Badi’

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Badi’ im Alter von 15
Badi’ während der Gefangenschaft

Badi’ (Arabisch: ﺑﺪﻳﻊ; „der Wunderbare“) ist der Titel von Aqa Buzurg-i-Nishapuri (* 1852; † Juli 1869 in Teheran, Iran). Er ist auch unter dem Titel „Der Stolz der Märtyrer“ bekannt, da er das Sendschreiben von Baha’u’llah an Nāser ad-Dīn Schāh überbrachte und deswegen getötet wurde.[1]

Leben[Bearbeiten]

Aqa Buzurg wuchs in der Stadt Nischapur der iranischen Provinz Chorasan auf. Sein Vater Abdu’l-Majid-i-Nishapuri war ein hervorragender Gläubiger des Bab und Baha’u’llahs. Aqa Buzurg zeigte aber zunächst kein Interesse daran. Durch ein Gespräch mit dem Chronisten Nabil-i-A’zam, der unter anderem das arabische Gedicht Qasídiy-i-ʿIzz-i-Varqá'íyyih von Baha’u’llah zitierte, wurde Aqa Buzurg zu Tränen gerührt und verwandelte sich in einen begeisterten Bahai.

Aqa Buzurg beabsichtigte Baha’u’llah zu besuchen. Seine Reise führte ihn über Yazd und Bagdad nach Mosul. In Bagdad und Mosul arbeitete er als Wasserträger für die dortigen Bahai. Von Mosul schließlich ging Aqa Buzurg zu Fuß nach Akkon und erreichte Anfang 1869 die Gefängnisstadt. Er konnte dort zweimal mit Baha’u’llah sprechen. Bei diesen Unterredungen erwähnte Baha’u’llah das Sendschreiben an den Schah, dass er schon offenbart hatte. Aqa Buzurg bat darum, das Sendschreiben dem Schah überbringen zu dürfen. Baha’u’llah nahm dieses Angebot an, obwohl schon zahlreiche andere Gläubige vor Aqa Buzurg vergeblich darum baten. Aqa Buzurg erhielt während dieser beiden Unterredungen den Titel „Badi’“ (arab. „der Wunderbare“).

Badi’ wurde angewiesen alleine nach Persien zurückzukehren und keine Verbindung zu den Gläubigen aufzunehmen. Nach einem Fußmarsch von etwa vier Monaten erreichte er Teheran und überreichte dem Schah das Sendschreiben. Daraufhin wurde Badi’ gefangengenommen und gefoltert, um die Namen seiner vermeintlichen Komplizen oder zumindest seine Glaubensbrüder in Teheran preiszugeben. Badi’ konnte jedoch niemanden verraten. Schließlich starb Badi’ dem Märtyrertod.

Auf Anordnung des Schahs wurde ein Foto von Badi’ gemacht[2] und sein heroisches Verhalten wurde von Muhammad-Valí Sipahdár-i-A`zam beschrieben[3], der es von Kázim Khán-i-Farrásh-Báshí hörte, der die Folterungen ausführte. Das Ereignis wurde sogar von einem französischen Diplomaten in einer Depesche beschrieben.[4] Von Baha’u’llah erhielt Badi’ den Titel „Der Stolz der Märtyrer“ und von Shoghi Effendi den Titel Apostel Baha’u’llahs. Das Kitab-i-Badi, eine Heilige Schrift der Bahai aus der Feder Baha’u’llahs, ist nicht nach dem Badi’ dieses Artikels benannt. Es gibt jedoch ein Sendschreiben Baha’u’llahs an Badi’, aus dem hervorgeht, dass beide über ein mögliches Martyrium wussten[5].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Bahá’u’lláh: Anspruch und Verkündigung. Bahai-Verlag, Hofheim 2007, ISBN 978-3-87037-419-8, S. 114-158.
  2.  Hasan Balyuzi: Bahá’u’lláh, der Herr der Herrlichkeit. Bahá’í-Verlag, Hofheim-Langenhain 1991, ISBN 3-87037-262-1, S. 358.
  3.  Hasan Balyuzi: Bahá’u’lláh, der Herr der Herrlichkeit. Bahá’í-Verlag, Hofheim-Langenhain 1991, ISBN 3-87037-262-1, S. 356-359.
  4.  Moojan Momen (Hrsg.): The Bábí and Bahá’í Religions, 1844-1944: Some Contemporary Western Accounts. George Ronald, Oxford, U.K. 1981, ISBN 0-85398-102-7, S. 254-255.
  5.  Hasan Balyuzi: Bahá’u’lláh, der Herr der Herrlichkeit. Bahá’í-Verlag, Hofheim-Langenhain 1991, ISBN 3-87037-262-1, S. 350-351.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Badi’ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien