Blanche Wittman

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Charcot demonstriert einen Anfall von Blanche Wittman im Hörsaal der Salpêtrière. Gemälde von André Brouillet 1887.[1]

Blanche Wittman (* 1859; † 1913) war die „Parade-Patientin“ des Neurologen Jean-Martin Charcot, des Lehrers von Sigmund Freud. An ihr demonstrierte Charcot öffentlich die Ausformung der Hysterie.

Biografie[Bearbeiten]

Blanche Wittmans Leben wird in dem pseudo-dokumentarischen Roman Das Buch von Blanche und Marie von Per Olov Enquist dargestellt. Dort wird erzählt, dass Blanche Wittmann in ihrem „zweiten Leben“ Laborhelferin von Marie Curie war. Durch die Arbeit mit Pechblende sei sie so sehr strahlengeschädigt worden, dass ihr beide Beine und ein Arm amputiert werden mussten.

Vieles deutet darauf hin, dass Enquist die Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Marie Curie und Blanche Wittman und auch die Aufzeichnungen von Blanche, aus denen er zitiert, frei erfunden hat. Gemäß den Aufzeichnungen in den Archiven des Marie-Curie-Instituts war Blanche Wittman nicht Assistentin von Marie Curie. Eine Rezension von Enquists Roman in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. März 2005 hält fest, dass „die Tagebücher der Blanche, die das Gravitationszentrum des Romans bilden, niemals existiert“ haben. Blanche Wittman habe niemals bei Marie Curies Experimenten mit Radioaktivität assistiert und dadurch also auch nicht ihre Beine und einen Arm verloren.

Der Hanser Verlag stellte auf seiner Homepage ursprünglich fest: „Die Wahrheit über ihre [Blanches] zweite Lebenshälfte nach Charcots Tod erzählt der Roman von Per Olov Enquist.“ Diese Feststellung wurde vom Verlag inzwischen revidiert: „Die Geschichte ihrer zweiten Lebenshälfte nach Charcots Tod erzählt der Roman von Per Olov Enquist.“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe: A Clinical Lesson at the Salpêtrière (English Wikipedia)

Weblinks[Bearbeiten]