikers Johann Siebmacher führt im Jahr 1605 die Wappen der Reichstätte und Städte vor; ein Quedlinburger Wappen nennt er nicht. Auch finden sich in den Archiven keine historiografischen Hinweise auf eine Wappenverleihung.

Es ist darum anzunehmen, dass Quedlinburg im Laufe seiner Stadtgeschichte aus dem ursprünglichen Siegelbild ein in Gewohnheitsrecht getragenes Wappen entwickelte. Das erklärt auch die Tatsache, dass das Wappenbild im Laufe der Jahrhunderte häufig wechselte und von einem verbindlichen Erscheinungsbild nicht die Rede sein kann.

Das bis 1998 gebräuchliche Wappenbild fand bei der Landesregierung keine Zustimmung und wurde deshalb in seiner Gestaltung verändert. Diese Änderungen betrafen allerdings lediglich Details und kaum die heraldische Erscheinung des Wappens. Begründet wurde die gestalterische Modifizierung damit, dass es gerade die veränderten Details seien, die aus einem Bild ein korrektes Wappenbild machen würden.[41]

Vorbild des Adlers war das 1882 von Adolf Matthias Hildebrandt (Frankfurt/M.) gestaltete Wappenbild aus dem „Urkundenbuch der Stadt Quedlinburg“. Der innere Schild wurde in seiner Grafik den heraldischen Gepflogenheiten und überlieferten stilistischen Formen angepasst. Die grafische Ausführung und Dokumentation erfolgte durch den Heraldiker Jörg Mantzsch, (Magdeburg).

Blasonierung: „In Gold einen rotbewehrten schwarzen Adler mit goldkonturiertem roten Brustschild, darin eine silberne Burg mit schwarz gefugter Zinnenmauer und gezinntem Torturm mit offenem Rundbogenfenster im Spitzdach, geöffneten Torflügeln und emporgezogenem Fallgitter, der Torturm flankiert von zwei spitzbedachten Zinnentürmen mit je einem offenen Rundbogenfenster, im Tor ein sitzender silberner Hund mit schwarzem Halsband.“

Die Farben der Stadt sind Schwarz-Gelb.

Flagge[Bearbeiten]

Bürgerliche Flagge? Flagge Quedlinburgs
Seitenverhältnis: 7:11

Die Flagge der Stadt besteht aus den Farben der Stadt in Streifen mit einem aufgesetzten Stadtwappen.[42]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Quedlinburg hat seit 1961 eine Städtepartnerschaft mit dem kleinen Ort Aulnoye-Aymeries in Nordostfrankreich und seit 1991 eine Städteunion mit den vier historisch bedeutsamen Städten Herford in Nordrhein-Westfalen sowie Celle, Hann. Münden und Hameln in Niedersachsen. Gemeinsam mit diesen wurde ein sogenanntes Städteunionshaus (Hohe Straße 8) eingerichtet, in dem regelmäßig Treffen stattfinden. Seit 2000 gibt es einen Städtekontakt mit Torbay in Großbritannien.[43]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen, Galerien und Archive[Bearbeiten]

Eingang zum Schlossmuseum

Städtische Museen Quedlinburg[Bearbeiten]

Die Ausstellung des Schlossmuseums zeigt die Entwicklung des Burgberges mit dem Damenstift und Facetten der Stadtgeschichte. Herausragende Exponate sind der bronzezeitliche Hortfund vom Lehof, die Goldscheibenfibel aus Groß Orden (wüst), der sogenannte Raubgrafenkasten und eine mittelalterliche Balliste. Seit 2002 wird im sogenannten Ottonenkeller eine Ausstellung zur Rezeption der ottonischen Zeit während des Nationalsozialismus gezeigt.

Im 1570 erbauten Klopstockhaus wurde 1724 der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock geboren. Klopstock wurde durch sein Wirken zu einem Begründer der klassischen deutschen Literatur und war weit über die Grenzen Deutschlands hinaus berühmt. An das Museum angeschlossen sind eine Bibliothek und ein Archiv.

Fachwerkmuseum „Ständerbau“ im Word

Das Fachwerkmuseum Ständerbau zählt zu den ältesten Fachwerkhäusern in Quedlinburg. Neuere Untersuchungen ergaben eine Datierung von 1346/1347. Älter sind Gebäudeteile von Klink 6/7 von 1289 (d), Hölle 11 von 1301 (d), Breite Str. 12/13 1330 (d).[44] Die Ausstellung zeigt die Geschichte des Ständer- und Fachwerkbaus vom 14. bis zum 20. Jahrhundert und einzelne Stile des Quedlinburger Fachwerkbaus anhand von Modellen.

Andere Museen und Galerien[Bearbeiten]

Die 1986 eröffnete Lyonel-Feininger-Galerie zeigt Werke des New Yorker Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger (1871–1956), die vom Quedlinburger Hermann Klumpp, einem Mitschüler des Bauhauses, vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrt worden waren. Die Sammlung, eine der umfangreichsten geschlossenen Bestände von Grafiken, Radierungen, Lithographien und Holzschnitten des Künstlers, dokumentiert seine Schaffensperioden von 1906 bis 1937.

Daneben befinden sich drei weitere Galerien in der Stadt: Galerie Weißer Engel, Galerie im Kunsthoken und die Galerie im kleinen Kunsthaus.

Im Mitteldeutsches Eisenbahn- und Spielzeugmuseum befinden sich über 3.000 Ausstellungsobjekte zum Thema Historisches Spielzeug aus der Zeit um 1900 und eine Sammlung historischer Modelleisenbahnen der Spuren I, 0, S und H0, vor allem von Märklin, aber auch ausländische Modelleisenbahnen.[45]

Das Museum für Glasmalerei und Kunsthandwerk, untergebracht im restaurierten Wordspeicher, einem Speichergebäude des 17. Jahrhunderts, bietet eine Ausstellung zur Bedeutung und Geschichte der Quedlinburger Glasmalerei sowie eine Schauwerkstatt und einen interaktiven Erlebnisraum.[46]

Kirchen[Bearbeiten]

Romanische Kirchen[Bearbeiten]

Stiftskirche St. Servatius

Die Stiftskirche St. Servatii thront weithin sichtbar auf dem Schlossberg über der Stadt. Der jetzige, vierte Kirchenbau an gleicher Stelle wurde nach einem Brand im Jahr 1070 begonnen und im Jahr 1129 geweiht. Der romanische Kirchenraum ist durch den niedersächsischen Stützenwechsel und einen imposanten, innen und außen verlaufenden Relieffries gekennzeichnet. Der Hohe Chor wurde unter der Äbtissin Jutta von Kranichfeld bis 1320 im gotischen Stil umgebaut. Bei der umfassenden Restaurierung unter Ferdinand von Quast 1863 bis 1882 erhielt die Kirche zwei romanische Türme mit stilwidrigen rheinischen Helmen. In der Zeit von 1936 bis 1945 war die Kirche durch die SS unter dem Reichsführer SS Heinrich Himmler besetzt und profaniert. In den beiden Schatzkammern ist der Quedlinburger Domschatz mit den 1945 gestohlenen und 1992 aus Texas zurückgekehrten Teilen zu sehen. Gezeigt werden unter anderem das Servatiusreliquiar, das Katharinenreliquiar, Fragmente der Quedlinburger Itala, der mit Goldblech beschlagene Servatius- oder Äbtissinnenstab und der Knüpfteppich aus dem 12. Jahrhundert.

Wipertikrypta, 10. Jh.

St.-Wiperti-Kirche wurde als katholische Filialkirche 1959 neugeweiht. Reste des Altarraums reichen bis zur Mitte des 10. Jahrhunderts zurück. In diesen Bau wurde in der Zeit um das Jahr 1020 die romanische Krypta eingefügt. 1146 wurde der gesamte Kanonikerkonvent (seit 961/4) in einen Prämonstratenserkonvent umgewandelt. Dieses Kloster überstand in vier Jahrhunderten mehrere Zerstörungen (1336, 1525), bevor es im Zuge der Reformation spätestens 1546 aufgehoben wurde. Die Kirche wurde als evangelische Pfarrkirche der Münzenberg- und Westendorfgemeinde genutzt. Mit der Auflösung des Damenstiftes 1802 wurde die Wipertikirche zunächst verpachtet, später verkauft und als Scheune genutzt. Von 1936 bis 1945 wurde sie ebenfalls als nationalsozialistische Weihestätte profaniert. In den Jahren 1954 bis 1958 wiederhergerichtet, wird sie seit 1959 in den Sommermonaten für das sonntägliche Hochamt genutzt. 1995 wurde ein Förderverein gegründet, der die bauliche und historische Substanz betreut.[47]

Die Stiftskirche und die Wipertikirche sind die Quedlinburger Stationen (Nr. 36) auf der südlichen Route der Straße der Romanik.

