s.Oliver

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s.Oliver Bernd Freier GmbH & Co. KG
S.Oliver.svg
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1969
Sitz Rottendorf DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Bernd Freier
Mitarbeiter weltweit 7.872, Deutschland 5.292[1]
Umsatz 1,48 Mrd. € (2011)
Branche Textil
Website soliver.com
S.Oliver - Shop in München

s.Oliver (vollständig: s.Oliver Bernd Freier GmbH & Co. KG) ist ein deutscher Bekleidungshersteller und Handelskettenbetreiber mit Sitz im unterfränkischen Rottendorf, der 1969 gegründet wurde. Der Umsatz betrug 2011 1,48 Milliarden Euro.[2]

Unternehmensgliederung[Bearbeiten]

Die Unternehmenszentrale befindet sich in Rottendorf im Landkreis Würzburg. Dort finden sich neben der Unternehmensleitung die Abteilungen Design, Personal, Marketing, Vertrieb und Logistik. In Rottendorf arbeiten etwa 1.800 Mitarbeiter. Auf dem Firmengelände gibt es 70.900 m² Lagerfläche.

Insgesamt betreibt das Unternehmen 262 eigene Läden, 332 Läden mit Partnern, außerdem 2.724 sogenannte „Shops“ mit 3.394 Teilflächen innerhalb anderer Geschäfte wie etwa Kaufhäusern. s.Oliver-Produkte werden in gut 20 Ländern angeboten, z. B. in Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Polen, Kroatien, Italien und Indien.[2]

Das Unternehmen produziert in Asien und Europa. In Asien wird von Hongkong aus organisiert; Produktionsstätten gibt es in China (Hongkong, Hangzhou), Indien (Chennai), Indonesien (Bogor) und der Türkei (Istanbul). Weltweit verfügt das Unternehmen über mehr als 7.000 Mitarbeiter.

Firmenchronik[Bearbeiten]

  • 1969: Eröffnung des ersten Einzelhandelsgeschäftes „Sir Oliver“ in Würzburg[3]
  • 1978: Umbenennung von Sir Oliver in s.Oliver aufgrund von Rechtsstreitigkeiten
  • 1979: Eintrag der Marke s.Oliver beim deutschen Patent- und Markenamt in München
  • 1987: Start der Marke KNOCKOUT
  • 1993: Gründung der Chaloc Textilhandels GmbH und Start der Handelsmarke Chaloc
  • 1994: Gründung der Q.S. Textilhandels GmbH und Start der Marke QS
  • 2001: Übernahme der Marke comma
  • 2004: Start des s.Oliver-Online-Shops
  • 2006: Kollektion „Anastacia by s.Oliver“
  • 2008: Eröffnung und Einweihung des neuen s.Oliver-Gebäudes in Rottendorf sowie des eigenen Betriebskindergartens „s.Oliver Mini Club“ am Firmenstandort[4]
  • 2009: Feier des 40-jährigen Jubiläums.[5] Start der Marke „TRIANGLE by s.Oliver“ für große Größen [6] s.Oliver wird zum "freundlichsten Arbeitgeber Mainfrankens" gekürt;[7]
  • 2010: Neustart des Onlineshops auf Basis von Demandware
  • 2011: Eröffnung der ersten s.Oliver Stores in Schweden und Finnland.[8]
  • 2011: Investor bei Liebeskind Berlin
  • 2012: launch der Kampagne „Festival of Colors“[1]

Produkte[Bearbeiten]

s.Oliver gliedert sein Sortiment in drei Segmente (Lifestylewelten genannt), die auf unterschiedliche Käufertypen abzielen.

  • s.Oliver Casual – Freizeitkleidung; das größte Segment
  • QS by s.Oliver – Jugendmode
  • SELECTION by s.Oliver – konservative stilvolle Mode

Neben diesen drei Hauptelementen bietet s.Oliver noch weitere Produktlinien wie s.Oliver Bodywear (Tag- und Nachtwäsche sowie Badebekleidung), s.Oliver Junior (Kleidung für Babys und Kinder), TRIANGLE by s.Oliver (Kleidung in Übergrößen) sowie s.Oliver AccessOries (Taschen, Gürtel und Lederwaren). Zusammen mit unterschiedlichen Lizenzpartnern vertreibt das Unternehmen zudem zwölf Lizenzlinien, u. a. s.Oliver Shoes (Schuhe), s.Oliver Eyewear (Brillen), s.Oliver Time (Uhren), s.Oliver Jewel (Schmuck), s.Oliver Home, s.Oliver Fragrances (Parfüme), s.Oliver Umbrellas (Schirme), s.Oliver Garden sowie s.Oliver Baby. Die s.Oliver-Duftkollektion (s.Oliver Fragrances) wird in Lizenz bei Mäurer & Wirtz hergestellt.

