Kulturrevolution

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Rotgardisten mit Armbinden und Maobibel, daneben der verblichene Propagandaspruch Mao Zedongs: 好好学习,天天向上。Hǎohāor xuéxí, tiāntiān xiàngshàng. ‚Gründlich lernen, täglich aufwärts.‘

Die chinesische Kulturrevolution (chinesisch 無產階級文化大革命 / 无产阶级文化大革命Pinyin wúchǎnjiējí wénhuà dàgémìng ‚Große Proletarische Kulturrevolution‘, oder kurz 文革 wéngé) war eine politische Kampagne zwischen 1966 und 1976, die von Mao Zedong ausgelöst wurde. Zunächst wurde die Kulturrevolution als eine Bewegung zur Beseitigung von Missständen in Staat und Gesellschaft von großen Teilen der Bevölkerung begrüßt. Mao setzte jedoch statt der von Politikern wie Liu Shaoqi gewünschten Erneuerung innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) eine Massenbewegung zur Zerstörung der alten KPCh in Gang. Die meisten der alten Kader wurden ihrer Ämter enthoben. Nur 28 % der Politbüro- und 34 % der ZK-Mitglieder sowie 29 % der Provinzsekretäre konnten sich bis Ende 1966 in ihrer Position halten.

Die Kulturrevolution bestand aus einer Reihe von Massenkampagnen, die sich ablösten und teilweise widersprachen. Ursprünglich sollte die Kulturrevolution nur ein halbes Jahr dauern, dann wurde sie 10 Jahre lang, bis zu Maos Tod, immer verlängert. Konnte Mao zu Beginn der Kulturrevolution noch wesentliche Teile der Bevölkerung für die Kulturrevolution begeistern, so wurden die in den letzten Jahren angeordneten Massenbewegungen zu lustlos abgehaltenen Pflichtritualen.

Im Zuge der Kulturrevolution kam es zu massenhaften Verfolgungen von Dissidenten und Andersdenkenden. 100 Millionen Menschen waren Schikanen ausgesetzt, es kam zu weit verbreiteten und massiven Menschenrechtsverletzungen, willkürlichen Verhaftungen, Folter, Beschlagnahmungen, Verschleppungen und öffentlichen Demütigungen. 20 Millionen Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Teile der städtischen Jugend wurde zwangsweise auf das Land verbracht, Kulturgüter im Wert von ca. 87 Milliarden Euro vernichtet und religiöse Einrichtungen zerstört.[1][2][3]

Die Kulturrevolution wird oft in drei Phasen eingeteilt: die Zeit der Roten Garden (Mai 1966 bis 1968), die Lin-Biao-Zeit (1968 bis August 1971) und die Zhou-Enlai-Phase (August 1971 bis Oktober 1976).

Anders als bei der Kampagne des Großen Sprungs nach vorn mit über 20 Millionen Toten wurde die Wirtschaft und die Landwirtschaft von der Kulturrevolution weitgehend ausgenommen. Man hatte gelernt, dass die Produktion möglichst ungestört weiterlaufen musste. Die Kampagnen konzentrierten sich auf Politik, Kultur, öffentliche Meinung, Schule und Universitäten. Die Universitäten stellten zu Beginn der Kulturrevolution ihre Arbeit ein, und ein normaler Universitätsbetrieb, mit Eingangs- und Abschlussprüfungen sowie qualifizierten Zeugnissen, wurde erst 1978 wieder eingeführt.

Auch bei den führenden Politikern gab es diese Arbeitsteilung zwischen Kulturrevolution und Produktion. Für die Kulturrevolution waren, unter der Anleitung von Mao, Politiker wie Jiang Qing und Lin Biao zuständig, für die Wirtschaft, von der Mao wenig verstand und die er anderen überließ, waren Politiker wie Zhou Enlai und Deng Xiaoping verantwortlich.

Konzept und Begriff[Bearbeiten]

Mao und Chruschtschow, 1958

In den 1960er Jahren war China nach Maos Vorstellungen, wie zuvor bereits die UdSSR, auf dem Weg des Revisionismus. In der UdSSR hatte, nach Ansicht Maos, eine neue Bürokratenklasse die Macht, abgehoben von der Masse der Bevölkerung, übernommen. Nach Maos Auffassung war das Hauptproblem der osteuropäischen Länder, dass die Klassenkämpfe nicht gründlich genug durchgeführt und dann abgebrochen worden waren. Mao wies darauf hin, dass die Klassenkämpfe das leitende Prinzip der Politik sein müssten und dass der Klassenkampf „täglich, monatlich und jährlich“ durchgeführt werden müsste. In China sah Mao jedoch ein Erstarren im erreichten Zustand mit einer Bürokratenklasse, die ihre Position, abgehoben von den Volksmassen, zementierte.

Daher forderte Mao eine neue sozialistische Revolution im Bereich des politischen, gesellschaftlichen wie kulturellen Überbaus – die Kulturrevolution. Der Grund für die Ausrufung der Kulturrevolution lag daher nicht nur im Sturz einiger Politiker der „pragmatischen Linie“ wie Liu Shaoqi oder Deng Xiaoping, deren Entmachtung war bereits zu Beginn der Kulturrevolution im Mai 1966, als sich eine große Mehrheit im neuen Politbüro gegen sie stellte, erledigt, sie konnten zwar in der Wirtschafts- und Tagespolitik weiterarbeiten, den Rückhalt im Politbüro hatten sie verloren. Mao hatte ein größeres gesellschaftliches Ziel vor Augen. Die ganze Gesellschaft und die Partei sollten proletarisch erneuert werden und ein weiterer Schritt hin zum idealen Sozialismus sollte vollbracht werden.

Anders als nach der Vorstellung der Politiker um Liu Shaoqi sollten nach Maos Vorstellung die notwendigen Erneuerungen nicht innerhalb und durch die Kommunistische Partei, sondern durch die Volksmassen herbeigeführt werden. Mao war der Meinung, dass, wenn man sich auf den Ansturm der Volksmassen verlässt, eine Änderung der gesellschaftlichen Gesamtsituation herbeigeführt und damit eine wahre sozialistische Gesellschaft geschaffen werden könne. Daher der Ausdruck Maos: „Mit Chaos auf Erden erreicht man große Ordnung im Land“.[4]

Mao hoffte mittels der Kulturrevolution zum Vater und Führer der sozialistischen Weltrevolution zu werden und betrachtete deshalb die Kulturrevolution als entscheidendes Ereignis der Menschheitsgeschichte. In der Zeitschrift „Rote Fahne“ schrieb er dazu im Jahr 1967:

„Die Große Proletarische Kulturrevolution ist eine Revolution, die die Seelen der Menschen erfasst hat. Sie trifft die grundsätzliche Position der Menschen, bestimmt ihre Weltanschauung, bestimmt den Weg, den sie bereits gegangen sind oder noch gehen werden und erfasst die gesamte Revolutiongeschichte Chinas. Dies ist die größte, in der Geschichte der Menschheit noch nie dagewesene, Umwälzung der Gesellschaft. Sie wird eine ganze Generation von standhaften Kommunisten heranbilden.“[5]

Die Verheißung Maos an Chinas Jugend, mit der Kulturrevolution ein neues Kapitel der Geschichte der Menschheit hin zu einer idealen Welt aufzuschlagen, verbunden mit dem täglichen Personenkult um Mao, gab der Bewegung Begeisterung, Fanatismus und, gegen die angeblichen Feinde, Brutalität, Hass und Zerstörungswut.

Ein wesentliches Merkmal der Kulturrevolution war deren Unbestimmtheit. Es sollten „kapitalistische Machthaber“ und „Revisionisten“ entlarvt werden, die den „falschen Weg“ gingen, es war aber nirgends festgelegt, was diese Begriffe zu bedeuten hatten. Gleichzeitig waren die gefällten Urteile absolut. Bei einer Person, welcher vorgeworfen wurde, auf dem falschen Weg zu gehen, war alles falsch, bei Personen, die „auf dem richtigen Weg waren“, war alles richtig. Daher auch die oft sinnlose Brutalität gegen alte verdiente Genossen und Kämpfer im Bürgerkrieg, die angeblich den „richtigen Weg verlassen hatten“. Selbst zwischen den Antreibern der Kulturrevolution waren gewaltsame Konflikte nicht außergewöhnlich.

Anders als bei der Kampagne des „Großen Sprungs nach vorn“ wurden die Wirtschaft und die Landwirtschaft von der Kampagne möglichst ausgenommen. Man hatte gelernt, dass die Produktion möglichst ungestört weiterlaufen musste. Die Kampagnen konzentrierten sich auf Politik, Kultur, öffentliche Meinung, Schule und Universitäten. Das Kulturleben und die höhere Bildung kamen fast völlig zum Erliegen. Die Universitäten hielten von 1966 bis 1978 keinen normalen Bildungsbetrieb ab. Wichtiger als die Wissensvermittlung war, die Entstehung einer neuen Bildungsschicht zu vermeiden und Klassenkampf zu propagieren.

Durch das Ausklammern der Wirtschaft aus der Kulturrevolution war es möglich, dass Deng Xiaoping, der in der Kulturrevolution als besonders übler „Revisionist“ angefeindet wurde, von den 10 Jahren der Kulturrevolution 5 Jahre lang, von 1966 bis 1968 als Generalsekretär der Partei und 1973 bis 1976 als Stellvertreter und später Nachfolger von Zhou Enlai, an führender Stelle politisch aktiv sein konnte. Auf der anderen Seite war der Zugriff im Bereich der Kultur total. Jiang Qing wählte z. B. eigenmächtig acht Opern, in welchen proletarische Helden mit ihren Heldentaten präsentiert wurden, als vorbildlich aus und die Aufführung aller anderen Opern wurde verboten.

Kurz vor seinem Tod empfing Mao noch einmal seinen Nachfolger Hua Guofeng und seine wichtigsten Mitstreiter für die Kulturrevolution, die spätere „Viererbande“ Wang Hongwen, Zhang Chunqiao, Jiang Qing und Yao Wenyuan und gab folgendes Urteil über sein Lebenswerk ab:

„In China gibt es ein altes Sprichwort: Erst wenn der Sarg geschlossen ist, lässt sich ein Urteil über ihn fällen. Bei mir wird es auch langsam Zeit, nun kann man doch eine Bewertung abgeben. In meinem Leben kann ich auf zwei Leistungen zurückblicken. Ich habe Chiang Kaishek jahrzehntelang bekämpft und ihn auf einige Inseln vertrieben. Nach einem achtjährigen Krieg habe ich die Japaner nach Hause geschickt. Schließlich bin ich nach Peking, bis in die Verbotene Stadt vorgedrungen. […] Wie ihr wisst, ist die andere Leistung die Kulturrevolution. Nur wenige unterstützen sie, viele sind gegen sie.“[6]

Vier Wochen nach Maos Tod wurden Wang Hongwen, Zhang Chunqiao, Jiang Qing und Yao Wenyuan als „Viererbande“ verhaftet und ein Jahr nach Maos Tod wurde Deng Xiaoping wieder in seine früheren Ämter eingesetzt. Die Kulturrevolution, für die Mao zehn Jahre lang stritt, war zu Ende.

Hintergründe[Bearbeiten]

Seit Gründung der Volksrepublik China standen sich in der KPCh im Wesentlichen zwei Gruppen mit stark voneinander abweichenden Positionen gegenüber. Mao betonte, dass auch nach dem Sieg im Bürgerkrieg der Klassenkampf nicht aufgehört habe und dass es das revolutionäre Bewusstsein der Massen zu fördern gelte. Die Politiker um Liu legten den Arbeitsschwerpunkt darauf, das Land schnell aufzubauen und hohes Wirtschaftswachstum zu erzielen.

Auf dem 8. Parteikongress der Kommunistischen Partei Chinas (1956) wurde die Leitung Chinas neu geordnet. Nach Mao, der als Parteivorsitzender in der politischen Hierarchie die Nummer eins blieb, wurde Liu Shaoqi die Nummer zwei. Er war Staatspräsident und wurde offiziell als Nachfolger von Mao eingesetzt. Auch Deng Xiaoping bekam als Generalsekretär eine wichtige Position in der Partei. Die Veränderungen waren im Einklang mit Maos Vorstellungen, der sich aus der Tagespolitik etwas zurückziehen und mehr an den großen Linien arbeiten wollte. Auf Vorschlag von Mao wurde beschlossen, dass das Zentralkomitee in zwei Fronten eingeteilt wurde. In der ersten Front waren Liu Shaoqi, Zhou Enlai, Zhu De, Chen Yun und Deng Xiaoping. Offiziell trat Mao in die zweite Front ab, war jedoch auch noch in der ersten Front tätig. Später gab Deng über das damalige Verhältnis zu Mao folgende Erklärung ab:

„Im Allgemeinen kann man sagen, dass bis 1957 die Führung Mao Zedongs richtig war, doch häuften sich ab diesem Zeitpunkt die Fehler.“

Nach 1957 entwickelte Mao die „linksgerichtete Theorie des Klassenkampfes“ die in der Partei immer weiteren Raum einnahm. In ihr wird dargelegt, dass sich in China auf „politischer und ideologischer Ebene eine neue Ausbeuterklasse“ entwickle. Zu dieser neuen Ausbeuterklasse gehörten, nach Mao, Funktionäre, Verwaltungsfachleute, Techniker, Intellektuelle usw. die „den Kontakt zu den Volksmassen“ verloren hätten.

Nach der Katastrophe des Großen Sprungs nach vorn verschärfte sich der Richtungsstreit. Die Methode der wirtschaftlichen Anreize mit der Liu die Wirtschaft wieder ankurbelte, wurde von Mao als revisionistisch gebrandmarkt. Die Wirtschaft erholte sich zwar und die Versorgungslage besserte sich. Das starke Wachstum wurde jedoch unter anderem durch die Wiedereinführung von Akkordlöhnen, Bonussystemen und nichtständige Beschäftigung erreicht. Gleichzeitig wurden viele der während des Großen Sprunges nach vorn am Land aufgebauten Wirtschaftsbetriebe, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen geschlossen. Das während des Großen Sprunges rückläufige Stadt-Land-Gefälle stieg wieder stark an. Mit dem Zuzug zahlreicher Landbewohner stieg die Arbeitslosigkeit in den Städten an und es entstanden soziale Spannungen zwischen den fest angestellten Arbeitern in den Industriebetrieben und jenen, die jederzeit entlassen werden konnten.

Zwischen der Konzeption Lius und Maos gab es aber noch weitere bedeutende Unterschiede.

Meinungsverschiedenheiten zwischen Mao und Liu[Bearbeiten]

Liu betrachtete die Position der Partei und des einzelnen Parteimitglieds folgendermaßen:

  1. Mit der Machtübernahme der kommunistischen Partei endet der Klassenkampf in China. Die Kommunistische Partei ist keine Klassenpartei mehr, sondern eine Partei des ganzen Volkes. Falls noch von Klassen die Rede ist, so können sie in Harmonie nebeneinander existieren.
  2. Die Parteimitglieder sind der Partei zu bedingungslosem Gehorsam verpflichtet.
  3. Der Einzelne kann in die Partei um einer Karriere willen eintreten.
  4. Der innerparteiliche Frieden ist Pflicht.
  5. Die Volksmassen sind rückständig und müssen von der Partei geleitet werden.
  6. Die kollektiven Interessen sollen mit den persönlichen Interessen der Einzelnen möglichst fruchtbar kombiniert werden.

Liu stellte seine Ansichten in dem Buch „Über die Selbstkultivierung eines kommunistischen Parteimitglieds“ dar, welches bis 1962 ein Auflage von 20 Millionen erreichte.

Maos Vorstellung von der Partei und der Gesellschaft sah anders aus:

  1. Klassenkampfbereitschaft auch im neuen China
  2. flexiblen Umgang mit Parteibeschlüssen
  3. Glaube an die Volksmassen
  4. Revolution aus Selbstmotivation
  5. permanente Bereitschaft zur innerparteilichen Auseinandersetzung
  6. Verzicht auf jeglichen persönlichen Vorteil.

Liu war ein Apostel der Organisation, für den der Weg zum Sozialismus nicht über Massenbewegungen, sondern über eine wohlorganisierte und durch ihre Praxis glaubhafte kommunistische Elitepartei führte. Mao war ein Apostel der Massen, ohne deren Kontrolle die Partei den revisionistischen Weg einschlagen würde.

Auf wirtschaftlichem Gebiet forderte Mao eine Planwirtschaft während Liu eher eine Marktwirtschaft anstrebte. Nur die strategischen Schlüsselpositionen sollten streng geplant werden.

Vorgeschichte der Kulturrevolution[Bearbeiten]

Mao und Deng in Moskau, 1957

In der ersten Hälfte der fünfziger Jahre wurde das alte feudalistische China in ein sozialistisches umgebaut. Industrie und Handwerksbetriebe wurden schrittweise verstaatlicht. Nun war die Frage wie weiter vorangegangen werden sollte.

Ab 1956 begann Mao das sozialistische Aufbaumodell der Sowjetunion zu kritisieren und wurde immer unzufriedener mit der Arbeit des Parteikomitees der „ersten Front“ (besonders Liu und Deng). Mao wollte ein Übergreifen des sowjetischen Musters der „friedlichen Evolution“ mit dem Ende des Klassenkampfes auf China verhindern. Im Herbst 1957 verkündete Mao während des 3. Plenums des 8. Zentralkomitees der KPCh: „Der Widerspruch zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie, zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistischen Weg, ist derzeit zweifellos der Hauptwiderspruch in der Gesellschaft unseres Landes.“

Im Jahr 1957 wurde im Anschluss an die Kampagne „Laßt 100 Blumen blühen“ der „Kampf gegen den rechten Flügel“ gestartet. Im Rahmen dieser Kampagne wurden über 500.000 Menschen dem Rechten Flügel zugeordnet, zu dem es antagonistische, unversöhnliche Widersprüche gäbe.

Nach der Katastrophe des Großen Sprungs nach vorn wurde die politische Linie um den Staatspräsidenten Liu Shoaqi vorherrschend. Liu schaffte mit seiner Politik das dringend gebrauchte Wirtschaftswachstum. Die Schaffung eines neuen Menschen mit sozialistischem Bewusstsein, wie es Mao wünschte, geriet ins Hintertreffen. Mao blieb jedoch oberster politischer Führer innerhalb der Partei mit hoher ideologischer Autorität. Seine Auffassungen zum Sozialismus stellten gleichzeitig die Parteilinie dar, auch wenn die Tagespolitik dann deutlich anders verlief. Mao befürchtete nun, dass die chinesische sozialistische Revolution am Ende nichts anderes bewirken würde, als die alte Klasse der Grundbesitzer und der städtischen Bourgeoisie durch eine neue Ausbeuterklasse zu ersetzen, die Funktionäre der kommunistischen Partei- und Verwaltungsbürokratie. Mao strebte eine Gesellschaft geringer Arbeitsteilung, Autarkie, vereinheitlichten Einkommen mit einer Überbrückung der gesellschaftlichen Unterschiede an. Es war eine Variante des Versuchs Maos, im „Großen Sprung nach vorn“ Volkskommunen aufzubauen.

Um den revolutionären Elan neu zu entfachen, setzte Mao auf Massenkampagnen. So wurden im Jahr 1962 die Kampagnen zur „sozialistischen Erziehung“, zur „Erziehung von Millionen Nachfolgern der proletarischen Revolution“ und zum „Lernen von der Volksbefreiungsarmee“ gestartet.

1962 machte Mao die Gegner der sozialistischen Gesellschaft in der Kommunistischen Partei selbst aus, indem er diejenigen Parteifunktionäre kritisierte, die den „kapitalistischen“ Weg gehen wollten. Er prangerte die Staats- und Parteibürokratie als eine neue Klasse an, die sich von den normalen Bürgern durch die von der Partei verliehenen Privilegien – nach genauen Rangunterschieden klassifiziert – unterschied. Mit seiner Kritik an den „privilegierten Funktionären“ bekam Mao auch innerhalb der Partei Zustimmung. Auf dem 10. Plenum des 8. Zentralkomitees der KPCh im September 1962 wurden die Auffassungen Maos zum Klassenkampf von der Partei angenommen. Sie besagten, dass der Klassenkampf während des gesamten Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus vorherrschte. Die sozialistische Erziehung müsste deshalb unter dem Leitgedanken der Ausweitung des Klassengedankens erfolgen.

Auf der Tagung des Zentralkomitees der KPCh im Februar 1963 wurde wieder beklagt, dass innerhalb der KPCh eine „privilegierte Schicht“ und eine „bürokratische Klasse“ herrschten. Leitende Kader wurden als „kapitalistische Elemente“ bezeichnet und Mao gab die Parole aus: „Mit dem Klassenkampf jede Aufgabe meistern“.

Im Juli 1964 wurde auf Wunsch Mao Zedongs ein kleines Komitee, die so genannte Fünfergruppe, ins Leben gerufen, welches eine Kulturrevolution vorbereiten sollte. Diesem Komitee gehörten Peng Zhen (Bürgermeister von Peking, Mitglied des Parteisekretariats), Lu Dingyi (Propagandachef der Partei), Kang Sheng (Stellvertretender Parteisekretär), Zhou Yang (stellvertretender Propagandachef) und Wu Lengxi (Chef der Nachrichtenagentur Xinhua) an. Unter diesen fünf Personen kann jedoch nur einer (Kang Sheng) als enger Verbündeter Maos gewertet werden und die Vorstellungen von einer Kulturrevolution waren sehr unklar und unterschiedlich. Politikern wie Peng Zhen schwebte unter Kulturrevolution eher eine Überprüfung der Verwaltung und Partei auf Korruption und Vetternwirtschaft unter Leitung der KPCh und keine Massenbewegung vor.

1965 gaben Mao und das Zentralkomitee der KPCh eine kritische Bewertung der Lage des Landes ab. Demnach würde sich bereits ein Drittel der politischen Macht nicht mehr in den Händen der KPCh befinden, Marxisten und Arbeiter hätten ihren Einfluss in den Führungsebenen der Betriebe verloren, Schulen würden von Bourgeoisie und Intellektuellen kontrolliert und Gelehrten- und Künstlerkreise würden sich am Rande des Revisionismus bewegen. Im Land würden „arbeiterblutsaugende“ Bürokratenklassen und in der Partei „Machthaber, die den kapitalistischen Weg eingeschlagen haben“ herrschen. Während also die Regierung unter Liu ihre markt- und leistungsorientierte Wirtschaftspolitik weiterbetrieb, brachte Mao, der legendäre Parteiführer und Subjekt des Personenkults, die Bevölkerung gegen wesentliche Teile der kommunistischen Partei in Stellung.

In der Tat hatte Mao für seinen Aufruf zum neuen Klassenkampf der Volksmassen gegen seine Unterdrücker starke Argumente. Zu Beginn der Volksrepublik waren auf dem Land die Klassenverhältnisse auf den Kopf gestellt worden. Die neue tonangebende Klasse waren die "Armen Bauern". Dahinter kamen die "Mittleren Bauern". Nur diese beiden Klassen hatten auf dem Dorf Mitspracherecht. Den ehemaligen "Reichen Bauern" wurden meist schlechtere Böden zugeteilt, während die ehemaligen größeren Grundbesitzer froh sein konnten, wenn sie mit schlechten Böden überhaupt überleben durften. Auf jeden Fall waren sie als schwarze Elemente stigmatisiert.

Wenn Mao nun die Situation um Mitte der 60 Jahre mit der zu Beginn der Existenz der Volksrepublik verglich, so sah er, dass die Klassenverhältnisse sich wieder umgedreht hatten. Es war eine neue Schicht reicher Bauern und reicher Händler entstanden. Nicht nur, dass die Erträge guter Leistung beim Einzelnen verbleiben konnten, gute Leistung wurde staatlicherseits auch noch kräftig unterstützt. Familien, die in der Lage waren, ihre Produktion zu erhöhen, wurden durch zusätzliche staatliche Lieferungen und erweiterte Kreditchancen belohnt. Darüber hinaus wurde die privat bewirtschaftete Fläche weit über die eigentlich vorgegebenen 5 % ausgeweitet. Eine erfolgreiche Familie konnte ihre bewirtschaftete Fläche erhöhen, arme Bauern als Landarbeiter einstellen und das eine oder andere Familienmitglied ging in den Zwischenhandel, um die eigenen und die Produkte anderer Bauern des Dorfes auf den freien Märkten zu vermarkten. Unterstützt wurden die reichen Bauern und Händler von den lokalen Kadern, die, gegen "angemessene Abgaben", weitere Unterstützung durch Staat und Verwaltung anboten. Mao sprach von einer Korrumpierung der lokalen Kader durch die ländliche Bourgeoisie. Die Kader konnten ausnützen, dass es in der noch jungen Volksrepublik noch kaum Verordnungen oder Gesetze gab, nach denen sie sich hätten richten müssen. Es lag noch viel Wahrheit im Spruch des alten Kaiserreiches, dass des Kaisers Macht an der Dorfhecke ende. Was vom Kader erwartet wurde, war die Akzeptanz durch seinen direkten Chef und wirtschaftlicher Erfolg. Darüber hinaus konnte er sich als der neue Dorfkaiser aufspielen.

Am Vorabend der Kulturrevolution waren lokale Partei, verwaltende Kader und der wohlhabend gewordene Teil der Bauernschaft zu einer engen Interessengemeinschaft zusammengerückt, die sich von der übrigen Bauernschaft abgesetzt hatte, sich gegenseitig Vorteile verschaffte und das Land beherrschte.

Mao, der betonte, dass sich bisher alle Bauernerhebungen in der chinesischen Vergangenheit an der bürokratischen Tradition der langen chinesischen Geschichte gebrochen hatten, hatte nie den Optimismus anderer chinesischen Politiker geteilt, dass mit der Ausschaltung der reichen Grundbesitzer und der Machtübernahme einer Kommunistischen Regierung das Problem des Klassenkampfes erledigt sei. Mao betrachtete es als nur normal, dass nach 15 Jahren ohne Klassenkampf sich eine neue herrschende Klasse herausgebildet habe und forderte, dass die Volksmassen dieser neu etablierten Klassenstruktur entgegentreten müssten, solange noch Zeit war, auch wenn Mitglieder dieser neuen herrschenden Klasse Funktionäre der Kommunistischen Partei seien. Im Gegenteil, gerade weil wesentliche Teile der kommunistischen Kader Teil der neuen Ausbeuterschicht seien, könne die Partei alleine den Klassenkampf nicht mehr führen. Ohne neuen Klassenkampf der Volksmassen, so Mao, würde China langsam aber sicher wieder in die alte Klassen- und Ausbeuterstruktur seiner langen Geschichte zurückkehren. [7]

Im September 1965 stellte Mao den Antrag, den Klassenkampf wieder zu verschärfen. Dieser Antrag wurde vom Politbüro zurückgewiesen. Mao erkannte, dass er aktuell in Peking keine weitere Möglichkeiten gegen die innerparteiliche Opposition um Liu Shaoqi, Deng Xiaoping und das Pekinger Stadtkomitee unter Peng Zhen besaß. Mao reiste daraufhin nach Shanghai, Süd- und Ostchina und startete mit der Unterstützung des Shanghaier Stadtkomitees eine publizistische Kampagne gegen die intellektuelle Opposition. Mao wollte ein Klima schaffen, bei welchem er die Mehrheit des Politbüros, die ihn zwar als Politiker mit großen Verdiensten ehrte, die aber den Kurs der „Regulierten Marktwirtschaft“ Lius nicht gegen neue Massenkampagnen eintauschen wollte, hinter sich bekam. Daher griff Mao zunächst nicht Liu direkt an, sondern verwies auf eine, nach seinen Worten, neu entstandene Ausbeuterklasse, die es zu beseitigen gelte.

Beginn[Bearbeiten]

Deutsche Ausgabe der Mao-Bibel von 1972

Mao weicht nach Shanghai aus[Bearbeiten]

Vor der Kulturrevolution war Mao machtpolitisch sehr geschwächt. Im Politbüro hatte er mit seinen Ansichten keine Mehrheit und die lokale Parteiführung in Peking hatte ihn in Peking kaltgestellt. So wurden seine Aufsätze und Aufrufe zwar in Shanghai und in der Armeezeitung gedruckt, nicht jedoch in den Medien von Peking. Mao hatte deswegen Peking verlassen und hielt sich vornehmlich in Südchina auf. Trotz dieser Kaltstellung durch den Staatsapparat war Mao nach wie vor das Objekt des Personenkultes, dies wurde besonders durch Lin Biao immer weiter getrieben, und Mao wurde dadurch, als Führungsfigur des neuen Chinas, von der breiten Masse der Bevölkerung und auch von wesentlichen Teilen der Partei weiterhin verehrt.

Mao gewinnt die Macht in Peking zurück[Bearbeiten]

Maos Strategie des Sturzes der bisherigen Machthaber bestand aus drei Teilen. Zuerst wurde die Gefahr der Konterrevolution heraufbeschworen, mit wesentlichen Politikern Pekings als besonders gefährlichen Gestalten. Nach dem Ausstreuen von Putschplänen dieser gefährlichen Gestalten griff das Militär ein und besetzte Peking. Das Militär, mit dem Mao treu ergebenen Lin Biao als Kommandierendem, übernahm die Funktion der Ordnungsmacht. Mit Hilfe der Militärs konnten dann erstens die Massenmedien in Maos Sinn gleichgeschaltet werden, in denen weiterhin von schlimmen Putschplänen "rechter Elemente" berichtet wurde. Mao, die Person des Personenkultes, brachte seine späteren Roten Garden in Position und konnte mit dem Militär und den Roten Garden seine Kritiker entweder einschüchtern oder gleich gefangen setzten. Auf diese Weise kamen von den 173 ZK-Mitgliedern im August 1966 nur 80 zur Plenartagung des Zentralkomitees. Die Plätze der nicht Anwesenden ZK-Mitgliedern ließ Mao mit jungen Rebellen auffüllen. Mao hatte das ihm genehme Zentralkomitee im von seinen Militärs beherrschten Peking. Die Vorkommnisse bis zur Einberufung des Zentralkomitees im August 1966 werden im Folgenden genauer dargestellt.

Maos erster Schritt war die Kritik an Wu Han, dem Vize-Bürgermeister von Peking. Wu Han war einer der hohen Funktionäre Pekings die die politischen Aktivitäten Maos in Peking abblockten. Mao sprach vom "Unabhängigen Königreich Peking", das so dicht sei, dass kein Nebel, kein Wassertropfen durchdringen könne. Wu Han war früher Hochschulprofessor und hatte sich als Verfasser zweier historischer Theaterstücke einen Namen gemacht. Im Jahr 1961 wurde sein Stück "Hai Rui wird seines Amtes enthoben" uraufgeführt. Anhand dieses Stücks sollte nun Wu Han, der Pekinger Vize-Bürgermeister, öffentlich vorgeführt und gestürzt werden.

Am 10. November wurde Wu Han in der Shanghaier Zeitung "Wenhui Bao" scharf angegriffen. Offiziell fungierte der Redakteur Yao Wenyuan als Autor, der Artikel war jedoch von Mao persönlich. Wu Han wurden schwere ideologische Fehler vorgeworfen. Wu Han idealisiere eine feudale Persönlichkeit und ignoriere den Klassenkampf des Volkes gegen die Herrschenden. Ende Dezember wurde der Kommentar auch in der Pekinger Zeitung "Beijing Ribao", der Armeezeitung "Jiefangjun Bao" und der "Volkszeitung" gedruckt. Nach Ansicht der Herrschenden in Peking — Liu Shaoqi, Deng Xiaoping und Peng Zhen — sollte die gesamte Auseinandersetzung auf dem Kultursektor als rein akademische Debatte, als eine Variante des "Wettstreits der hundert Schulen" verstanden werden. Mao ging es jedoch um etwas ganz anderes. Der politische Gegner sollte persönlich diskreditiert und die Gefahr der Konterrevolution an die Wand gemalt werden. Es war der erste Schritt zur Vorbereitung Maos Machtübernahme mit Hilfe des Militärs.

Neben dem öffentlichen Theaterdonner um Wu Han vollzog sich ein zentrales Ereignis eher im Verborgenen. Luo Ruiqing, der Generalsekretär der Militärkommission, wurde entmachtet. Luo Ruiqing war ein enger Vertrauter Dengs und als Gegengewicht zu Lin Biao, dem Vertreter der Linken um Mao, eingesetzt. Anfang Dezember 1965 wurde er zu einer Sitzung nach Shanghai berufen. Am 8. Dezember traf Luo in Shanghai ein, wurde sofort von Lin Biao verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Es dauerte sieben Tage, bis Luo die ihm vorgegebene "Selbstkritik" unterschrieb. Luo wurde als "Konterrevolutionär" aller seiner Ämter enthoben, Lin Biao als Vertreter Maos hatte niemand mehr neben sich. Mao hatte das Militär in der Hand.

Im Februar 1966 wurde das Gerücht in die Welt gesetzt, Peng Zhen, Lu Dingyi und weitere Funktionäre hätten einen Staatsstreich gegen Mao geplant. Deshalb hätten die Pekinger Autoritäten das Pekinger Militär in Alarmbereitschaft gesetzt. Verteidigungsminister Lin Biao behauptete sogar, Deng Xiaoping selbst sei in die Verschwörung verwickelt und sprach von der Februar-Meuterei. Die Rotgardisten traten auf und forderten die Todesstrafe für die angeblichen Putschisten. Scheinbar beschwichtigend goss Mao noch Öl ins Feuer. "Liu Shaoqi und Deng Xiaoping haben stets öffentlich und nicht geheim gearbeitet. Sie unterscheiden sich von Peng Zhen."

Im März 1966 war es dann so weit. Angeblich zur Sicherung des Staatswesens marschierten 33000 Mann der 38. Armee in Peking ein. Die Militärführung übernahm als "Schutzmacht" die Kontrolle über das Staatswesen, die Pekinger Stadtführung war entmachtet. Mao ließ die Massenmedien gleichschalten und den Oppositionellen wurden persönliche Konsequenzen angedroht. Die politischen Gewichte hatten sich umgedreht, die politischen Gegner Maos konnten die Öffentlichkeit nicht mehr erreichen und waren hilflos den öffentlichen Angriffen Maos ausgeliefert.[8]

Entfernung der Kritiker Maos aus dem Politbüro[Bearbeiten]

Mao ging im Mai 1966 zum offenen Angriff über. Auf der „Erweiterten Tagung des Politbüros“ wurden gleich vier Politbüro- und sieben der dreizehn Sekretariatsmitglieder, die alle dem liuistischen Flügel angehörten, entlassen. Unter ihnen befanden sich der Bürgermeister von Peking Peng Zhen und der Generalstabschef der Volksbefreiungsarmee Luo Ruiqing, der Rivale von Lin Biao. Mao hatte sich ein ihm genehmes Politbüro wählen lassen. Auf der einen Seite war der Nimbus Maos auf der anderen die Drohung mit persönlichen Konsequenzen.

Auf der gleichen Tagung wurde die „Gruppe für die Kulturrevolution beim ZK“ unter der Leitung der Maoisten Jiang Qing, Chen Boda, Zhang Chunqiao und Kang Sheng gegründet und das alte Revolutionskomitee abgeschafft.

