Bemannter Torpedo

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Der bemannte Torpedo ist eine Kriegswaffe und den sog. Kleinkampfmitteln bzw. organisatorisch der Marine oder den Kampfschwimmern zuzuordnen. Im wesentlichen gemeint sind:

Bemannter Torpedo Maiale
Bemannter Torpedo Maiale
  • die italienischen Maiali ("Schweine", Singular Maiale), Prototyp des bemannten Torpedos. Die zweiköpfige Besatzung sitzt im offenen Torpedorumpf, teilweise durch einen höcker-, später röhrenförmigen Aufbau geschützt. Einige andere Bauarten gleichen mit externen Sitzen den englischen Chariots. Die offizielle Bezeichnung war SLC - Siluro a Lenta Corsa - Langsam Laufender Torpedo bzw. San Bartolomeo (SSB).
  • wenig bekannter Vorläufer im ersten Weltkrieg war die italienische Mignatta, ohne jeden Aufbau und oberflächengebunden, da auch ohne Atemgerät.
  • die englischen Chariots ("Streitwagen") als bekannteste Form. Zwei Mann der Besatzung aufsitzend, Stahlsitze auf dem Torpedorumpf.
  • der deutsche Neger bzw. Marder: Sonderform als trockenes, dynamisch tauchendes U-Boot, durch Umbau eines regulären Torpedos entstanden. Eigentlicher scharfer Torpedo unter dem bemannten Torpedo, der Steuermann unter einer Plexiglashaube im oberen Torpedo.
  • die japanischen Kaiten-(Himmelfahrt-)Torpedos und eine Bauform der Koryu-Boote, die Kairyus (Seedrachen). Bemannte, in der Regel im Selbstmordeinsatz eingesetzte Hochseetorpedos mit großer Reichweite und Geschwindigkeit. Als Antrieb dient z. B. Wasserstoffsuperoxid. Von den aus dem Torpedo "Long Lance" 93 entwickelten Kaiten existierten die Typen 1, 2, 4 und 10, eventuell dazu noch ein Typ 3.

Grundsätzlich ist ein nasses, torpedoförmiges, offensiv genutztes Tauchertransportmittel gemeint. Der Taucher trägt in der Regel einen Trockentauchanzug und ein Sauerstoffkreislaufgerät, das Transportmittel verfügt über einen (leisen) Elektroantrieb. Zusätzliche Werkzeuge, etwa zum Durchschneiden von Torpedonetzen, werden mitgeführt. Als eigentliche Waffe dient ein größerer Sprengkopf, der mit Zeitzünder an bzw. unter dem Ziel befestigt oder abgelegt wird.

[Bearbeiten] Einsatzbeispiele

  • 1942 durch Großbritannien: Versenkung des italienischen Kreuzers Bolzano im Kriegshafen von La Spezia. Weiterer Einsatz gegen die Achsenmächte im Mittelmeer, gegen das deutsche Schlachtschiff Tirpitz in Norwegen sowie versuchsweise im fernen Osten.
  • Von deutscher Seite 1944 gegen Ziele im Ärmelkanal und später in der Seine-Mündung. Am Ende des zweiten Weltkrieges weitgehend erfolglos und mit hohen Verlusten gegen die alliierten Invasionsstreitkräfte bei Anzio und in der Normandie.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  • Aufgrund der eingeschränkten Reichweite werden die bemannten Torpedos in der Regel mit Schiffen, U-Booten oder Flugzeugen in die Nähe des Zieles gebracht. Die Torpedos wurden hierbei zum Teil einfach nachgeschleppt, über die Bordwand gehievt, per Fallschirm abgeworfen oder durch speziell eingebaute Luken bei Schiffen bzw. U-Booten unter Wasser ausgeschleust.
  • Sonderformen des bemannten Torpedos dienen als ziviles Tauchertransportmittel (Tauchsport, Berufstauchen) bzw. beim militärischen Einsatz der Küstenaufklärung und Transportmittel für Kommandoeinheiten, Froschmänner und Kampfschwimmer.
  • Ähnlich im Einsatz zu bzw. parallel eingesetzt mit den britischen Faltbooten und X-Craft-Booten, den italienischen Sprengstoffbooten bzw. den deutschen Kleinkampfmitteln. Von italienischer Seite waren weiter Boote ähnlich den X-Crafts bzw. den deutschen Klein-U-Booten im Betrieb.
  • die deutschen Kleinst-U-Boote mit zwei extern aufgehängten Torpedos bzw. die japanischen Klein-U-Boote mit 2 internen Torpedorohren können als den bemannten Torpedos verwandt angesehen werden, waren allerdings vollständig ausgestattete miniaturisierte U-Boote. Die britischen X-Crafts unterschieden sich in der größeren Besatzungsstärke, dem Taucherausstieg und der seitlichen Minenladung. Heutige kleine und hochtechnisierte Küsten-U-Boote sind allerdings eher kleine "große" U-Boote und daher auch größenmäßig nicht mehr mit den Kleinst-U-Booten vergleichbar.
  • der Übergang zum voll einsatzfähigen, kleinen Küsten-U-Boot ist teils fließend zu sehen, in manchen Parametern sind die Boote, im Einzelfall, vergleichbar. Der deutsche Elektro-Boot-Typ XXIII etwa war mit zwei Torpedos, in innenliegenden Rohren untergebracht, vergleichbar den deutschen, italienischen und japanischen Kleinkampfmitteln bewaffnet, verfügte aber über Sonar und war an Reichweite und Fähigkeiten überlegen. Andere, spezialisierte Boote, wie etwa die amerikanische NR-1, verfügen, obwohl militärisch, über spezielle Taucher- und Arbeitsvorichtungen.
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