Budapesti Helyiérdekű Vasút

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HÉV Budapest
HÉV Budapest
Budapest trainsuburb network.svg

HÉV-Streckennetz

Staat Ungarn
Linien fünf
Streckenlänge 103,7 km
Stationen 81
Passagiere 70,4 Mio. pro Jahr (2011)
Betreiber BKV
Stromsystem 1000 Volt =, Oberleitung
Zwei Züge der H5 am Endbahnhof Szentendre
Örs vezér tere, Endbahnhof der Linien H8 und H9
Bahnhof Lágymányosi híd der Linie H7
Batthyány tér, Endbahnhof der Linie H5 mit Umsteigemöglichkeit zur M2

Die Budapesti Helyiérdekű Vasút (BHÉV), auch oft kurz als Helyiérdekű Vasút (HÉV) bezeichnet, ist ein S-Bahn-ähnliches Verkehrssystem in Ungarn. Es verbindet die Hauptstadt Budapest mit ihren Vororten im Umland. Die früher eigenständige Betreibergesellschaft ist heute in das kommunale Budapester Nahverkehrsunternehmen BKV Zrt. integriert.

Das insgesamt 103,7 Kilometer umfassende Streckennetz besteht aus vier betrieblich voneinander getrennten Strecken, die alle in Budapest beginnen. Sie führen nach Szentendre im Norden, Gödöllő im Osten, Ráckeve und zur Insel Csepel im Süden. Eine Strecke verzweigt sich im weiteren Verlauf, so dass das Netz von insgesamt fünf Linien bedient wird. Sie sind im Anschluss an die vier Linien der Metró Budapest (M1 bis M4) als H5 bis H9 bezeichnet.

Die Vorortzüge fahren nicht bis ins Stadtzentrum, sondern enden am Stadtrand, von wo aus U-Bahn-, Straßenbahn-, Oberleitungsbus- oder Autobuslinien weiter ins Zentrum führen. So endet die Strecke aus Gödöllő am Örs vezér tere im Osten Budapests, wo Übergang zur U-Bahnlinie M2 besteht. Der am nächsten zum Stadtzentrum gelegene Bahnhof ist Batthyány tér.

Ursprünglich handelte es sich um als Lokalbahn konzessionierte Strecken, die auch Güterverkehr durchführten. Auf der Strecke nach Szentendre war dies beispielsweise bis 1997 der Fall.[1] Hierzu sind die vier Vorortbahnstrecken an vier Stellen mit dem Eisenbahnnetz der ungarischen Staatsbahn Magyar Államvasutak (MÁV) verknüpft, wo früher die Güterwagen übergeben wurden:

  • H5: Kaszásdűlő (HÉV) <> Óbuda (MÁV)
  • H6: Kén utca (HÉV) <> Soroksári út (MÁV)
  • H7: Szabadkikötő (HÉV) <> Soroksári út (MÁV)
  • H8/H9: Örs vezér tere (HÉV) <> Kőbánya-Teher (MÁV)

Die aufgrund der unterschiedlichen Stromsysteme nicht elektrifizierten Verbindungsgleise dienen bis heute dem Fahrzeugaustausch zwischen den vier Betriebsteilen und werden mit Diesellokomotiven überbrückt. Des Weiteren bestand beim Güterbahnhof Filatorigát bis in die 1990er Jahre auch eine direkte Gleisverbindung zwischen der H5 und der Linie 1 des Budapester Straßenbahnnetzes.

Geschichte[Bearbeiten]

Die BHÉV wurde vor dem Zweiten Weltkrieg als Zusammenschluss mehrerer Verkehrsunternehmen gegründet. In der sozialistischen Zeit ging sie in staatlichen Besitz über und wurde in den 1950er Jahren für kurze Zeit mit der Staatsbahn MÁV zusammengeschlossen. Seit den 1960er Jahren ist sie Teil der BKV, die auch alle anderen Nahverkehrsmittel in Budapest betreibt.

Strecken[Bearbeiten]

Logo Name Linienweg Länge Halte Fahrzeit
H5Budapest hev symbol.svg BKV h5 jms.svg Szentendrei HÉV Batthyány tér ↔ Szentendre 20,9 km 17 39 min
H6Budapest hev symbol.svg BKV h6 jms.svg Ráckevei HÉV Vágóhíd ↔ Ráckeve 40,1 km 24 74 min
H7Budapest hev symbol.svg BKV h7 jms.svg Csepeli HÉV Boráros tér H ↔ Csepel 6,7 km 6 13 min
H8Budapest hev symbol.svg BKV h8 jms.svg Gödöllői HÉV Örs vezér tere ↔ Gödöllő 25,6 km 20 47 min
H9Budapest hev symbol.svg BKV h9 jms.svg Csömöri HÉV Örs vezér tere ↔ Csömör 10,7 km 12 24 min

H5Budapest hev symbol.svg BKV h5 jms.svg Békásmegyeri/szentendrei HÉV[Bearbeiten]

Die einzige Richtung Norden nach Szentendre führende Linie hat eine Länge von 21 Kilometern bei einer Fahrtzeit von 38 Minuten. Am Batthyány tér besteht Übergangsmöglichkeit zur Metrolinie 2BKV metro.svg BKV m 2 jms.svg, sowie zu den am Budaer Donauufer entlangführenden Straßenbahnlinien 19 und 41.