In der vom Politbüro veröffentlichten „Mitteilung des 16. Mai“ wurde Bilanz gezogen. Es wurde behauptet, dass die Leitung in den verschiedensten Bereichen, wie Wissenschaft, Bildung, Literatur, Kunst sowie Nachrichten und Publikationswesen nicht mehr in den Händen der proletarischen Klasse liege. Die Mitglieder der intellektuellen Opposition wurden zu einem „Haufen antikommunistischer, volksfeindlicher Konterrevolutionäre“ erklärt, mit denen man einen „Kampf auf Leben und Tod“ führen müsse. Die „Vertreter des Kapitals“ hätten sich in die Partei, die Regierung und in die Armee eingeschlichen und dort eine Fraktion von Machthabern innerhalb der Partei gebildet, die den kapitalistischen Weg gingen. Sie hätten Zeitungen, Rundfunksendungen, Zeitschriften, Bücher, Lehrmaterial, Reden, literarische Werke, Filme, Opern, Schauspiele, Kunst, Musik und Tanz mit ihrem kapitalistischen Gedankengut verseucht, weshalb man solche kapitalistischen Gedanken in allen Bereichen des geistigen und politischen Lebens entlarven und vernichten müsse. In der ersten Periode waren die Opfer der Kulturrevolution vorwiegend Intellektuelle.

Des Weiteren wurde festgestellt, dass ein großer Teil der leitenden Kader in sämtlichen Verwaltungsebenen kapitalistische Interessen vertrete und gegen Partei und Sozialismus handeln würden. Sie wurden zu konterrevolutionären revisionistischen Elementen deklariert.

Aufrufe der Partei zu Massenbewegungen waren in China die Form, die politische Linie der Partei darzustellen. Mit den „Mitteilungen des 16. Mai“ rief Mao die Bevölkerung zur Aufdeckung und Ausmerzung von Missständen innerhalb von Partei und Gesellschaft auf. Anschließend sollten dann echte proletarische Nachfolgeorganisationen aufgebaut werden.

Diese Ausweitung des Klassenkampfes rief einerseits Angst und Ablehnung hervor, viele junge Menschen folgten jedoch diesem Aufruf zur sozialistischen Revolution im Bereich des politischen Überbaus Chinas, dem Aufruf zur Kulturrevolution.

Über diese durch die Machtkonzentration bei und den Personenkult um Mao geprägte Zeit erklärte Deng Xiaoping später: „Die Struktur ist der entscheidende Faktor. Die damalige Struktur war einfach so. Zu jener Zeit wurden die Verdienste einer einzigen Person zugesprochen. Bei einigen Themen hatten wir tatsächlich nicht widersprochen und sollten daher einen Teil der Verantwortung tragen. [...] Natürlich konnten wir uns unter den damaligen Bedingungen in Wahrheit nur schwer widersetzen.“[9]

Degradierung von Liu Shaoqi im Zentralkomitee[Bearbeiten]

Liu Shaoqi

Obwohl es zwischen den führenden Politikern stets Meinungsverschiedenheiten gab, wurde der Bevölkerung wie auch den Parteimitgliedern bis 1966 ein Bild der friedlichen und konfliktfreien KPCh dargestellt. Als Mao den ideologischen Streit mit Liu an die Öffentlichkeit brachte, hatte Liu dem nichts entgegenzusetzen. Mao beherrschte die Medien. Liu hatte keine Möglichkeit, in den Medien oder vor der Bevölkerung seine Meinung darzustellen oder sich zu verteidigen. Mao hingegen konnte stets seine neuen Weisungen veröffentlichen, wie Liu zu bekämpfen sei. Schließlich wurde Liu von den Parteimitgliedern wie auch der Bevölkerung als der „den kapitalistischen Weg gehende oberste Parteimachthaber“ beschimpft.

Anfang Juli 1966 berief Liu das Zentralkomitee zu einer Sitzung nach Peking ein. Die Sitzung wurde jedoch durch das Militär verhindert. Am 18. und 19. Juli riegelten Soldaten die Gebäude des ZK der KPCh und den Wohnbezirk der Mitglieder der Führungsspitze ab. Zwei Wochen später rief Mao das 11. Plenum der Zentralkomitees ein. Viele reguläre Mitglieder wurden zu diesem Zeitpunkt bereits verfolgt und konnten an den Sitzungen nicht mehr teilnehmen, so dass von den 173 Mitgliedern des Zentralkomitees nur 80 anwesend waren. Die freien Plätze wurden daraufhin durch junge Rebellen belegt.

Im neu gewählten Politbüro sank Liu Shaoqi in der Hierarchie vom 2. auf den 8. Rang. Die neue Nummer zwei wurde der Verteidigungsminister Lin Biao. Im neuen ständigen Ausschuss hatten die Maoisten nun 9 der 11 Sitze. Der Richtungsstreit zwischen den Liu Shaoqi und Mao war damit entschieden.

Im August 1966 schrieb Mao selbst eine Wandzeitung mit dem Titel „Das bürgerliche Hauptquartier bombardieren“, in dem er sich direkt gegen Liu Shaoqi und Deng Xiaoping wandte.

Erste Phase[Bearbeiten]

Von den Initiatoren der Kulturrevolution wurde betont, dass der beginnende Aufruhr unter den Schülern und Studenten spontan, ohne Einwirkung von außen eingetreten wäre. Nach heutiger Sichtweise ist dies jedoch höchst unwahrscheinlich. Dass Schüler sich von sich aus, ohne Anleitung maßgeblicher Kräfte von außen, organisiert und gegen ihre Lehrer erhoben hätten, ist für das damalige China nicht vorstellbar. Heute nimmt man an, dass das Kulturrevolutionskomitee die entsprechenden Leute in die Schulen und Universitäten schickte, um die Schüler und Studenten gemäß der neuen politischen Linie, den Vorgaben des kultisch verehrten Mao, zu aktivieren und zu organisieren.

Aufruhr in den Schulen und Universitäten Pekings[Bearbeiten]

Am 25. Mai 1966 erschien die erste Wandzeitung (大字报, dàzibào, wörtl. „Große-Zeichen-Plakat“) an der Peking-Universität. Dieses Plakat wurde von Nie Yuanzi geschrieben, der Parteisekretärin des Philosophieinstituts. Dazu wurde sie von Kang Sheng ermuntert, einem Mitglied der Gruppe für die Kulturrevolution beim ZK. Sie beschuldigte den Rektor der Universität, Lu Ping, und einige seiner Kollegen, die Kulturrevolution zu sabotieren. Am 1. Juni wurde der Inhalt des Plakats in einer von Mao persönlich modifizierten Form im Radio und am 2. Juni im Parteiorgan Renmin Ribao veröffentlicht. Das Plakat forderte unter anderem, „die große rote Flagge des Mao-Zedong-Denkens hochzuhalten, sich um die Partei und Vorsitzenden Mao zu vereinen und (…) alle Subversionspläne der Revisionisten zu zerstören“.

An den 55 höheren Bildungseinrichtungen in Peking formierten sich daraufhin Gruppen aus Gymnasialschülern und Studenten. Plakate ähnlich dem von Nie Yuanzi erschienen an allen Schulen der Stadt. Eines dieser Plakate wurde mit „Rote Garde“ unterzeichnet. Der Name wurde später überall populär, obwohl sich in der Anfangsphase der Kulturrevolution Rebellengruppen mit allen möglichen Namen bildeten. Diese Gruppen waren keineswegs homogen. Die Gründe, warum sich Schüler den Gruppen anschlossen, reichten vom Glauben an die von Mao propagierten revolutionären Ideale über akademische oder soziale Interessen bis hin zur einfachen "Lust zur Rebellion" gegen ungeliebte Lehrer.

An die Pekinger Universität strömten sechstausend Studenten und Lehrer zurück, die im letzten Jahr auf das Land zwangsverschickt wurden und beschrieben ihre deprimierende Situation. Die Universität verwandelte sich in einen Politjahrmarkt mit dutzenden verschiedenen Gruppen.

Die Parteiführung um Liu Shaoqi versuchte, den Aufruhr in geordnete Bahnen zu lenken und vor allem vor der Öffentlichkeit zu verbergen, und entsandte ab dem 5. Juni Parteigruppen zu den Roten Garden, um mit ihnen zu arbeiten. Das vorrangige Ziel war es, den Parteiapparat und dessen privilegierte Mitglieder, die Mao angreifen wollten, vor den Roten Garden zu schützen. Auch sollten die Rebellengruppen voneinander isoliert werden, was jedoch nicht gelang. Die Arbeitsgruppen der Partei waren freilich bei den Rebellen sehr unbeliebt und wurden aus einigen Pekinger Universitäten nur wenige Tage später schon wieder vertrieben. Trotzdem wurden die Energien auf Intellektuelle und Kommilitonen mit schlechtem Klassenhintergrund gelenkt. Am 18. Juni wurden bei der ersten „Kampf- und Kritiksitzung“ etwa 60 höhere Universitätslehrer durch Schläge, Fußtritte und andere physische Gewalt gedemütigt und dann mit großen Postern durch die Straßen getrieben. Diese Aktion wurde durch die Partei-Arbeitsgruppen bald beendet und sowohl durch die Mao-Fraktion als auch durch die Liu-Fraktion innerhalb der Partei verurteilt. Im ganzen Land begann eine Hatz auf die vermeintlichen Feinde der Entwicklung der arbeitenden Klasse. Angesichts der Rebellion an den Universitäten und Schulen wurden am 18. Juni die Aufnahmeprüfungen für die Universitäten ausgesetzt.

Jene Studenten, die offiziell aus „revolutionären“ Verhältnissen stammten, also in der existierenden Gesellschaft privilegiert waren, waren plötzlich an der Erhaltung des existierenden Systems interessiert und deshalb zu konservativen Kräften in der Kulturrevolution geworden. Demgegenüber wurden Studenten mit weniger Privilegien, weil sie z. B. einer früheren Landbesitzerfamilie entstammen, häufig sehr radikal, weil sie sich davon einige Vorteile für ihr späteres Vorankommen versprachen.

Zeit der Roten Garden[Bearbeiten]

Beschädigter Fries, Suzhou

Die Ereignisse vor der Kulturrevolution, wie die Erziehung zum Klassenkampf, die Verherrlichung eines revolutionären Ideals, der Personenkult um Mao, die Atmosphäre an den Schulen und Hochschulen sowie der Glaube, an einer entscheidenden Aktion für die Weltgeschichte mitzuarbeiten, machten viele Schüler und Studenten empfänglich für die Aufrufe zur Revolution und zur Errichtung einer "neuen Welt". So konnte am 29. Mai 1966 an der Qinghua-Universität die erste Gruppe der Roten Garden gebildet werden, die sich danach schnell ausbreiteten. In einem Brief an die Roten Garden des Gymnasiums der Qinghua-Universität schrieb Mao, dass es „gerechtfertigt ist, gegen die reaktionären Elemente zu rebellieren“ und dass er die Bewegung unterstütze. Der Brief wurde sofort publiziert. Rote Garden bildeten sich daraufhin im ganzen Land. Dies wird als Geburtsstunde der Roten Garden angesehen. Der „Eid der Roten Garden“ lautete:

„Wir, die Roten Garden, treten für die Verteidigung der roten Staatsführung ein. Die Partei und der Vorsitzende Mao sind unsere Beschützer. Die Befreiung der gesamten Menschheit ist unsere unabweisliche Pflicht. Die Mao-Zedong-Ideen sind unsere obersten Anweisungen. Wir schwören, dass wir fest entschlossen sind, für den Schutz der Partei und des großen Führers Mao Zedong unsere letzten Tropfen Blut zu vergießen.“[10]

Das Motiv für die Bewegung der Roten Garden lag anfänglich primär in der „Zerstörung der vier Relikte“ (die sogenannten alten Gedanken, alte Kultur, alte Gebräuche und alte Gewohnheiten), doch weiteten sie ihre Aktionen schnell aus. Aufgrund der Anfeuerung durch Lin Biao und Maos Frau Jiang Qing gingen die Roten Garden im ganzen Land in die Öffentlichkeit, um Wandzeitungen anzukleben, Flugblätter zu verteilen und Reden zu halten. Das Militär half bei Transport, Unterbringung und Verpflegung, die Benutzung der Bahn war für die Roten Garden kostenlos, zu den Großereignissen gab es Sonderfahrten und der Staat gab den Roten Garden Zuschüsse für den Lebensunterhalt. Die von den Roten Garden als Klassenfeinde deklarierten Personen wurden bekämpft, verprügelt, verhöhnt und ihr Eigentum beschlagnahmt. Gegenstände, die die Roten Garden als feudalistisch, kapitalistisch oder revisionistisch betrachteten, wurden zerstört. Bis Ende September 1966 wurden in Peking über 30.000 Haushalte von den Roten Garden durchsucht und von Büchern, Bildern, unproletarischer Kleidung, von falschem Geschirr oder auch von Lippenstift „gesäubert“.

