Bougainvillea

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Bougainvillea
Kahle Drillingsblume (Bougainvillea glabra)

Kahle Drillingsblume (Bougainvillea glabra)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae)
Gattung: Bougainvillea
Wissenschaftlicher Name
Bougainvillea
Comm. ex Juss.

Die Bougainvillea, auch Bougainville, Bougainvillee, Bougainvillie oder Drillingsblume genannt, ist eine Pflanzengattung, die zur Familie der Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae) gehört. Die 10 bis 18 Bougainvillea-Arten stammen ursprünglich aus Südamerika. Die Züchtungen gedeihen in allen subtropischen Gebieten bis ins südliche Mittelmeergebiet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Blütenstände mit drei gelben Hochblättern und drei Blüten mit weißem Blütensaum einer Bougainvillea-Sorte.

Bougainvillea-Arten sind verholzende Pflanzen, selten Kletterpflanzen, meist Sträucher oder kleine Bäume. Die Sprossachsen können unbehaart oder behaart und oftmals mit Stacheln besetzt sein. Die wechselständig angeordneten, gestielten Laubblätter sind einfach mit eiförmiger bis elliptisch-lanzettlicher Blattspreite. Nebenblätter fehlen.

In den seitenständigen zymösen Blütenständen stehen meist nur drei Blüten und drei große, auffällig gefärbte Hochblätter. Die Mittelrippe des eiförmigen Hochblattes ist mit dem Blütenstiel verwachsen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die fünf bis sechs Blütenhüllblätter sind trichterförmig verwachsen. Der Querschnitt der Röhre ist rund oder fünfkantig. Der Saum ist schmal und besteht aus fünf bis sechs kurzen Zipfeln, die nach innen gefaltet und gefächert sind.

Die fünf bis zehn Staubblätter ragen nicht aus der Blütenröhre heraus. Die haarförmigen, etwas ungleich langen Staubfäden sind an der Basis verwachsen und dort keilförmig verbreitert. Die Staubbeutel sind paarig wachsen. Der Fruchtknoten ist gestielt, spindelförmig und seitlich leicht eingedrückt. Der nicht über die Blütenröhre hinaus ragende Griffel ist kurz, fadenförmig und gerade oder leicht gebogen und ist zumindest an einem Teil mit Papillen besetzt.

Der Anthokarp genannte Fruchtstand ist spindelförmig, häutig und fünfrippig. Der Embryo der Samen ist hakenförmig.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Bougainvillea wurde 1789 durch Philibert Commerson in Antoine Laurent de Jussieu: Genera Plantarum, S. 91 aufgestellt.[1] Der Gattungsname Bougainvillea ehrt den französischen Seefahrer und Entdecker Louis Antoine de Bougainville, nach dem auch die Insel Bougainville benannt ist. Ein Synonym für Bougainvillea Comm. ex Juss. ist Tricycla Cav.[2]

Das südamerikanische Verbreitungsgebiet der Gattung Bougainvillea erstreckt sich von den ecuadorianischen Anden bis über das mittlere Brasilien hinaus.

Es gibt 10 bis 15[3] oder bis zu 18[4] Bougainvillea-Arten:[2][5][6][7]

  • Bougainvillea ×buttiana Holttum & Standl.: Diese Naturhybride entstand in Brasilien aus Bougainvillea peruviana × Bougainvillea glabra.[3][8]

Es gibt auch Hybriden, an denen sowohl Bougainvillea glabra als auch Bougainvillea spectabilis beteiligt sind.

Nutzung[Bearbeiten]

Wegen ihrer farbenprächtigen Hochblätter und der Fähigkeit, Mauern und Zäune zu überwachsen, werden sie häufig als Zierpflanzen genutzt. In Kultur finden sich drei der 18 Arten der Gattung, von denen es einige Sorten gibt. Zu den kultivierten Arten gehören Bougainvillea glabra, Bougainvillea spectabilis, Bougainvillea peruviana und ihre Hybriden.[10]

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bougainvillea. In: Paul C. Standley, Julian A. Steyermark u. a.: Flora of Guatemala (= Fieldiana. Botany. Vol. 24, Nr. 4, ISSN 0015-0746). Band 1. Field Museum of Natural History, Chicago IL 1946, ZDB-ID 842102-x, S. 179–181.
  • Dequan Lu, Michael G. Gilbert: Nyctaginaceae.: Bougainvillea, S. 431 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003. ISBN 1-930723-27-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bougainvillea bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 17. Juni 2014.
  2. a b Bougainvillea im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 17. Juni 2014.
  3. a b c W. D. Stevens, C. Ulloa Ulloa, A. Pool, O. M. Montiel, 2001: Bougainvillea bei Tropicos.org. In: Flora de Nicaragua. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  4. Dequan Lu, Michael G. Gilbert: Nyctaginaceae.: Bougainvillea, S. 431 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003. ISBN 1-930723-27-X
  5. a b c d e f g h Bougainvillea bei Tropicos.org. In: Peru Checklist. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  6. a b c d e f g h i j k Bougainvillea bei Tropicos.org. In: Bolivia Checklist. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  7. a b c d e f g Rafaela C. Forzza: Lista de espécies Flora do Brasil: Taxon in Suchmaske eintragen Jardim Botânico do Rio de Janeiro, Rio de Janeiro, 2010/2012.
  8. a b Bougainvillea bei Tropicos.org. In: Flora Mesoamericana. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  9. a b Bougainvillea bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Ecuador. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  10. Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann, Königswinter 2003, ISBN 3-8331-1600-5. Bougainvillea S. 148-149

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Iredell: Growing Bougainvilleas. Cassell Publishers Limited, London 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bougainvillea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien