Atomic Hero

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Filmdaten
Deutscher Titel Atomic Hero
Originaltitel The Toxic Avenger
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Michael Herz, Lloyd Kaufman
Drehbuch Lloyd Kaufman
Produktion Michael Herz,
Lloyd Kaufman
Kamera Lloyd Kaufman,
James A. Lebovitz
Schnitt Richard W. Haines
Besetzung

Atomic Hero ist ein Low-Budget-Horrorfilm von Lloyd Kaufman und Michael Herz aus dem Jahr 1985.

Handlung[Bearbeiten]

Melvin Junko ist der größte Loser aus Tromaville. Er arbeitet als Putzhilfe im örtlichen Fitnessclub und wischt dort die Fußböden, während die restliche Jugend der Kleinstadt dort dem hemmungslosen Körperkult der 1980er Jahre frönt. Wegen seiner tollpatschigen Art und seinem nicht gerade kinokompatiblen Aussehen ist Melvin ein ständiges Opfer für üble Scherze und Belästigungen aller Art, das regelmäßige In-den-Pool-Schubsen ist davon wohl noch die harmloseste. Ein besonders bösartiger Scherz endet schließlich damit, dass Melvin in einem rosa Tütü durch das ganze Fitnessstudio gejagt wird. Die Szene erinnert in ihrer Brutalität stark an Brian de Palmas Verfilmung von Stephen Kings Roman "Carrie", in dem ebenfalls ein Scherz aus dem Umfeld des Opfers sich zu einem psychischen Trauma auswächst. Melvin kann sich vor der andauernden Demütigung nur durch einen Sprung aus dem Fenster retten. Anstatt jedoch seinen Peinigern zu entfliehen, landet er kopfüber in einem Fass mit radioaktiv verseuchtem Giftmüll auf der Ladefläche eines zufällig vor dem Fitnessstudio parkenden Lastwagens.

Unter unglaublichen Schmerzen mutiert er vom Nerd zum Monster-Superhelden "Toxic Avenger". Ausgestattet mit unglaublicher Körperkraft und einem Instinkt für das Gute, wird er von nun an in Tromaville gründlich aufräumen.

Bedeutung und Interpretationen[Bearbeiten]

Der Film wurde gelobt als geniale Satire auf den gnadenlosen Körperkult der 80er Jahre, der seinerseits ein Symptom für die Oberflächlichkeit der US-Gesellschaft ist. Melvins Mutation vom Nerd zum Superhelden folgt jedoch nicht dem üblichen Schema vom hässlichen Entlein, das letztlich doch geliebt und integriert wird. Sein Handeln als Held erschöpft sich auch nicht im üblichen Einsatz für Recht und Gerechtigkeit nach herrschender Norm, stattdessen trägt sein Kreuzzug gegen die autoritären und korrupten Machtstrukturen von Tromaville eine sehr explizite Gesellschaftskritik in sich. Auch die Auflösung des Films, in der die "kleinen Leute" des Ortes das Monster Toxie vor der örtlichen Polizei und der Nationalgarde retten, ist bemerkenswert für das Genre des Horror-B Films. Die Militärgewalt und der Staat erscheinen hier nicht als Schützer des Gemeinwohls an der Seite des Superhelden, sondern als Rückendeckung der korrupten, mafiösen Elite und als Bedrohung. Erst die Solidarisierung der einfachen Leute mit dem "Monster" zwingt die Staatsgewalt zum Abbruch ihres Feldzuges gegen den Außenseiter.

Der Schweizer Filmkritiker Achim Menze schrieb in seinem Fanzine "Eidgenossen im Bilde": "Toxic Avenger ist ein wahres Kuckucksei der Subversion - einerseits verkörpert er alle Tugenden des klassischen B-Movie Horrors, und gerade diese überzeugende Kraft macht seine an allen Ecken und Enden des Films durchscheinenden radikalkritischen Seitenhiebe auf den stumpfsinnig-brutalen Alltag (nicht nur) der US-Gesellschaft um so treffender." (Eidgenossen im Bilde #4/1988)

Der Film war bis September 2013 indiziert, nach Ablauf der 25-Jahresfrist wurde er jedoch von diesem gestrichen. Eine Neuprüfung der FSK steht noch aus.

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Der "Toxic Avenger" erfuhr insgesamt drei Fortsetzungen. Die ersten beiden, Toxic Avenger II und Toxic Avenger III wurden 1989 in einem Aufwasch gedreht – ursprünglich war nur ein Film geplant, jedoch am Ende der Dreharbeiten stellte man fest, dass weit mehr Material im Kasten war als für eine einzige Fortsetzung nötig gewesen wäre. Also machte man kurzerhand zwei Filme daraus. 2000 wurde noch ein vierter Teil unter dem Titel Atomic Hero IV (engl. Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV) veröffentlicht.

Neuauflage[Bearbeiten]

Derzeit finden die Vorbereitungen für eine völlige Neuauflage des Stoffs statt, die 2013 in die Kinos kommen soll. Regie wird Steve Pink (S.H.I.T. – Die Highschool GmbH) führen. Das Drehbuch schreibt Daniel C. Mitchell, Produzent ist Akiva Goldsman. Im Gegensatz zur Vorlage soll das Remake aber eine Actionkomödie für die ganze Familie werden, in der Toxie als grüner Superheld in umweltbewussten Zeiten kämpft. Vom schwarzen Humor und den blutig, geschmacklosen Szenen des Originals wird dann jedoch nicht viel übrig bleiben.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. cinema.de

Weblinks[Bearbeiten]