Münzenberg mit St. Marien (rechts)

Die Reste der St.-Marien-Kirche auf dem Münzenberg werden nicht als Sakralraum genutzt. Sie sind aber durch private Initiativen wieder zugänglich gemacht worden. Die 1525 aufgegebene romanische Kirche ist 986 auf Intervention der Äbtissin Mathilde als Klosterkirche eines Benediktinerinnenklosters gegründet worden. 1017 wurde sie nach einem Brand in Gegenwart Heinrichs II. neu geweiht. Nach den Zerstörungen im Bauernkrieg war das Kloster verlassen worden und seit den 1550er-Jahren siedelten sich einfache Leute (Musikanten etc.) auf dem Münzenberg an. Diese zersiedelten das ehemalige Klostergelände mit vielen kleinen Häusern, sodass der Kirchenraum in 17 einzelne Gebäude aufgeteilt war. Ein Großteil der Kirche wurde wieder in der ursprünglichen Form zugänglich gemacht.

Gotische Kirchen[Bearbeiten]

St. Aegidii im Norden der Altstadt, eine spätgotische dreischiffige Kirche mit ihren wuchtigen, festungsartigen Türmen, wurde erstmals 1179 erwähnt. Die evangelische Kirchengemeinde Quedlinburg nutzt sie aus denkmaltechnischen Gründen zurzeit nur selten. Aus dem gleichen Grunde sind die Besuchsmöglichkeiten eingeschränkt. Die Marktkirche St. Benedikti mit der angeschlossenen Kalandskapelle ist auf romanischen Resten errichtet und wurde 1233 erstmals erwähnt. Sie wird von der evangelischen Kirchengemeinde als Pfarrkirche genutzt und ist für Gäste ganzjährig zu besichtigen. Der Bau ist eine Hallenkirche mit achteckigen Pfeilern, einem spätgotischen Chor aus dem 14. Jahrhundert und einem Taufstein aus dem Jahre 1648. Dach und Dachstuhl der Kirche sind als Fauna-Flora-Habitat (FFH) für die Große-Mausohr-Fledermäuse ausgewiesen.[48]

St. Nikolai

St. Nikolai in der Neustadt wurde 1222 erstmals erwähnt und ist mit ihren 72 Meter hohen Türmen und ihrem hohen dreischiffigen Bau ein imposantes Beispiel für einen frühgotischen Kirchenraum. Ob der romanische Vorgängerbau auf eingerammten Ellernpfählen errichtet wurde, um in dem morastigen Untergrund Halt zu finden, konnten archäologische Untersuchungen bisher weder bestätigen noch widerlegen. Nach chronikalischen Nachrichten des 13. Jahrhunderts haben zwei Schäfer auf der so genannten Pfannenwiese ihre Herden gehütet und dabei einen Schatz gefunden, den sie zum Bau der Kirche stifteten. Deshalb sind zwei Ecken des Turmes mit Figuren eines Schäfers und seines Hundes geschmückt. Die Hallenkirche besitzt verschiedenartig gegliederte Pfeiler, einen einschiffigen Chor und Doppeltürme.

St. Blasii in der Altstadt, von der nur noch die gotischen Türme (mit Spolien eines romanischen Vorgängerbaus) stehen, während das Kirchenschiff aus dem Barock stammt, wurde wegen fehlender Nutzung durch eine eigene Kirchengemeinde der Stadt übergeben und wird heute vor allem als Konzert- und Ausstellungsraum genutzt. Sehr sehenswert sind die komplett erhaltenen hölzernen Bankeinbauten des 16./17. Jahrhunderts.

St. Mathildis

Neugotische Kirchen[Bearbeiten]

St. Mathilde im Neuendorf wurde von 1856 bis 1858 nach Plänen des Mitarbeiters der Kölner Dombauhütte Friedrich von Schmidt errichtet. 1858 von Bischof Konrad Martin (Paderborn) konsekriert und Mathilde, der Ehefrau König Heinrich I. geweiht, ist sie die Pfarrkirche der katholischen Gemeinde. Der Turm des neugotischen einschiffigen Baus wurde 1984 aus baustatischen Gründen heruntergenommen.

In der Süderstadt wurde 1906 St. Johannis errichtet, die sich auf dem Gebiet des ehemaligen Hospitals mit der alten St.-Johannes-Kapelle befindet. Die bereits im 13. Jahrhundert erwähnte St.-Johannis-Kapelle ist in den Jakobsweg eingebunden. Sie war einst die Kirche eines weit vor der Stadt Quedlinburg gelegenen Hospitals.

Historische Bauwerke und Plätze[Bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmale in Quedlinburg

Der Quedlinburger Fachwerkbau[Bearbeiten]

Der größte Teil des Hausbestandes im historischen Stadtkern sind Fachwerkhäuser, die in besonderer Weise dem städtebaulichen Denkmalschutz unterstehen. Sie wurden aufgrund ihrer Formen in fünf große Bereiche unterteilt:[49] Danach wurden mindestens elf (1 Prozent) Fachwerkhäuser vor 1530 errichtet, weitere 70 (5 Prozent) zwischen 1531 und 1620, mehr als 439 (33 Prozent) zwischen 1621 und 1700, mehr als 552 (42 Prozent) zwischen 1700 und 1800 und 255 (19 Prozent) die im 19. und 20. Jahrhundert erbaut wurden. Insgesamt sind das mehr als 1327 Fachwerkhäuser in Quedlinburg. Im Vergleich haben sich in Wernigerode 624, in Stolberg 354 und in Osterwieck 353 Fachwerkbauten erhalten.

In den vergangenen Jahren konnte die Bauforschung mit Hilfe von Dendrochronologie über 20 bisher bauzeitlich unbekannte Häuser und Dachstühle aus der Zeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert identifizieren.

Von 1989 bis 2005 gelang durch verschiedene Förderprogramme die Sanierung von etwa 650 der insgesamt 1200 denkmalgeschützten Quedlinburger Fachwerkhäuser. Die Sanierung der verbliebenen etwa 550 Fachwerkhäuser bleibt für die Stadt eine bedeutende Aufgabe der kommenden Jahre. Besonders um die Förderung verdient gemacht hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Ein Denkmalpflegeplan, der 2012 veröffentlicht wurde, spricht von 2119 Fachwerkbauten, von denen 1689 als Baudenkmale eingestuft sind. Insgesamt gelten 2050 der 3562 Gebäude als ortsbildprägend.[50][51]

Einzeldenkmale[Bearbeiten]

Das 1989 veröffentlichte Denkmalverzeichnis der Stadt Quedlinburg führt über 1200 Einzeldenkmale auf. Bei den folgenden besonders markanten Bauwerken handelt es sich infolgedessen nur um eine geringe Auswahl:

Fachwerkbauten[Bearbeiten]
Steinbauten[Bearbeiten]
Jugendstilbauten[Bearbeiten]
  • Ambitionierter Jugendstilbau Steinbrücke 11 von 1903 vom Architekten Max Schneck

Mittelalterliche Wehrbauten[Bearbeiten]

Schreckensturm
Lindenbeinturm, auch Sternkiekerturm genannt

Der Ring der mittelalterlichen Stadtmauer mit seinen Stadttürmen ist in weiten Teilen noch zu sehen. Von den mittelalterlichen Stadttoren, dem Hohen Tor, dem Gröperntor, dem Öringertor und dem Pölkentor hat sich dagegen keines erhalten. Der größte und unheimlichste Turm ist zweifelsohne der Schreckensturm mit Folterkammer und Verlies. Der durch sein grünes Dach leicht erkennbare Lindenbeinsche Turm ist mit einer Galerie versehen und für Besucher geöffnet. Zwei Türme sind heute zu Wohnungen ausgebaut, darunter der Kaiserturm. Einige Türme sind in Privathand, zum Teil in schlechtem baulichen Zustand. Dazu zählen unter anderen der Gänsehirtenturm, der Kuhhirtenturm, der Schweinehirtenturm, der Kruschitzkyturm, der Pulverturm, der Mertensturm und der Spiegelsturm.[56]

