Auelehm

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Als Auelehm (auch „Aulehm“ oder „Auenlehm“) wird ein meist holozänes, teils geschichtetes, feinkörniges Lockersediment (Schluff, Feinsand und Ton) in den Auen von Flüssen und Bächen bezeichnet, das sich auf Hochflutereignisse zurückführen lässt.

Auelehm ist meist sandig-lehmig und teilweise humushaltig, außerdem durch hohen Grundwasserstand und regelmäßige Überflutung zumeist sehr feucht. Meist bilden jene Sedimente das Ausgangssubstrat für die Bildung von Gleyen und Vega-Böden.

Diese erdgeschichtlich jungen Auen-Sedimente können mehrere Meter mächtig sein und aus verschiedenen quartären Ablagerungszeiträumen stammen. Ein Großteil der in Mitteleuropa verbreiteten Auelehme wurde jedoch infolge von Bodenerosion unter dem Einfluss des Menschen abgelagert und ist damit vergleichsweise jung. Dies betrifft in vielen Fällen über 70 % der nachweisbaren feinkörnigen Auensedimente.[1] Die ältesten nachgewiesenen Auelehme, die auf menschliche Landschaftseingriffe zurückzuführen sind, stammen aus dem Neolithikum bzw. aus dem Atlantikum.[2] Meist lassen sie sich mit den ersten großflächigen Rodungen gleichsetzen, die dazu dienten, Siedlungs-, Weide- und Anbauflächen zu schaffen. So wurde im Einzugsgebiet eines Fließgewässers meist zunächst der Oberboden erodiert und auf den Flussauen wieder sedimentiert. Die Hauptbildungsphasen für Auelehme in Mitteleuropa liegen im Hochmittelalter und in der Frühen Neuzeit. Römische Auelehme wurden nur selten nachgewiesen.

In der Literatur wird nicht einheitlich unterschieden, so dass als Synonym auch die Bezeichnungen „Hochflutlehm“, „Hochflutsediment“ oder generell „Auensediment“ auftreten.

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Stolz, C., Grunert, J., Fülling, A. (2012): The formation of alluvial fans and young floodplain deposits in the Lieser catchment, Eifel Mts., western German Uplands: A study of soil erosion budgeting. The Holocene 22, 3, 267–280.
  2. Dreibrodt, S., Lubos, C., Terhorst, B., Damm, B. & Bork, H.-R. (2010): Historical soil erosion by water in Germany, Scales and archives, chronology, research perspectives. Quaternary International 222: 80–95.