Charles P. Steinmetz

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Charles Proteus Steinmetz

Charles Proteus Steinmetz, geboren als Carl August Rudolph Steinmetz, (* 9. April 1865 in Breslau; † 26. Oktober 1923 in Schenectady) war ein deutsch-amerikanischer Elektroingenieur. Er entwickelte Theorien zum Wechselstrom. Nach ihm ist die Steinmetzschaltung benannt, eine elektrische Schaltung für Elektromotoren. Weiters geht auf ihn die in der Elektrotechnik übliche Bezeichnung j statt i für die imaginäre Einheit zurück.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Arbeitststätte von Steinmetz in Schenectady, New York

Steinmetz studierte ab 1883 bis 1888 an der Universität Breslau Elektrotechnik. Wie sein Vater litt er an Minderwuchs. 1888, im Jahr seiner Doktorarbeit, verfasste er als bekennender Sozialist einschlägige Texte, was zur politischen Verfolgung im Rahmen der Sozialistengesetze unter Otto von Bismarck führte. Infolgedessen floh er nach Zürich in die Schweiz, wo er Bekanntschaft mit den Brüdern Gerhart und Carl Hauptmann und ihrem Kreis schloss. Im Jahr 1889 emigrierte er in die USA nach Yonkers im US-Bundesstaat New York.

Er arbeitete zunächst für Rudolf Eickemeyer und beschäftigte sich auf dem Gebiet des Ferromagnetismus, unter anderem zur magnetischen Hysterese welche im Bereich von Transformatoren eine Rolle spielt. 1893 wurde die Firma von Eickemeyer von der damals neu gegründeten Firma General Electric übernommen. Weitere Arbeiten von Steinmetz betrafen Lichtbogenlampen, welche er systematisch im Betriebsverhalten untersuchte und in Folge zur künstlichen Ausleuchtung großer Areale nutzte, vergleichbar mit einem Flutlicht.

Steinmetz engagierte sich in Schenectady, wo er lebte, auch in der Stadtverwaltung. Von 1901 bis 1902 war er Präsident der American Institute of Electrical Engineers (AIEE) und war erster Vizepräsident der International Association of Municipal Electricians (IAME), eine Vorläuferorganisation der International Municipal Signal Association (IMSA).

Er verfasste 13 Bücher, rund 60 Artikel, war Inhaber von 200 Patenten und war Ehrenmitglied in der Studentenverbindung Phi Gamma Delta.[1] Er starb am 26. Oktober 1923 in Schenectady und wurde im Vale Cemetery beigesetzt.

Arbeiten[Bearbeiten]

Charles Proteus Steinmetz, um 1915

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

Einige wesentliche Publikationen:

  • Charles Proteus Steinmetz: Theory and calculation of alternating current phenomena, unter Mitarbeit von Ernst J. Berg, 1897.
  • Charles Proteus Steinmetz: The Natural Period of a Transmission Line and the Frequency of lightning Discharge Therefrom, The Electrical World, 27. August 1898. Seiten 203-205.
  • Charles Proteus Steinmetz: Theoretical elements of electrical engineering, McGraw publishing company,, 1902.
  • Charles Proteus Steinmetz: Theory and calculation of transient electric phenomena and oscillations, McGraw publishing company, 1911.

Patente[Bearbeiten]

Einige wesentliche Patente:

Literatur[Bearbeiten]

  • Theodor Müller (Hrsg.): 45 Führer aus den Anfängen und dem Heldenzeitalter der Breslauer Sozialdemokratie. Robert Hermann, Breslau 1925, S. 115-116 Digitalisat.
  •  Kurt Jäger, Friedrich Heilbronner: Lexikon der Elektrotechniker. 2. Auflage. VDE Verlag, 2010, ISBN 978-3-8007-2903-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. C. P. Steinmetz