Kritik[Bearbeiten]

Der Konzern kam im August 2010 in die Kritik, als die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtete, dass den Mitarbeitern in den Filialen ein Stundenlohn von teilweise nur 6,50 € brutto (5,22 € netto) gezahlt werde.[9] Ein geregeltes Einkommen gäbe es nicht, da die Angestellten nach Arbeitsaufkommen und damit auf Abruf eingesetzt würden. Je nach Berufserfahrung läge der Stundenlohn für Mitarbeiter im Einzelhandel zwischen 6,50 € und 10,00 € (brutto).

Einen Betriebsrat gibt es nicht, trotz der inzwischen über 2000 Mitarbeiter.

Sportsponsoring, Werbe-Kooperationen und Sozialsponsoring[Bearbeiten]

Auch s.Oliver nutzt den Bekanntheitsgrad prominenter Musiker, Sportler und Sport-Mannschaften, um selbst bekannter zu werden bzw. um Präsenz zu zeigen. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen bei wohltätigen Aktionen, um öffentlich in Erscheinung zu treten.

Sportsponsoring[Bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren engagiert sich s.Oliver im Sportsponsoring. Unter Vertrag waren oder sind Ivan Lendl (Tennis, 1990er Jahre), Dirk Nowitzki (Basketball, 1990er Jahre), Borussia Dortmund (Fußball, 1997–1999), Ralf Schumacher (Formel 1), Timo Scheider (Formel 3, 1999–),[10] Lech Posen (Fußball, 2010–),[11] S.Oliver Baskets (eig. Würzburg Baskets, Basketball, 2010–),[12] FC Bayern München (Fußball, 2011–2014)[13]

Werbe-Kooperation mit Musikern[Bearbeiten]

Neben dem Sportsponsoring wählt s.Oliver auch Werbepartner aus der Musikbranche, z. B. Dieter Bohlen (Musiker, 2003),[14] Anastacia (Sängerin, 2006) oder David Garrett (Geiger, 2009).

Sozialsponsoring[Bearbeiten]

Das Unternehmen s.Oliver betreibt regelmäßig Sozialsponsoring, d.h. es werden Geld und Sachen gespendet für bestimmte Zwecke.

In der Vergangenheit engagierte sich s.Oliver für Special Olympics Deutschland e.V. (offizieller Partner, seit 1998, Geld und Bekleidung),[15] Opfern der Flutkatastrophe in Südindien nach dem Erdbeben im Indischen Ozean 2004 (Geld), das jährliche Africa Festival in Würzburg (Geld), den Kampf gegen Aids in Südafrika 2005 (Verhütungsmittel),[16] Opfer des Zyklons Nargis aus Bangladesch 2008 (Geld, über die Diakonie-Katastrophenhilfe), Cotton made in Africa (2008),[17] Erdbebenopfer nach dem Erdbeben in Haiti 2010 (Geld, zusammen mit David Garrett),[18] ein Berufsbildungsprojekt namens “Work2Learn Advanced” zur Unterstützung benachteiligter Arbeitskräfte in Bangladesch 2011 (Gründung zusammen mit der Kinderrechtsorganisation Save the Children)[19], Schlaganfall-Opfer (Geld), den Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ (Geld) und das Togo-Projekt der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) (Geld).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Das deutsche Modeunternehmen S.Oliver Abgerufen am 28. Januar 2013.
  2. a b Informationen zum Unternehmen
  3. s.Oliver History(PDF)
  4. IHK Würzburg – Wettbewerb Familienfreundlichster Arbeitgeber Mainfranken
  5. Textilwirtschaft – S.Oliver startet Jubiläumskampagne „Together we are 40“
  6. Textilwirtschaft – s.Oliver kommt mit Großen Größen
  7. Mainpost – s.Oliver hat eigenen Kindergarten
  8. "Eintritt von s.Oliver in den skandinavischen Markt"
  9. Der Westen.de – Arbeit auf Abruf
  10. S. Oliver-Marke Knock Out sponsert Formel 3-Fahrer
  11. s.Oliver official General Sponsor of KKS Lech Poznań
  12. Mainpost – s. Oliver steigt bei den Würzburg Baskets ein
  13. s.Oliver Website – s.Oliver ist offizieller Fashionpartner des FC Bayern München
  14. Stern-Artikel: Bohlens neue Kleider
  15. Special Olympics Deutschland – Premium Partner
  16. 1.000.000 Kondome für das südliche Afrika
  17. Pressemitteilung von s.Oliver – November 2008
  18. s.Oliver und David Garrett spenden für Haiti
  19. s.Oliver Website – s.Oliver startet Berufsbildungsprojekt in Bangladesch

Weblinks[Bearbeiten]