Arbeitsplatzgrenzwert

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Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ist die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz, bei der eine akute oder chronische Schädigung der Gesundheit der Beschäftigten nicht zu erwarten ist. Bei der Festlegung wird von einer in der Regel achtstündigen Exposition an fünf Tagen in der Woche während der Lebensarbeitszeit ausgegangen.

Der Arbeitsplatzgrenzwert wird in mg/m³ und ml/m³ (ppm) angegeben.

In Deutschland wurde der AGW am 1. Januar 2005 mit der Neufassung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) eingeführt. Er ersetzt die Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK) und die Technische Richtkonzentration (TRK). Bis der AGW in die Technischen Regeln eingearbeitet ist, können die bisherigen MAK-Werte und TRK-Werte für die Beurteilung der Gefährdung am Arbeitsplatz weiterhin herangezogen werden.

In Deutschland legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Grenzwerte fest. Das Ministerium wird dabei vom Ausschuss für Gefahrstoffe beraten. Dieser leitet nach publizierten Kriterien Arbeitsplatzgrenzwerte ab.[1] Der Ausschuss orientiert sich bei der Grenzwertsetzung an den Empfehlungen der MAK-Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft und den Arbeitsplatz-Richtgrenzwerten der EU.[2] Die Arbeitsplatzgrenzwerte werden in der Technischen Regel für Gefahrstoffe 900 (TRGS 900 - Arbeitsplatzgrenzwerte) veröffentlicht. Die Bekanntgabe erfolgte zunächst über das Bundesarbeitsblatt (BArbBl), nach dessen Einstellung nun im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl).

Häufig finden sich in der Atemluft am Arbeitsplatz mehrere schädliche Stoffe. Die Einhaltung des AGW schützt die Beschäftigten jedoch nur bei einem Gefahrstoff in der Luft. Bei Stoffgemischen ist zur Bewertung der Gesundheitsgefahr die TRGS 402 - Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition (TRGS 403 wurde 7/2008 aufgehoben) anzuwenden.

Falls für einen Arbeitsstoff in der Luft kein Arbeitsplatzgrenzwert nach TRGS 900 festgelegt ist, kann nach TRGS 402 zur Bewertung der Exposition z. B. der MAK-Wert der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Arbeitsplatz-Richtgrenzwert der EU, ausländische Grenzwerte oder der DNEL-Wert der REACH-Verordnung herangezogen werden.[3] In der Bekanntmachung zu Gefahrstoffen 409 (BekGS 409) wurde festgelegt, dass der Arbeitsplatzgrenzwert eines Stoffes vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) neu zu überprüfen ist, falls der DNEL-Wert für diesen Arbeitsstoff strenger ist als der geltende Arbeitsplatzgrenzwert.[4]

Sowohl der Wissenschaftliche Ausschuss für Grenzwerte berufsbedingter Exposition (SCOEL) der EU[5] als auch die Unfallversicherungsträger (EW-UVT) geben ihre eigenen Empfehlungen für Arbeitsplatzgrenzwerte bekannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bekanntmachung zu Gefahrstoffen 901 Kriterien zur Ableitung von Arbeitsplatzgrenzwerten, BAuA, abgerufen 29. Juni 2015
  2. Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, 29. Juni 2015
  3. Technische Regel für Gefahrstoffe 402 Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition, BAuA, abgerufen 29. Juni 2015
  4. Was sind DNEL-Werte? GESTIS, Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, 29. Juni 2015
  5. SCOEL Recommendations Empfehlungen des Wissenschaftlichen Ausschusses für Grenzwerte berufsbedingter Exposition, pdf

Weblinks[Bearbeiten]