Bar Mitzwa
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Bar Mitzwa (בר מצווה; aramäisch: Sohn des Gebots, siehe Mitzwa) auch Bar Mitzwa, Bar Mitzvah oder Bar Mizwah geschrieben, ist ein jüdischer Übergangsritus.
Bar Mitzwa ist zu übersetzen als „Sohn des Gesetzes“ oder „Sohn des Gebotes“ und deutet die religiöse Mündigkeit an. Bar Mitzwa, religionsmündig, wird ein Jude automatisch an seinem dreizehnten Geburtstag. Der Begriff Bar Mitzwa bezeichnet einerseits den religionsmündigen jüdischen Jugendlichen, andererseits den Tag, an dem dieser die Religionsmündigkeit erwirbt, und die oft damit verbundene Feier. In einem Ritus wird der Junge an diesem Festtag in die Gemeinde, in den Bund Abrahams, aufgenommen, und zwar in der Regel am Sabbat (hebräisch für Samstag, Ruhetag) nach dem 13. Geburtstag des Kindes.
Die Bat Mitzwa (בת מצווה; hebr. „Tochter des Gebots“ , jiddisch: Bas Mitzwe) – die entsprechende Zeremonie für Mädchen, die mit dem 12. Geburtstag begangen wird – wurde 1922 von dem New Yorker Reformrabbi Mordecai Kaplan eingeführt und hat sich seitdem weithin durchgesetzt. Im orthodoxen (strenggläubigen) Judentum ist diese Feier kleiner als bei Jungen, in Reform- und teilweise auch in konservativen Gemeinden werden auch Frauen zum Lesen aus der Tora angehalten.
Ab diesem Tag ist das Kind verpflichtet, die Gebote des Judentums (Mitzwot, Plural von Mitzwa) einzuhalten. Dazu gehört zum Beispiel das Legen von Tefillin, d. h. Lederkapseln, die Tora-Stellen auf Pergament enthalten und mit Lederriemen an Hand und Kopf befestigt werden. Das Kind darf von da an auch religiöse Aufgaben erfüllen, etwa in der Synagoge aus der Tora vorlesen. Es hat sich die Tradition entwickelt, dass die Kinder auf diesen Tag hin lernen, den hebräischen Tora-Abschnitt unvokalisiert vorzulesen oder sogar vorzusingen. Dieser „erste Tora-Aufruf“, bei dem im Allgemeinen der Abschnitt Maftir und anschließend die Haftara (öffentliche Lesung aus den Prophetenbüchern) vorgetragen werden, wird feierlich begangen. Das Erlernen der hebräischen Schrift und Sprache erfolgte vom Mittelalter bis zur Aufklärung in der üblicherweise religiös geprägten Cheder-Schule (wörtlich „Zimmer“).
Das Kind wird an der Bar Mizwa erstmals voll in den Gottesdienst mit einbezogen. Zuvor wird auch geprüft, ob die Bedingungen für eine Aufnahme gegeben sind. Voraussetzungen sind u. a. Kenntnisse der jüdischen Religion.
In Israel und in anderen Ländern ist eine Bar Mizwa ein großes Familienfest, woran oft mehrere hundert Gäste teilnehmen. Der Junge steht dabei ganz im Mittelpunkt, ganz ähnlich einer Braut bei ihrer Hochzeit.

