Bromwasserstoffsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wikipedia:Redaktion Chemie/ausgeblendete Strukturformel

Allgemeines
Name Bromwasserstoffsäure
Andere Namen

Hydrobromsäure

Summenformel HBr(aq)
CAS-Nummer 10035-10-6
PubChem 260
Kurzbeschreibung

farblose, in hohen Konzentrationen rauchende Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Molare Masse 80,91 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,48 g·cm−3 (47,63 %) [2]

Siedepunkt

126 °C (47,63 %, Azeotrop)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
04 – Gasflasche 05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314​‐​335
P: 261​‐​280​‐​305+351+338 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 35​‐​37
S: (1/2)​‐​7/9​‐​26​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Bromwasserstoffsäure bezeichnet die Lösungen von gasförmigem Bromwasserstoff (HBr) in Wasser. Die Lösungen reagieren, wie die anderen Halogenwasserstoffsäuren, stark sauer.

In der chemischen Symbolsprache versteht man unter HBr sowohl das Gas wie auch dessen wässrige Lösung. Wo eine Unterscheidung oder eine genauere Kennzeichnung der wässrigen Lösung erforderlich ist, findet man unter Anwendung der Abkürzung aq Bezeichnungen wie z. B. HBr(aq), HBr·aq, HBr aq oder HBraq.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bromwasserstoffsäure verhält sich sehr ähnlich wie die chemisch verwandte Salzsäure. Ebenso wie der gasförmige Chlorwasserstoff HCl löst sich das farblose Gas HBr leicht in Wasser, dessen Lösungsvermögen bei Standarddruck für HBr mit steigender Temperatur des Wassers abnimmt, bis es der Zusammensetzung des im Folgenden beschriebenen Azeotropes entspricht.

Temperatur
des Wassers
in °C
Löslichkeit von HBr
in Wasser
(Liter HBr/Liter H2O)
0 612
10 582
25 533
50 468
75 406
100 345

Bei Raumtemperatur erhält man so eine wässrige Lösung mit maximal 65 Prozent HBr (Massenanteil) und einer Dichte von 1,7675 g/cm3. Handelsüblich sind Lösungen mit 40–65 %. HBr und Wasser bilden (ebenso wie HCl) ein positives Azeotrop bei 47,63 % HBr und 52,37 % H2O, das bei 126 °C siedet; die Dichte dieser Lösung beträgt 1,482 g/cm3. Durch einfache Destillation lässt sich dieses Verhältnis am azeotropen Punkt nicht mehr verändern, da die flüssige und die Gasphase dieselbe Zusammensetzung haben.

Da Bromwasserstoffsäure eine sehr starke Säure ist, liegt das HBr-Molekül in wässriger Lösung nahezu vollständig dissoziiert vor, es ist in das Kation H+ und das Anion Br gespalten:

 \mathrm {HBr \rightarrow H^+ + Br^- \ }

Da H+-Ionen in wässriger Lösung nicht isoliert vorliegen, sondern sich mit Wassermolekülen zusammenlagern, schreibt man diese oft annähernd als H3O+. Berücksichtigt man dies, kommt man für die Lösung von HBr in Wasser zu folgender Gleichung.

 \mathrm {HBr +H_2O \rightarrow H_3O^+ + Br^- \ }

Das H3O+-Ion bezeichnet man auch als Oxoniumion (frühere Bezeichnungen: Hydroxoniumion oder Hydroniumion).

Ebenso wie die Salzsäure löst Bromwasserstoffsäure die meisten Metalle und Metalloxide unter Bildung von Bromiden. Bromwasserstoffsäure und ihre Dämpfe sind hochkorrosiv. Selbst Edelstahl bildet innerhalb von 24 Stunden „Flugrost“, wenn er in Kontakt mit HBr-Dämpfen ist. Im Gegensatz zur Salzsäure ist die Bedeutung der Bromwasserstoffsäure gering, sie wird in der chemischen Industrie kaum verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roempp Online – Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. a b Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 10035-10-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  4. Eintrag zu CAS-Nr. 10035-10-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14. März 2011 (JavaScript erforderlich).
  5. Bromwasserstoffsäure kann gemäß GHS als Gemisch eingestuft werden und darf dann noch bis zum 1. Juni 2015 mit der EU-Gefahrstoffkennzeichnung in Verkehr gebracht werden. Anschließend ist nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig; die EU-Kennzeichnung hat dann nur noch historischen Charakter.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bromwasserstoffsäure – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien