Aramäer in Deutschland

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Vorhang in der syrisch-orthodoxen St.-Stephanus-Kirche in Gütersloh

Aramäer/Assyrer (Eigenbezeichnung Suryoye) in Deutschland sind die Menschen der in Deutschland lebenden assyrischer Ethnie.

Ihre Anzahl wird auf über 100.000 geschätzt; die meisten wohnen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg (speziell in den Städten Wiesbaden, Paderborn, Essen, Augsburg und Gütersloh). Sie sprechen als Muttersprache Syrisch, einen aramäischen Dialekt, aber auch Türkisch; als Zweit- und Fremdsprache beherrschen sie zumeist auch Arabisch und Deutsch. Sie sind zumeist Angehörige der syrisch-orthodoxen Kirche (ca. 100.000), der chaldäisch-katholische Kirche (ca. 5000) und der assyrischen Ostkirche (ca. 20.000).

Herkunft und Geschichte[Bearbeiten]

Infolge der Unterdrückung und Verfolgung der Aramäer in den Ländern ihrer angestammten Heimat (Türkei, Irak und Syrien) während des 20. Jahrhunderts (siehe auch Völkermord an den Aramäern) gelangten viele Aramäer als Asylsuchende nach Deutschland.

Der größte Teil kam jedoch in den 1960er und 1970er Jahren aus der Türkei im Zuge des deutschen Wirtschaftsplans, der Gastarbeiter als Arbeitsimmigranten suchte. Aramäer arbeiteten in Restaurants oder als Bauarbeiter und begannen auch den Betrieb eigener Geschäfte. Die ersten aramäischen Einwanderer in Deutschland organisierten sich in Vereinen für die Erhaltung der Kultur und den Bau eigener Kirchen.

Heute versammeln sich viele Aramäer in Deutschland in Kirchen und Vereinen, insbesondere anlässlich traditioneller Festtage, sowie zu Ostern oder Weihnachten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]