Spiel mir das Lied vom Tod

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Filmdaten
Deutscher Titel Spiel mir das Lied vom Tod
Originaltitel C’era una volta il West
Spiel mir das Lied vom Tod Logo.png
Produktionsland Italien, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1968
Länge 165 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Sergio Leone
Drehbuch Dario Argento
Sergio Leone
Produktion Bino Cicogna
Musik Ennio Morricone
Kamera Tonino Delli Colli
Schnitt Nino Baragli
Besetzung

Spiel mir das Lied vom Tod (Originaltitel C’era una volta il West; engl. Once Upon a Time in the West) ist ein von Sergio Leone inszenierter Italowestern aus dem Jahr 1968. Die italienisch-US-amerikanische Koproduktion zählt zu den erfolgreichsten Filmen dieses Genres überhaupt.

Rund um den Bau einer Eisenbahnlinie entfaltet sich eine epische Geschichte aus Rache, Gier und Mord, in deren Zentrum vier Personen stehen.

Der Film gilt als der erste Teil von Leones „Es war einmal …“-Trilogie. Die anderen Teile sind Todesmelodie (1971) und Es war einmal in Amerika (1984). Die einzelnen Teile der Trilogie weisen keine inhaltlichen Bezüge zueinander auf.

Handlung[Bearbeiten]

Der Namenlose kommt mit dem Zug[Bearbeiten]

Drei bedrohlich wirkende Männer in langen Staubmänteln betreten einen einsamen Bahnhof mitten in der amerikanischen Prärie. Nachdem sie den Bahnhofswärter in eine Kammer gesperrt haben, warten sie auf den nächsten Zug der A & P H. Morton Rail Road. Dieser fährt in den Bahnhof ein, aber scheinbar steigt niemand aus. Als der Zug wieder abfährt, wollen die Männer gerade gehen, als sie plötzlich eine geheimnisvolle Melodie hören – ein Mann auf der anderen Seite des Gleises spielt auf einer Mundharmonika. Es kommt zu einem Dialog, an dessen Ende sich die bis zur Unerträglichkeit verdichtete Spannung im ersten Showdown des Films entlädt. Der Namenlose fragt: “Where is Frank?” – „Wo ist Frank?“. Der Anführer der Männer schüttelt den Kopf und sagt: “Frank sent us.” – „Frank schickte uns.“ Der Unbekannte, der gerade noch die Mundharmonika spielte, fragt erneut: “Did you bring a horse for me?”, worauf der Anführer unter dem Gelächter der andern entgegnet: “Looks like we’re shy of one horse.” – „Sieht so aus, als ob wir tatsächlich ein Pferd vergessen haben.“ Der geheimnisvolle Fremde daraufhin lakonisch: “You brought two too many.” – „Ihr habt zwei zuviel.“ Die Revolvermänner wollen den Namenlosen erschießen, doch der zieht schneller und kann die drei Männer ausschalten. Einer von ihnen kann aber noch einen Schuss auf den Fremden abfeuern. Der Namenlose sinkt getroffen zu Boden. (In dem später veröffentlichten „Director’s Cut“ hält die Kamera auf die vier im Staub liegenden Männer. Mit schmerzverzerrtem Gesicht richtet sich der Namenlose langsam auf. Er hat die Schießerei als einziger überlebt, ist dabei aber angeschossen und verletzt worden. In einer späteren Szene im Inneren der Postkutschenstation wird seine Schusswunde von dem Banditen Cheyenne bemerkt.)

McBain und seine Kinder werden ermordet[Bearbeiten]

Der verwitwete Farmer Brett McBain und seine Kinder, die sich auf ihrer Farm in der Wüste auf das Eintreffen der künftigen Ehefrau und Stiefmutter vorbereiten, werden ohne jede Vorwarnung umgebracht. Einige in lange Staubmäntel gekleidete Männer treten aus dem Hinterhalt. In diesem Moment läuft der kleine Timmy, der einzige noch Lebende der McBains, aus dem Haus. Einer der Revolvermänner fragt Frank, den Anführer der Gang: “What are we going to do with this one, Frank?” („Was sollen wir mit dem hier machen, Frank?“ – in der deutschen Synchronisation: „Haben wir den Richtigen erwischt, Frank?“) Frank antwortet: “Now, that you’ve called me by name …” („Jetzt, wo du meinen Namen genannt hast …“ – in der deutschen Synchronisation: „Du sollst nicht meinen Namen nennen …“) und erschießt kaltblütig auch Timmy, damit es keinen überlebenden Zeugen aus der Familie gibt, der berichten könnte, was geschehen ist.

