Baur Versand

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Baur Versand
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Rechtsform GmbH & Co KG
Gründung 1925
Sitz Burgkunstadt, Bayern
Leitung Albert Klein, Geschäftsführer, Aliz Tepfenhart, Geschäftsführerin
Mitarbeiter ca. 4000 in Deutschland, 400 in Österreich (März 2013)[1]
Umsatz 666,3 Millionen Euro Mio. € (2012/13)[2]
Branche Versandhandel
Website www.baur.de

Der Baur Versand ist ein Distanzhändler mit Hauptsitz in Burgkunstadt (Oberfranken). Das Unternehmen wurde 1925 als erster Schuhversand in Deutschland gegründet. Seit 1997 ist Baur eine Tochtergesellschaft der Otto Group. Mit einem Umsatz von über 666 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2012/2013 ist Baur eines der größten Distanzhandelsunternehmen Deutschlands. Da zu Baur heute mehrere Tochterunternehmen gehören, hat sich eine Baur-Gruppe entwickelt. Zu dieser Gruppe gehören neben dem Baur Versand unter anderem auch das Dienstleistungsunternehmen Baur Fulfillment Solutions (BFS) sowie der Schuhversender I'm walking und die österreichische Tochter Unito Versand & Dienstleistungen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Baur Versand wurde 1925 von Friedrich Baur gegründet, zunächst als reiner und erster[3] Schuhversender.[4] Burgkunstadt war zu jener Zeit von der Schuhindustrie geprägt.

Der Baur Versand führte als erster die Sammelbestellung ein, in der ein Kunde Teile der Distributionsfunktion übernimmt und für andere mitbestellt. 1935 führte er die Ratenzahlung ein.[4]

In der Folge erweiterte das Versandhaus sein Sortiment mit Textilien und Hartwaren und wurde zu einem der größten Versandhäuser in Deutschland. Nach dem Tod des kinderlosen Friedrich Baur wurde das Unternehmen 1965 in die Friedrich-Baur-Stiftung eingebracht.[4]

Das Unternehmen ist mit etwa 4000 Beschäftigten der bedeutendste Arbeitgeber der Region.

Seit 1997 ist die Otto Group mit 49 % an Baur beteiligt.[4][3]

Seit 2000 ist der Baur Versand über die zur Baur Gruppe gehörenden Vollversender Otto-Versand bzw. Universal (2001 übernommen[5]) auch in Österreich als Versandunternehmen aktiv. In der Folge wurden 2003 Otto Österreich und Universal zu Unito verschmolzen.[6]

2003 wurde der Spezialschuhversender I'm walking gegründet. 2004 wurde das Dienstleistungsunternehmen BFS Baur Fulfillment Solutions ausgelagert.

Im Juli 2010 nahm die Unito mit den Schweizer Versandmarken Quelle und Ackermann nach der Liquidation der Schweizer Quelle Versand AG das operative Geschäft in der Schweiz wieder auf. Die Markenrechte am ehemaligen Schweizer Versandhauses Spengler wurden ebenfalls von Unito übernommen.

Im ersten Quartal des Jahres 2011 wurde das neue Unternehmen Quelle GmbH (Österreich) in Salzburg gegründet. Es gehört organisatorisch zu Unito, der österreichischen Tochter der Baur-Gruppe. Die neu gegründete Gesellschaft beschäftigt 100 Mitarbeiter und konzentriert sich auf die Bereiche Technik und Wohnen. Den Versandhandel mit Textilien hat das Unternehmen nicht wieder aufgenommen.[7] Über die Handelsmarke Privileg, die schon vorher vom Quelle Versand genutzt wurde und deren Markenrechte 2010 vom Otto Versand gekauft und an das Unternehmen Whirlpool weiter veräußert wurden, werden Haushaltsgeräte vom Lager in Bergheim bei Salzburg aus vertrieben.[8]

Sortiment und Vertriebswege[Bearbeiten]

Baur fokussiert sich als Distanzhändler auf die Kernsortimente Damenmode, Schuhe und Wohnen. Dabei setzt Baur nicht nur auf Fremdmarken, wie s.Oliver, Esprit oder Tamaris, sondern auch auf eine breite Auswahl an Eigenmarken wie Cheer, Aniston oder Vivance. Die Zielgruppe von Baur sind Frauen zwischen 40 und 55 Jahren. Der ehemals dominante Hauptkatalog spielt heute bei Baur nur noch eine untergeordnete Rolle. Neben einer Vielzahl an Phasenkatalogen, die wesentlich dünner sind und sich spezifischen Themen widmen, werden rund 80 % der Produkte über den Onlineshop www.baur.de vertrieben.

