Bending

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Das oben dargestellte Bending als Tabulatur. In manchen Fällen wird auch Release-Bending bei der Rückkehr zum Ursprungston angegeben.

Bending (engl. für: Biegen, Krümmen) ist eine wesentliche Spieltechnik der Gitarre und auf Blasinstrumenten, besonders der Mundharmonika. Dabei wird die Höhe eines Tons durch Dehnen der Saite verändert, um glissando- oder vibratoartige Effekte und/oder eine absichtlich unsaubere Intonation zu erzielen. Vergleichbare Techniken finden auch auf der Blues-Harp (Mundharmonika) und bei Blechbläsern Anwendung.

Gitarre[Bearbeiten]

Beim Bending ("Saitenziehen") an der Gitarre werden die Saiten nach oben oder unten gezogen. Dadurch verändert sich die Saitenspannung und der Ton wird höher. Durch den fließenden Übergang zwischen Ursprungs- und Zielnote lassen sich Melodien phrasieren.

Beim Blues sind annähernde Viertelton-Bendings geläufig (Smear Bends),[1] die zum Erreichen der Blue Notes (die zwischen kleiner und großer Terz bzw. Septime liegen) verwendet werden. In einer Vielzahl von Gitarrensoli kommen darüber hinaus Halb- und Ganztonbendings vor.

Eine von Carlos Santana und Jimi Hendrix häufig eingesetzte Technik ist der "Unison Bend". Hier schlägt der Gitarrist z. B. die D- und A-Saite gleichzeitig an und erreicht durch Ziehen der A-Saite im 3. Bund um 2 Halbtöne ein D mit der gleichen Tonhöhe wie die der 4. Saite. Dadurch klingen z. B. lang angehaltene Töne voller.

B-Bending[Bearbeiten]

Der Country-Musiker Gene Parsons gilt zusammen mit Clarence White als Erfinder des sogenannten "B-Bending" oder auch String-Bending. Darunter versteht man die mechanische Modifikation einer E- oder Westerngitarre, die es ermöglicht, die B-Saite (entspricht der H-Saite) auf unterschiedliche Art und Weise um bis zu eineinhalb Töne (zwei Bünde) zu erhöhen, ohne dazu die Saite selbst mit den Fingern ziehen zu müssen. Es gibt verschiedene technische Ansätze, diese Tonerzeugung zu realisieren, bspw. über einen Zug des Gitarrengurtes, der über einen beweglichen Gurtknopf und eine dadurch ausgelöste Mechanik Einfluss auf die Spannung der Saite nimmt.[2] Das Ergebnis ergibt einen Klang, der demjenigen einer Pedal-Steel-Gitarre sehr ähnlich ist. Das Prinzip wurde unter dem Namen Parsons/White B-Bender bekannt, wobei es zwischenzeitlich bereits Varianten für G- und E-Saite gibt. Ein weiterer bekannter Protagonist dieser Spieltechnik ist Albert Lee.[3]

Bending im Film Crossroadblues – Pakt mit dem Teufel[Bearbeiten]

Im Films Crossroadblues – Pakt mit dem Teufel wird im Gitarrenduell der Gitarrist des Teufels von seinem Herausforderer besiegt. Steve Vai hat die Parts beider Kontrahenten eingespielt und beendet das Solo mit einem Bending in die Tonlage eines imaginären 29. Bundes der Gitarre. Die im Film suggerierte Variante, er habe dies auf einer Fender Telecaster mit 21 Bünden getan (acht Halbtönen), ist eine Legende - er benutzte eine 24-bündige Gitarre. Ein Bending von fünf Halbtönen ist trotzdem sehr schwer, dem Gitarristen des Teufels reißt dann auch beim Wiederholungsversuch die Saite.

Blues-Harp[Bearbeiten]

Beim Bending auf der Blues-Harp wird mit Hilfe der Zunge der Luftstrom am Gaumen verengt. Sowohl beim Blasen als auch beim Ziehen kann das Bending eingesetzt werden. Außerdem existieren sogenannte Overblows und Overdraws, die auch als Overbends bezeichnet werden.

Das Bending auf der Harp ist ein essentieller Teil des Blues. Bekannt ist das Bending auch aus dem Hauptmotiv des Films Spiel mir das Lied vom Tod.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Smear Bends
  2. James Egolf: Artikel in Premier Guitar, 2008
  3. American Nashville B-Bender Fender Telecaster