McBains Frau kommt am Bahnhof an[Bearbeiten]

Inzwischen ist McBains Frau Jill mit dem Zug in Flagstone eingetroffen. Da sie nicht vom Bahnhof abgeholt wird, organisiert sie einen Kutscher, der sie zu McBains Ranch nach „Sweetwater“ bringen soll. Sie kreuzen die Gleise der Eisenbahn, die sich ihren Weg in Richtung Westen bahnt, und legen an einer Station eine kurze Rast ein.

Cheyenne befreit sich[Bearbeiten]

Plötzlich hört man von draußen das Getrappel von Pferden, dann Schüsse und die Schreie von getroffenen Männern. Daraufhin stürmt ein mit Handschellen gefesselter Mann durch die Tür – Cheyenne, ein Outlaw, der sich gerade von seinen Bewachern befreit hat. In der Postkutschenstation herrscht Totenstille, die rätselhafte Melodie des namenlosen Fremden zerreißt sie. Cheyenne und der Namenlose wechseln ein paar Worte. Cheyenne zwingt einen Dritten, seine Fesseln mit dem Revolver zu zerschießen, als seine Männer die Station betreten. Alle sind in lange Staubmäntel gekleidet. Der Fremde konfrontiert Cheyenne mit seiner Begegnung am Bahnhof, doch es waren nicht Cheyennes Leute. Die Wege der Männer trennen sich wieder.

Auf der Ranch der McBains[Bearbeiten]

Jill reist nun weiter zur Ranch und muss dort erfahren, dass ihr frisch angetrauter Mann und seine gesamte Familie ermordet wurden. Sie teilt den anwesenden Hochzeitsgästen mit, dass die eigentliche Hochzeit bereits vor einem Monat in New Orleans stattgefunden hat und sie nun McBains Witwe sei. Ein an die Eingangstür genagelter Stofffetzen lenkt den Mordverdacht auf Cheyenne. Eine Gruppe von Vigilanten macht sich sofort auf die Suche nach dem vermeintlichen Täter. Jill beschließt, die Nacht auf der Ranch zu verbringen.

Der namenlose Fremde besucht in der Zwischenzeit in der Stadt den Besitzer der Wäscherei. Der soll ein Verbindungsmann von Frank sein, den er unbedingt treffen will.

Jill durchsucht das Haus nach Wertgegenständen. Das einzige, was sie findet, sind Modellhäuser einer Bahnstation und einer Stadt, was sie dem kleinen Timmy zuordnet. Plötzlich wird die Stille von der Melodie des namenlosen Fremden durchbrochen. Jill schießt aus dem Fenster, danach herrscht Ruhe.

Am nächsten Morgen, als Jill das Haus verlassen will, steht Cheyenne mit seinen Leuten vor der Tür. Er verlangt einen Kaffee von ihr. Während sie ihn zubereitet, gibt er ihr zu verstehen, dass er nicht hinter dem Mordanschlag auf ihre Familie stecke. Man versuche allerdings gezielt, ihm die Tat in die Schuhe zu schieben. Er schieße aber aus Prinzip nicht auf Wehrlose und Kinder. Da sich definitiv keine Wertsachen im Haus befinden, kann auch Cheyenne nicht nachvollziehen, warum die Familie ermordet wurde. Nachdem er den Kaffee getrunken hat, verlässt er die Ranch.

Mr. Morton[Bearbeiten]

In der Zwischenzeit wird Frank von Mr. Morton, dem Erbauer der Eisenbahnlinie, zur Rede gestellt: Franks Vorgehensweise bei der Landerschließung sei falsch. Anscheinend bestehe großes Interesse an genau dem Stück Land, auf dem sich die Sweetwater-Ranch befindet. Morton, der an Knochentuberkulose leidet, kann nur noch mit Hilfe eines Stützkorsetts und auf Krücken gehen. Er verlässt seinen komfortablen, zu einem mobilen Büro umgebauten Salonwagen nicht mehr. Morton ist davon besessen, die Eisenbahnlinie bis zum Pazifik fertigzustellen, damit er dies noch erleben kann.

