Badisches Landesmuseum

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Schloss Karlsruhe

Das Badische Landesmuseum ist das große kultur-, kunst- und landeshistorische Museum des badischen Landesteils Baden-Württembergs. Mit seinen weltweit bedeutenden Sammlungen, die mehr als 5500 Jahre internationale Kulturgeschichte repräsentieren, vermittelt es Geschichte und historische Lebenswelten. Seine Sammlungen reichen von der Ur- und Frühgeschichte über das Mittelalter bis hin ins 20. Jahrhundert.

Das Museum wurde 1919 gegründet und eröffnete 1921 in den Räumen des Karlsruher Schlosses.[1] Neben seinen Sammlungsausstellungen zeigt das Badische Landesmuseum pro Jahr mehrere Sonderausstellungen. Seine unterschiedlichen Sammlungen sind teils in der Zentrale im Karlsruher Schloss, teils in mehreren Außenstellen und Zweigmuseen zu sehen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die Sammlungsausstellungen

Im Karlsruher Schloss werden auf vier Stockwerken die Sammlungen des Museums zur Geschichte des Landes und zu den antiken Kulturen des Mittelmeerraumes präsentiert. Bekannt sind die bedeutendste Antikensammlung Baden-Württembergs und die Türkenbeute, die größtenteils Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden 1691 aus den Türkenkriegen mitbrachte. Diese Sammlung wird detailliert im Virtuellen Museum gezeigt.

[Bearbeiten] Baden und Europa

In der Dauerausstellung werden Schaustücke zur Geschichte Badens aus der Zeit von 1789 bis heute, u. a. zu Napoleon, Großherzog Karl Friedrich, Revolutionär Friedrich Hecker, gezeigt.

[Bearbeiten] Außenstellen und Zweigmuseen

Neben dem Schloss besitzt das Badische Landesmuseum mehrere Außenstellen und Zweigmuseen.

  • Museum beim Markt, Karlsruhe
    Das Museum beim Markt beherbergt die umfassenden Sammlungen zur Angewandten Kunst seit 1900. Gezeigt werden Werke aus den wichtigsten Zentren des Europäischen Jugendstils, vom Deutschen Werkbund und vom Bauhaus sowie aus den Zwanziger und Dreißiger Jahren.
  • Museum in der Majolika, Karlsruhe
    Das Museum in der Majolika dokumentiert die Geschichte der bedeutenden Karlsruher Majolika-Manufaktur seit ihrer Gründung 1901 bis in die jüngste Vergangenheit. Zeit ihres Bestehens hat diese Produktionsstätte auf nahezu alle kunsthistorischen Strömungen und kulturgeschichtlichen Ereignisse reagiert. In den ausgestellten Produkten spiegelt sich daher der künstlerische und kulturgeschichtliche Wandel des vergangenen Jahrhunderts.
  • Deutsches Musikautomaten-Museum, Bruchsal
    Rund 500 Exponate des Deutschen Musikautomaten-Museums im Bruchsaler Schloss zeigen die Entwicklung der Musikautomaten seit der kunsthandwerklichen Fertigung im 17. und 18 Jahrhundert über die Hochblüte im ausgehenden 19. Jh. bis hin zum Abgesang in der Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren.
  • Keramikmuseum, Staufen im Breisgau
    Mittelpunkt des Keramikmuseums in Staufen bilden zum einen die umfangreiche Keramiksammlung sowie eine originale Werkstatt mit Tongrube, Töpferscheibe, Glasurmühle und zwei Holzbrennöfen.
  • Außenstelle Südbaden, Staufen im Breisgau
    Ebenfalls in Staufen beheimatet ist die Außenstelle Südbaden, die aus der früheren Landesstelle für Volkskunde hervorgegangen ist. Sie ist für die Belange des BLM in Südbaden zuständig, für das Keramikmuseum Staufen und unterhält eine öffentliche Bibliothek und ein Fotoarchiv zum Thema Volkskunde.
  • Schloss Neuenbürg
    Das Museum im Schloss Neuenbürg zeigt zum einen in einer begehbaren Inszenierung das Märchen Das kalte Herz von Wilhelm Hauff, zum anderen wird die Vergangenheit des Schlosses und seiner näheren Umgebung dargestellt. Der Schlosskeller ist Ausstellungen zeitgenössischer Kunst vorbehalten.
  • Klostermuseum, Calw-Hirsau
    Das Klostermuseum Hirsau bei Calw liegt neben den Ruinen des Klosters Hirsau, eines der bedeutendsten Klöster des Mittelalters. Die Ausstellung ermöglicht einen guten Einblick in die über 1100 Jahre zurückreichende Hirsauer Klosterkultur, über das Leben der Mönche sowie auch über die Orts- und Sozialgeschichte des Kurorts Hirsau im 19. und 20. Jahrhundert.