Solche Besuche konnten aber auch noch ganz anders ablaufen. Jung Chang berichtet in ihrem Buch „Wilde Schwäne“, wie ihre Gruppe der Roten Garden eine Frau aufsuchte, der eine Nachbarin angehängt hatte, sie habe ein Porträt des Antikommunisten und ehemaligen Militärdiktators Chiang Kai-sheks in der Wohnung. Über das „Verhör“ schreibt Frau Jung Chang: "Dann sah ich die beschuldigte Frau. Sie war um die vierzig und kniete nackt bis zur Taille. ... Auf ihrem Rücken war das Fleisch aufgeplatzt, sie war mit Wunden und Blutflecken übersät. ... Ich konnte den Anblick nicht ertragen und wandte mich schnell ab. Doch noch mehr erschrak ich, als ich sah, wer sie folterte – ein fünfzehnjähriger Junge aus meiner Schule, den ich bisher recht gut hatte leiden können. Er lümmelte in einem Sessel, in der rechten Hand hielt er einen Ledergürtel und spielte nachlässig mit der Messingschnalle. „Sag die Wahrheit, sonst schlage ich dich nochmal“, drohte er in einem Tonfall, in dem er auch hätte sagen können: „Es ist recht gemütlich hier.“" Jung Changs Interpretation dieser Vorgänge ist, dass die Generation der Roten Garden nach dem Grundsatz erzogen wurde, Recht und Unrecht nach den Prinzipien des Klassenkampfes zu beurteilen und mit dem Klassenfeind gnadenlos zu sein.[11]

Die Aussage Maos „mit Chaos auf Erden erreicht man Ordnung im Land“ veranlasste die Roten Garden, ihren Kampfeinsatz noch radikaler zu gestalten. Die Roten Garden duldeten keine abweichende Meinung. Dabei machten sie oft nicht einmal vor den eigenen Familien halt. Die ständig wiederholte Parole „Die Liebe zu Mutter und Vater gleicht nicht der Liebe zu Mao Zedong“ veranlasste zahllose Rotgardisten, ihre Eltern als „Konterrevolutionäre“ zu denunzieren – wie überhaupt die Kulturrevolution eine Hochzeit der Denunziation war.[12]

Da jedoch nicht festgelegt war, wer zu bekämpfen und welche Meinung die falsche war, bildeten sich innerhalb der Roten Garden schnell Fraktionen, die sich gegenseitig verprügelten.

Mao Zedong traf das erste Mal mit den Roten Garden am 18. August 1966 auf dem Tiananmen-Platz zusammen. Seitdem empfing er bis Ende November insgesamt achtmal über 11 Millionen Lehrkräfte, Studenten sowie Mittelschüler aus dem ganzen Land. Der Aufmarsch der Millionen Rotgardisten im Herbst 1966 täuschte jedoch darüber hinweg, dass die Rotgardistenbewegung sich aufspaltete und ihre aufrührerische Kraft zusehends verlor. Die Bewegung ging ursprünglich von den Pekinger Universitäten aus und die Studenten kamen, bedingt durch die schweren Eingangsprüfungen, bevorzugt aus der städtischen Mittelschicht und gehobenen Kaderfamilien. Die Studenten ließen sich durch Mao kurzzeitig aufputschen, sie vergaßen aber nicht, dass sie eigentlich im existierenden System Karriere machen wollten und als Studenten an der Pekinger Universität hatten sie dazu die besten Startbedingungen. Nach außen radikal knüpften ihre Vertreter bald Kontakte zur Universitätsführung, angeblich um die Universitätsführung zu kontrollieren. Gegen Jahresende sind Ausgleich und Kompromiss zwischen den Vertretern der Studenten und den alten Autoritäten soweit gediehen, dass der Begriff "Rotgardist" keinen revolutionären Inhalt mehr hatte. Anders sah es bei jenen aus, die nach ihrer Zwangsverschickung aufs Land zurück nach Peking gekommen waren. Für sie drohte nach der Beendigung des Aufruhrs eine erneute Abschiebung aufs Land. Der Aufruhr wurde ab dem Herbst 1966 von einer anderen Gruppe weitergetragen und ausgeweitet, es begann die Zeit der "Revolutionären Rebellen".

Widerstand der Partei[Bearbeiten]

Mao hatte ab März 1966 mit Hilfe des Militärs eine Bastion seiner parteiinternen Gegner in Peking nach der anderen geschleift. Im August 1966 hatte er seinen direkten Widersacher Liu Shaoqi entmachtet und auf den Pekinger Strassen wüteten ungestört die Roten Garden und machten "Revisionisten" das Leben schwer. Viele Kader wurden beschimpft, öffentlich gedemütigt oder gar geschlagen.

Doch trotz des scheinbaren Triumphs Maos gegen Kader, die "auf dem falschen Weg gehen", sah außerhalb Pekings die Sache anders aus. Die Regionen hatten seit der großen Dezentralisierung Ende der fünfziger Jahre einen beträchtlichen Zuwachs an Kompetenzen erhalten, die die Provinzgouverneure nun ausspielten. Schon auf dem Elften Plenum im August 1966 schwante Mao Ungemach als er sagte: "Jetzt stimmen sie zu, aber was werden sie tun, wenn sie einmal zurückgekehrt sind?"

Sechuan mit seinen 100 Millionen Einwohner entzog sich konsequent dem maoistischen Einfluss. Aktionen der Linkskräfte werden sofort unterbunden und Verstärkungen, die Jiang Qing herbeischaffen wollte, wurden an den Bahnhöfen abgefangen und verhaftet. Andere Provinzen folgten. In der Regel hatten die lokalen Parteioberen überhaupt kein Interesse an Aufruhr und "Kulturrevolution". Aufrufe der Pekinger Zentrale wurden einfach nicht weitergegeben. Im September und Oktober 1966 schwärmten Rote Garden als Sendboten in die Provinzen, um vor allem den unteren Kadern die neue politische Linie des Aufstandes gegen "kapitalistenfreundliche Elemente" nahezubringen.

Die Anstachelung der Roten Garden verfehlte jedoch meist ihr Ziel. Der Polizei- und Zwangsapparat stand hinter den Parteiautoritäten, die Militärkommandanten wollten von Aufruhr auch meist nichts wissen und die Roten Garden wurden in der fremden Umgebung nicht heimisch. Zudem gab es über jeden Kader eine ausführliche Personalakte und bei den vielen politischen Schwenks hätte es bei jedem Äußerungen gegeben, mit denen man ihn als "kapitalistenfreundliches Element" in einem öffentlichen Schauprozess hätte vorführen können. Mao konnte viel über diese "unabhängigen Reiche" schimpfen, in die Provinzen kam er mit den Roten Garden und die unteren lokalen Kader gegen die lokale Führung nicht hinein. Um die Roten Garden versammelten sich aber zunehmend "Verlierer" der aktuellen liuistischen Ordnung. Es entstand ein neues Potential für den Aufruhr. Die Zeit der Revolutionären Rebellen begann.

Revolutionäre Rebellen[Bearbeiten]

An die Stelle der Studenten, die bei allem Aufruhr eben doch nicht an einem Umsturz, sondern an ihrer Karriere bastelten, traten im Lauf des Jahres 1966 andere Gruppen, die auf der Verliererseite der Entwicklung der letzten Jahre standen.

Dies waren zum einen die „Arbeitsdienstleister“, meist junge Chinesen, die von den Städten auf das Land zwangsumgesiedelt wurden. Der Hintergrund war das Problem, dass die von den Bauern zu versorgende Stadtbevölkerung seit Gründung der Volksrepublik schnell anwuchs, schneller als die Beschäftigungsmöglichkeiten. Ab Anfang der sechziger Jahre ging man dazu über, Arbeiter wie auch Schulabgänger, die keine Anstellung finden konnten, auf das Land zwangsumzusiedeln. Dies wurde durch das Sprichwort dargestellt: „Die Besten gehen ins Studium, die Guten in Fabrik oder Büro, der Rest ist Ausschuss und wird aufs Land abgeschoben.“ Für die Betroffenen war das eine schlimme Sache, denn auf dem Land lebten sie meist von der Umgebung isoliert, von den Bauern wurden sie oft als arrogante Städter wenig geachtet und die lokalen Kader befürchteten durch sie Konkurrenz. Zudem wurde ihnen oft vorgeworfen, weniger als die gelernten Bauern zu arbeiten, aber gleich viel zu essen. Ein anschauliches Beispiel gibt folgender Beschwerdebrief:

„Wir sind zu Sklavenarbeitern geworden. Die Umgebung besteht aus einer sumpfigen Einöde, die mit Sandbänken durchsetzt ist. Unsere Behausung sind die unwirtlichen Gebäude einer Staatsfarm, die sich Armeebasis nennt. Möglichkeiten sich fortzubilden bestehen nicht, selbst Zeitungen sind kaum vorhanden. Statt Bargeld gibt es nur Gutscheine, die gegen Lebensmittel eingetauscht werden können. Wer sich beschwert, wird mit Arbeitslager bedroht. Wir alle leisten härteste körperliche Arbeit, einen Ruhetag gibt es nur alle zehn Tage. Wer zum Arzt muss hat viele Kilometer über Sand- und Sumpfgelände zu gehen. Wer ernsthaft krank werden sollte, hat kaum eine Überlebenschance.“

Solcherart war die Lebenswirklichkeit von Zwangsumgesiedelten, die wussten, wie in der Stadt die festangestellten Arbeiter der Staatsbetriebe sozial abgesichert und hofiert wurden.

Eine weitere Gruppe der Revolutionären Rebellen waren die „Vertragsarbeiter“. Die festangestellten Arbeiter der staatlichen Betriebe hatten sowohl eine gute Bezahlung wie auch eine stabile soziale Absicherung („eiserne Reisschale“). Um die Betriebe finanziell zu entlasten, wurde nach dem Scheitern des Großen Sprungs nach vorn beschlossen, dass die Betriebe die Anzahl der festangestellten Arbeiter um 30 % reduzierten und durch Vertragsarbeiter ersetzten. Die Vertragsarbeiter hatten ein deutlich geringeres Gehalt, keine Sozialleistungen und konnten jederzeit entlassen werden. Wurde ein festangestellter Arbeiter krank, so bekam er eine Behandlung und zeitlich unbegrenzt sein Gehalt weitergezahlt. Wurde jedoch ein Vertragsarbeiter ernsthaft krank, so wurde er ohne Entschädigung einfach entlassen. Hatte er nicht den Status eines Stadtbewohners, so wurde er wieder in sein Heimatdorf abgeschoben.

Zu den Verlierern gehörten auch junge Arbeiter. Viele von ihnen wurden nur als Vertragsarbeiter beschäftigt oder wurden, da sie keine Arbeit fanden, gleich aufs Land geschickt. Eine Aufstiegschance hatten nur wenige.

Auf dem Land waren es die neuverarmten „armen Bauern“, die sich den kulturrevolutionären Organisationen anschlossen. Durch die Beschlüsse des Jahres 1962 entstand auf dem Land eine neue Schicht reicher Bauern, Händler und Funktionäre, die sich gegenseitig, teils legal, teils illegal, unterstützten, während andere Bauern zu Tagelöhnern absanken. Mao sprach von einer Korrumpierung der Kader durch die neue Bourgeoisie auf dem Land.

