Bariumnitrat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Ba2+-Ions   2 Struktur des Nitrations
Allgemeines
Name Bariumnitrat
Andere Namen

Barytsalpeter

Summenformel
  • BaN2O6
  • Ba(NO3)2
CAS-Nummer 10022-31-8
PubChem 24798
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 261,35 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,2 g·cm−3 [1]

Schmelzpunkt

> 550 °C (Zersetzung) [1]

Löslichkeit

mäßig in Wasser (90 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
03 – Brandfördernd 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​302+332
P: 210​‐​302+352 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
Brandfördernd Gesundheitsschädlich
Brand-
fördernd
Gesundheits-
schädlich
(O) (Xn)
R- und S-Sätze R: 8​‐​20/22
S: (2)​‐​28
MAK

0,5 mg·m−3[1]

Toxikologische Daten

355 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−988,0 kJ/mol[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Bariumnitrat ist ein Nitratsalz des Erdalkalimetalls Barium. Es besitzt die Formel Ba(NO3)2 und gehört zur Stoffgruppe der Nitrate.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Bariumnitrat lässt sich durch folgende chemische Reaktionen darstellen:

\mathrm{Ba(OH)_2 + 2 \ HNO_3 \longrightarrow Ba(NO_3)_2 + 2 \ H_2O}
\mathrm{Ba(OH)_2 + N_2O_5 \longrightarrow Ba(NO_3)_2 + H_2O}
\mathrm{BaO + 2 \ HNO_3 \longrightarrow Ba(NO_3)_2 + H_2O}
\mathrm{3 \ Ba + 8 \ HNO_3 \longrightarrow 3 \ Ba(NO_3)_2 + 4 \ H_2O + 2 \ NO}
\mathrm{BaCO_3 + 2 \ HNO_3 \longrightarrow Ba(NO_3)_2 + H_2O + CO_2}

Eigenschaften[Bearbeiten]

kristallines Bariumnitrat

Bariumnitrat tritt als farbloser kristalliner Feststoff auf. Es ist gesundheitsschädlich und ein schwach wassergefährdender Stoff. Es verursacht in der Brennerflamme die für Barium typische grüne Flammenfärbung und kann als Oxidationsmittel benutzt werden.

Bariumnitrat zersetzt sich bei Temperaturen größer 550 °C zu Bariumoxid, Stickstoff, Sauerstoff und Stickstoffmonoxid. Aufgrund des freigesetzten Sauerstoffs und vor allem des freiwerdenden Stickstoffmonoxids ist Bariumnitrat ein gutes Oxidationsmittel.

Wasserfreies Bariumnitrat kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe Pa3 mit dem Gitterparameter a = 811,84 pm. In der Elementarzelle befinden sich vier Formeleinheiten.[6] Die Kristalle sind isotyp zu Strontiumnitrat.


Verwendung[Bearbeiten]

Bariumnitrat wird in der Pyrotechnik zur Herstellung von Feuerwerkskörpern und farbigen Wunderkerzen verwendet, weil es Flammen grün färbt und gleichzeitig ein Oxidationsmittel ist. Außerdem wird es als Oxidator in den Zündhütchen von Patronen und Kartuschen verwendet. Eine hochbrisante Mischung aus TNT und Bariumnitrat wird Baratol genannt.

Es wird auch in Leuchtschirmen für Fernsehempfänger benutzt.

Analytik[Bearbeiten]

Einen ersten Hinweis bei der Identifizierung von Barium in Bariumnitrat erhält man durch die grüne Flammenprobe. Das Anion kann mittels Ringprobe oder Lunges Reagenz (siehe auch Nachweise für Anionen) nachgewiesen werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Bariumnitrat bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  2. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Bariumsalze“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Bariumsalze in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. April 2012 (JavaScript erforderlich).
  3. Eintrag zu CAS-Nr. 10022-31-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 9. März 2011 (JavaScript erforderlich)
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-6.
  6. H. Nowotny, G. Heger: "Structure refinement of strontium nitrate, Sr(NO3)2, and barium nitrate, Ba(NO3)2" in Acta Cryst. 1983, C39, S. 952-956 doi:10.1107/S0108270183006976