August Johann Gottfried Bielenstein

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Gedenktafel für August Bielenstein im Brömsehaus, Lüneburg, gestaltet von seinem Sohn, dem Maler Siegfried Bielenstein. Eigentum der Carl-Schirren-Gesellschaft
Gedenktafel für August Bielenstein in Doblen/Dobele, 2007 vom Architekten Jānis Kukša gestaltet.
Pastorat Oši (Eschen) bei Neu-Autz/Jaunauce, wo Bielenstein seine Kindheit und ersten Arbeitsjahre verbrachte(siehe Tafel!).

August Johann Gottfried Bielenstein (lett.: Augusts Bīlenšteins) (* 20. Februarjul./ 4. März 1826greg. in Mitau (lettisch: Jelgava); † 23. Junijul./ 6. Juli 1907greg. ebenda) war ein deutschbaltischer Sprachwissenschaftler, Volkskundler, Ethnograph und Theologe.[1] Er studierte an der Universität Halle wie zahlreiche andere bekannten Pastoren des Baltikums, studierte ab 1846 und promovierte 1850 an der Universität Dorpat (estn.: Tartu). 1852 trat er die Nachfolge seines Vaters als Pastor der Gemeinde Neu-Autz in Kurland an.[2] Ab 1867 wirkte Bielenstein als evangelischer Pfarrer der Gemeinde Doblen, (lett.: Dobele) im Kurzeme (deutsch: Kurland).[3]

Die Universität Königsberg verlieh ihm 1883 die Ehrendoktorwürde. Er war von 1864 bis 1895 Präsident und anschließend Ehrenpräsident der Lettisch-Literärischen Gesellschaft. In dieser Funktion veranlasste Bielenstein die Bearbeitung eines Lettischen Wörterbuchs (durch Ulmann, Riga 1872, Bd. 1) und übernahm die sprachliche und exegetische Revision der lettischen Bibel (Mitau 1877). Das Magazin der Lettisch-Literärischen Gesellschaft enthält viele wertvolle Aufsätze von Bielenstein.

Bielenstein war Herausgeber der größten Zeitung in lettischer Sprache Latviešu Avīzes und Mitglied der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften. Er war Autor zahlreicher Werke auf den Gebieten der Sprachwissenschaften und Ethnographie. Er förderte die Sammlung von Dainas, gab Sammlungen heraus, erforschte die traditionelle Holzbauweise. Auch untersuchte er Burghügel, um diese den Beschreibungen in alten Chroniken zuordnen zu können.[4] Obwohl Bielenstein viele anstoßgebende Beiträge zur Erforschung der lettischen Sprache und Kultur leistete, war er gleichzeitig ein erbitterter Gegner der Jungletten und vehementer Verteidiger der deutschbaltischen Tradition.

Seine wertvolle Bibliothek fiel der Russischen Revolution 1905 zum Opfer.

Zum 100. Todestag im Jahr 2007 gab es mehrere Veranstaltungen in Dobele und Riga[5] , auch die Enthüllung einer Gedenktafel. [6][7]. Im Jahr 2008 fand eine Ausstellung in der estnischen Nationalbibliothek in Tallinn statt.[8]

Werke[Bearbeiten]

  • Die lettische Sprache, nach ihren Lauten und Formen (2 Bände, Berlin: Dümmler, 1863-64; Nachdruck: Leipzig: Zentralantiquariat der DDR, 1972)
  • Die Grenzen des lettischen Volkstammes und der lettischen Sprache in der Gegenwart und im 13. Jahrhundert (St. Petersburg: Eggers, 1892; Nachdruck: Hannover-Döhren: v. Hirschheydt, 1973, ISBN 3-7777-0983-2)
  • Studien aus dem Gebiete der lettischen Archäologie, Ethnographie und Mythologie (Riga, 1896; Co-Autoren: Emil Bielenstein und Hans Bielenstein, hier online einsehbar)
  • Die Holzbauten und Holzgeräte der Letten: ein Beitrag zur Ethnographie, Kulturgeschichte und Archaeologie der Völker Russlands im Westgebiet (St. Petersburg, 1907-1918; Nachdruck: Hannover-Döhren: v. Hirschheydt, 1969)
  • Ein glückliches Leben: Selbstbiographie (Riga: Jonck u. Poliewsky, 1904; Nachdruck: Michelstadt: Neuthorverlag, 2002, ISBN 3-88758-080-X)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bielenstein in der Porträt-Sammlung der Lettischen Nationalbibliothek
  2. Das Pfarrhaus Oši in Jaunauces Pagasts
  3. August Bielensteins Pastorat in Dobele restauriert im Jahr 2007.
  4. August Bielenstein und die Grenzen des lettischen Volksstammmes
  5. Lily Limane: PĀRDOMAS PĒC A. BĪLENŠTEINAM VELTĪTĀS IZSTĀDES (Zur Ausstellung in der Akademischen Bibliothek Riga im Jahr 2007)
  6. Gedenktafel für August Bielenstein in Dobele
  7. Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands zum 100. Todestag 2007
  8. Bielenstein-Ausstellung in der estnischen Nationalbibliothek, Tallinn im Jahr 2008