Der Namenlose beschützt Jill vor Franks Killern[Bearbeiten]

Als Jill ihre Sachen zur Kutsche bringen will, um zurück nach New Orleans zu reisen, lauert ihr der namenlose Fremde im Stall auf. Er reißt Jill die Rüschen vom feinen Reisekleid, was zunächst wie der Beginn einer Vergewaltigung aussieht. Er schickt sie jedoch zum Brunnen, wo sie frisches Wasser für ihn holen soll. Damit beginnt ein Täuschungsmanöver für die von ihm längst entdeckten Männer, die für Frank die Farm beobachten. Offenbar haben sie den Auftrag, die unerwartete Erbin der Farm zu beseitigen. Jill geht zum Brunnen, der Fremde folgt ihr. Während er trinkt, galoppieren zwei von Franks Männern auf den Brunnen zu. Der Namenlose hat unter seinem auf dem Brunnenrand abgelegten Hut einen Revolver versteckt, mit dem er die beiden Angreifer erschießt. Cheyenne beobachtet die ganze Szene aus einem Versteck. Auch er hatte die Gefahr erkannt und wollte Jill, die ihn beeindruckt hat, beistehen. Indem sie sich beide um Jill kümmern, werden Cheyenne und der Namenlose zu Verbündeten – der eine, um so Frank zu finden, der andere, um Jill vor diesem zu beschützen.

Der Wäschereibesitzer/Cheyenne befreit den Namenlosen[Bearbeiten]

Jill geht in die Stadt zur Wäscherei und sagt dem Besitzer, sie wisse alles und wolle mit Frank darüber reden. Der Inhaber spielt den Ahnungslosen, läuft aber nach der Unterhaltung geradewegs zu Frank und Morton in dem permanent unter Dampf stehenden Zug. Frank wittert Gefahr und bemerkt den namenlosen Fremden an seinem Schatten auf dem Dach des Zuges. Frank lässt den Zug starten und in die Wüste hinausfahren. Dort wird der Namenlose gestellt. Dann stößt Frank den Wäschereibesitzer aus dem Zug und erschießt ihn, noch bevor dieser verraten kann, dass sich ein weiterer blinder Passagier (Cheyenne) unter dem Zug befindet. Der Namenlose wird zur Rede gestellt. Auf die Frage, wer er sei, zählt er Namen von Männern auf, die Frank auf dem Gewissen hat. Frank verlässt die Szenerie und lässt den Namenlosen mit seinen Bewachern zurück. Auf der Fahrt zurück in die Stadt kann Cheyenne den Namenlosen befreien. Nun wissen beide, dass sie für dieselbe Sache kämpfen.

Jill erkennt McBains Plan[Bearbeiten]

In der Zwischenzeit erfährt Jill, dass ein großer Posten Holz und Baumaterial geliefert werden soll. McBain hat alles schon bezahlt, es fehlt lediglich die Inschrift des Schildes. Jill erinnert sich an die Modellhäuser der Stadt und an das Bahnhofsgebäude – „Station“ (Bahnhof) sollte auf einem Holzschild stehen.

Morton sucht Frank in seinem Versteck auf und wirft ihm vor, dass er versagt habe. Frank konfrontiert Morton daraufhin mit der Vision, dass er bald Besitzer der Ranch sein könnte, wenn er die Witwe McBain heiratet. In der einzigen Liebesszene des Films wird Frank bewusst, dass Jill die Männer mag und ihn sogar begehrt, obwohl sie ja weiß, dass er ihre Familie auf dem Gewissen hat. Als Frank sie fragt, ob sie wirklich alles tun würde, um ihr Leben zu retten, und Jill daraufhin antwortet „Alles“, wird klar, dass Jill ihre sexuelle Freizügigkeit als Waffe einsetzt, um ihre Haut zu retten. Frank lässt sich dennoch verführen.

Der Namenlose und Cheyenne beginnen mit dem Bau der Bahnstation[Bearbeiten]

Auf der Sweetwater-Ranch erzählt der Namenlose Cheyenne, was er inzwischen alles herausgefunden hat: McBain habe diese Ranch nicht ohne Grund gekauft. Es handelt sich um das einzige Stück Land im Umkreis von 50 Meilen, das über eine ausreichend ergiebige Wasserquelle verfügt. Eine Dampflokomotive benötige Wasser, von daher sei es unausweichlich, dass die Bahnlinie hier vorbeikommen müsse. McBain hatte sich vertraglich zusichern lassen, dass er das Stück Land hätte behalten können, wenn es ihm gelungen wäre, einen Bahnhof zu errichten, noch bevor die Eisenbahnlinie fertiggestellt gewesen wäre. Der Bahnhof war die Basis für die Stadt und McBain wäre als Gründer steinreich geworden. Auf der Stelle beginnen nun Cheyennes Leute mit dem Bau eines Bahnhofs.

