Benno Jaffé

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Benno Jaffé, 1869

Benno Jaffé (* 23. September 1840 in Posen; † 29. September 1923 in Berlin) war ein deutscher Chemiker, Industrieller und Kommunalpolitiker.

Leben[Bearbeiten]

Jaffé studierte Chemie in Berlin und Heidelberg, war Mitglied der Corps Marchia Berlin und Rhenania Heidelberg und promovierte 1865 in Berlin. 1867 gründete er am Charlottenburger Salzufer die Berliner Ammoniak- und Glycerin-Fabrik Dr. Benno Jaffé. Ab 1874 betrieb er das Unternehmen gemeinsam mit Ludwig Darmstaedter unter der Firma Benno Jaffé & Darmstaedter und eröffnete ein zweites Werk an der Kaiserin-Augusta-Allee. 1884 erwarb die Firma von Oskar Liebreich das Patent zur Gewinnung von Wollfett, das unter dem Namen Lanolin bekannt wurde. Jaffés Unternehmungen waren besonders in der kosmetischen Industrie mit Produkten erfolgreich, die unter der Marke Pfeilring vertrieben wurden. Im Jahr 1900 wurde die Firma unter dem Namen Vereinigte Chemische Werke AG in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Aufsichtsrat Jaffé bis zu seinem Lebensende vorstand. Nach seinem Tod wurde das Unternehmen in Pfeilring Werke AG umfirmiert.[1]

Jaffé war von 1895 bis 1901 Stadtverordneter und von 1901 bis 1918 Charlottenburger Stadtrat. In dieser Eigenschaft leitete er jahrelang die Charlottenburger Elektrizitätswerke.

Verheiratet war Jaffé mit Helene, geb. Salomon, mir der er fünf Kinder hatte.

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Benno Jaffé war Mitglied der Gesellschaft der Freunde, eines Berliner jüdischen Kultur- und Wohltätigkeitsvereins. 1906 gründete er die Benno- und-Helene-Jaffé-Stiftung für Bedürftige. Verschiedene sozialreformerische Initiativen Charlottenburgs, wie das Jugendheim, Ferienkolonien und das städtische Mütter- und Säuglingsheim wurden von Jaffé und seiner Frau aktiv unterstützt.[2]

Ehrungen[Bearbeiten]

1905 wurde Jaffé für sein kommunales Engagement mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse ausgezeichnet.

Die Stadt Charlottenburg, seit 1920 Stadtteil Berlins, verlieh ihm 1910, anlässlich seines 70. Geburtstages, den Titel eines Stadtältesten und im Jahr 1919 die Ehrenbürgerwürde.[3]

Nach ihm ist die Jafféstraße am Berliner Messegelände benannt.

Publikationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Ludwig: Der Fall Charlottenburg – Soziale Stiftungen im städtischen Kontext, Städteforschung, Reihe A, Bd. 66, Köln Weimar Wien 2005, ISBN 3-412-12905-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ludwig, Fall Charlottenburg, S. 296–297.
  2. Ludwig, Fall Charlottenburg, S. 297.
  3. Ludwig, Fall Charlottenburg, S. 210–211.