Brigid Berlin

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Brigid Berlin alias Brigid Polk (* 6. September 1939 in New York City) ist eine US-amerikanische Künstlerin, Schauspielerin und ehemaliger Andy Warhol-Superstar.

Leben[Bearbeiten]

Brigid ist die Tochter einer etablierten New Yorker Familie: Ihr Vater Richard E. Berlin war 52 Jahre Vorsitzender des Hearst-Zeitungsimperiums. Brigid traf Andy Warhol 1964 und wurde schnell fester Bestandteil des Warholschen Universums. Ihr Spitzname „Polk” bezog sich auf die Angewohnheit der stets übergewichtigen Brigid, sich und anderen Leuten Spritzen mit Drogencocktails aus Amphetaminen und Vitamin B zu setzen (im englischen „to poke”), der damals als Appetitzügler überall frei erhältlich war. Brigid sollte bald die halbe Belegschaft der Warhol Factory mit ihren sogenannten „Dr. Feelgood”-Drogencocktails „verarzten”. Überdies war sie Warhols Inspiration zu seinem Schauspiel „Pork”, in welchem er die unzähligen Telefongespräche zwischen Brigid und ihrer Mutter Honey Berlin umsetzte.

Brigid Berlin war einer der wenigen „Superstars”, der bis zum Tode Warhols dem engeren Freundeskreis des exzentrischen Künstlers angehörte. Ab 1975 wurde sie seine ständige Mitarbeiterin in der Factory; Brigid wurde als die „Duchess” (dt. Herzogin) in Warhols Crew betitelt. Der Name stammte von ihrer Rolle bei den so genannten „Mole People“ aus dem Umkreis der Factory, einer Gruppe von Drogen, insbesondere Speed in rauen Mengen, konsumierenden Männern und Frauen, die von ihr mit „Stoff“ versorgt wurden. Sie arbeitete als Warhols Sekretärin und transkribierte seine unzähligen Interviews.

Brigid Berlin erscheint in einigen der frühen Filme Andy Warhols, so zum Beispiel in dem Film „The Chelsea Girls”, in dem sie einen minutenlangen Monolog hält, während sie sich in aller Seelenruhe eine Spritze setzt.

Brigids Obsession war das kontinuierliche Fotografieren und Aufzeichnen von Tonbändern aller mehr oder weniger wichtiger Situationen des Alltags. So zeichnet sie für die – mittlerweile – legendäre Liveaufnahme des The Velvet Underground-Albums Live at Max’s Kansas City verantwortlich, das sie komplett (inklusive Zuschauerreaktionen) auf einem billigen Kassettenrekorder mitschnitt – quasi eines der ersten vollständigen Bootlegs (Schwarzpressung) der Plattenindustrie.

Überdies wanderte ihr Name kurzzeitig durch die Presse als Warhol 1969 behauptete, alle seine Bilder seien ausschließlich von Berlin gemalt worden.

Ab 1975 ist sie, bis zum Tod Warhols redaktionell mitverantwortlich für sein Filmmagazin Interview. Überdies hat sie mit ihren Off-Broadway „One Woman” Performances und ihren sogenannten „Tittenbildern” (tit paintings) für Aufsehen gesorgt.

Brigid Berlin hielt 1987 in der New Yorker St. Patrick’s Cathedral die Trauerrede für Andy Warhol.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1966: The Chelsea Girls – Regie: Andy Warhol, Paul Morrissey
  • 1967: Tub Girls – Regie: Andy Warhol
  • 1967: Bike Boy – Regie: Andy Warhol
  • 1967: The Nude Restaurant – Regie: Andy Warhol
  • 1967: Imitation of Christ – Regie: Andy Warhol
  • 1967: **** (Four Stars) – Regie: Andy Warholhttp://de.wikipedia.org/wiki/Factory_Girl
  • 1968: The Loves of Ondine – Regie: Andy Warhol, Paul Morrissey
  • 1971: (Andy Warhol’s) Women in Revolt – Regie: Paul Morrissey
  • 1972: Ciao! Manhattan – Regie: John Palmer, David Weisman
  • 1977: (Andy Warhol’s) Bad – Regie: Jed Johnson
  • 1987: The Critical Years – Regie: Gérald L’Ecuyer
  • 1994: Serial Mom – Warum läßt Mama das Morden nicht? (Serial Mom) – Regie: John Waters
  • 1998: John Waters’ Pecker (Pecker) – Regie: John Waters
  • 2008: The Feature – Regie: Michel Auder, Andrew Neel

Sonstiges:

Weblinks[Bearbeiten]