Streckenverlauf: Batthyány térMargit híd – Szépvölgyi út – Tímár utca – Árpád híd – Filatorigát – Kaszásdűlő – Aquincum – Rómaifürdő – Csillaghegy – Békásmegyer – Budakalász – Budakalász, lenfonó – Szent István-telep – Pomáz – Pannóniatelep – Szentendre

H6Budapest hev symbol.svg BKV h6 jms.svg Ráckevei HÉV[Bearbeiten]

Diese Richtung Süd-Westen nach Ráckeve führende Linie ist mit einer Länge von 40 Kilometern und einer Fahrtzeit von 75 Minuten die längste aller Vorortbahnen und beginnt süd-östlich der Csepeli HÉV. Die Endstation Közvágóhíd kann mit den Straßenbahnen der Ringlinie 1, der Donauuferlinie 2 und der Linie 24 vom Keleti pályaudvar (Ostbahnhof) erreicht werden.

Streckenverlauf: Közvágóhíd – Beöthy utca* – Kén utca – Timót utca* – Pesterzsébet felső – Torontál utca – Soroksár felső – Soroksár, Hősök tere – Szent István utca – Millenniumtelep – Dunaharaszti felső – Dunaharaszti külső – Szigetszentmiklós – József Attila-telep – Szigetszentmiklós alsó – Szigetszentmiklós, gyártelep – Szigethalom – Szigethalom alsó – Tököl – Szigetmajor* – Szigetcsép – Egyetemi Tangazdaság* – Szigetszentmárton-Szigetújfalu – Horgásztanyák* – Angyali-sziget* – Ráckeve

Anmerkung: * = saisonabhängig

H7Budapest hev symbol.svg BKV h7 jms.svg Csepeli HÉV[Bearbeiten]

Mit einer Länge von nur sieben Kilometern und einer Fahrtzeit von 13 Minuten ist diese nach Süden auf die Donauinsel Csepel führende Linie die kürzeste aller Vorortbahnen. Das Innenstadtterminal ist mit den Straßenbahnen der Linien 2 und 2A (entlang des Pester Donauufers) oder der Ringlinien 4 und 6 erreichbar. Die Station Corvin negyed der Metrolinie 3BKV metro.svg BKV m 3 jms.svg liegt einen halben Kilometer entfernt.

Streckenverlauf: Boráros tér – Lágymányosi híd – Szabadkikötő – Szent Imre tér – Karácsony Sándor utca – Csepel

H8Budapest hev symbol.svg BKV h8 jms.svg Gödöllői HÉV[Bearbeiten]

Diese Linie Richtung Osten nach Gödöllő benötigt eine Fahrtzeit von 46 Minuten bei einer Streckenlänge von 26 Kilometern. Über die Metrolinie 2BKV metro.svg BKV m 2 jms.svg, welche gerade am Örs vezér tere endet, besteht ein schneller und effizienter Anschluss in die Innenstadt. Sie ist die einzige Strecke, die noch immer im Linksverkehr betrieben wird. Diese Strecke verbindet auch einige Sehenswürdigkeiten miteinander, unter anderem das Schloss zu Gödöllő und den Wasserpark in Mogyoród.

Streckenverlauf: Örs vezér tere – Rákosfalva – Nagyicce – Sashalom – Mátyásföld, repülőtér – Mátyásföld, Imre utca – Mátyásföld alsó – Cinkota – Ilonatelep – Kistarcsa, kórház – Kistarcsa – Zsófialiget – Kerepes – Szilasliget – Mogyoród – Szentjakab – Gödöllő, Erzsébet park – Gödöllő, Szabadság tér – Gödöllő, Palotakert – Gödöllő

H9Budapest hev symbol.svg BKV h9 jms.svg Csömöri HÉV[Bearbeiten]

Diese Linie fährt bis Cinkota auf der gleichen Strecke wie Gödöllői HÉV. Die Länge beträgt lediglich 11 Kilometer, die Fahrtzeit nur 23 bis 24 Minuten.

Streckenverlauf: Örs vezér tere – Rákosfalva – Nagyicce – Sashalom – Mátyásföld, repülőtér – Mátyásföld, Imre utca – Mátyásföld alsó – Cinkota – Cinkota alsó – Árpádföld – Szabadságtelep – Csömör

Technik[Bearbeiten]

Sämtliche HÉV-Strecken sind elektrifiziert und werden mit 1000 Volt Gleichstrom betrieben. Die Gleise sind normalspurig (1435 Millimeter). Es werden mehrere Fahrzeugtypen eingesetzt, welche hauptsächlich aus der Deutschen Demokratischen Republik stammen. Zum Teil sind aber auch noch in Ungarn hergestellte Fahrzeuge im Einsatz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BHÉV – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Szentendrei HÉV auf www.albertbahn.hu