Die Versteigerung der Ranch[Bearbeiten]

In der Zwischenzeit hat Frank seinen Plan geändert. Er schüchtert Jill ein und zwingt sie, die Ranch versteigern zu lassen. Dabei setzt er seine Männer ein, um Mitbieter einzuschüchtern und damit den Preis zu drücken. In letzter Sekunde wird dieses Vorhaben von dem namenlosen Fremden, der inzwischen den Spitznamen „Mundharmonika“ erhalten hat, durchkreuzt. Der Namenlose ersteigert die Farm mit Hilfe der 5.000 Dollar Kopfgeld, die auf Cheyenne ausgesetzt sind. Cheyenne soll mit der Eisenbahn ins Staatsgefängnis von Yuma eingeliefert werden.

Morton setzt Franks Männer auf Frank an[Bearbeiten]

Morton besticht in der Zwischenzeit vier von Franks Männern, diesen zu beseitigen. Frank wird für Morton unberechenbar und somit zur Gefahr. Frank versucht unterdessen in einem Saloon, dem Namenlosen die Farm für 5.001 Dollar abzukaufen, was dieser aber ablehnt. Wieder nach seinem Namen gefragt, nennt er erneut Personen, die von Frank ermordet wurden. Frank verlässt den Saloon, der Namenlose geht zu Jill ins Zimmer, wo sie gerade badet. Dort stellt er sich ans Fenster und bemerkt die Heckenschützen, die Frank auflauern. Er warnt Frank, und gemeinsam können sie die Widersacher ausschalten. Jill stellt ihn zur Rede. Er entgegnet, er habe nichts für Frank übrig, aber er wolle nicht, dass er auf diese Weise getötet wird („Ich habe nur verhindert, daß man ihn umlegt – das ist was anderes.“). Frank macht sich wutentbrannt auf den Weg, um Morton zur Rede zu stellen. Am Zug findet er jedoch nur zahlreiche Leichen vor. Bei einem Gefecht zwischen Cheyennes und Mortons Männern sind fast alle Angehörigen der beiden Banden umgekommen. Morton selbst kriecht außerhalb des Zuges auf eine Wasserpfütze zu. Frank legt auf ihn an, steckt aber dann seine Waffe lächelnd wieder weg. Morton wähnt sich an seinem Ziel, dem Pazifik, und stirbt mit dem Gesicht in der Pfütze.

Eisenbahnbau in Sweetwater[Bearbeiten]

In der Zwischenzeit erreichen die Gleisbauer Sweetwater, wo die Arbeiten an der neuen Stadt in vollem Gange sind. Cheyenne, der sich erneut befreien konnte, kommt auf einen weiteren Kaffee vorbei. Jill hat nun eine Vorstellung von McBains Plänen und will sie in die Tat umsetzen. Einzig der namenlose Fremde sitzt abseits am Zaun und scheint auf irgendwas zu warten.

Duell zwischen „Mundharmonika“ und Frank[Bearbeiten]

Frank trifft ein und gibt zu erkennen, dass er nur wegen des Mundharmonikaspielers gekommen sei, um nun endlich zu erfahren, wer er sei. Beide stellen sich zum Duell auf. Nun wird das Rätsel für den Zuschauer aufgelöst: In einer Rückblende in die Kindheit des Namenlosen erfährt man, dass Frank einst dessen Bruder auf sadistische Weise ermordet hat: Dieser wurde an eine Glocke, die in einem alten Torbogen hing, gehängt, auf den Schultern des Namenlosen stehend. Frank steckte dem Jungen, dessen Hände auf den Rücken gefesselt waren, eine Mundharmonika in den Mund, mit den Worten: „Spiel mir das Lied vom Tod.“ (Im Original lautet diese Zeile: „Keep your lovin’ brother happy“, wodurch überhaupt erst deutlich wird, dass der Mann auf den Schultern des Jungen sein Bruder und nicht, wie oft vermutet, sein Vater ist.) Der Junge soll so lange spielen, bis er unter der Last des anderen zusammenbricht und dieser dadurch gehängt wird. Als dies dem Bruder klar wird, stößt er den Jungen weg und erhängt sich dadurch selbst. Der Junge fällt mit dem Gesicht und der Mundharmonika in den Staub.

Der Namenlose gewinnt das Duell. Tödlich getroffen sackt Frank zusammen, noch immer fragend, wer der Fremde sei. Dieser steckt Frank die Mundharmonika in den Mund und konfrontiert ihn (aus dem Off und nur in der deutschen Fassung) mit seinen eigenen Worten: „Spiel mir das Lied vom Tod.“ Frank begreift, fällt wie damals der Junge mit dem Gesicht in den Staub und stirbt.