Letztlich gab es noch die Gruppe der demobilisierten Soldaten. Sie waren meist politisch geschult, aber nicht fachlich auf einen bürgerlichen Beruf und sie fanden sehr schwer eine Arbeitsstelle.

Anders als die Roten Garden, die, eine Karriere vor Augen, keine prinzipielle Änderung wollten und selbst viel zu verlieren hatten, hatten die obigen Gruppen eine andere Sichtweise. Sie interpretierten die Mao’sche Parole, dass Destruktion vor Konstruktion kommen müsse, und auch die Parole „Rebellion ist vernünftig“ entsprechend ihrer Lebenswirklichkeit, aber nicht mehr nach den Vorstellungen Maos, der lediglich die sozial abgelösten Führungsorgane den Massen wieder näherbringen wollte. Die Revolutionären Rebellen betrachteten sich als ungerecht behandelt, forderten eine allgemeine „Gleichheit“ und verwiesen dabei auf Maos Vorstellung der basisdemokratischen Kommunen. Maos Losung „Rebellion ist vernünftig!“ bezog sich jedoch nicht auf den wirtschaftlichen Bereich. Anfang August 1966, auf dem elften Plenum des ZK, unterstützte Mao zwar die Umtriebe der Roten Garden. „Ihr seid zu ungeduldig! Ihr behauptet die Lage sei außer Kontrolle. Aber die Massen sind schon auf dem richtigen Weg. Lasst die Leute nur ein paar Monate kritisieren, dann können wir Bilanz ziehen.“ Als jedoch im September 1966 die Shanghaier Arbeiterrebellen die Produktion lahmlegten, schickte Chen Boda als Vorsitzender des KRG (Kulturrevolutionären Gruppe des Politbüros) ein Telegramm, in dem er klarstellte: „Als Arbeiter ist es eure Hauptaufgabe zu arbeiten. ... Deshalb müsst ihr an euren Arbeitsplatz zurückkehren.“ Im November wurde in der Pekinger Volkszeitung klargestellt: „Es ist zwar möglich, Schulen zu schließen, um die Kulturrevolution durchzuführen, aber Fabriken, Kommunen und Büros dürfen ihre Tätigkeit auf keinen Fall einstellen ... Die Disziplin der Arbeit muss streng eingehalten werden.“ Im Jahr 1966 hielten sich die Arbeiterrebellen noch an die Ermahnungen, im Januar 1967 kam es zur Konfrontation.

Januarsturm und Februarbewegung[Bearbeiten]

Am 6. Januar 1967 stürmten Arbeiterrebellen in Shanghai die Schlüsselstellungen der Stadt. Nach zweitägigen Kämpfen konnten sie den Sieg über die bisherige Parteielite und die Bildung einer Kommune Shanghai bekannt geben. Das Vorgehen wurde von Mao als „Revolutionärer Sturm“ ausdrücklich gelobt, und so entfalteten sich ähnliche Machtergreifungsaktionen von organisierten Arbeiterrebellen schnell im ganzen Land.

Dieses Vorgehen erzeugte Widerstand bei der materiell gut gestellten festangestellten Arbeiterschaft. Unterstützt von der Parteielite traten sie mit eigenen Kampftruppen, den sogenannten Scharlachgarden, den Revolutionären Rebellen entgegen.

Die Folge dieser Kämpfe war eine massive Störung der Wirtschaft. In vielen Betrieben wurde nicht mehr gearbeitet. Auf dem Land, wo linke Gruppen Leiter der Kommunen und Brigaden abgesetzt hatten, war die lebenswichtige Frühjahrspflanzung bedroht. Dann griff die Armee ein. Am 23. Januar wurde die Volksbefreiungsarmee (VBA) ermächtigt, zum „Schutz der Linken“ einzugreifen. Fast alle Militärkommandeure kämpften jedoch die linken Rebellen nieder und bildeten mit den Schutztruppen der Arbeiter und den alten Kadern „Militärische Verwaltungskomitees“.

Ende der Rebellenbewegung[Bearbeiten]

Die Gruppe um Jiang Qing hätte unterstützt, dass das Militär gegen das Chaos eingesetzt wurde, dass jedoch die "Revolutionären Rebellen" ganz ausgeschaltet würden, dem setzte sie Widerstand entgegen. Immerhin hatte sie eine starke Stellung in der Allgemeinen Politischen Abteilung der Armee und in der Militärischen Abteilung des ZK und Mao hatte den Aufruhr in Shanghai öffentlich gutgeheißen.

Am 6. April erließ die Militärische Abteilung des Zentralkomitees eine Verordnung, die allen Kommandanten verbot, Rebellenorganisationen aufzulösen. Inhaftierte Rebellen sind wieder freizulassen. In der Folge gingen die Kämpfe weiter. In Kanton gab es im Juli bis August wochenlange Gefechte. Am 20. August griff der lokale Militärkommandant Huang Yongsheng eigenmächtig mit seiner Armee ein. Die Linken Rebellen wurden entwaffnet. Andere Militärkommandanten in anderen Provinzen machten es ihm nach. Auf einer Sitzung mit den lokalen Militärkommandanten im September 1967 lenkten Mao und Lin Biao ein. Die Gefahr schwerer wirtschaftlicher Schäden war zu groß, die Katastrophe des Großen Sprungs steckte noch in den Knochen. Ein gemeinsames Vorgehen von Partei und Armee gegen die Linken Rebellen wurde beschlossen. Mao war enttäuscht von den Roten Garden und den Rebellen. Er sagte: "...Die Roten Garden spalten sich zudem unausgesetzt, im Sommer (1966) waren sie revolutionär, im Winter (1967) sind sie konterrevolutionär geworden [...]. Jetzt breitet sich der Anarchismus aus, alles wird in Zweifel gezogen, alles umgestürzt, das Ergebnis ist, dass es auf sie selbst zurückfällt, so geht das nicht."[13]

Bildung von Revolutionskomitees[Bearbeiten]

Während in Shanghai Rebellenorganisationen die Stadtverwaltung an sich rissen, lief in der Provinz Shansi eine entgegengesetzte Entwicklung ab. Am 12. Januar 1967 wurde unter der Führung des Armeekommandeurs zusammen mit Vertretern der Organisationen der Arbeiteraristokratie und alter Führungskader, unter Ausschluss der "Revolutionären Rebellen", ein so genanntes Revolutionskomitee gebildet. Etliche Provinzen folgen. Nach der Übereinkunft zwischen den Armeekommandanten, Mao und Lin Biao im September 1967 wird die Form der Revolutionskomitees in allen Provinzen angestrebt. Es dauert aber noch 12 Monate bis in allen Provinzen Revolutionskomitees installiert sind, die letzten am 5. September 1968 in Tibet und Sinkiang. Die radikalrevolutionäre Phase ist damit vorbei. Die Revolutionären Rebellen versuchten noch zu stören, sie hatten aber keine Zukunft mehr. Partei, Armee und auch die große Mehrzahl der Bevölkerung, die nur Stabilität, Ruhe und etwas Wohlstand wollte, war gegen sie.

Ende der Roten Garden[Bearbeiten]

Von Januar 1967 bis September 1968 übernahmen in den Provinzen, nach lokalen Machtkämpfen, sogenannte "Revolutionskomitees" die lokale Macht. Die Roten Garden wurden nicht mehr gebraucht. Ab Oktober 1967 begannen die Schulen wieder Unterricht abzuhalten. Die Schulen wurden von Arbeitern geleitet - ihr Unterricht bestand darin, dass die Schüler die Werke Maos zu studieren und alte Lehrbücher zu kritisieren hatten. Ein richtiger Unterricht kam noch nicht in Gang.

Am 28. Juli 1968 empfingen Mao Zedong, Lin Biao und Zhou Enlai Führer der Roten Garden der Stadt Peking. Mao stellte klar:

„Ich habe euch hergebeten, um die Gewalt an den Hochschulen zu beenden. […] In einigen wenigen höheren Bildungsinstituten gibt es noch immer gewalttätige Auseinandersetzungen. Falls einige wenige sich nicht von der Gewalt abbringen lassen, sind sie Banditen, dann sind sie die Kuomintang. Diese Gestalten müssen umzingelt werden. Wenn sie weiterhin hartnäckig Widerstand leisten, müssen sie vernichtet werden.“[14]

Die Führer der Roten Garden mussten erkennen, dass ihre Mission zu Ende war. Ende 1968 rief Mao Zedong die intellektuelle Jugend dazu auf, „in die weite Welt hinauszugehen“. Zehn Millionen Mittelschüler wurden auf das Land geschickt, um "von den Bauern zu lernen". Sie verließen nun die Städte, in denen sie als Rote Garden Geschichte gemacht hatten.

Lin Biao-Phase[Bearbeiten]

Lin Biao im Jahre 1955

Neunter Parteitag[Bearbeiten]

Zu Beginn des Jahres 1969 war die Lage so weit stabilisiert, dass im April 1969 der Neunte Parteitag abgehalten werden konnte. Er hatte die Aufgabe eine Phase des Neuaufbaus einzuleiten. Es trafen sich 1512 Delegierte, die aus den verschiedenen Revolutionskomitees hervorgegangen waren.

Der Parteitag beschloss die 1956 gestrichene Klausel vom Primat der Ideen Mao Zedongs wieder einzuführen. Lin Biao wurde als "der engste Waffengefährte des Vorsitzenden" ausgezeichnet und als Nachfolger Maos eingeführt.

Ganz besondere Bedeutung wurde dem Wiederaufbau der Parteiorganisationen zugeordnet. Die Provinzkomitees der Partei sollten neu installiert und die große Masse der verunglimpften Kader sollten rehabilitiert und neu eingesetzt werden. Auch Lin Biao verwies auf die besondere Bedeutung, die Wunden des drei Jahre dauernden Bürgerkriegs zu heilen und zu neuer Geschlossenheit zurückzufinden.

Eintrüben der Beziehung Lin Biaos zu Mao[Bearbeiten]

Mit dem Einsatz der VBA zum Aufbau der Revolutionskomitees weitete sich der Einfluss der Armee in ganz China rasch aus und gewann auch deren Leiter, Verteidigungsminister Lin Biao, politisch an Gewicht. Ein Großteil der Führer in den 29 Provinzen und autonomen Regionen waren nun Armeeangehörige. In dieser Situation brauchte Mao Lin zur Stabilisierung des Staates. Lin besetzte immer mehr Posten in der Armee mit seinen Vertrauensleuten.

Auf dem 9. Parteitag der KPCh im April 1969 wurde Lin Biao anstelle von Liu Shaoqi zur Nummer 2 in der Partei und zum Nachfolger Maos im Parteistatut ernannt. Lin Biao erhob nun auch den Anspruch auf das Amt des Staatspräsidenten, welches der gestürzte Liu bisher innehatte. Mao verweigerte dies und plädierte dafür, das Amt zunächst einmal unbesetzt zu lassen.

Da Lin Biao auf dem Posten des Staatspräsidenten beharrte und dieses Thema öffentlich aufwarf, wurde der Konflikt öffentlich bekannt. Anfang 1970 veröffentlichte Lin nach der Mao-Bibel ein weiteres kleines rotes Buch, die „Wichtigen Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, in dem er seine eigenen Aussagen zum Kult erhob. Während Lin seine Position als Nachfolger Maos zementieren wollte, ging Mao zu Lin auf Distanz und begann, ihm zu misstrauen. Ohnehin war Lin mit seinem militärischen Anhang für Mao, nachdem nach dem chaotischen Beginn der Kulturrevolution Ruhe und Ordnung wiederhergestellt waren, entbehrlich geworden. Die Situation spitzte sich zu.

Mao griff Lin Biao noch nicht persönlich an, dafür aber Chen Boda, das „Sprachrohr“ von Lin, und forderte dessen Entlassung.

