Anna Susanna (1953)

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Filmdaten
Originaltitel Anna Susanna
Produktionsland DDR
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1953
Länge 92 Minuten
Stab
Regie Richard Nicolas
Drehbuch Richard Nicolas
Produktion DEFA
Musik Horst Hanns Sieber
Kamera Emil Schünemann
Wolf Göthe
Schnitt Lieselotte Johl
Besetzung

Anna Susanna ist ein deutscher Spielfilm der DEFA von Richard Nicolas aus dem Jahr 1953.

Handlung[Bearbeiten]

Die „Anna Susanna“ ist eine Viermastbark, die sich 1929 auf der Rückfahrt von Chile nach Hamburg befindet. Auf Grund der Wetterbedingungen konnte das Schiff erst mit einer Verspätung von sechs Wochen im Heimathafen anlegen. Der größte Teil der Besatzung nutzte die Fahrt, um während der Wirtschaftskrise etwas Geld zu verdienen. In Zukunft wollten sie an Land bleiben. So wartete der Smutje auf seinen Geldgewinn in der Lotterie, der ihm vom Segelmacher vorausgesagt wurde, um sich eine eigene Gaststätte zu kaufen. Emil will den Frisierladen seines Vaters umbauen und ihn bei der Arbeit unterstützen. Im Gemüseladen der Eltern von Kuddel, wird dessen Arbeitskraft dringend benötigt. Fietje will bei seinem Vater auf der Werft eine Arbeit annehmen und Orje freut sich nur auf das Wiedersehen mit seiner Mutter.

Der Reeder Brinkmann sieht aber keine andere Chance, der drohenden Pleite zu entgehen, als einen schwerwiegenden Versicherungsbetrug zu begehen, wozu er überredet wurde. Frachten sind rar zu jener Zeit, die Reedereien jagten sie einander ab — ein müder Windjammer hat da im Wettlauf der Konkurrenz keine andere Chance, als irgendwo mitten auf dem Ozean diskret abzusaufen und seine Firma auf Kosten der Versicherung vor der Pleite zu retten. Die „Anna Susanna“ wird also nochmals auf große Fahrt von Hamburg nach Australien geschickt. Mit einer wertvollen Ladung optischer und feinmechanischer Geräte, für die das Schiff hoch versichert wird.

Der Steuermann versucht nun eine teilweise vernünftige Mannschaft zu finden, da die jetzt angeheuerte nicht gerade einen vertrauenserweckenden Eindruck machte. Und so konnte er fast den kompletten Stamm der letzten Fahrt wieder anheuern. Da Orjes Mutter während der letzten Fahrt verstarb und Fietjes Vater auf der Werft entlassen wurde, da es keine Arbeit mehr gab, war das eingespielte Team wieder komplett. Sogar ein blinder Passagier kam mit Hilfe von Lütt-Heini, dem Schiffsjungen, an Bord. Es war der Sohn des Reeders, der unbedingt die Fahrt, natürlich ohne Wissen seines Vaters, mitmachen wollte und sich in einem Rettungsboot versteckte.

Kapitän Kleiers selbst, dem Reeder hörig, bohrt das Schiff an und legt sicherheitshalber auch noch Feuer an die Dynamitkisten im Laderaum. Dabei wird er vom Steuermann überrascht und im anschließenden Kampf getötet. Die neuen Besatzungsmitglieder beteiligen sich nicht an den Rettungsarbeiten und bringen sich mit dem Rettungsboot und somit auch dem Reedersohn, in Sicherheit. Nun entdecken die verbliebenen Besatzungsmitglieder auch, dass die Ladung nur aus Schrott und nicht aus hochwertigen Materialien besteht. Sie können aber trotz aller Mühen ein Sinken des Schiffes nicht verhindern und retten sich auf eine einsame, unbewohnte Insel. Während dieses mehrmonatigen Aufenthalts sterben der Segelmacher und der Steuermann, die einzigen Zeugen dafür, dass der Kapitän sein Schiff selbst versenken wollte. Bei einem vorbeifahrenden Schiff kann sich der Rest der Überlebenden bemerkbar machen und sie werden gerettet. Als sie nach Hamburg zurückkehren, erfahren sie, dass der Schaden als Versicherungsfall anerkannt wurde. Das Hamburger Seeamt, bei dem die Schiffbrüchigen deshalb einen Prozess anstrengen, schenkt unter dem Druck einflussreicher Reeder ihren Aussagen keinen Glauben, es verlangt Beweise; aber die Zeugen der Tat sind tot.

Produktion[Bearbeiten]

Anna Susanna hatte am 27. Februar 1953 im Berliner Filmtheater „Jugend“, in der Langhansstraße 23, Premiere. Die Erstausstrahlung im Deutschen Fernsehfunk erfolgte am 26. April 1955.

Kritik[Bearbeiten]

Hans Ulrich Eylau fand in der Berliner Zeitung, dass man sich bei der DEFA den Film sehr oft und sehr genau selbst ansehen sollte, um aus den tatsachlichen Ursachen seines Misslingens für die Zukunft zu lernen. [1] Herman Müller meinte im Neuen Deutschland: Vorherrschend ist eine oberflächliche, im Genre eines Abenteuer-Films routinemäßig aufgebaute Handlung. Das Nebeneinander von Seichtem und politisch Gewichtigem vermischt sich im Schlussbild zu einer politisch-künstlerischen Geschmacklosigkeit: Matrosen und Werftarbeiter singen bei einer Protestdemonstration den sentimental-einfallslosen Schlager des Films! [2] Gerhard Rostin stellt in der Tageszeitung Neue Zeit fest, dass es sich als wesentlichen Nachteil auswirkt, wenn man den Drehbuchautor zum Regisseur macht, weil dieser offenbar so verliebt in jede Szene seines Drehbuchs war. dass er alles in der größtmöglichen Breite ausspielen ließ.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Ulrich Eylau in der Berliner Zeitung vom 4. März 1953
  2. Herman Müller im Neuen Deutschland vom 26. März 1953
  3. Gerhard Rosin in der Neuen Zeit vom 4. März 1953