Cheyenne stirbt[Bearbeiten]

Obwohl Jill dem Namenlosen das Angebot macht, in Sweetwater und damit bei ihr zu bleiben, reitet er zusammen mit Cheyenne in die Wüste hinaus. Doch Cheyenne stirbt. Er erliegt einer Verletzung, die er sich bei dem Gefecht in Mortons Zug zugezogen hat, da er nicht auf den „Krüppel“ schießen wollte. Der Fremde reitet allein mit Cheyennes Leiche fort. Gleichzeitig kommt der erste Zug in Sweetwater an. Jill, der finanziell eine goldene Zukunft bevorsteht, folgt Cheyennes Rat und geht zu den Arbeitern, um ihnen Wasser zu bringen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nachdem Sergio Leone mit Zwei glorreiche Halunken (1966) seine Dollar-Trilogie abgeschlossen hatte, wollte er eigentlich keinen Italowestern mehr drehen, sondern das Gangster-Epos Es war einmal in Amerika inszenieren. Da er aber keinen Geldgeber fand, der an einen Publikumserfolg seines Gangsterfilms glaubte, entschloss er sich zu einem weiteren Western. Leone wollte zunächst mit United Artists, die seine drei vorherigen Filme schon im Verleih hatten, zusammenarbeiten. Da er aber auf Charles Bronson als Hauptdarsteller beharrte, gab es keine Einigung. Leone fand dann mit der US-amerikanischen Paramount einen Partner, der seinem Besetzungswunsch entsprach und zudem ein im Vergleich zu seinen vorangegangenen Kinofilmen höheres Budget zur Verfügung stellte: 3 Millionen US-Dollar waren mehr als doppelt so viel wie bei seinem Vorgängerfilm Zwei glorreiche Halunken (1,3 Mio. Dollar). Spiel mir das Lied vom Tod war Leones erste US-Produktion.

Leone entwickelte die opernhafte Geschichte des Films gemeinsam mit Dario Argento und Bernardo Bertolucci. Das endgültige Drehbuch schrieb er dann mit Sergio Donati, es wurde von Mickey Knox ins Englische übersetzt. Man drängte Leone dazu, die Hauptrolle des Mundharmonikaspielers mit einem großen US-Star zu besetzen. Der Regisseur bestand jedoch auf Charles Bronson, der zwar seit Jahrzehnten in Hollywood arbeitete, sich aber nur in Nebenrollen profiliert hatte (Das dreckige Dutzend, 1966). Leone wollte den verwitterten Bronson, weil „er ein Gesicht hat, mit dem man eine Lokomotive stoppen könnte“. Die Rolle des sadistischen Killers Frank bot er Henry Fonda an. Fonda wollte sie zunächst nicht spielen, fand dann aber Gefallen daran, in dem Film einen kompletten Imagewechsel zu vollziehen. Er erschien zu den Dreharbeiten mit seiner Meinung nach zu einem bad guy passenden braunen Kontaktlinsen und unrasiertem Gesicht, doch Leone überzeugte ihn, den Charakter mit den ihm ureigenen stahlblauen Augen zu spielen.

Als wesentliches Gestaltungsmerkmal für Leone dient auch in diesem Film die musikalische Untermalung. Ganze Passagen inszenierte er zum Rhythmus der Musik, die der Komponist Ennio Morricone schon vor Beginn der Dreharbeiten fertiggestellt hatte. Verschiedene Melodien charakterisieren die einzelnen Protagonisten. Die klagende Mundharmonika (von Franco de Gemini gespielt), die der Hauptfigur zum Spitznamen gereicht, ist der Schlüssel zum Verständnis der Handlung, der aber erst am Filmende präsentiert wird. Ihr „Lied vom Tod“ zählt zu den bekanntesten Filmkompositionen überhaupt.

Unüblich für jene Zeit und das Genre: die Musik ist sehr opernhaft und der Film über weite Strecken ihrem Rhythmus angepasst. Jeder Hauptcharakter hat ein eigenes Thema, das immer wieder aufgegriffen wird, wenn diese Person zu sehen ist. Der Film erhält dadurch einen pompösen, epischen Charakter. Im Gegensatz dazu wird in der Eröffnungsszene komplett auf extradiegetische Musik verzichtet, stattdessen werden nur natürliche Geräusche verwendet. Zunächst wollte Leone diese ebenfalls mit einer Komposition von Morricone unterlegen. Aber der Komponist schlug nach einem Besuch eines Konzerts im Stil von John Cage vor, stattdessen eine Geräusch-Collage zu verwenden, die – immer weiter verdichtet – schließlich in der Mundharmonikamelodie kulminieren sollte. Die Verlassenheit des Bahnhofs wird durch die Stille und die monotonen Geräusche eines Windrads untermalt, die von Anfang an hörbar sind, sich dem Zuschauer aber erst nach dreieinhalb Minuten, wenn das Windrad erstmals ins Bild kommt, erklären. Die Geräusche sind das Spannung erzeugende Mittel, sie übernehmen komplett die Funktion eines Soundtracks. Jeder der drei Banditen hat sein eigenes Geräusch, sozusagen sein musikalisches Thema. Wassertropfen, die auf den Hut prallen; das Knacken der Fingergelenke; die summende Fliege. Die Geräusche wachsen an, die verschiedenen Themen werden vom Rauschen des Windes und dem Quietschen des Windrads begleitet. So verdichtet sich die Geräusch-Collage, die eine schier unerträgliche Spannung aufbaut. Der einfahrende Zug leitet den Höhepunkt der Klangpalette ein. Das Keuchen und Pusten des Kessels der haltenden Lokomotive erinnert an schweres Atmen. Mit Mundharmonikas Erscheinen startet auch die extradiegetische Musik. Die natürliche Klangpalette muss weichen, aber nicht ohne Grund. Die drei Themen verstummen, da die Männer, denen sie zugeordnet sind, sterben. Diese Szene steht in starkem Kontrast zu dem praktisch nur von Musik untermalten Ende des Films.

