Baltische Universität

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Baltische Universität war eine Exil-Universität der baltischen Staaten. Sie wurde in der Nachkriegszeit für Flüchtlinge aus Estland, Lettland und Litauen in Hamburg (1946/47) und Pinneberg (1947–1949) gegründet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Universität wurde März 1946 in Hamburg in der britischen Besatzungszone gegründet. Dabei halfen die United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA), der Lutherische Weltbund und andere Gruppen. Der estnische Astronom Ernst Öpik wurde ihr erster Rektor, der zweite der litauische Archäologe Jonas Puzinas (1905–1978). Da viele der Mitarbeiter und Studenten Unterkunft in anderen Ländern gefunden hatten, wurde die Universität im September 1949 geschlossen.

Insgesamt 76 Studenten bekamen ihr Diplom. 53 von ihnen waren Letten, 16 Litauer und 7 Esten. Viele andere schlossen ihr Studium an anderen Universitäten ab.

Die Universität hatte rund 170 Professoren und 1.200 Studenten in acht Fakultäten und 13 Abteilungen.

Studentenverbindungen[Bearbeiten]

An der Baltischen Universität wurden fünf (heute in Riga ansässige) Studentenverbindungen gegründet:[1]

  • Fraternitas Imantica, 18. Februar 1947 rot–gold–weiß
  • Spīdola, Damenverbindung, 11. März 1947 gelb–violett–weiß [2]
  • Gersicania, 14. März 1947 weiß–violett–grün
  • Zinta, Damenverbindung, 21. April 1947 dunkelblau–schwarz–grün [3]
  • Fraternitas Cursica, 7. Mai 1947 schwarz–gold–blau
Siehe auch: Präsidenkonvent

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allgemeines Baltisches Kommersbuch. Riga 2010
  2. Spīdola
  3. Zinta

Literatur[Bearbeiten]

  • Baltijas universitāte, 1946–1949: rakstu un fotogrāfiju krājums, sakārtojis Arnolds Grāmatiņš, Minsterē. Latvija, 1989.
  • Elmar Järvesoo, Leo Koobas: Balti Ülikool Saksamaal 1945–1949 (Baltic University in Germany 1945–1949). Balti Ülikool, 1991, Balti Ülikooli Eesti Seltsi toimetis (Toronto) ISBN 0921178123

Weblinks[Bearbeiten]