Nachhaltigkeit bei Baur[Bearbeiten]

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Der Unternehmensgründer Friedrich Baur gründete die Friedrich-Baur-Stiftung, die heute noch soziale Projekte und Einrichtungen unterstützt.[9]

Umwelt- und Klimaschutz[Bearbeiten]

Gemeinsam mit allen Mitgliedern der Otto Group hat sich Baur das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2020 um 50 % zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, optimiert Baur beispielsweise die Dämmung seiner Gebäude, installiert LED-Lampen und Bewegungsmelder oder nutzt technische Neuerungen wie eine energiesparende Sortertechnik im Logistikbereich. Praktisch wird der Umweltschutz bei Baur auch bei der Abfallentsorgung umgesetzt. Der Umwelt- und Klimaschutz stellt bei Baur ein Unternehmensziel dar. Die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) bestätigt Baur seit mehreren Jahren, dass der betriebliche Umweltschutz an den Standorten Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain den Vorgaben der Norm DIN ISO 14001 entspricht. Darüber hinaus hat das Unternehmen im Juni 2002 auf insgesamt vier Fließkilometern die Bachpatenschaft für die Weismain, einen Nebenfluss des Mains in Oberfranken, übernommen. 2012 wurde am Standort Altenkunstadt ein eigenes Blockheizkraftwerk gebaut, das eigenen Strom und eigene Wärme produziert.

Sortiment und Kunde[Bearbeiten]

Bei der Produktion der Werbemittel wird bei Baur sogenanntes FSC-Papier verwendet, dessen Holz aus überprüfter und verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammt. Bereits über 4,5 Milliarden Katalogseiten sind auf FSC-Papier gedruckt worden. Seit 2007 gilt bei Baur die sogenannte Timber Sourcing Policy für den Einkauf von Möbeln und dekorativen Accessoires aus Massivholz. Dieser Grundsatz soll sicherstellen, dass kein Holz aus illegalem Raubbau oder Kahlschlag für die Produktion der Holzartikel im Sortiment verwendet wurde. Es besteht die Pflicht für Lieferanten, einen Nachweis für die Herkunft der verwendeten Hölzer zu erbringen. Um die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern zu schützen, hat Baur eine eigene Textilleitlinie, deren zulässige Grenzwerte bezüglich bestimmter Schadstoffe noch strenger gesetzt sind als die gesetzlich bestimmten Grenzwerte.

Lieferanten[Bearbeiten]

Die Otto Group hat einen sogenannten »Code of Conduct« (grundlegender Verhaltenskodex) entwickelt, der von allen Lieferanten weltweit unterzeichnet werden muss und der sie verpflichtet, auch bei ihren Lieferanten und Subunternehmern auf die Einhaltung der Standards zu achten. Der Code of Conduct beinhaltet das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit. Es darf höchstens an sechs Tagen in der Woche gearbeitet werden, die regelmäßige Wochenarbeitszeit darf 48 Stunden nicht überschreiten. Arbeiter und Angestellte müssen angemessen bezahlt werden. Des Weiteren sind als Mindeststandards beispielsweise die Vereinigungsfreiheit, Antidiskriminierung sowie der Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz verankert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Qualität, Sicherheit und Transparenz des Bestellprozesses auf www.baur.de wurden vom TÜV Saarland bestätigt. Von der unabhängigen Agentur ServiceRating GmbH wurde Baur im Bereich Servicemanagement und Kundenorientierung in den vergangenen Jahren wiederholt das Prädikat „exzellent“ ausgestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 300 neue Mitarbeiter vor Ort. inFranken.de. 16. Januar 2012. Abgerufen am 21. August 2012.
  2. Christoph Scheppe: Baur-Gruppe auf Erfolgskurs. np-coburg.de. 11. April 2013. Abgerufen am 11. April 2013.
  3. a b Die Otto Group - Konzernfirmen - Baur. Otto Group. Abgerufen am 21. August 2012.
  4. a b c d [BAUR Versand. Berufsstart.de. 13. Juni 2013. Abgerufen am 13. Juni 2013.]
  5. Baur. web-firmen.de. Abgerufen am 21. August 2012.
  6. BAUR Versand. Audimax.de. 18. Januar 2011. Abgerufen am 21. August 2012.
  7. www.textilwirtschaft.de (Anmeldung erforderlich)
  8. Quelle-Versand startet neu durch orf.at vom 1. Januar 2011
  9. Exzellenzen in Franken. Psfd.de. Abgerufen am 21. August 2012.
  10. Online-Versender im Vergleich: Versandkosten bleiben Ärgernis. n-tv.de. 29. März 2012. Abgerufen am 21. August 2012.
  11. M-Commerce: Die schnellsten mobilen Webshops Deutschlands. Derhandel.de. Abgerufen am 21. August 2012.
  12. Baur Versand zum besten Online-Shop Deutschlands gekürt. Presseportal.de. Abgerufen am 21. August 2012.