Die Außenaufnahmen entstanden überwiegend in Spanien,[1] die Innenaufnahmen in den römischen Cinecittà-Studios. Gedreht wurde auch im Monument Valley in Arizona und Utah, wo Regisseur John Ford einst viele bedeutende US-Western inszenierte.

Der Film weist eine besondere Bildsprache mit langen Einstellungen und Weitwinkelaufnahmen, etwa der Wüstenlandschaft des Monument Valley, auf. Der extravagante Filmschnitt zeichnet sich bereits am Beginn ab, als in einem harten Schnitt eine Lokomotive pfeifend über die Kameraposition, d. h. über den Betrachter fährt. In weiteren Verlauf führen verschiedene Klammern von einer Szene zur nächsten.

Leone hatte geplant, die drei Killer in der Anfangssequenz von den Hauptdarstellern des Vorgängerfilms Zwei glorreiche Halunken darstellen zu lassen. Lee van Cleef und Eli Wallach waren einverstanden, doch Clint Eastwood stand nicht zur Verfügung, da er bereits in den Dreharbeiten zu Hängt ihn höher steckte. Der Schauspieler Al Mulock, der zu Beginn des Films als fingerknackender Killer zu sehen ist und auch schon in Zwei glorreiche Halunken auftrat, beging während der Dreharbeiten Selbstmord, indem er in seinem Kostüm aus dem Hotelfenster sprang. Die beiden anderen Killer wurden von Woody Strode und Jack Elam gespielt.

Deutsche Synchronisation[Bearbeiten]

Der im deutschen Sprachraum titelgebende Satz „Spiel mir das Lied vom Tod“ kommt in der englischen Originalfassung des Films überhaupt nicht vor. In der deutschen Synchronisation sagt Frank diesen Satz zum Namenlosen, als er ihm in der Lynch-Szene, in der sein Bruder stirbt, eine Mundharmonika zwischen die Zähne schiebt. Der Namenlose hat diese Mundharmonika offensichtlich behalten und spielt regelmäßig darauf – daher auch der von Cheyenne verwendete Spitzname „Mundharmonika“ für den Namenlosen. Im englischen Original sagt Frank in dieser Situation allerdings „Keep your loving brother happy“ (etwa: „Halte deinen liebevollen Bruder bei Laune“). Wegen der textlichen Änderung und der dadurch fehlenden Information wird wegen des augenscheinlich großen Altersunterschieds im deutschen Sprachraum oft angenommen, bei dem Ermordeten handle es sich um den Vater des Namenlosen. Der deutsche Titel „Spiel mir das Lied vom Tod“ verändert nicht zuletzt auch den Fokus der Handlung (der Film wird dadurch mehr zur Geschichte des Namenlosen), während der englische Titel Once Upon a Time in the West mehr Wert auf die Gesamthandlung und die sich durch die Modernisierung verändernde „time in the west“ legt. Nicht vergessen werden darf, dass „Once upon a time …“ die Anfangsfloskel vieler englischsprachiger Märchen ist, vergleichbar mit dem deutschen „Es war einmal …“ Damit wird die Rolle des Western als Mythos und Legende unterstrichen.

