Charles Spackman Barker

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Charles Spackman Barker (* 10. Oktober 1804 in Bath[1]; † 26. November 1879 in Maidstone) war ein englischer Orgelbauer.

Leben[Bearbeiten]

Schnitt durch einen Barkerhebel

Barker stammte aus einer Künstlerfamilie. Sein Großvater Benjamin Barker (ca. 1720–1793), seit 1781 in Bath ansässig, und sein Vater Thomas Barker (1767–1847) waren beide Kunstmaler, ebenso seine vier jüngeren Brüder. Seine Vornamen erhielt Barker nach dem Auktionator Charles Spackman, einem Unterstützer seines Vaters.[2]

Barker folgte nicht der Familientradition, sondern entschied sich nach einer Apothekerlehre für den Beruf des Orgelbauers. Er erfand den Barkerhebel, eine pneumatische Vorrichtung zur leichteren Öffnung der Tonventile, die bei wachsender Monumentalität der Orgeln zunehmend zum Problem wurde. So urteilte der englische Komponist und Organist Matthew Camidge, der notwendige Kraftaufwand zum Spielen der Orgel des York Minster sei „enough to paralyse most men“ (deutsch: „ausreichend, um die meisten Männer zu lähmen“).

Nachdem Barker in England keine Interessenten für den Erwerb seiner Erfindung fand, ging er 1837 nach Paris, wo er sich den Barkerhebel 1839 patentieren ließ.[3] Zunächst überließ er die Lizenz für den Bau des Barkerhebels der Orgelbaufirma Cavaillé-Coll. Cavaillé-Coll entwickelte den Barkerhebel zur Serienreife und verwendete ihn erstmals in der großen Orgel der königlichen Basilika Saint-Denis.

Einen Vertrag mit Cavaillé-Coll schlug Barker indes aus und unterzeichnete stattdessen eine Vereinbarung mit der Orgelbaufirma Daublaine-Callinet, der er inzwischen angehörte. 1844 setzte er versehentlich mit einem Kerzenleuchter die eben sechs Monate alte Orgel der Firma Daublaine-Callinet in der Kirche Saint-Eustache in Brand, was den Ruin der ohnehin durch die Konkerrenz von Cavaillé-Coll bedrohten Firma bewirkte. Sie wurde von Alexandre Ducroquet übernommen, der sie zu neuem Erfolg führte.

Nach der Übernahme des Unternehmens durch Joseph Merklin machte sich Barker mit dem Werkmeister Charles Verschneider selbstständig, mit dem er bis zu dessen Tod 1865 zusammenarbeitete. Barker kehrte nach England zurück, wo er 1879 unbeachtet verstarb.

Literatur[Bearbeiten]

  •  P. d'Anchald: Charles Sparkman Barker: A reassessment of the earlier years of his career. In: Journal BIOS. 33, 2009, S. 4–29.
  •  Salomon Kümmerle: Barker, Charles Sparkmann. In: Encyklopädie der evangelischen Kirchenmusik. 1, Gütersloh 1888, S. 120 f.
  •  Alfred Reichling: Barker, Charles Spackman. In: Musik in Geschichte und Gegenwart. Personenteil, Band 2, Bärenreiter/Metzler, Kassel/Stuttgart 1999, S. 254 f.
  •  R. Meyrick Roberts: Charles Spackman Barker. In: The Organ. 13, Bärenreiter/Metzler, Kassel/Stuttgart 1933/34, S. 186 f..
  •  David Smit: Barker, Charles Spackman. In: Douglas E. Bush, Richard Kassel (Hrsg.): The Organ. An Encyclopedia. Routledge, New York, London 2006, ISBN 0-4159-4174-1, S. 49 f..

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vgl. Guy Oldham und Nicholas Thistlethwaite: Charles Spackman Barker, in: Grove Music Online Link
  2. Gordon D. W. Curtis: A Provincial Organ Builder in Victorian England: William Sweetland of Bath. Farnham 2011. ISBN 9781409417521. Dort Kap. 3: Bath organ builders, S. 35f.
  3. Gordon D. W. Curtis: A Provincial Organ Builder in Victorian England: William Sweetland of Bath. Farnham 2011. ISBN 9781409417521. Dort Kap. 3: Bath organ builders, S. 35.