Bingo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bingo (Begriffsklärung) aufgeführt.

Bingo ist ein Lotteriespiel, das insbesondere im Vereinigten Königreich, auf den Philippinen und in den USA sehr beliebt ist. Bingo ist ein Abkömmling des Gesellschaftsspiels Lotto.

Ursprung[Bearbeiten]

Der Spielname Bingo wurde 1929 von dem Amerikaner Edwin Lowe eingeführt. Er hatte auf einem Jahrmarkt in Georgia eine Gruppe von spanischen Spielern beobachtet, die die gezogenen Zahlen mit getrockneten Bohnen abdeckten und bei Gewinn „Beano“ riefen. Als Edwin Lowe seine ersten Beano-Runden in New York veranstaltete, rief eine Gewinnerin im Eifer des Gefechtes „Bingo“. Diesen Namen fand Lowe besser, und so blieb es dabei. Für einen Dollar pro Jahr durften andere das Spiel selbst nutzen, allerdings unter der Auflage, es Bingo zu nennen.

Bingo
Frauen in Yurimaguas (Peru) spielen Bingo. Als Einsatz dienen Maiskörner.

Spielablauf[Bearbeiten]

Die Teilnehmer kaufen Lose oder auch Teilnahmecoupons, die mit einer Anzahl von Zahlen bedruckt sind. Ein Conferencier zieht wie beim Lotto per Zufall aus einer Trommel Kugeln mit aufgedruckten Zahlen. Er ruft diese Zahlen aus, woraufhin die Teilnehmer sie auf ihren Spielkarten mit einem Farbstempel oder einem Stein markieren – sofern sie die ausgerufenen Zahlen auf ihrem Teilnahmecoupon haben. Sobald der erste Teilnehmer alle Zahlen auf seinem Los markieren konnte, ruft er laut und vernehmlich Bingo!. In anderen Spielvarianten sind auch verschiedene Figuren, z. B. komplette Zeilen oder Spalten auf dem Coupon, ein Gewinn. Nach der Überprüfung seines Spielscheins ist er der Gewinner, erhält einen Sach- oder Geldpreis, und die Spielrunde ist abgeschlossen.

Im Gegensatz zu anderen Lotterien ist Bingo mit einem Gemeinschaftseffekt verbunden, da die Teilnehmer in einem Saal sitzen. Kirchliche Gemeinden nutzen diese Art Spiel oft, um die Mitglieder der Pfarrei sowohl zu beschäftigen als auch um aus dem Erlös der Bingolotterie wohltätige Projekte zu finanzieren.

Verbreitung[Bearbeiten]

Auch im Fernsehen ist Bingo Grundlage für erfolgreiche Sendungen. In Skandinavien gibt es seit den 1990er Jahren Bingolotto. In Deutschland (Bingo bei Sat.1 und Bingo! im NDR) und Österreich (Bingo im ORF) liefen und laufen verschiedene Bingo-Sendungen.

Beim Wurstlotten oder Eierlotten in Teilen des Bergischen Landes werden zur Grünkohlsaison Mettwürstchen und in der Zeit vor Ostern Eier nach den Bingoregeln verlost.

In der Türkei wird Bingo (türk. Tombala) traditionell am Silvesterabend mit der ganzen Familie gespielt.

In der deutschen Presselandschaft wird Bingo zur Steigerung der „verkauften Auflage“ nach IVW eingesetzt. Die Spielkarten mit mehreren Spielrunden werden dabei vorab der Zeitung beigesteckt und zusätzlich am Kiosk verschenkt. Die Ziehung der Gewinnzahlen erfolgt durch einen Notar. Die Gewinnzahlen werden solange täglich auf der Titelseite der Zeitung veröffentlicht, bis sich ein Gewinner bei der Zeitung meldet und seinen Gewinnanspruch anmeldet. Bei rechtmäßigen Gewinnern startet danach eine neue Spielrunde. Bekannteste Spiele sind „Gold-Bingo“ oder „Rubbel Dich reich!“ der Bild, B.Z.-BINGO der B.Z. und Rubbelmax des Berliner Kurier. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Durchführung solcher Spiele sind sehr eng und immer wieder Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten.

Bingohallen[Bearbeiten]

Zwischen 2006 und 2012 sank die Zahl der Bingohallen, die in der Bingo Association organisiert sind, in Großbritannien von 670 auf 400.[1]

Spezielle Formen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Bingo – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Björn Finke: Alles Bingo? In: Süddeutsche Zeitung via Onleihe, 5. Oktober 2013 (PDF).