Von den im Felde um die Stadt befindlichen ehemals elf Wachtürmen, die entlang des Landgrabens oder der Landwehr an wichtigen strategischen Positionen erbaut waren, haben sich sechs, hier so genannte Feldwarten erhalten. Es sind dies die Bicklingswarte, die Lethwarte, die Altenburgwarte, die Gaterslebener Warte, die Steinholzwarte und die Seweckenwarte. Weitgehend durch Steinraub verschwunden sind die Warte auf dem Lehof, die Aholzwarte, die Heidbergwarte, die Anamberger Warte und die Sültenwarte. Sie waren umgeben von befestigten Höfen, die den auf den Feldern arbeitenden Bauern und Hirten als Fliehburg dienten. Die Warttürme wurden auf Bergen an der Gemarkungsgrenze als Frühwarnsystem errichtet und meldeten Gefahren mittels Rauch- und Feuerzeichen an die Stadt.[57]

Siehe auch: Quedlinburger Landgraben

Parks und Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Brühl vom Abteigarten aus gesehen

Der größte Park ist der Brühl, ein altes Waldstück, das bereits um 1179 als broil genannt und im 16./17. Jahrhundert planmäßig angelegt wurde. Der Brühlpark ist Bestandteil des 40 Gartenanlagen umfassenden Projektes Gartenträume Sachsen-Anhalt. Zwischen Brühl und Schlossberg wurde 2006 der Historische Abteigarten wieder neu gestaltet und mit einem Demeter-Garten versehen. Als weiterer Park steht der Worthgarten im unmittelbaren Stadtbereich Spaziergängern offen. In der Süderstadt wurde der ehemalige Johannisfriedhof im 19. Jahrhundert zur Parkanlage Johannishain umgestaltet. Als Ausflugsziele in der Nähe sind die Altenburg, der Lehof, das Steinholz, der 1913 erworbene Eselstall und die Hamwarte zu nennen. Die dort im 19. Jahrhundert befindlichen Ausflugslokale sind vollständig verschwunden.[58]

Theater und Musik[Bearbeiten]

Das Nordharzer Städtebundtheater ist mit je zwei Spielstätten in Halberstadt und in den Städtischen Bühnen Quedlinburg sowie mit Sommerbespielung im Bergtheater Thale aktiv.[59] Weitere Theaterbesuche sind in der Waldbühne Altenbrak, der Seebühne Magdeburg und der Schlossbühne Wolfenbüttel möglich. Der 1981 von Kirchenmusikdirektor Gottfried Biller gegründete Quedlinburger Musiksommer bietet in den Sommermonaten wöchentlich ein Konzert innerhalb einer thematischen Konzertreihe in der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg an. Von den verschiedenen Chören seien genannt: der Fritz-Prieß-Chor, der Quedlinburger Oratorienchor und der Ökumenische Jugendchor.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Festival Kaiserfrühling 2002

Mittlerweile weist Quedlinburg ein zunehmend angenommenes Veranstaltungsprogramm auf. Als größtes Ereignis kristallisiert sich zur Zeit der Advent in den Höfen heraus, bei dem 2006 an jedem Wochenende über 50.000 Besucher und 2007 zum Besuch von Gotthilf Fischer sogar 75.000 in die Stadt kamen. Traditionell am zweiten und dritten Adventswochenende laden bis zu 24 sonst größtenteils geschlossene Höfe zum Geschenkekaufen, Essen, Glühweintrinken und Verweilen ein. Die Reihe der Veranstaltungen beginnt im Frühjahr mit dem sogenannten Kaiserfrühling zu Ostern und Pfingsten, einem mittelalterlichen Spektakel in der historischen Altstadt. Mitte Mai folgt die deutschlandweit verbreitete Lange Nacht der Museen. Das Programm Zauber der Bäume, eine Kunst- und Musikinstallationen im Brühlpark findet am ersten Samstag des Monats Juli statt. Über den Sommer verteilt, von Juni bis September, finden die verschiedenen Aufführungen des Quedlinburger Musiksommers statt. Meist im August findet das Gildefest der Quedlinburger Kaufmannsschaft statt. Am zweiten Wochenende im September wird der Tag des offenen Denkmals für Deutschland in Quedlinburg eröffnet. In der Stadt sind über 70 Quedlinburger Denkmäler für Besucher kostenlos geöffnet, die sonst meist verschlossen sind, und es wird eine Quedlinburger Blumenmesse am Mathildenbrunnen in der Neustadt veranstaltet. Daneben laden alle drei Monate die Quedlinburger Dixieland- und Swingtage ein, bei denen von einem Konzertort zu nächsten gefahren wird, um die Musik zu genießen; weiterhin findet monatlich eine so genannte Milonga, ein Tanzabend mit argentinischem Tango statt, der von Braunschweiger Milongueras ausgerichtet wird.[60] Im Sommer 2009 fand erstmals das weltweit ausgetragene kostenlose Musikfestival Fête de la Musique statt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßenanbindung[Bearbeiten]

Quedlinburg: Übersicht Infrastruktur

Die Stadt liegt am Knotenpunkt der Bundesstraßen 79 und 6 sowie der neugebauten vierspurigen B 6n. Der nördliche Anschluss (Quedlinburg-Zentrum) zur B 6n über der mittelalterlichen Siedlung Marsleben (wüst) ist seit 2006 unter Verkehr, der Lückenschluss zwischen Quedlinburg-Zentrum und Quedlinburg-Ost wurde am 1. Dezember 2007 unter Verkehr gestellt. Die Autobahn A 14 ist 40 Kilometer in östlicher, die A 395 44 Kilometer in westlicher, die A 2 50 Kilometer in nördlicher und die A 7 75 Kilometer in westlicher Richtung von der Stadt entfernt.

Bahn und ÖPNV[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Quedlinburg

Die 1863 als Durchgangsbahnhof gebaute Station Quedlinburg hat seit 2006 eine herausragende Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt durch die neue Umstiegsmöglichkeit von der Bahnstrecke Halberstadt–Thale auf die Harzer Schmalspurbahnen – auf der neuen Strecke von Quedlinburg über Gernrode in den Harz – gewonnen.

Bahnhof Quedlinburg: Verkehrsknoten zwischen dem Harz-Elbe-Express und der Harzer Schmalspurbahn

Quedlinburg war seit 1863 Durchgangsbahnhof des Nordharzer Eisenbahnnetzes an der Verbindung von Halberstadt zum Harzrand bei Thale. Auf dieser Verbindung verkehrt stündlich der sogenannte Harz-Elbe-Express im Nahverkehr von Magdeburg über Halberstadt nach Thale. Freitags, samstags und sonntags fährt der private Fernverkehrszug Harz-Berlin-Express von Berlin über Potsdam, Magdeburg, Halberstadt und Quedlinburg nach Thale und zurück.

Der frühere Verkehr über die Nebenstrecke Quarmbeck, Gernrode und Ballenstedt nach Ermsleben, der ältesten regelspurigen Nebenbahn des Harzes, des sogenannten Balkans[61] wurde 2004 eingestellt. 2006 wurde der Abschnitt Gernrode-Quedlinburg als Schmalspurbahn reaktiviert. Diese Stichstrecke Frose–Ballenstedt war 1868 von den Magdeburg-Halberstädter Eisenbahnen (MHE) auf Drängen des Herzogs von Anhalt errichtet worden, der sein Schloss in Ballenstedt erreichen wollte. Nachdem die Deutsche Bahn AG den normalspurigen Streckenabschnitt nach Aschersleben über Gernrode stillgelegt hatte, wurde am 18. April 2005 mit den Arbeiten zur Verlängerung der Selketalbahn von Gernrode nach Quedlinburg begonnen. Dafür wurde zunächst der Endbahnhof Gernrode zu einem Durchgangsbahnhof umgebaut. Die Selketalbahn der HSB wurde bis Ende Dezember 2005 um 8,5 Kilometer von Gernrode nach Quedlinburg verlängert. Die bestehende Normalspurstrecke – auf der Trasse der stillgelegten Bahnstrecke Frose–Quedlinburg – wurde dazu auf Meterspur umgespurt. Am 4. März 2006 fuhr der erste Schmalspurzug der Harzer Schmalspurbahnen in den Bahnhof Quedlinburg ein, und seit dem 26. Juni 2006 gibt es einen planmäßigen Zugbetrieb der Harzer Schmalspurbahnen bis Quedlinburg mit mindestens zwei Dampfzugpaaren am Tag.