Wiederaufbau der Parteikomitees[Bearbeiten]

Seit dem Neunten Parteitag wurden in der Pekinger Volkszeitung und in der Roten Fahne Artikel veröffentlicht, die auf den Primat der Partei vor der Armee hinwiesen und den Soldaten eine entsprechende Verhaltensweise empfohlen. Dies ging 1970 zu einer Reformkampagne über, in der die politische Führungsrolle der Partei unterstrichen wurde. Lin Biao als Verteidigungsminister und Vorsitzender der Militärischen Abteilung des ZK sabotierte jedoch diesen Wiederaufbau der Parteiorgane. Es fiel leicht, die Offiziere, welche sich an die zivile Macht gewöhnt hatten, gegen die Rezivilisierung des Landes aufzubringen. Die Arroganz und Selbstgefälligkeit der Offiziere, über die sich viele Kader in der Revolutionskomitees beklagten blieb bestehen.

Auf der zivilen Seiten hatte Lin in Chen Boda einen willigen Helfer. Chen wurde nach dem Elften Plenum am 28. April 1969 mit der Reorganisation der lokalen Parteiapparate beauftragt, er blockierte aber eher den Aufbau als dass er ihn vorantrieb. Zwischen dam April 1969 und November 1970 konnte nicht ein einziges Provinzkomitee eingerichtet werden. Mao vermutete Lin als den Hauptverantwortlichen für diese Blockade.

Lins Widerstand gegen die neuen Parteikomitees hatte zwei Gründe. Zuerst musste ein Aufbau der Parteiorganisationen den Einfluss der Militärs beschränken, es gab aber auch ideologische Gründe. Lin hatte sich stets mit der Massenlinie Maos und dem antibürokratischen Kampf identifiziert. Bei der Bildung der neuen Parteikomitees dominierten nun die Militärs und die alten Parteikader. Die Vertreter der linken Massenorganisationen schafften den Übergang in die Parteikomitees nicht. Für Lin war Maos Verhalten ein Verrat an der Kulturrevolution. Mao konnte Lin nicht direkt angreifen, jedoch seinen Helfer Chen Boda. Nach Chen Bodas Sturz konnten bis August 1971 alle 26 Provinz- und 3 Stadtkomitees eingerichtet werden.

Nach der Bildung der Parteikomitees zeigte sich, dass die lokalen Militärs, die alten Kader und die Zentralregierung unter Zhou Enlai gut miteinander auskamen, Lin Biao, dem die ganze Richtung mit der Ausbootung der lokalen Linkskräfte und der Rehabilitierung der alten Kader nicht passte, geriet ins Abseits.

Attentatsversuch auf Mao[Bearbeiten]

Mao entzog Lin zunehmend das Vertrauen und baute auf die spätere „Viererbande“ um seine Ehefrau Jiang Qing sowie auf den Ministerpräsidenten Zhou. Lin, für den eine normale Machtübernahme damit immer mehr unmöglich wurde, wollte nicht zurückstecken, sondern versuchte am 12. September 1971 ein Attentat auf Mao durchzuführen. Mao sollte während einer Reise nach Shanghai ermordet werden. Die Pläne wurden jedoch bekannt.

Als Maos Zug in Hangzhou und Shanghai eintraf, empfing Mao die regionalen Führungskader nur in seinem Zugabteil. Mao sagte zu den Provinzführern:

„Jemand möchte unbedingt Staatspräsident werden, die Partei spalten und die Macht erringen… Ich glaube nicht, dass unsere Armee rebellieren wird. Es wird Huang Yongsheng [einem Gefolgsmann Lin Biaos] nicht gelingen, die Truppen zur Rebellion anzustacheln.“

Kurz darauf fuhr Mao wieder zurück nach Peking, ohne dass der Zug einen Zwischenhalt einlegte. Am Nachmittag des 12. September 1971 traf der Zug im Bahnhof des Pekinger Vorortes Fengtai ein. Dort bestellte Mao die Leiter der Pekinger Stadtregierung und der Pekinger Armeeeinheit Wu De und Wu Zhong zu sich und führte ein langes Gespräch mit ihnen über das weitere Vorgehen. Am Abend traf der Zug wieder am Pekinger Bahnhof ein.

Lin erkannte, dass das Attentat fehlgeschlagen war, und flüchtete am 13. September um 1:50 Uhr mit einem Flugzeug. Es stürzte wegen Treibstoffmangels in der Nähe der Stadt Öndörchaan in der Mongolischen Volksrepublik ab. Der Tod Lins wurde erst nach vier Monaten durch die chinesische Regierung bekanntgegeben. Viele Anhänger Lin Biaos in den Streitkräften wurden entlassen und zu Beginn der Kulturrevolution entfernte Generäle nahmen ihre Stellungen wieder ein.

Zhou-Enlai-Phase[Bearbeiten]

Der junge Zhou Enlai, 1946
Der alte Mao mit Henry Kissinger und Gerald Ford, 1975
Mao mit Henry Kissinger, im Hintergrund Zhou, Frühe 1970er Jahre
Ye Jianying

Zeit nach Lin Biaos Sturz[Bearbeiten]

In der Zeit von September 1971 bis zu Maos Tod im September 1976 gab es zwei Strömungen. Auf wirtschaftlicher und außenpolitischer Ebene hatte Zhou Enlai das Ruder fest in der Hand, die ideologische und kulturelle Ebene sowie die Medien wurden von der späteren „Viererbande“ um Jiang Qing dominiert. Wang Hongwen von der "Gruppe der Vier" wurde 1973 stellvertretender Parteivorsitzender und hinter Mao und Zhou die Nummer drei in der Parteihierarchie.

In den Jahren 1972 und 1973 kamen allmählich wieder die Pragmatiker in ihre Ämter zurück. Wissenschaftler und Gelehrte wurden rehabilitiert, die alten Kader nahmen wieder ihre früheren Posten ein. Deng Xiaoping wurde wieder in das Amt des Vize-Ministerpräsidenten eingesetzt. Da Zhou Enlai, der Ministerpräsident, im Krankenhaus lag, übernahm Deng die Tagesgeschäfte der Regierung; ab 1975 vertrat Deng Zhou Enlai auch im Staatsrat.

Deng leitete eine umfassende Neuorganisation der Wirtschaft ein, berief zahlreiche alte Kader zurück auf ihre Posten und erreichte erkennbare wirtschaftliche Erfolge. Der inzwischen schwerkranke Mao betrachtete die Entwicklung jedoch mit Sorge. Mao befürwortete zwar die Leitung des Staatsrates durch Deng, jedoch in der Erwartung, dass Deng im Rahmen der Kulturrevolution die Wirtschaft ankurbelte. Aus Dengs Sicht war jedoch eine Entwicklung der Volkswirtschaft unmöglich, solange die Fehler der Kulturrevolution nicht korrigiert wurden.

Während Zhou und Deng die wirtschaftliche Lage des Landes voranbrachten, versuchte die „linke Fraktion“ unter Jiang Qing die Position Zhous und Dengs zu schwächen. Andererseits wies Zhou oftmals darauf hin, dass die ideologischen Strömungen der extremen Linken ins Leere führen und ins Extreme verfallen würden. Die Ausrichtung von politischen Bewegungen dürfe nicht im Widerspruch zur wirtschaftlichen Produktion stehen.

Im Gegensatz dazu startete die Linke unter Jiang Qing mit Unterstützung Maos die Kampagne zur „Kritik an Lin Biao und Konfuzius“, die sich gegen Zhou als "modernem Konfuzius" richtete. Für die Vierergruppe ging es letztlich darum, Zhou auszuschalten, um im erwarteten Nachfolgekampf nach Mao die Führung zu übernehmen. Mao hingegen glaubte nicht an die Fähigkeit der Gruppe, das Land zu regieren, und hielt stets an Zhou als Mann für die Wirtschaft fest. Im Jahr 1974 wurde eine unheilbare, tödliche Erkrankung bei Mao festgestellt.

Im November 1975 berief das Politbüro auf Anweisung Maos eine Konferenz ein, auf der festgestellt wurde, dass einige Personen die Kulturrevolution immer noch ablehnten. Man rief dazu auf, dass das ganze Land und die gesamte Partei „einen Angriff gegen die Revision der Rechtsabweichler“ starten müsse. Am 25. Februar 1976 übermittelte das Zentralkomitee die „wichtigen Anweisungen des Vorsitzenden Maos“, die eine scharfe Kritik an Deng Xiaoping beinhalteten. Mao schrieb:

„Deng Xiaoping ist jemand, der den Klassenkampf nicht aufgreift und von jeher das Programm des Klassenkampfes abgelehnt hat. […] Doch wofür steht die Kulturrevolution? Sie steht nun mal für Klassenkampf. Wieso verstehen einige die Widersprüche in der sozialistischen Gesellschaft nicht? Der Grund liegt darin, dass diese Personen selber kleine Kapitalisten mit einer rechtsgerichteten Gesinnung sind. Sie repräsentieren die Kapitalistenklasse, daher ist es nur logisch, dass sie den Klassenkampf nicht verstehen.“[15]

Viele von Maos alten Kampfgefährten konnten Maos erneute Angriffe gegen Deng als Rechtsabweichler nicht mehr verstehen. Über sie ließ Mao das Zentralkomitee feststellen:

„Einige Genossen, besonders die alten, sind in der Phase der kapitalistischen Demokratie stehengeblieben. Sie verstehen den Sozialismus nicht und stehen im krassen Widerspruch dazu […] Sie führen die sozialistische Revolution aus, wissen jedoch nicht, wo sich der Kapitalismus befindet. Ich sage euch, er ist mitten in der Partei, in Gestalt der gegenwärtigen kapitalistischen Machthaber […], immer noch.“[16]

Mao versuchte von Neuem, das Volk zu mobilisieren und rief die „Bewegung zur Kritik Deng Xiaopings sowie zum Angriff auf die Revision der Rechtsabweichler“ aus. Die Unterstützung vonseiten der Bevölkerung war mäßig, aber die wirtschaftliche Konsolidierung wurde beeinträchtigt.

Am 8. Januar 1976 starb der chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai. Die große Anteilnahme der Bevölkerung Pekings war auch eine Kritik an den Gegnern Zhous und Dengs, also eine Kritik an den Trägern der Kulturrevolution. Jiang Qing und ihre Anhänger wiesen deshalb die Medien an, über die Trauerfeierlichkeiten um Zhou Enlai nicht zu berichten. Am 30. März 1976 wurde auf dem Tiananmen-Platz in Peking eine Trauerrede zu Ehren Zhou Enlais angebracht, die direkte Angriffe auf die „Viererbande“ enthielt. Es entwickelten sich auf dem Platz Kundgebungen - bis zum 4. April hatten bereits 2 Millionen Menschen auf den Veranstaltungen des Platzes teilgenommen. Die Demonstrationen auf dem Tiananmen-Platz waren die ersten Massendemonstrationen gegen die Parteiführung seit Gründung der Volksrepublik.

Am 5. April wurde der Platz durch das Militär geräumt, Deng wurde für den „parteifeindlichen Aufruhr“ verantwortlich gemacht. Am 7. April wurde Deng aller politischen Posten enthoben. Hua Guofeng wurde zum Ministerpräsidenten und zum ersten Vizevorsitzenden des Zentralkomitees ernannt. Am 9. September 1976 verstarb Mao Zedong.

Ende[Bearbeiten]

Nach Maos Tod bewaffnete die "Gruppe der Vier" ihre Anhänger. Allein in den Provinzen Shanghai und Anhui wurden 50.000 Gewehre beschafft und es wurde geplant, den Partei-Linken ergebene Regimenter zusammenzuziehen. Eine Anweisung des Neffen Maos, Mao Yuanxin, eine Panzerdivision nach Peking zu verlegen, wurde von Marschall Ye Jianying, der seinerseits einen Putsch plante, wieder annulliert. Wang Hongwen, bisher hinter Mao die offizielle Nummer Zwei im Staat, behauptete, dass in Shanghai 400.000 bewaffnete Milizsoldaten bereit stünden, um in den Krieg zu ziehen. Er sei bereit, das Kommando zu leiten und die Führung des Landes zu übernehmen.

