York Minster

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York Minster
Innenraum
Blick auf das spätgotische Netzrippengewölbe über der Vierung des Yorker Minsters
Blick auf die Orgel

Das York Minster (Münster), offiziell: "The Cathedral Church of St Peter"[1] ist die größte mittelalterliche Kirche in England. Nach einer Bauzeit von 250 Jahren wurde es im Jahre 1472 fertiggestellt. Bis heute zieht es täglich hunderte von Touristen aus der ganzen Welt an und ist neben den kleinen Gässchen, der Universität und einigen Museen die Hauptattraktion der Stadt York. Besonders an dieser im gotischen Stil erbauten Kathedrale ist die Größe. Eine Fensterwand ist beispielsweise so groß wie die Länge eines Tennisfeldes. Eindrucksvoll sind ebenfalls die zwei großen und ein kleiner Turm am entgegengesetzten Ende (welche ebenfalls besichtigt werden können) und die Orgel, die einst von einem Brand vollständig zerstört wurde und 1993 restauriert bzw. neu aufgebaut wurde.

Fenster[Bearbeiten]

Das York Minster ist berühmt für seine Fenster.

  • Westfenster (1338)
  • Jesse-Fenster (ca. 1310)
  • Glockengießer-Fenster (14. Jh.)
  • Five Sisters-Fenster (ca. 1260)
  • St.-William-Fenster (1422)
  • St.-Cuthbert-Fenster (ca. 1435)
  • Rosenfenster (ca. 1500)

Die „Fünf Schwestern“

Das so genannte Five Sisters Window (= Fünf-Schwestern-Fenster) besteht aus fünf Lanzettfenstern, die jeweils fast 17 Meter hoch und anderthalb Meter breit sind. Damit sind sie die größten Kirchenfenster Englands. Das mittlere Fenster zeigt im untersten Feld Daniel in der Löwengrube. Das an Handarbeiten erinnernde Ornament hat Charles Dickens in seinem Roman Nicholas Nickleby zu einer Geschichte von fünf Schwestern verarbeitet, deren Stickereien Vorlage der Fenster wurden.

Architektur[Bearbeiten]

Der gotische Neubau begann mit dem südlichen Querhaus 1230-41, gefolgt vom nördlichen Querhaus 1241-60 mit den „fünf Schwestern“. Das Langhaus wurde von 1291-1324 errichtet (Holzgewölbe 1890 erneuert). Das Chapter-House wurde 1342 vollendet. Dann folgte der Retrochor 1361-1370 und der westliche Teil des Chors 1380-1400.

Westfassade[Bearbeiten]

Nordturm 1470-74; Südturm 1433-77; Fenster 1338 vollendet.

Langhaus[Bearbeiten]

Das Langhaus wurde von 1291-1324 errichtet. Die Pfeiler haben vorgelegte Dienste verschiedener Stärke, wobei zum ersten Mal der von zwei schlanken Nebendiensten begleitete kräftige Gewölbedienst ohne Unterbrechung vom Boden aufsteigt, wobei das fünfteilige Triforium in die Fenstergliederung miteinbezogen ist. Charakteristisch ist die lichte Klarheit des Raumes, die Betonung der Vertikalen, die gitterartige Auflockerung der Raumgrenzen. Hier zeigt sich französischer Einfluss, der sich auch am Außenbau mit seinen Streben, Fialen und Wimpergen niederschlägt. Über dem Mittelschiff wurde ein Gewölbe aus Holz eingezogen, das 1890 erneuert wurde. Die Innengestaltung des Vierungsturm erfolgte 1400-23. Der Chor ist um ein Joch länger als Langhaus. Die Höhe des Mittelschiffs beträgt 30 Meter, die Breite 15 Meter.

Ausstattung[Bearbeiten]

Die Orgel geht zurück auf ein Instrument der Orgelbauer Elliott & Hill aus dem Jahre 1832. Vorhanden ist davon noch das Orgelgehäuse. Das Orgelwerk wurde 1859 von den Orgelbauern Hill & Sons, 1903 und 1961 von dem Orgelbauer J. W. Walker reorganisiert, und zuletzt von dem Orgelbauer G Coffin im Jahre 1992 restauriert.[2]Das Instrument hat heute 84 Register auf vier Manualen und Pedal. Die Trakturen sind elektrisch.[3]

I Great Organ C–a3
1. Double Open Diapason 16′
2. Gedeckt 16′
3. Open Diapason I 8′
4. Open Diapason II 8′
5. Open Diapason III 8′
6. Salicional 8′
7. Wald Flute 8′
8. Stopped Diapason 8′
9. Octave 4′
10. Principal 4′
11. Harmonic Flute 4′
12. Octave Quint 22/3
13. Super Octave 2′
14. Block Flute 2′
15. Larigot 11/3
16. Sesquialtera II
17. Mixture III
18. Furniture IV
19. Cymbel IV
20. Cornet V
21. Contra Posaune 16′
22. Posaune 8′
23. Trumpet 8′
24. Clarion 4′
II Swell Organ C–a3
25. Bourdon 16′
26. Violin Diapason 8′
27. Diapason Celeste 8′
28. Stopped Diapason 8′
29. Echo Gamba 8′
30. Voix Celeste 8′
31. Principal 4′
32. Open Flute 4′
33. Fifteenth 2′
34. Full Mixture III
35. Sharp Mixture III
36. Oboe 8′
Tremulant

37. Contra Fagotto 16′
38. Cornopean 8′
39. Horn 8′
40. Clarion 4′
III Solo Organ C–a3
41. Viole d' Orchestre 8′
42. Viole Celeste 8′
43. Chimney Flute 8′
44. Echo Dulciana 8′
45. Concert Flute 4′
46. Bassoon 16′
47. Crumhorn 8′
48. Orchestral Oboe 8′
49. Vox humana 8′
Tremulant

50. Contra Tuba 16′
51. Tuba 8′
52. Bombarde 8′
53. Tuba Mirabilis 8′
IV Choir Organ C–a3
54. Lieblich Bourdon 16′
55. Open Diapason 8′
56. Lieblich Gedeckt 8′
57. Gamba 8′
58. Gemshorn 4′
59. Claribel Flute 4′
60. Twelfth 22/3
61. Fifteenth 2′
62. Tierce 13/5
63. Mixture III
Tremulant
Pedal Organ C–f1
64. Double Open Wood 32′
65. Double Open Diapason 32′
66. Open Wood 16′
67. Open Diapason 16′
68. Violone 16′
69. Gamba 16′
70. Sub Bass 16′
71. Principal 8′
72. Violoncello 8′
73. Flute 8′
74. Fifteenth 4′
75. Choral Flute 4′
76. Recorder 2′
77. Mixture IV
78. Sackbut 32′
79. Trombone 16′
80. Ophicleide 16′
81. Fagotto 16′
82. Tromba 8′
83. Trumpet 8′
84. Shawm 4′

Kapitelhaus[Bearbeiten]

Dieser Achteckraum wurde erbaut um 1280. Die 44 Sitze rings an den Wänden sind in kleine polygonale Nischen eingelassen, wodurch eine zarte, ondulierende Raumbewegung entsteht.

Vor dem Portal des südlichen Querhauses lag einst die Mitte der von Säulen getragenen Vorhalle des römischen Hauptquartiers. Hier wurde 306 der zukünftige Kaiser Konstantin der Große zum Nachfolger seines Vaters Constantinus Chlorus ernannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harry Batsford, Charles Fry: The Cathedrals of England, 7th Edition, B. T. Batsford Ltd., London 1948
  • Werner Schäfke: Englische Kathedralen. Eine Reise zu den Höhepunkten englischer Architektur von 1066 bis heute. Köln 1983. (DuMont Kunst-Reiseführer), S. 186, Abb. 58-62; Farbtafel 24, 25
  • Alain Erlande-Brandenburg: Gotische Kunst. Herder, Freiburg-Basel-Wien 1984. S. 863
  • Wim Swaan: Die großen Kathedralen. Köln 1969, S. 208, Abb. 238-243
  • Rolf Toman (Hrsg.): Die Kunst der Romanik. Architektur - Skulptur - Malerei. Köln 1996, S. 225

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harry Batsford, Charles Fry: The Cathedrals of England, S. 106
  2. Nähere Informationen zur Orgel
  3. Zur Disposition (PDF; 48 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: York Minster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

53.961944444444-1.0819444444444Koordinaten: 53° 57′ 43″ N, 1° 4′ 55″ W