Bertrada die Jüngere
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Bertrada oder Bertha die Jüngere, in anderen Sprachen auch Berthruda (* um 725; † 12. Juni 783 in Choisy (Département Oise) war die Tochter des Grafen Heribert von Laon und Enkelin von Bertrada der Älteren, den Stiftern der Abtei Prüm.
Sie wurde 741 die Ehefrau des fränkischen Königs Pippin der Jüngere († 768), um 747 die Mutter Karls des Großen und 754 Königin. Pippin und sie waren so nahe miteinander verwandt, dass das geltende Recht eine Eheschließung ausschloss; die Verbindung wurde erst Jahre nach der Geburt Karls des Großen legalisiert.
Trotz ihres großen Einflusses gelang es ihr nicht, den Streit zwischen ihren Söhnen Karl und Karlmann einzudämmen, der nach dem Tod ihres Ehemanns ausbrach. Nach dem Tod ihres Mannes verbündete sie sich mit Herzog Tassilo von Bayern gegen die aufständischen Langobarden.
Stärker als auf ihrem tatsächlichen Leben beruht Bertradas Bekanntheit auf dem karolingischen Sagenkreis, in dem sie unter dem Namen "Bertha mit dem großen Fuß" (lateinisch: Regina pede aucae = die Königin mit dem Gänsefuß) mit der Göttin Perchta verschmolzen wurde. Auch die Legende um die heilige Genoveva von Brabant geht auf diese Erzählung zurück.
Die Berthasage blieb in rund 20 Fassungen erhalten, darunter:
- die Chroniques Saintongeoise aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts
- das Epos Berte aus grans piés von Adenet le Roi, das um 1275 entstand
- ein franco-italienisches Versepos "Berta da li pe grandi"
- in Volksbüchern und Prosaromanen
- in Italien (Reali di Francia, um 1370),
- in Frankreich,
- in Flandern (Berta metten brede voeten)
- und in Deutschland
In diesen Erzählungen wird sie teils als Tochter von Flore und Blanziflor (Flore und Blanscheflur) angegeben, fast immer aber als Braut im Wald ausgesetzt und gegen eine falsche Bertha ausgetauscht, bis die echte gefunden und wegen ihrer Füße, von denen einer größer ist als der andere, identifiziert werden kann.
Romantische Bearbeitungen des Stoffes gibt es von:
- Friedrich de la Motte Fouqué in Karls des Großen Geburt und Jugendjahre, 1816
- Karl Simrock in Bertha, die Spinnerin, 1845
- Martina Kempff in Die Königsmacherin Roman über die Mutter Karls des Großen, München 2005
[Bearbeiten] Literatur
- Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 2038
- Silvia Konecny: Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert. Dissertation der Universität Wien 1976, Seite 61-64, online [1]
- Gerd Treffer: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert). Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996 Seite 23-29, online [2]
[Bearbeiten] Weblinks
- Bertrada die Jüngere bei mittelalter-genealogie
- Mürlenbach: Bertrada-Burg (möglicherweise Geburtsort Karls I., benannt nach Bertrada der Älteren)
- Erwähnung bei Jacob und Wilhelm Grimm
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bertrada die Jüngere |
| ALTERNATIVNAMEN | Bertha die Jüngere; Berthruda |
| KURZBESCHREIBUNG | Stiftern der Abtei Prüm |
| GEBURTSDATUM | um 725 |
| STERBEDATUM | 12. Juni 783 |
| STERBEORT | Choisy (Département Oise) |