Der Busverkehr wird von den Harzer Verkehrsbetrieben im Landkreis Harz durchgeführt.

Flugverkehr[Bearbeiten]

In den 1920er-Jahren wurde im zwei Kilometer südlich gelegenen Quarmbeck ein Regionalflughafen eröffnet, der in den 1930er-Jahren zum Militärflugplatz ausgebaut und in Römergraben umbenannt wurde. Während der DDR-Zeit war dort ein sowjetischer Truppenstützpunkt untergebracht. Der Flugbetrieb ist heute eingestellt. Südwestlich in vier Kilometer Entfernung befindet sich der Verkehrslandeplatz Ballenstedt–Quedlinburg, der über eine 800 Meter lange Asphaltbahn verfügt und zum Nachtflugbetrieb zugelassen ist. Als kleiner Sonderlandeplatz (für Flugzeuge bis 5700 Kilogramm zugelassen) befindet sich drei Kilometer nördlich von Aschersleben der Flugplatz Aschersleben. Etwa 22 Kilometer nordöstlich von Quedlinburg befindet sich der seit dem 1. September 2006 wieder aktivierte Flughafen Magdeburg-Cochstedt.

Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind 90 Kilometer südöstlich der Flughafen Leipzig/Halle und 120 Kilometer nordwestlich der Flughafen Hannover.

Bildungswesen[Bearbeiten]

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Die ersten Nachweise einer Lateinschule der Benediktikirche und der Nikolaikirche reichen bis 1303 zurück. Seit den 1530er-Jahren sind die Rektoren bekannt. Die Lateinschule der Altstadt führte seit 1623 den Namen Gymnasium illustre und seit 1776 die Bezeichnung Fürstliches Gymnasium. Daneben gab es bis 1787 auch acht sogenannte deutsche Schulen, die Elementarkenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelten. Auch eine Mädchenschule wurde bereits 1539 genannt.[62]

Im 19. Jahrhundert wurden eine katholische Privatschule, mehrere höhere Mädchenschulen[63] und eine jüdische Privatschule gegründet. Neben dem altsprachlichen Gymnasium und der Oberrealschule entwickelte sich ein neusprachliches Lyceum.

Zu DDR-Zeiten wurden die Schulen zu zehn sogenannten Polytechnischen Oberschulen vereinheitlicht, die in zehn Klassen die mittlere Reife vermittelten. Das Abitur konnte in zwei weiteren Jahren auf der Erweiterten Oberschule (EOS) im Konvent (heute GutsMuths-Gymnasium) erworben werden.

Grundausbildung[Bearbeiten]

Derzeit gibt es in Quedlinburg fünf Grundschulen,[64] zwei Förderschulen (Sine Cura Schule und Pestalozzischule), zwei Sekundarschulen (Bosse- und Bansischule), ein Gymnasium und die Kreismusikschule.

Die Kleersgrundschule (ab dem Schuljahr 2008/2009: Integrationsschule Am Kleers) ist im Rahmen der Errichtung des Neubaugebietes Kleers in den 1980er-Jahren entstanden und führt seit 1991 ihren Namen. Seit 2004 ist sie eine integrative Schule mit Kooperationsklassen, integrativen Klassen und einer umfangreichen Nachmittagsbetreuung, die bei mehreren Landeswettbewerben in den Bereichen Schülerzeitung und Schülertheater siegte.

Die Bosseschule (von 1983 bis 1991: Maxim-Gorki-Oberschule) liegt als Sekundarschule inmitten der Altstadt und ist seit 1955 nach dem deutschen Politiker Robert Bosse benannt. Die Schule nimmt seit 2005 an einem Modellversuch Produktives Lernen teil, der eine Verknüpfung von Unterricht und betrieblicher Praxis erreichen soll. Durch die Schließung der Carl-Ritter-Sekundarschule im Jahr 2004 musste die Bosseschule räumlich umgebaut werden, um einen Teil der zusätzlichen Schüler aufnehmen zu können.[65]

Die ehemalige Oberrealschule, jetzt GutsMuths-Gymnasium

Das GutsMuths-Gymnasium besteht aus zwei Gebäuden: dem 1903 gebauten denkmalgeschützten Hauptgebäude im Konvent und dem Erxleben-Haus in der Süderstadt, welches von 1991 bis 1998 als Süderstadt-Gymnasium und bis 2004 als Dorothea-Erxleben-Gymnasium bezeichnet wurde. Beide Schulen fusionierten im Jahre 2004. In der Süderstadt sind die Klassen 5 bis 9 und im Konvent die Oberstufenklassen 10 bis 12 untergebracht. Die Schule zeichnet sich durch ein breit gefächertes Angebot von Freizeitangeboten aus, darunter Projekte wie Das Lernen lernen oder Musik am Computer. Seit 2006 trägt die Schule den Titel Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage.[66] Seit 2007 ist sie eine Ganztagsreferenzschule in Sachsen-Anhalt.[67]

Die Musikschule Johann Heinrich Rolle, Außenstelle der Kreismusikschule Harz und Mitglied im Verband deutscher Musikschulen (VdM)[68], ist 1952 aus dem seit 1945 bestehenden Landeskonservatorium hervorgegangen. Die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen ist ihr Hauptziel. Dafür werden in Quedlinburg und an den betreuten Außenstellen Thale, Ballenstedt und Harzgerode ungefähr 560 Schüler in 30 Fächern instrumental und vokal unterrichtet.[69]

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Landesfachschule für Gartenbau (links), St. Wiperti (rechts) vom Münzenberg nach Süden

Weiterführende Bildung ermöglichen die Berufsbildende Schule, die Volkshochschule, die Landesfachschule für Gartenbau, das Deutsche Fachwerkzentrum und eine Reihe von Bildungswerken, wie das Regionale Kompetenzzentrum Harz des Europäischen Bildungswerkes für Beruf und Gesellschaft e. V., das Bildungszentrum für das Hotel- und Gaststättengewerbe Ostharz GmbH, das Bildungswerk der Wirtschaft Sachsen-Anhalt e. V. und die Kreishandwerkerschaft Harzland-Staßfurt. Die Berufsbildende Schule führt seit 2007 den Namen des Quedlinburger Firmengründers und Saatzüchters Johann Peter Christian Heinrich Mette (1735–1806). Die amerikanische Texas Tech University bietet in Quedlinburg (Deutsch-)Kurse für ihre Studenten an.[70]

Die Landesfachschule für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Fachbereich Gartenbau des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt befindet sich in Quedlinburg. Sie bietet ein- und zweijährige Fachschulausbildungen (staatlich geprüfter Techniker, Wirtschafter, hauswirtschaftlicher Betriebsleiter) in den Bereichen Garten- und Landschaftsbau und Hauswirtschaft sowie Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung in den genannten Bereichen an. Wegen zu geringer Schülerzahlen ist eine Schließung zum Juni 2013 geplant.[71]

Seit 1999 bildet das IBB – Institut für Berufliche Bildung, A. Gesche an der Berufsfachschule für Kosmetik staatlich geprüfte Kosmetiker/innen aus. Außerdem bietet das IBB pflegerische, kosmetische und kaufmännische Weiterbildungen sowie Berufsausbildungen an der Berufsfachschule Altenpflege und Altenpflegehilfe und der staatlich anerkannten Schule für Podologie (Podologe/Podologin) an.

