Benno von Arent (Architekt)

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Benno von Arent (* 19. Juni 1898 in Görlitz; † 14. Oktober 1956 in Bonn; vollständiger Name: Benno Georg Eduard Wilhelm Joachim von Arent) war ein deutscher Architekt und in der Zeit des Nationalsozialismus Reichsbühnenbildner.

Leben[Bearbeiten]

Arent war der Sohn des preußischen Oberstleutnants Benno von Arent (1868–1904) und Enkel des preußischen Generalleutnants Benno von Arent. Nach dem Abitur war Arent Teilnehmer am Ersten Weltkrieg und danach in Freikorps-Verbänden und der Reichswehr tätig.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Arent Lehrling in einer Gasmesser- und Armaturenfabrik und dann Kostümzeichner bei einer Ausstattungsfirma. In der Zeit hoher Arbeitslosigkeit hielt arbeitete er sich als Autovertreter und erlernte nebenher als Autodidakt den Beruf eines Architekten.

Ab 1923 war er Ausstatter an verschiedenen Berliner Bühnen. Politisch war er Mitglied im völkisch gesinnten, antisemitischen Kampfbund für deutsche Kultur, 1931 trat er in die SS und 1932 in die NSDAP ein. 1932 war von Arent Gründer des „Bundes nationalsozialistischer Bühnen- und Filmkünstler“, der 1933 in „Kameradschaft der Deutschen Künstler“ umbenannt wurde.

Nach der Machtübernahme der NSDAP gehörte Arent dem Vorstand der Reichstheaterkammer an. Neben seiner Tätigkeit als Bühnenbildner entwarf er ab 1935 Orden und Uniformen.

Nach persönlichen Aufträgen für Adolf Hitler wurde Arent 1936 zum Reichsbühnenbildner (im Volksmund: Reibübi) ernannt, ein Titel, der vor allem dazu dienen sollte, Arents vorbildhafte Stellung als Bühnenbildner und Ausstatter NS-gemäßer Theateraufführungen zu unterstreichen. Hitler drängte ihm dabei gelegentlich in einer Art Lehrer-Schüler-Verhältnis eigene Bühnenentwürfe auf, unter anderem die Parteitagsinszenierung der Meistersinger, ein Verhältnis, das die Karriere des Reichsbühnenbildners mitbegründete. Seine Aufgabe als Gestalter der Feststraßen bei bedeutenden Aufmärschen wirkte sich auch auf seinen Bühnenstil aus. 1936 wurde Arent Beauftragter für die Überwachung der Bühnenbildner und Präsidialrat der Reichstheaterkammer. Am 20. April 1937 erhielt er den Titel Professor.

Parallel zu seinen parteibezogenen Pflichten arbeitete von Arent weiterhin als Architekt. Sein bekanntestes Werk war die Gestaltung des „Berliner Hauses der Deutschen Arbeitsfront (DAF)“.

Im Frühjahr 1939 wurde von Arent zum „Reichsbeauftragten für die Mode“ ernannt. Hitler bezeichnete ihn noch 1942 in einem Tischgespräch als einen der drei wichtigsten Bühnenbildner.

Während des Krieges gegen die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg gehörte Arent zum Gefolge Heinrich Himmlers und war am 15. August 1941 nach den Aufzeichnungen Himmlers Augenzeuge eines Kriegsverbrechens bei Minsk, bei dem Partisanen und Juden ermordet wurden.

Arent, der bereits 1931 in die SS eingetreten war, wurde 1944 zusätzlich Mitglied der Waffen-SS und zum SS-Oberführer ernannt.

Bei Kriegsende geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1953 freigelassen wurde. Zwischenzeitlich wurde seine Schrift Ein sudetendeutsches Tagebuch (1939) in der Sowjetischen Besatzungszone auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[1] 1956 wurde in Berlin ein Entnazifizierungsverfahren angestrengt, kurz nach dessen Urteilsverkündung starb Arent.

Arent, dessen künstlerische Ansichten von Hitler geteilt und wohl auch beeinflusst wurden, bevorzugte bei seinen eigenen Bühnenbildern und -kostümen einen realistischen, oft monumentalen Stil, dem er durch Volkstümlichkeit und Verständlichkeit Massenwirkung zu geben versuchte. Einen eigenen Stil konnte er aber bei Kriegsausbruch angesichts künstlerisch bedeutenderer Konkurrenz nicht entwickeln oder gar durchsetzen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 19.
  • Benno von Arent, in: Internationales Biographisches Archiv 50/1956 vom 3. Dezember 1956, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der auszusondernden Literatur bei polunbi.de