Brot und Tulpen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bruno Ganz als Fernando in Brot und Tulpen
Filmdaten
Deutscher Titel Brot & Tulpen
Originaltitel Pane e tulipani
Produktionsland Italien, Schweiz
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 114 Minuten
Stab
Regie Silvio Soldini
Drehbuch Doriana Leondeff
Silvio Soldini
Musik Giovanni Venosta
Kamera Luca Bigazzi
Schnitt Carlotta Cristiani
Besetzung

Brot & Tulpen (Originaltitel: Pane e tulipani) ist ein italienischer Film aus dem Jahr 2000.

Handlung[Bearbeiten]

Rosalba ist eine Hausfrau aus Pescara, Mutter zweier Kinder und die Frau von Mimmo, dem Inhaber eines Klempner-Großhandels. Auf der Rückreise von Paestum verpasst sie an einer Autobahnraststätte ihren Bus. Ihrem Mann fällt erst einige Kilometer später auf, dass sie nicht im Bus sitzt; er lässt sie in der Raststätte ausrufen. Rosalba wartet dort zunächst, entschließt sich aber dann nach Hause zu trampen. Doch dann ergibt sich für sie die Gelegenheit, nach Venedig zu fahren, wo sie immer schon einmal hin wollte. Sie nimmt sich ein Zimmer in einer Pension und setzt ihre Familie per Telefon darüber in Kenntnis, dass sie in Venedig ist und am nächsten Tag nach Hause kommen will.

Nach dem Besuch der Stadt verpasst sie ihren Zug und darf dann aufgrund der Umstände (sie hat kaum mehr Geld) bei Fernando, einem suizidalen isländischen Kellner in einem kleinen Restaurant, der ein fremdländisch klingendes und altmodisches Italienisch spricht, übernachten und später ein eigenes Zimmer beziehen. Sie beginnt eine Freundschaft mit der Nachbarin Grazia und findet zufällig auch eine Arbeit bei dem anarchistischen Floristen Fermo. Nachts plagt sie jedoch ihr schlechtes Gewissen der Familie gegenüber, vor allem wegen ihres jüngsten Sohnes.

Ihr Ehemann Mimmo toleriert ihre überraschende und sich immer wieder verlängernde Abwesenheit nicht und entscheidet sich, einen Privatdetektiv zu engagieren. Aus Kostengründen erteilt er dann dem Klempner Costantino, der in Mimmos Firma ein Vorstellungsgespräch hatte, den Auftrag, seine Frau zu finden und nach Hause zu bringen. Nach mehreren Tagen der erfolglosen Suche, meldet sich Rosalba bei ihm – er hatte Plakate mit ihrem Gesicht und seiner Nummer in der Stadt verteilt – und sie vereinbaren ein Treffen. Als Costantino mit seiner Mutter telefoniert, läuft Rosalba weg und später in Fernandos Wohnung. Costantino konnte ihr folgen und trifft vor dem Haus Grazia; sie verlieben sich sehr schnell ineinander.

Zwischenzeitlich fühlt sich Rosalba immer mehr zu Fernando hingezogen und genießt ihr neues Leben – bis die Geliebte ihres Ehemanns in Venedig erscheint und sie zur Rückkehr nach Pescara bewegen kann.

Rosalba kehrt in eine unveränderte Umgebung zurück, die durch die Routine des Alltags geprägt ist. Fernando, alleine und verzweifelt in Venedig zurückgeblieben, entschließt sich letztendlich, Rosalba zurückzugewinnen. Er leiht sich den Lieferwagen von Fermo und reist mit Grazia und Costantino nach Pescara. Auf dem Parkplatz eines Supermarktes kann er sie im Beisein ihres jüngsten Sohnes überzeugen, nach Venedig zu ziehen.

Kritik[Bearbeiten]

  • Cineclub: Brot und Tulpen ist einer der unspektakulärsten Filme der Kinogeschichte. Doch durch seine authentischen und liebenswerten Charaktere geht er ans Herz und macht einfach Freude.[1]
  • Allesfilm: Breitenwirksam ist Brot und Tulpen zweifelsohne: Hier hat man zwar liebevoll an den Charakteren gefeilt, aber im Zweifelsfall ist der nächstbeste Witz immer näher als die wirkliche Person… Wo man mit althergebrachten Genremustern spielt, muss man die Größe eben in die Form bringen. Die bleibt bei Soldini leider im Handgepäck.[2]
  • Kulturnews: Brot und Tulpen ist eine wundervoll romantische Komödie, die von der Atmosphäre Venedigs lebt, vor allem aber vom perfekten Zusammenspiel der Charaktere. Soldinis Film ist zugleich ein Appell an die Spontaneität, an ein Ausbrechen aus dem bisweilen erdrückenden Gefüge des Alltags, an ein Aufbegehren gegen jede „So was macht man doch nicht“-Haltung. Ein Film, der seine neun (!) Auszeichnungen mit dem italienischen Filmpreis „David di Donatello“ verdient hat und der ein wahrer Lichtblick für einen grau verhangenen Dezember ist[3].

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cineclub.de, abgerufen am 2. Januar 2010 [1]
  2. Allesfilm.com, abgerufen am 2. Januar 2010 [2]
  3. Kulturnews.de, abgerufen am 2. Januar 2010 [3]