Das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg wurde 2002 als Trägerverein der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Quedlinburg unter Mithilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gegründet. Das Zentrum betreut ökologische Sanierungen und Bauforschungen und ermöglicht Jugendlichen ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege in einer Jugendbauhütte.[72]

In der Kreisbibliothek Quedlinburg stehen 67.500 Medien zur Ausleihe.[73]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es ein 1903 eröffnetes Hallenbad und eine 2004 eröffnete moderne Dreifelderhalle. Für den Schulsport stehen eine Reihe von Sporthallen zur Verfügung, die zum Teil schon älter sind, so wurde die Kleersturnhalle 1910 erbaut. Die größten öffentlichen Sportplätze befinden sich am Moorberg südlich der Stadt und an der Lindenstraße, nordöstlich der Stadt. Im Jahr 2001 wurde das in den 1950er Jahren gebaute Freibad unweit des letztgenannten Sportplatzes geschlossen und eingeebnet. Die Judo-Halle auf dem Gelände der Polizei ist teilweise für den Breitensport zugänglich.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben befindet sich am östlichen Stadtrand. Das 1907 eingeweihte Krankenhaus wurde in den 1990er-Jahren zum Haus der Schwerpunktversorgung ausgebaut, es ist zudem Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Das Klinikum mit 481 stationären und 50 teilstationären Betten besitzt zwölf stationäre Fachbereiche und drei tagesklinische Einrichtungen. Das Hauttumorzentrum des Klinikums ist neben dem Dessauer das einzige zertifizierte in Sachsen-Anhalt.[74] Jährlich werden ca. 20.000 stationäre und 20.000 ambulante Patienten betreut.[75]

Friedhöfe[Bearbeiten]

Größter kommunaler Friedhof ist der 1906 eingerichtete Städtische Zentralfriedhof am Badeborner Weg. Er befindet sich im Südosten der Stadt und sein Wegenetz ist sternförmig auf die Kapelle ausgerichtet. Während des Ersten Weltkrieges wurden hier über 700 verstorbene kriegsgefangene Soldaten und ein Großteil der über 160 gefallenen Quedlinburger begraben. Das Gleiche geschah im Zweiten Weltkrieg mit mindestens 110 Kriegsgefangenen und einer unbekannten Zahl Quedlinburger. In dieser Zeit wurde das Krematorium (gebaut 1928) auch zur Verbrennung von mindestens 912 Opfern des KZ Langenstein-Zwieberge benutzt.[76]

Die historischen kirchlichen Friedhöfe befanden sich im unmittelbaren Umfeld der jeweiligen Kirche. Sie lagen innerhalb der Stadtmauern an folgenden Stellen: St.-Aegidii-Friedhof nordöstlich der Kirche, er ist bis auf einzelne späte Grabsteine fast vollständig verschwunden; der St.-Benedikti-Kirchhof liegt unter der neuzeitlichen Pflasterung und wird zum Teil als Parkplatz genutzt (ein Mausoleum ist erhalten); der St.-Nikolai-Kirchhof ist heute eine Grünanlage; ein weiterer Friedhof der St.-Nikolai-Gemeinde lag zwischen der östlichen Bebauung (im nördlichen Teil) der Ballstraße und der Stadtmauer (diese Grünanlage ist als privates Gartengelände erhalten). Alle innerhalb der Stadtmauern gelegenen Friedhöfe wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgelassen. Die Gemeinden legten in der Folge neue Friedhöfe vor den Toren der Stadt an: den Friedhof der Marktkirchgemeinde in der Weststraße (seit 1843, Kapelle 1915), den Friedhof der Blasiikirchgemeinde an der Zwergkuhle (neuerrichtet 1841 bis 1843), den Friedhof der Aegidiigemeinde am Ziegelhohlweg (Mitte 19. Jahrhundert), den Friedhof der Katholischen Gemeinde Weststraße (seit 1868) und den Wiperti- und Servatiikirchhof links und rechts der Wipertistraße (Kapelle 1934/1935). An dieser Stelle befindet sich eine Quedlinburger Besonderheit: die in den Felsen des Kapellenberges eingehauene dreistöckige terrassenförmige Gruftanlage mit über 20 Grüften auf jeder Etage und Seite des Berges. Darüber hinaus wurde der Friedhof der jüdischen Gemeinde Quedlinburgs im 19. Jahrhundert von der Straße Weingarten an die Stelle der heutigen Anlage des Jüdischen Friedhof Quedlinburgs an der Zwergkuhle verlegt.

Historisches Wirtschaftszentrum, die „Börse“ im Steinweg

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Zu Zeiten der Industrialisierung wuchs auch in Quedlinburg die wirtschaftliche Kraft. Im Süden der Stadt siedelten sich zahlreiche Betriebe, Unternehmen und Firmen an, die besonders in den Bereichen Metallverarbeitung[77] oder landwirtschaftliche Samenzucht[78] zu Hause waren. Der Zuwachs der Beschäftigten in dieser Zeit kam in dem neu gebauten Wohngebiet der Süderstadt unter. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle diese Werke zwangsenteignet und in staatliche Formen wie Volkseigener Betrieb oder Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft überführt. Größter Arbeitgeber wurde das Werk Mertik, der Nachfolgebetrieb von Hartmann & Söhne, in dem zwischenzeitlich mehr als 3000 Menschen beschäftigt waren. Als weiterer ehemaliger Betrieb ist der VEB Union zu nennen, in dem Schnellkochtöpfe (auch für den Export) und Essgeschirre für die Nationale Volksarmee hergestellt wurden. Das ehemalige volkseigene Gut August Bebel hat Saatgut für den landwirtschaftlichen Bedarf und Spezial-Kulturen erzeugt. Viele dieser Betriebe, deren Produktion fast ausschließlich auf die Mitgliedsstaaten des sozialistischen Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe ausgerichtet war, gingen nach der Wiedervereinigung 1990 in die Insolvenz. Die leeren Betriebs- und Lagerhallen stehen zum Teil bis heute. Eines der wenigen Unternehmen, das die Marktanpassung geschafft hat, ist die Walzengießerei & Hartgusswerk Quedlinburg GmbH, die 1865 gegründet wurde und eine der wenigen in Sachsen-Anhalt ist.[79]

Die Nachfolgeeinrichtungen der 1945 enteigneten Saatzuchtbetriebe wurden nach 1990 zu Teilinstituten der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ), einer dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zugeordneten Forschungseinrichtung, umgewandelt. Von den neun Teilinstituten der BAZ befinden sich fünf in Quedlinburg. Es sind dies das Institut für gartenbauliche Kulturen, das Institut für Epidemiologie und Resistenzressourcen, das Institut für Resistenzforschung und Pathogendiagnostik, das Institut für Pflanzenanalytik und das Forschungs- und Koordinierungszentrum für pflanzengenetische Ressourcen. Seit Jahresbeginn 2008 hat das neu gegründete Julius-Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), entstanden aus der BAZ und der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), seinen Hauptsitz in Quedlinburg. Neben der Funktion des Hauptsitzes dieser Forschungseinrichtung, sind nun sechs Forschungsschwerpunkte: Epidemiologie und Pathogendiagnostik, Ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz, Resistenzforschung und Stresstoleranz, Sicherheit biotechnologischer Verfahren bei Pflanzen, Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst und Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen in Quedlinburg angesiedelt.[80] Auch privatwirtschaftliche Unternehmen wie satimex Quedlinburg, Quedlinburger Saatgut oder International Seeds Processing (ISP) konnten sich etablieren.[81]

Wirtschaftsbereiche[Bearbeiten]

Die Wirtschaftsbereiche unterteilen sich in: 2 Prozent Landwirtschaft, 19,29 Prozent Industrie und 78,71 Prozent Dienstleistungsbereich. Die Landwirtschaft ist spezialisiert auf Saatzucht, die Industrie auf Baugewerbe mit Spezialleistungen für Restaurierung und Sanierung, Bauelementefertigung, Holzverarbeitung, Metallverarbeitung und Pharmazie sowie Druckerei, der Dienstleistungssektor vornehmlich auf Tourismus.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus stellt für Quedlinburg eine der wichtigsten wirtschaftlichen Größen dar, und so zählt die Schaffung einer modernen touristischen Infrastruktur zu den Hauptvorhaben. An Übernachtungskapazitäten in Quedlinburg stehen den auswärtigen Gästen 20 Pensionen, 18 Hotels und eine Jugendherberge zur Verfügung. Die Anzahl der Übernachtungen ist stark saisonabhängig, mit Spitzenwerten um Ostern, von Mai bis Juli, von September bis Oktober und zum Advent/Jahreswechsel. Größte Schwächezeit ist von Januar bis März. In den Spitzenzeiten sind die Kapazitäten in Quedlinburg und im ganzen Vorharz sehr stark ausgelastet. Die meisten Hotels wurden nach 1994 neu gebaut oder vollständig saniert.

Seit 1994 ist Quedlinburg Teil der südlichen Route der Straße der Romanik, einer touristischen Straße zu den romanischen Denkmälern Sachsen-Anhalts. Die St.-Johannes-Kapelle ist seit 2003 eine Station der deutschen Verlängerung des Jakobsweges. Ganz in der Nähe verlaufen die Deutsche Fachwerkstraße und die Deutsche Alleenstraße.

Seit dem 12. November 2008 ist die Stadt staatlich anerkannter Erholungsort.[82]

Der Reiseführer „1000 places to see before you die“ nennt Quedlinburg: „Ein Märchen aus Fachwerk“,[83] der Reiseführer Lonely Planet spricht von einem „ungeschliffenen Juwel“, und die Stadt selbst hat sich 2006 den Leitspruch „Quedlinburg – Wiege Deutschlands“ gegeben (bis 1990 „Blumenstadt Quedlinburg“, bis 2006 „Neugierig auf …?“).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Quedlinburg

Der Roland vor dem Rathaus

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Zu den bekannten Persönlichkeiten, die in Quedlinburg geboren wurden, zählen unter anderen Dorothea Erxleben (* 1715), die als erste deutsche Frau in Medizin promovierte, Friedrich Gottlieb Klopstock (* 1724), der Begründer der Erlebnisdichtung und des deutschen Irrationalismus, Johann Christoph Friedrich GutsMuths (* 1759), der als Begründer des modernen Sportunterrichts und Vater der Gymnastik gilt, und auch der Begründer der wissenschaftlichen Erdkunde, Carl Ritter (* 1779). Aus neuerer Zeit sind zu nennen: der Dichter und Maler Fritz Graßhoff (1913–1997), der Schriftsteller Volker von Törne (1934–1980), die ehemalige Präsidentin des Bundesrechnungshofes (1993–2001) Hedda von Wedel (* 1942) und Leander Haußmann (* 1959), der u.a. bei den Filmen Sonnenallee, Herr Lehmann und NVA Regie geführt hat.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Zahlreiche Persönlichkeiten wurden zu Ehrenbürgern der Stadt Quedlinburg ernannt, zum Teil abhängig von den politischen Verhältnissen. So wurden in der Zeit des Nationalsozialismus am 20. April 1933 Adolf Hitler (1889–1945) und am 1. Juni 1937 Heinrich Himmler (1900–1945) die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sofort wieder aberkannt.

Zu den bekanntesten Personen, die durch die Stadt Quedlinburg das Ehrenbürgerrecht erhielten, zählen: 1895 Otto von Bismarck (1815–1898), der erste Kanzler des Deutschen Reiches, 1910 Julius Wolff (1834–1910), ein Dichter und Schriftsteller, und 1998 Gottfried Kiesow (1931–2011), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Siehe auch: Liste der Äbtissinnen von Quedlinburg

Medien, Literatur und Filme[Bearbeiten]

Die Mitteldeutsche Zeitung ist mit einer Lokalredaktion in Quedlinburg vertreten. Weiterhin die lokal erscheinenden Blätter SuperSonntag, Wochenspiegel und Harzer Kreisblatt. Regionalprogramm des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit Regionalbüro in Halberstadt. Der Sender des Regionalfernsehens Harz (RFH) kann über das örtliche Kabelnetz hauptsächlich im Harzkreis empfangen werden.

Die Handlung einiger Romane ist in Quedlinburg und Umgebung angesiedelt. So handelt Wilhelm Raabes Roman Der Schüdderump (1869) auf der fruchtbaren Erde des geschichtsträchtigen Quedlinburger Landes. Weiterhin spielt der erste Teil von Theodor Fontanes Roman Cécile (1887) in Quedlinburg und Thale, ebenso die verschiedenen Romane zur ersten promovierten deutschen Ärztin Dorothea Christiane Erxleben und Julius Wolffs Roman der Der Raubgraf. Eine Geschichte aus dem Harzgau (1884). Weiterhin von Gerhard Beutel Der Stadthauptmann von Quedlinburg (Berlin 1972), von Helga Glaesener Du süße sanfte Mörderin (München 2000), von Christian Amling Quitilinga History Land (2005) und Odins Fluch. Ein neuer Fall für Irenäus Moll (2006).

Aufgrund der historischen Bausubstanz bietet sich Quedlinburg als Hintergrund für verschiedene Film- und Fernsehprojekte an. Die folgende Liste zeigt eine Auswahl von teilweise in Quedlinburg gedrehten Filmen:[84][85]

Sonstiges[Bearbeiten]

An lokal produzierten kulinarischen Spezialitäten sind lediglich Imkererzeugnisse, wie reiner Rapshonig und Edelbrand aus regionalen Früchten, und das einzige noch in Quedlinburg gebraute Bier Pubarschknall der Brauerei Lüdde zu nennen.

Das Hochseeschiff (Typ XD) MS Quedlinburg war im August 1967 auf der Warnow-Werft in Rostock vom Stapel gelaufen und fuhr bis Februar 1991 für den VEB Deutsche Seereederei Rostock.[86]

Am 4. Mai 2004 wurde im Hauptbahnhof Magdeburg der ICE Nr. 242 (Baureihe 402/ICE 2) auf den Namen Quedlinburg getauft[87] und am 18. September 2008 auf dem Flughafen Düsseldorf ein Flugzeug (Bombardier CRJ700) der Lufthansa CityLine.[88] Eine 126 Tonnen schwere Diesellok (Bauart Voith Maxima 40 CC) erhielt am 27. Mai 2011 den Namen Quedlinburg, da sie für den Transport vom neugebauten Verladebahnhof bei Quedlinburg aus vorgesehen ist.[89]

Panoramen[Bearbeiten]

180°-Panorama vom Schlossberg in Richtung Norden, links die Altstadt und rechts die Neustadt
Panoramablick vom Schlossberg nach Norden auf die Altstadt
Panoramablick nach Norden auf den Bahnhof mit Dampfzug der Harzer Schmalspurbahn

Quellen-, Literatur- und Kartenverzeichnis[Bearbeiten]

Quelleneditionen

  • Codex diplomaticus Quedlinburgensis, bearb. von Anton Ulrich von Erath. Frankfurt am Main 1764.
  • Quellen zur städtischen Verwaltungs-, Rechts- und Wirtschaftsgeschichte von Quedlinburg vom 15. Jh. bis zur Zeit Friedrichs d. Grossen, 1. Teil, berab. von Hermann Lorenz (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen; 42). Halle/Saale 1916.
  • Urkundenbuch der Stadt Quedlinburg, bearbeitet von Karl Janicke (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und der angrenzenden Gebiete, Band 2), Abt. 1 und 2, Halle/Saale 1873 und 1882.
  • Hermann Lorenz: Die urkundlichen Eintragungen in die Ratsrechnungen der Stadt Quedlinburg von 1454 bis 1509, in: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde 39 (1906), S. 194-255.
  • Karlheinz Wauer: Häuserbuch der Stadt Quedlinburg von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1950 (Schriftenreihe der Stiftung Stoye; 57–59), Marburg 2014.