Am 29. September 1976 stellte Jiang Qing bei einer Konferenz des Politbüros offiziell die Nachfolgefrage. Wang Hongwen und Zhang Chunqiao schlugen vor, dass Jiang Qing bis auf Weiteres die Führungsaufgaben übernehmen sollte. Eine Entscheidung wurde jedoch aufgeschoben. Damit war auch innerhalb des Politbüros der Kampf um die Nachfolge Maos eröffnet. Anschließend erschien in allen großen Zeitungen des Landes ein Artikel der Parteilinken mit dem Titel „Ewig nach den festgelegten Richtlinien des Vorsitzenden Mao handeln“. Die Parteilinke versuchte mittels der von ihr beherrschten Massenmedien, Jiang Qings Anspruch auf die Parteiführung durchzusetzen.

Auf der anderen Seite hatten die Gegner der Vierergruppe seit Monaten ihrerseits Vorbereitungen getroffen. Seit den Neubesetzungen nach dem Sturz Lin Biaos waren die Streitkräfte bei allen Schwenks Maos in der Regierungsbildung ein Bollwerk für Stabilität und sehr reserviert gegenüber den „Flausen“ der Parteilinken. Marschall Ye Jianying, der Verteidigungsminister, hatte, basierend auf führenden Militärs, ein Netzwerk für einen Putsch gegen die Vierergruppe aufgebaut. Es umfasste unter anderem 3 Vize-Vorsitzende der ZK-Militärkommission, den Verteidigungsminister und dessen Stellvertreter, den Generalstabschef und vier führende Generäle aus Marine und Luftwaffe. Auch aus Partei und Regierung gehörten wichtige Personen zum Netzwerk. Nach Maos Tod wurde auch Hua Guofeng eingeweiht, der sich der Gruppe anschloss.

Am 6. Oktober wurde die Vierergruppe samt weiterer wichtiger Anhänger verhaftet. Das Militär besetzte wichtige politische Schaltstellen wie die amtliche Nachrichtenagentur und die Rundfunkstationen. Die Parteilinken verloren damit die Kontrolle über die Massenmedien. Der von den Parteilinken erhoffte Aufstand zur Unterstützung der Vier fand nicht statt. Auf dem 3. Plenum des 10. Zentralkomitees der KPCh im Jahr 1977 wurden Wang Hongwen, Zhang Chunqiao, Jiang Qing und Yao Wenyuan aus der Partei ausgeschlossen, während Deng Xiaoping, der Favorit der Putschisten des Oktobers 1976, wieder in alle Positionen eingesetzt wurde. Die Kulturrevolution war damit zu Ende.

Folgen[Bearbeiten]

Die Kulturrevolution verfehlte letztlich alle ihre Ziele. Die Maoisten verloren den Richtungsstreit auf der ganzen Linie. Kämpften vor der Kulturrevolution noch die Linien Maos und Liu Shaoqis um die Macht, so wurden nach dem Tod Maos die führenden Kulturrevolutionäre ohne weiteres Aufbegehren in der Bevölkerung verhaftet. Der "Kampf der zwei Linien" war beendet, die „Viererbande“ im Gefängnis, und Deng Xiaoping kam wieder zurück nach Peking.

Auch der Kampf gegen Amtsanmaßung, Bürokratismus und Privilegien der Parteikader verlief im Sande, zumal die „Linken“ ihre eigenen Privilegien nicht in Frage stellen lassen wollten. Ein Beispiel hierfür gab Jiang Qing, Maos Ehefrau, die nach außen stets die "Solidarität mit den Volksmassen" beschwor und in grob geschnittener Uniform auftrat, hinter den Kulissen aber ein sehr feudal-luxuriöses Leben führte. Eigene Einkaufsgelegenheiten, Dienstleistungsstellen, eigene Wohnbezirke und Erholungsheime, besondere Krankenhäuser und Schulen – Dinge, welche in den Anfangsjahren der Volksrepublik verpönt gewesen waren – blieben für die Kulturrevolutionäre bestehen.

Das gemeine Volk wiederum verhielt sich dazu spiegelbildlich. Nach außen wurde der Schein gewahrt, aber wichtig waren Beziehungen, damit man durch die „richtigen Hintertüren“ gehen konnte. Das Gehen durch die Hintertür wurde zur Devise des kleinen Mannes. Beziehungen, notfalls auch mittels Verfilzung und Korruption - das war es, worauf es ankam.

Die Volksmassen, die ursprünglich zum Träger des Fortschritts ernannt und zur „Selbstbefreiung“ aufgerufen worden waren, wurden zum Objekt eines von oben verordneten Schauspiels. Auf Zuruf wurde das kleine rote Buch geschwungen oder wurden „begeistert“ unglaubliche neue Errungenschaften bejubelt. Die Massen jubelten, als Deng gestürzt wurde, sie jubelten, als Deng wieder eingesetzt wurde und sie jubelten wieder, als Deng wieder gestürzt wurde. In Wirklichkeit war die Bevölkerung all dieser Kampagnen schon lange überdrüssig, aber es rentierte sich nicht, nicht mitzumachen - lieber den Schein wahren und über die "Hintertüren" für das eigene Leben nachdenken. Das politische Leben war zu einem Schauspiel verkommen. Eine ganze Generation war vor dem Hintergrund einer tiefen Verachtung von Wissen und Können, von Bildung und Berufsethik durch die führenden Kulturrevolutionäre aufgewachsen. Millionen junger Menschen taten sich schwer, nach der Kulturrevolution wieder Fuß zu fassen.

Auf dem Land - und dort lebte die große Mehrheit der Chinesen - gab es freilich auch positive Ergebnisse. Die kommunalen Einrichtungen in den damals in ihren Aufgaben weit reduzierten Volkskommunen wurden wieder ausgebaut. So wurden im Rahmen der „Patriotischen Gesundheitskampagnen“ ländliche Gesundheitsdienste aufgebaut und semiprofessionelle Barfußärzte ausgebildet. Die Mechanisierung der Landwirtschaft wurde vorangetrieben, die Schulausbildung der Arbeiter und Bauern verbessert.

Angeleitet von der Kampagne „Lernen von Dazhai“ wurden von den Bauern der Volkskommunen Gemeinschaftsarbeiten wie Abtragen der Hügel zur Gewinnung von neuem Ackerland, Reparatur von Deichen und Straßen oder der Bau von neuen Häusern in Eigenregie durchgeführt. Der Aufbau von Kindergärten und Kommunenpersonal trugen zur Emanzipation der Frauen bei, die nun besser innerhalb der Kommune mitarbeiten konnten und eigene Arbeitspunkte gutgeschrieben bekamen.[17] Trotzdem, als sich die Möglichkeit schließlich dazu ergab, wollte die Mehrheit der Bauern weg von den Kollektiven und wieder ihr eigenes Land bewirtschaften.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Historische Untersuchungen[Bearbeiten]

  • Rainer Hoffmann: Maos Rebellen. Sozialgeschichte der chinesischen Kulturrevolution. Hoffmann und Campe, Hamburg 1977. ISBN 3-455-09220-9.
  • Rainer Hoffmann: Kampf zweier Linien. Zur politischen Geschichte der chinesischen Volksrepublik 1949 - 1977. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1978. ISBN 3-12-910180-2.
  • Guenther Roth: Politische Herrschaft und persönliche Freiheit. Heidelberger Max Weber-Vorlesungen 1983. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987. ISBN 3-518-28280-8. S. 87-136.
  • Kuan-ting Kuo: Die chinesische Bürokratie in der Zeit der Kulturrevolution (1966 - 1976). Köster, Berlin 1996. ISBN 3-89574-162-0.
  • Nora Sausmikat: Kulturrevolution, Diskurs und Erinnerung. Eine Analyse lebensgeschichtlicher Erzählungen von chinesischen Frauen. Lang, Frankfurt am Main 2002. ISBN 3-631-38424-6.
  • Richard Corell: Die große proletarische Kulturrevolution. Chinas Kampf um den Sozialismus. Zambon, Frankfurt am Main 2009. ISBN 978-3-88975-159-1.
  • Tomas Plänkers (Hg.): Chinesische Seelenlandschaften. Die Gegenwart der Kulturrevolution (1966 - 1976). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010. ISBN 978-3-525-45415-2.

Erlebnisberichte[Bearbeiten]

  • Ken Ling, Miriam London, Li Ta-ling: Maos kleiner General. Die Geschichte des Rotgardisten Ken Ling. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1974. ISBN 3-423-01024-X.
  • Jung Chang: Wilde Schwäne. Die Geschichte einer Familie - Drei Frauen in China von der Kaiserzeit bis heute. Knaur, München 1991. ISBN 3-426-26468-4.
  • Ting-xing Ye: Bitterer Wind. Eine junge Chinesin kämpft um ihre Würde und Freiheit. Econ-Taschenbuch-Verlag. München 1998. ISBN 3-612-26487-7.
  • Yu-chien Kuan: Mein Leben unter zwei Himmeln. Eine Lebensgeschichte zwischen Shanghai und Hamburg. Scherz, Bern 2001. ISBN 3-502-18393-7. (Der 1931 in Kanton geborene und heute in Deutschland lebende Y. C. Kuan erzählt seine Lebensgeschichte, wie er als hoher politischer Beamter zur Zeit der Kulturrevolution in Verdacht gerät, ein Konterrevolutionär zu sein, und über Nacht aus seiner Heimat fliehen muss.)
  • Li Zhensheng: Roter Nachrichtensoldat. Phaidon-Verlag, Berlin 2004. ISBN 0-7148-9381-1. (Erlebnisbericht und Foto-Dokumentation des Journalisten Li Zhensheng)
  • Gao Xingjian: Das Buch eines einsamen Menschen. S. Fischer, Frankfurt am Main 2004. ISBN 3-10-024504-0.
  • Emily Wu: Feder im Sturm. Meine Kindheit in China. Hoffmann und Campe, Hamburg 2007. ISBN 978-3-455-50034-9.
  • Yang Xianhui: Die Rechtsabweichler von Jiabiangou. Berichte aus einem Umerziehungslager. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009. ISBN 978-3-518-12591-5.

Belletristische Darstellungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Welle: 35 Jahre nach der Kulturrevolution. [1] Abgerufen am 4. April 2014
  2. Michael Schoenhals, ed., China's Cultural Revolution, 1966–1969: Not a Dinner Party (Armonk, N.Y.: M.E. Sharpe, 1996. An East Gate Reader). xix. ISBN 1-56324-736-4
  3. Richard Curt Kraus. The Cultural Revolution: A Very Short Introduction. New York: Oxford University Press, Very Short Introductions Series, 2012. ISBN 9780199740550.
  4. Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der Universität Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 100
  5. Changshan Li: Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural-Dissertation an der Universität Bonn; Harbin, China, Seite 99
  6. Changshan Li: Die chinesische Kulturrevolution- Inaugural-Dissertation an der Universität Bonn; Harbin, China, S. 195
  7. Rainer Hoffmann: Kampf zweier Linien, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1978
  8. Uli Franz: Deng Xiaoping - Eine Biographie, DVA Stuttgart, 1987
  9. Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der Universität Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 110
  10. Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der Universität Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 123
  11. Jung Chang: Wilde Schwäne, Knaur Taschenbuchverlag, Kapitel 17
  12. Kai Strittmatter: Wolfskind. Er ist 15 und denunziert seine Mutter. Sie wird hingerichtet im China Mao Zedongs. Das war 1970. Heute fragt sich der Sohn, was ihn damals zum Tier machte. In: Süddeutsche Zeitung, 20. März 2013, S. 3.
  13. Felix Wemheuer: Mao Zedong, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2009, Seite 117
  14. Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der Universität Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 129
  15. Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der Universität Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 190
  16. Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der Universität Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 190
  17. Gun Kessle: Frauenleben in einem chinesischen Dorf. Verlag Neuer Weg, 1984