[Bearbeiten] Geschichte

Nach der Abdankung des badischen Großherzogs Friedrich II. wurde das im Zentrum der barocken Stadtanlage gelegene Karlsruher Schloss 1918 vom badischen Staat übernommen und zum Sitz eines neu gegründeten kulturhistorischen Museums bestimmt. 1919 wurde das Museum gegründet, es eröffnete am 24. Juli 1921 in den Räumen des Schlosses. Als erster Direktor amtierte bis 1938 Hans Rott. 1936 wurde das Badische Münzkabinett in das Museum eingegliedert. Dessen Leiter war bis 1971 Friedrich Wielandt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Karlsruher Schloss 1944 zerstört. Die Bestände des Museums wurden zum überwiegenden Teil gerettet. Ab 1955 folgte der Wiederaufbau des ausgebrannten Schlosses. Das Äußere wurde dabei historisch getreu rekonstruiert, während das Innere gemäß den Erfordernissen eines modernen Museumsbetriebes gestaltet wurde. 1959 wurde das Badischen Landesmuseum wiedereröffnet, 1965 öffnete das Schlosscafé. Mit Jürgen Thimme war von 1959 bis 1982 erstmals ein Archäologe Leiter der Antikenabteilung. In den 1990er Jahren begann die Neueinrichtung der Sammlungsausstellungen mit der Eingliederung der umfangreichen Neuerwerbungen des Museums. Seit 1992 ist Harald Siebenmorgen Direktor des Museums. 2009 hatte das Badische Landesmuseum Karlsruhe rund 300.000 Besucher.

[Bearbeiten] Aktionen in der Öffentlichkeit

  • Museumsfest (alle 2 Jahre: 2007, 2009 ...)
  • lange Museumsnächte zu Sonderausstellungen
  • Events im Museum außerhalb der Öffnungszeiten
  • Karlsruher Museumsnacht (KAMUNA)
  • Internationaler Museumstag
  • Beteiligung am zweijährlichen Stadtgeburtstag
  • Europawoche
  • Museumspädagogische Veranstaltungen und Projekte

[Bearbeiten] Sammlungen im Internet

Die Sammlung Türkenbeute wird im Virtuellen Museum des Badischen Landesmuseums präsentiert. Die Sammlungen Absolutismus und Kykladen können über das BAM-Portal durchsucht werden.

[Bearbeiten] Literatur

  • Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe. Zur Geschichte seiner Sammlungen, bearb. von Ulrike Grimm, hrsg. Prof. Dr. Harald Siebenmorgen, Karlsruhe 1993, Braun Verlag, ISBN 3765090360
  • Zahlreiche Kataloge zu den Sammlungsbeständen des Badischen Landesmuseums sowie Publikationen zu Sonderausstellungen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Badisches Landesmuseum: Geschichte des Museums, abgerufen am 15. August 2010

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Badisches Landesmuseum Karlsruhe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.0136111111118.4044444444444Koordinaten: 49° 0′ 49″ N, 8° 24′ 16″ O

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