Literatur[90]

  • Adolf Brinkmann: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Stadt Quedlinburg, Band 1 und 2, Berlin 1922 und 1923.
  • Denkmalverzeichnis Sachsen Anhalt Band 7.1.: Landkreis Quedlinburg Stadt Quedlinburg, erarbeitet von Falko Grubitzsch et al., Halle/Saale, 1998, ISBN 3-910147-67-4
  • Johann Heinrich Fritsch: Geschichte des vormaligen Reichsstifts und der Stadt Quedlinburg, Band 1 und 2, Quedlinburg 1828.
  • Selmar Kleemann: Kulturgeschichtliche Bilder aus Quedlinburgs Vergangenheit. Quedlinburg 1922.
  • Hermann Lorenz: Werdegang von Stift und Stadt Quedlinburg. Quedlinburg 1922.
  • Klaus Militzer, Peter Przybilla: Stadtentstehung, Bürgertum und Rat. Halberstadt und Quedlinburg bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Göttingen 1980, ISBN 3-525-35380-4
  • Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld: Quedlinburg. Welterbe, Monumente-Edition, Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2004, ISBN 3-936942-45-5 oder ISBN 3-936942-46-3
  • Hans-Hartmut Schauer: Das städtebauliche Denkmal Quedlinburg und seine Fachwerkbauten. Berlin 1990, ISBN 3-345-00233-7
  • Hans-Hartmut Schauer: Quedlinburg Fachwerkstadt Weltkulturerbe. Berlin 1999, ISBN 3-345-00676-6
  • Thomas Wozniak: Quedlinburg im 14. und 16. Jahrhundert. Ein sozialtopographischer Vergleich (Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühneuzeit; 11), Berlin 2013, ISBN 978-3-05-006049-1
  • Förderverein Historische Sammlungen Quedlinburg e. V. (Hrsg.): Quedlinburger Annalen. Heimatkundliches Jahrbuch für Stadt und Region Quedlinburg, 1. Jahrgang (1998) ff.[91] ISSN 1436-7432

