Barbarakapelle (Meran)

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Barbarakapelle in Meran

Die Barbarakapelle ist ein gotischer Kirchenbau, der sich im Zentrum von Meran am Pfarrplatz, unmittelbar östlich der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, befindet. Die ehemalige Friedhofskapelle steht seit 1980 unter Denkmalschutz.

Geschichte[Bearbeiten]

Anstelle des heutigen Baus befand sich ein altes Beinhaus inmitten eines Friedhofs. 1423 wurde an seiner Stelle mit dem Bau einer gotischen Kapelle begonnen, die dem heiligen Michael geweiht sein sollte. Als Architekt wird Hans von Burghausen angenommen. 1450 konnte sie eingeweiht werden. Bis 1848 bestand ringsum der alte städtische Friedhof von Meran, dem die Barbarakapelle als Friedhofskapelle diente. 1983 wurde ihr Inneres einer umfassenden Restaurierung unterzogen.

Innenraum

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Bei der Barbarakapelle handelt es sich um einen zweigeschossigen oktogonalen Zentralbau mit einem kleinen Dachreiter. Über dem Westportal befindet sich eine Fensterrose, während schlanke Spitzbogenfenster an den Seiten für Licht sorgen. Neben dem südseitigen Hauptportal ist ein Fresko des heiligen Christophorus aus der Zeit um 1450 zu sehen. Hier führte nämlich ein alter Steig nach Dorf Tirol, und der Heilige sollte die Wanderer vor einem jähen Tod bewahren.

Sternrippengewölbe

Der Innenraum ist 13 Meter breit und wird durch ein Sternrippengewölbe überdacht. Der Schlussstein zeigt die heilige Barbara. Der Altar auf der linken Seite stammt aus der Zeit um 1750. Die Immakulata schuf Johann Pendl. Der rechtsseitige, ebenfalls barocke Altar zeigt ein von Matthias Pußjäger gemaltes Bild der heiligen Barbara, die sich weigert den Götzen zu opfern. Beide Altäre besitzen große verglaste Reliquienschreine aus der Zeit um 1730. Zwischen ihnen wurde zentral ein 1911 im Antiquitätenhandel erworbener Schnitzaltar angebracht, der nicht aus Tirol stammt. In seinem Mittelschrein ist die Madonna mit Kind und den vier Freuden Mariens zu sehen, an den Flügeln sechzehn zum Großteil ergänzte Heiligenfiguren. Das ursprünglich aus der Predella stammende Relief wurde in die Mensa eingelassen. An der Westwand befindet sich eine Kreuzigungsgruppe aus dem 18. Jahrhundert, an der Ostwand Christus am Ölberg aus dem 17. Jahrhundert. Im Untergeschoss, der ehemaligen Beinhausgruft, stützen vier runde Granitsäulen ein Sterngratgewölbe.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Barbara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts

46.671611.16555Koordinaten: 46° 40′ 18″ N, 11° 9′ 56″ O