Die deutsche Synchronisation neigt in einigen Szenen zu einer leichten Veränderung bzw. Über-Ausformulierung. So sind einige Szenen auszumachen, in denen einer Figur, deren Lippenbewegungen aufgrund von Perspektive oder Montage gerade nicht zu sehen sind, Dialogzeilen in den Mund gelegt werden. Beispielsweise sagt Frank in der deutschen Fassung an einer Stelle „Der Pazifik, hm?“, als der schwer angeschossene Eisenbahnbaron Morton, der mit seiner Eisenbahn unbedingt den Pazifischen Ozean erreichen wollte, mit dem Gesicht in einer schlammigen Pfütze stirbt. Teilweise wird dadurch sogar die Aussage verändert. So verneint etwa Cheyenne bei seinem ersten Zusammentreffen in der Raststation die Frage des Namenlosen, ob die drei am Bahnhof erschossenen Männer seine Männer waren, mit den Worten: „Meine Männer begehen keine Massaker.“ Im Original sagt er hingegen „My men don’t get killed“ („Meine Männer werden nicht getötet“).

Auch gegen Ende des Films wird die Intention der Originalfassung von der deutschen Synchronisation ins Gegenteil verkehrt. So versucht Jill mit Cheyenne zu flirten („You are sort of a handsome man“, „Du bist eigentlich ein ganz ansehnlicher Mann“), worauf er sie mit der Bemerkung abblitzen lässt, er sei nicht der richtige Mann für sie – und Mundharmonika auch nicht. Später wird er sie mit den Worten „I ought to go, too“ verlassen (nachdem der Namenlose zuvor schon gemeint hatte, es sei für sie beide Zeit zu gehen). In der deutschen Fassung wird ihr hingegen „Hey, Cheyenne und müde?“ in den Mund gelegt, und Cheyenne wird ihr mit „Ich bleibe hier, wenn du es willst“ ein eindeutiges Angebot machen (obwohl er weiß, dass er tödlich verletzt ist und bald sterben wird). Auch der letzte Dialog zwischen Jill und dem Namenlosen („Sweetwater wartet auf dich.“ – „Irgendeiner wartet immer.“) wirkt im Original zwar banaler, gleichzeitig aber auch weniger endgültig: „I hope you come back some day.“ – „Some day.“ („Ich hoffe, du kommst eines Tages wieder.“ – „Eines Tages.“)

Erfolg und filmgeschichtliche Bedeutung[Bearbeiten]

Spiel mir das Lied vom Tod bezeichnet man als ersten Teil einer Trilogie, die noch aus den Filmen Todesmelodie (1971) und Es war einmal in Amerika (1984) besteht. Die Werke werden oft die Es war einmal– oder Amerika-Trilogie genannt, denn der Originaltitel des ersten Teils lautet C’era una volta il West (Es war einmal der Westen), und für Todesmelodie hatte Leone ursprünglich den Titel C’era una volta… la rivoluzione! (Es war einmal… die Revolution!) geplant; außerdem behandeln all diese Filme prägende Abschnitte der amerikanischen Geschichte, deshalb auch der Titel Amerika-Trilogie.

Als der Film Spiel mir das Lied vom Tod in den USA gestartet wurde, fand er dort kein Publikum. Die Zuschauer, die von der harten und zynischen Dollar-Trilogie begeistert waren, konnten sich mit dem eher opernhaften Film nicht anfreunden. Spiel mir das Lied vom Tod war für den US-Start außerdem erheblich gekürzt worden, so dass sich dem Zuschauer viele inhaltliche Zusammenhänge nicht erschließen konnten. Zwölf Jahre später, 1980, wurde mit Michael Ciminos Heaven’s Gate ein ähnlich episch angelegter Western nach ebenfalls starken Kürzungen zu einem der teuersten Flops der Filmgeschichte.

In Europa, wo der Film in verschieden langen Fassungen gezeigt wurde, entwickelte sich Spiel mir das Lied vom Tod nach einem eher schwachen Kinostart zu einem Kultfilm und großen Erfolg. Besonders in Frankreich und Deutschland wurde Leones epischer Western zu einem der populärsten und bekanntesten Kinofilme und wurde jahrzehntelang regelmäßig aufgeführt. Charles Bronson gelang mit diesem Film der Durchbruch zum Superstar – und er variierte jahrelang mit großem Erfolg die Rolle des schweigsamen Rächers und Revolvermannes.

Spiel mir das Lied vom Tod wird von manchem Zuschauer als langatmig empfunden, ist aber weithin als Meisterwerk anerkannt und Bestandteil der Popkultur geworden. Einige seiner Synchrondialoge („Irgendeiner wartet immer!“) besitzen längst Kultstatus, und viele Szenen (Anfangssequenz, Lynch-Szene) gehören inzwischen zum kollektiven Gedächtnis der Kinogänger.