Karten

  • Gustav Brecht: Das Gebiet des vormaligen Reichsstiftes Quedlinburg mit Angabe der Wüstungen, des Landgrabens und der wichtigsten Flurnamen, Beilage UB Stadt Quedlinburg, Band 2, Halle 1882, S. XCIX.
  • Ulrich Reuling/Daniel Stracke: Deutscher Historischer Städteatlas (DHStA) Nr. 1 Quedlinburg. Hrsg. von Wilfried Ehbrecht/Peter Johanek/Jürgen Lafrenz. Kartographie von Thomas Kaling/Dieter Overhageböck. Münster (Veröffentlichungen des Instituts für vergleichende Städtegeschichte – Münster) 2006, ISBN 3-87023-272-2
  • Topografische Karten des Landesamt für Landesvermessung und Datenverarbeitung Sachsen-Anhalt, TK 25 Blätter 4132 (Halberstadt), 4232 (Quedlinburg), 4133 (Wegeleben) und 4233 (Ballenstedt), 2. Aufl. 1997; TK 50 Blätter L 4332 (Quedlinburg) und 4132 (Halberstadt), 2. Aufl. 1998.
  • Geologische Karte der Preußischen Geologischen Landesanstalt, Lieferung 240 Blatt 2307 (Halberstadt) Berlin 1928 und Blatt 2381 (Quedlinburg) Berlin 1927.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Quedlinburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Quedlinburg – in den Nachrichten
 Wikisource: Quedlinburg – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Quedlinburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Quedlinburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gerald Patzelt: Sammlung geologischer Führer, Band 96, nördliches Harzvorland (Subherzyn), östlicher Teil. Gebrüder Bornträger, Berlin 2003, ISBN 3-443-15079-9.
  3. Henry Schroeder/Fritz Dahlgrün: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Blatt Quedlinburg, Lfg. 240, Nr. 2381. Berlin 1927.
  4. a b Deutschen Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  5. Niederschlag: Monatswerte 1951–1980 Region Braunschweig Ostfalen
  6. Umfangreiches Klimadiagramm: Niederschlag, Temperatur, Sonnenschein, Sonnenstunden, deutsche Mittelwerte
  7. Pressemitteilung des DWD .pdf
  8. C. Senula: Erweiterung Industrie- u. Gewerbegebiet Magdeburger Straße. Quedlinburg 2010, S. 41 (pdf, 842 KB)
  9. Niederschlag: Monatswerte 1951–1980 Region Braunschweig Ostfalen, nach Schroeder/Dahlgrün (1927), S. 101
  10. Klimadaten für Quedlinburg
  11. Deutsches Meteorologisches Jahrbuch 2006, Offenbach am Main 2009, S. 31.
  12. Christa Rienäcker: Die neolithische Besiedlung Quedlinburgs. In: Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte 62 (1978), S. 109–133.
  13. Hanfried Schmidt: Das Frühneolithikum. In: Harald Meller (Hrsg.): Archäologie XXL. Archäologie an der B 6n im Landkreis Quedlinburg. Halle/Saale 2006, S. 65–69.
  14. a b Ulrich Reuling: Quedlinburg: Königspfalz – Reichsstift – Markt. In: Deutsche Königspfalzen. Beiträge zu ihrer historischen und archäologischen Erforschung 4, hg. von Lutz Fenske, Göttingen 1996, S. 184–247
  15. Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 12: Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (Conradi I., Heinrici I. et Ottonis I. Diplomata). Hannover 1879, S. 41–42 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  16. Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 13: Die Urkunden Otto des II. und Otto des III. (Ottonis II. et Ottonis III. Diplomata). Hannover 1893, S. 566–567 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  17. Hermann Lorenz: Werdegang von Stift und Stadt Quedlinburg. Quedlinburg 1922, S. 381–384
  18. Manfred Mehl: Die Münzen des Stiftes Quedlinburg. Hamburg 2006, S. 42–49
  19. Bernd Feicke: Der Roland von Quedlinburg, in: Harz-Zs. 63 (2011), S. 125–138
  20. Bernd Feicke: Zur politischen Vorgeschichte des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 und seine Ergebnisse für Kursachsen und Preußen im Ostharz unter besonderer Beachtung … des Reichsstiftes Quedlinburg, in: Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts 29 (2004), S. 4–29, hier: S. 17–22.
  21. Thomas Wozniak: „... das Lager ist in jeder Beziehung musterhaft ...“. Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs in Quedlinburg (1914–1922), in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands, Band 57 (2011), S. 125–154.
  22. Das Bode-Hochwasser Silvester 1925 in Quedlinburg: Festschrift zur Einweihung der Bahnhofsbrücke am 27. November 1926. Hrsg. v. Magistrat der Stadt Quedlinburg 1926.
  23. Kirsch, Jahn-Holger: „Wir leben im Zeitalter der endgültigen Auseinandersetzung mit dem Christentum“ Nationalsozialistische Projekte für Kirchenumbauten in Enger, Quedlinburg und Braunschweig. In: Widukind. Forschungen zu einem Mythos. Hg. von Stefan Brakensiek. Bielefeld 1997, S. 33–95; Tim Lorentzen: Ideologische Usurpation: die nationalsozialistische Umgestaltung der Stiftskirchen zu Braunschweig und Quedlinburg als Zeichenhandlung. Wolfenbüttel 2005.
  24. Horst Müller: Die Judenverfolgung. In: Uwe Gerig (Hrsg.): Quedlinburg Geschichten aus dem vergangenen Jahrhundert. Quedlinburg 2000, S. 86–88.
  25. Horst Müller: Die kampflose Übergabe. In: Uwe Gerig (Hrsg.): Quedlinburg Geschichten aus dem vergangenen Jahrhundert. Quedlinburg 2000, S. 94f.
  26. Hans-Dieter Nover: In den Städten wird demonstriert: Quedlinburg. In: Stefanie Wahl (Hrsg.): Die Ereignisse um den 17. Juni 1953 im Bezirk Halle. Schlaglichter. Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Sachsen-Anhalt. 2. Aufl. 2003.
  27. Holm Petri: Das Wunder der Kerzen: Von der gewaltlosen Revolution bis zur Einheit 1989/90 Quedlinburg. Quedlinburg 1999, S. 2.
  28. Christiane Kohl: „Hier herrscht seit '33 Diktatur“. Der Umgang mit Rechtsradikalen im ostdeutschen Quedlinburg. In: Der Spiegel 46 (1992), S. 97–110; Uwe Gerig: Nachwort. In: Uwe Gerig (Hrsg.): Quedlinburg Geschichten aus dem vergangenen Jahrhundert. Quedlinburg 2000, S. 142f; Bunter Protest gegen rechts. In: KSTA vom 17. September 2007, Im Kampf gegen den rechtsextremen Ungeist. In: KSTA vom 30. September 2007
  29. Unesco Welterbeliste
  30.  Ingo Kugenbuch: Drei Gemeinden sind nach Gerichtsurteil wieder selbstständig. In: Mitteldeutsche Zeitung. Quedlinburg 20. Februar 2013 (http://www.mz-web.de/quedlinburg/gebietsreform-drei-gemeinden-sind-nach-gerichtsurteil-wieder-selbststaendig,20641064,21880012.html, abgerufen am 19. Februar 2013).
  31. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871–1990. Abgerufen am 1. Oktober 2008.
  32. Einwohnerzahl jeweils zum 31. Dezember, außer zum 17. Mai 1939, 29. Oktober 1946 und 10. Oktober 1990
  33. http://www.statistik.sachsen-anhalt.de/download/stat_berichte/6A102_hj_2010_02.pdf
  34. Bertelsmann Stiftung
  35.  Stephan Westermann: Befunde und Perspektiven zur Einwohnerentwicklung der Stadt. In: Stadt Quedlinburg (Hrsg.): Amtsblatt der Stadt Quedlinburg. Nr. 03/2012, Quedlinburg 25. Februar 2012, S. 3.
  36. Stat. Landesamt Sachsen.Anhalt
  37. a b Zensus 2011. In: Zensusdatenbank. Abgerufen am 21. September 2013.
  38. Bürgermeisterwahl auf der Stadtwebseite und Bürgermeisterwahl bei der MZ
  39. Zugelassene Wahlvorschläge für die Wahlen des Stadtrates, des Ortschaftsrates Bad Suderode und des Ortschaftsrates Gernrode am 25. Mai 2014, vom 8. April 2014, abgerufen am 30. Mai 2014
  40. Wahlleiter der Stadt Quedlinburg (Scheller): Endgültige Wahlergebnis Stadtrat 2014, vom 28. Mai 2014, abgerufen am 30. Mai 2014
  41.  Jörg Mantzsch: Wappendokumentation im Anhang des Genehmigungsantrags zum Wappen von Quedlinburg. Magdeburg 1998.
  42. Hauptsatzung der Stadt Quedlinburg – pdf-Datei
  43. Webseite Rat der Gemeinden und Regionen Europas
  44. Frank Högg: Gefügeforschung in Quedlinburg: Fachwerkhäuser des 13. und 14. Jahrhunderts. In: Historische Bauforschung in Sachsen-Anhalt (2007), S. 251–280, hier S. 279
  45. Webseite des Eisenbahnmuseums
  46. P. Stechert, R. Pagel: Wordspeicher Quedlinburg. Weimar 2000
  47. Internetpräsenz des Fördervereins St. Wipertikirche Quedlinburg e. V.
  48. C. Senula: Erweiterung Industrie- u. Gewerbegebiet Magdeburger Straße. Quedlinburg 2010, S. 44 (PDF, 842 KB)
  49. Hans-Hartmut Schauer: Quedlinburg Fachwerkstadt Weltkulturerbe. Berlin 1999, S. 49
  50. Zustandsanalyse der Quartiere / statistisches Auswertungsmodul. In: Denkmalpflegeplan Quedlinburg 2012. Rittmannsperger + Parter Erfurt in Zusammenarbeit mit der Stadt Quedlinburg, S. 90–91, abgerufen am 3. Oktober 2012 (PDF (2,9 MB)).
  51.  Günter Kowa: Quedlinburg will mit Umbau und Plan Welterbe-Status erhalten. In: Mitteldeutsche Zeitung. Quedlinburg 4. Oktober 2012 (http://www.mz-web.de/artikel?id=1349164415626, abgerufen am 3. Oktober 2012).
  52. Homepage/Geschichte
  53. Bernd Feicke: Stadtgeschichte und der Schmuck historischer Rathäuser am Harz als Symbol stadtherrlicher Macht und städtischer Rechte, in: Harz-Forschungen 23 (2007), S. 227–277, hier 256–257, 270.
  54. Geschichte des Hauses
  55. 3. Bundespreis Handwerk in der Denkmalpflege
  56. Christa Rienäcker: Die mittelalterlichen Wehranlagen Quedlinburgs: Stadtbefestigung. Halberstadt 1988
  57. Christa Rienäcker: Die mittelalterlichen Wehranlagen Quedlinburgs: Feldwarten. Halberstadt 1989 und Webseite des Wartenvereins
  58. Hasso Storbeck: Die Geschichten der ehemaligen beliebtesten Ausflugsgaststätten und Schwimmbäder von Quedlinburg, mit Abbildungen. Quedlinburg 2005
  59. Rudolf Lehmann: Theater in Quedlinburg: eine Chronik aus Anlaß des 50-jährigen Bestehens der Quedlinburger Bühne. Quedlinburg 1994
  60. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatErwin Bagusch: Tango Argentino in Quedlinburg. Abgerufen am 1. Oktober 2008.
  61. Dirk Endisch: Der „Balkan“ Die Nebenbahn Frose-Gernrode-Quedlinburg. Leonberg-Höfingen 2004.
  62. Selmar Kleemann: Kulturgeschichtliche Bilder aus Quedlinburgs Vergangenheit. Quedlinburg 1922, S. 269–275.
  63. Hans Löhr: Geschichte der Städtischen Höheren Mädchenschule zu Quedlinburg: Ein Beitrag zur Geschichte Quedlinburgs und zur Entwicklung des höheren Mädchenschulwesens. [Quedlinburg] 1899.
  64. Chronik der Neustädter Grundschule eingesehen am 5. Dezember 2011
  65. Webseite der Bosseschule
  66. Webseite des Gymnasiums
  67. Qualitätsbericht, abgerufen am 5. Februar 2010, PDF, 80 KB
  68. Mitgliedsschulen im Landesverband der Musikschulen Sachsen-Anhalts
  69. Webseite der Musikschule
  70. Texas Tech University Center in Quedlinburg
  71.  Detlef Horenburg: Aus für die Gartenbaufachschule in Quedlinburg. In: Mitteldeutsche Zeitung. Quedlinburg 25. August 2012 (http://www.mz-web.de/quedlinburg/landwirtschaft-aus-fuer-die-gartenbaufachschule-in-quedlinburg,20641064,21266732.html, abgerufen am 19. Februar 2013).
  72. Webseite des Deutschen Fachwerkzentrums
  73. Webseite der Kreisbibliothek
  74. Liste der Hauttumorzentren
  75. Seite des Klinikums und Stefan Wolter: Für die Kranken ist das Beste gerade gut genug: Klinikum Dorothea Christiane Erxleben gGmbH 100 Jahre Standort Ditfurter Weg. Quedlinburg 2007
  76. Laetitia Rijckevorsel: Hemel en hel, Frans von Fisenne (dt.: Himmel und Hölle). Den Haag 2010. ISBN 978-90-78256-07-6 (Niederländisch)
  77. Kurt Adam: Die Metallindustrie der Stadt Quedlinburg und ihre Bedeutung für die dortige Bevölkerung. Leipzig 1925.
  78. Birgit Reimer: Quedlinburger Samenbau und Pflanzenzucht bis 1945 von weltweiter Bedeutung. Quedlinburg 1991; Hermann Wagner: Der Quedlinburger Blumensamenbau. Voraussetzungen, Aufstieg, Blüte und Niedergang. Oschersleben 1995.
  79. Webseite der Walzengiesserei Quedlinburg und Webseite von Mertik Maxitrol
  80. Webseite des Julius Kühn-Instituts
  81. Webseite von satimex Quedlinburg Handelsgesellschaft mbH und Webseite der Quedlinburger Saatgut sowie Webseite von ISP
  82. Die Ernennung zum Erholungsort
  83. Patricia Schultz: 1000 places to see before you die. [Übers.: Anja von Cysewski], Königswinter 2006, S. 32.
  84. Vgl. die Liste von über 16 DEFA-Filmen, die in Quedlinburg gedreht wurden.
  85. 30 Filmtitel in der IMDb
  86. Seefunkmagazin
  87. Die Taufen der ICE
  88. Eintrag des Flugzeugs
  89.  Frank Ruprecht, Mitteldeutsche Zeitung (Hrsg.): Sekt für die «Quedlinburg». Mitteldeutsche Zeitung, Quedlinburg / Halle (Saale) 28. Mai 2001 (http://www.mz-web.de/artikel?id=1300342891163, abgerufen am 29. Mai 2011).
  90. Brigitte Schröder, Heinz Stoob: Bibliografie zur deutschen historischen Städteforschung Band 1. Köln 1986, S. 352–354, Nr. 4359–4381
  91. Gesamtinhaltsverzeichnis der Jahrgänge 1 bis 10, in: Jahrgang 11 (2008), S. 132–143
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Dieser Artikel wurde am 6. Oktober 2007 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.