Carrie Chapman Catt

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Carrie Chapman Catt 1914

Carrie Chapman Catt (* 9. Januar 1859 als Carrie Clinton Lane in Ripon, Wisconsin/USA; † 9. März 1947 in New Rochelle, New York) war eine Kämpferin für das Frauenwahlrecht in Amerika. Sie beteiligte sich an Kampagnen für den neunzehnten Verfassungszusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der ab 1920 volljährigen US-Bürgerinnen das Wahlrecht garantierte. Catt war Präsidentin der National American Woman Suffrage Association und gründete die League of Women Voters sowie die International Alliance of Women (IAW).

Leben[Bearbeiten]

Catt wurde als Carrie Clinton Lane in Ripon im US-Bundesstaat Wisconsin geboren. Ihre Eltern waren Lucius Lane und Maria Louisa Clinton. Sie hatte zwei Brüder, Charles Herbert und William Harrison Lane. Sie verbrachte ihre Kindheit in Charles City in Iowa und absolvierte innerhalb von drei Jahren das Iowa State College (später Iowa State University) in Ames. Catt war die Abschiedsrednerin ihrer Klasse und die einzige Frau.[1] Sie begann zu Lehren und wurde 1885 zur Superintendentin von Schulen in Mason City ernannt.

Am 12. Februar desselben Jahr heiratete Catt den Journalisten Leo Chapman, Redakteur des Mason City Republican, der jedoch im darauf folgenden Jahr in Kalifornien an Typhus verstarb. Sie kam wieder auf die Beine, jedoch nicht ohne einige erschütternde Erfahrungen in der männlichen Arbeitswelt gemacht zu haben. 1890 heiratete sie George William Catt, einen gutsituierten Ingenieur. Durch diese Heirat war es ihr möglich, einen großen Teil des Jahres zu reisen und sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen, eine Arbeit, mit der sie schon in Iowa während der 1880er begonnen hatte. Mit ihrer Freundin, der Feministin Rosa Manus, reiste sie 1922/1923 nach Südamerika. Catt trat außerdem noch der Women’s Christian Temperance Union bei.

Catts Grab in New York City

Catt stand ihrer Mitstreiterin Susan B. Anthony sehr nahe, deren Wunschnachfolgerin als Präsidentin der National American Woman Suffrage Association (NAWSA) sie war. Sie wurde zweimal zur Präsidentin der NAWSA gewählt; zuerst von 1900 bis 1904 und später von 1915 bis 1920. Ihr zweite Amtszeit fiel mit dem Höhepunkt der damaligen Frauenrechtsbewegung zusammen, als 1920 der 19. Zusatz der Verfassung der Vereinigten Staaten beigefügt wurde. Die NAWSA war die größte Frauenrechtsorganisation ihrer Zeit. Beginnend mit den ersten Bemühungen in den Jahren in Iowa organisierte Catt dutzende Kampagnen, mobilisierte zahlreiche Freiwillige (bis zu einer Million gegen Ende) und hielt hunderte Reden. Nachdem der 19. Verfassungszusatz angenommen worden war, zog Catt sich aus der NAWSA zurück.[2]

1920 gründete Catt die League of Women Voters als Nachfolgeorganisation der NAWSA. Im selben Jahr ließ sie sich von der Commonwealth Land Party als Präsidentschaftskandidatin aufstellen.[3]

Catt ließ sich 1928 in New Rochelle nieder. Sie war in den 1920ern und 1930ern in der Friedensbewegung aktiv und wurde oftmals als eine führende Figur ihrer Ära bezeichnet. Sie starb 1947 in New Rochelle und wurde auf dem Woodlawn Cemetery in der Bronx in New York City beerdigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Booth Fowler: Carrie Catt: Feminist Politician (1986).
  • Jacqueline Van Voris: Carrie Chapman Catt: A Public Life (1996).
  • Mary Gray Peck: Carrie Chapman Catt: A Biography (1944).
  • Nate Levin: Carrie Chapman Catt: A Life of Leadership (2006).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carrie Lane Chapman Catt. In: Traditions. ISU Alumni Association. Abgerufen am 15. März 2010.
  2. Women in Congress, 1917–1990. Diane Publishing Company, S. 208.
  3. Auszug aus The Corruption of Economics von Mason Gaffney.