Der Film spielte weltweit knapp 60 Millionen Dollar ein (was damals ein gigantischer Erfolg war, wenn man die Kosten des Filmes mit dem Einspielergebnis vergleicht) und war damit der erfolgreichste Western, bis ihn 1990 Kevin Costners Der mit dem Wolf tanzt mit 424,2 Millionen Dollar Einspielergebnis übertraf. Spiel mir das Lied vom Tod ist heute also nicht mehr der finanziell erfolgreichste Western aller Zeiten, aber immer noch einer der bekanntesten.

Der erste Satz des Namenlosen im Film, die legendäre Frage “Where is Frank?”, ist eine deutliche Anspielung auf das filmische Vorbild High Noon, wo der Gangster Frank Miller tatsächlich mit dem Zug ankommt und seine drei Kumpane trifft, die schon auf ihn gewartet haben. Diese Szene hat schon in High Noon etwas Ikonenhaftes. Der Namenlose in Spiel mir das Lied vom Tod ordnet die drei Schurken, die auf ihn warten, mit seiner Frage in eine große Vorgeschichte ein und macht zugleich deutlich, dass sich die Zeiten geändert haben: Die aufrechten Sheriffs sind verschwunden. Leute wie Morton haben sich durchgesetzt.

Filmkritiken[Bearbeiten]

„‚Once Upon a Time in the West‘ ist ein Bericht von einer Reise in ein fernes Land, das Amerika heißt und Atlantis bedeutet. Paradise Lost. Von seiner Reise hat Leone Bilder des Promised Land zurückgebracht, Bilder einer Sehnsucht und eines Traumes. Er hat diese Bilder mit den Mitteln einer populären mediterranen Kunstform, der Oper, verknüpft. […] Und indem Leone amerikanische Bilder einer europäischen Struktur verpflichtet, macht er ihre Schönheit erfahrbar als die eines Traumes. Paradise Regained: Das in jeder Einstellung schmerzlich präsente Bewusstsein von der Vergeblichkeit, den Traum ungebrochen zu reproduzieren, sichert dem Film die Authentizität des Unwirklichen.“

Hans-Christoph Blumenberg[2]

„Der Film verdient, als einer der größten Western, die jemals entstanden sind, angesehen zu werden.“

The Motion Picture Guide

„Sergio Leones barocke Pferdeoper ist Resümee, Höhepunkt und Apotheose des Italowesterns, wobei klassische Genrevorbilder einer eigenwilligen Neuinterpretation unterzogen werden. Der Stil des Films huldigt den Mythen der amerikanischen Geschichte und treibt sie zur pessimistischen, oft zynischen Auflösung. In Dramaturgie, Montage, Ausstattung und musikalischer Untermalung ein Musterbeispiel perfekter Kinounterhaltung.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

„Das ganze gleicht einer modernen Oper, die ohne die überwältigende Musik von Ennio Morricone wohl nur die Hälfte wert wäre. Fazit: Ultimatives Spiel mit den Westernmythen.“

Cinema[4]

„Leone hat einen extrem harten Western geschaffen, dabei im Detail seinen Sinn für guten Humor bewiesen und das ganze mit Bildern unterlegt, die sich ins Bewusstsein einbrennen. "Spiel mir das Lied vom Tod" ist ein Meisterwerk, das auch kommende Generationen noch faszinieren wird.“

Richard Rendler: Filmreporter.de[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruckner, Ulrich P.: Für ein paar Leichen mehr. Der Italo-Western von seinen Anfängen bis Heute, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002
  • Cumbow, Robert C.: Once upon a time: The Films of Sergio Leone, The Scarecrow Press, London 1987
  • Frayling, Christopher: Sergio Leone. Something to do with death, Faber and Faber, London/New York 2000
  • Rauscher, Andreas: Spiel mir das Lied vom Tod – C’era una volta il West in Filmgenres – Western, hrsg. von B. Kiefer u. N. Grob unter Mitarbeit von M. Stiglegger. Reclam junior, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 297–301
  • Steinwender, Harald: Sergio Leone. Es war einmal in Europa, Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86505-308-4
  • Uebbing, Sandra: AMERIKA (ER-)FINDEN: Tradition und Transformation von Mythen in Filmen von Sergio Leone, Nomos, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-8329-4374-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Höpel, taz, 1. April 2009: Warten auf „Harmonica“, Wo das Lied der großen Western spielte
  2. Zitiert nach Joe Hembus: Das Westernlexikon, 3. Auflage 1976, S. 610
  3. Spiel mir das Lied vom Tod im Lexikon des Internationalen Films
  4. Cinema.de: Filmkritik
  5. http://www.filmreporter.de/dvd/13056-Spiel-mir-das-Lied-vom-Tod
  6. http://www.loc.gov/today/pr/2009/09-250.html