Babyflasche

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Säuglingen wird die Flasche meist im Liegen gegeben
Verschiedene Größen

Die Babyflasche, auch Nuckelflasche, ist eine Flasche mit einer aufgesteckten, schnullerähnlichen Saugvorrichtung, die der Zuführung von flüssiger Nahrung für Säuglinge dient. In den ersten Monaten enthält sie abgepumpte Muttermilch oder Muttermilchersatz, später kann sie auch Säfte oder Tees enthalten.

Gängige Flaschengrößen sind heute 125 ml, 240 ml und 330 ml. Die Sauger gibt es mit einer Anzahl von in der Regel ein bis vier Öffnungen, ihr Gebrauch hängt vom Alter des Kindes und der Viskosität des Inhalts ab. Manche Sauger haben Ventilsysteme, die verhindern sollen, dass beim Saugen Luft geschluckt wird, die dann später zu Koliken führen könnte.

Die Gründe für ein Ernähren des Babys mit der Nuckelflasche sind unterschiedlich: sie reichen von Krankenhausaufenthalten des Säuglings oder der Mutter aufgrund von Operationen bis zu persönlichen Abneigungen der Mutter oder des Säuglings gegen das Stillen. Umgangssprachlich werden solche Säuglinge auch Flaschenkinder genannt.

Das Nursing-Bottle-Syndrom ist eine Form der Karies, die mit der Flaschenernährung zusammenhängt. Darum wird die Umstellung nach dem 12. Lebensmonat empfohlen.

Wichtig ist es, den Nuckel und die Flasche nach dem Gebrauch gründlich zu reinigen, damit sich darin keine Keime vermehren können. Nach der Reinigung wird die Flasche durch ein Abkochen im Wasserbad, einem Dampfsterilisator oder in einem speziellen Behälter in der Mikrowelle sterilisiert.

Materialien[Bearbeiten]

Gebräuchlich sind Flaschen aus Glas und Polycarbonat, welches aber wegen des enthaltenen Bisphenol A umstritten ist.[1][2][3]. Glasflaschen haben den Nachteil, dass sie schwerer und zerbrechlich sind. Dies ist insbesondere relevant, wenn das Baby anfängt, die Flasche selber zu halten. Manche Hersteller haben bereits vorsorglich reagiert und bieten nur noch Glasflaschen oder solche aus Polypropylen an. Sauger sind aus Latex und Silikon gebräuchlich. Letzteres ist nicht so bissfest, aber dafür weniger allergisierend.

Kanada hat Bisphenol A als gefährlich eingestuft und ein Verbot von Babyflaschen aus Polycarbonat verhängt.[4]

Erwärmung[Bearbeiten]

Der Inhalt wird für Babys aus gesundheitlichen Gründen auf Körpertemperatur vorgewärmt. Dies kann im Wasserbad geschehen oder mit einem speziellen Babyflaschenwärmer. Die Erwärmung in der Mikrowelle ist nicht geeignet, da sich der Inhalt ungleichmäßig erwärmt und es daher zu Verbrühungen kommen kann. Bei Flaschen aus Polycarbonat wird dabei auch vermehrt Bisphenol A in die Nahrung abgegeben.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Keramische Saugflasche in Tiergestalt aus Regensburg-Harting (um 1350–800 vor Chr.)

In der Antike waren die Gefäße aus Ton hergestellt. Ab dem 16. Jahrhundert verwendete man Leder und Holz für die Herstellung, ab dem 17. auch Kuhhörner.[6] Die Sauger waren aus Leder oder Baumwollstoff. Ab dem 19. Jahrhundert verwendete man auch Bierflaschen, in die ein Baumwolllappen gestopft wurde. Später wurde ein Sauger aus Gummi über den Flaschenrand gestülpt. In den 1930er Jahren kamen Sauger aus Latex auf den Markt. Seit den frühen 1960er Jahren wird auch Polycarbonat für die Flaschen verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Sueddeutsche.de: Bisphenol A, "Guerillakrieg" um einen Plastikgrundstoff (3. November 2007)
  2. Sueddeutsche.de: Gift aus der Babyflasche? (24 Februar 2010)
  3. Spiegel.de: Weichmacher könnte Hirngewebe schädigen (13. Dezember 2005)
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKanada verbietet giftige Babyflaschen. 1. Mai 2008, abgerufen am 17. September 2008.
  5. Ökotest, Babyflaschen, Gift in der Milch, September 2003
  6. The history of the feeding bottle (englisch)