Christian I. (Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Christian I. Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Baiern, Graf zu Sponheim usw.

Christian I. von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler (* 3. September 1598 in Birkenfeld; † 6. September 1654 in Neuenstein) war ab 1630 Pfalzgraf von Bischweiler.

Leben[Bearbeiten]

Christian war ein Sohn des Pfalzgrafen und Herzogs Karl I. von Zweibrücken-Birkenfeld (1560–1600) aus dessen Ehe mit Dorothea (1570–1640), Tochter des Herzogs Wilhelm V. von Braunschweig-Lüneburg. Beim Tod seines Vaters noch ein Kleinkind, übernahm zunächst seine Tante Gräfin Maria Elisabeth von Leiningen, später sein Onkel Herzog Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg die Erziehung des Prinzen. Im Dreißigjährigen Krieg kämpfte Christian mit Auszeichnung. In schwedischen Diensten wurde er General der Kavallerie. Im jahr 1632 warb er eine Armee in Baden-Durlach, die er mit König Gustav Adolfs von Schweden Hauptarmee bei Würzburg vereinigte. Im Jahr 1633 rückte er in das Kurfürstentum Köln vor und belagerte Heidelberg, Philippsburg, Hagenau und Breisach. Nach der Schlacht bei Nördlingen verließ er den Militärdienst und söhnte sich wieder mit dem Kaiser aus.

Durch seine erste Ehe erhielt Christian 1630 die Herrschaft Bischweiler, wo Christian ein Schloss errichten ließ und seit 1640 dort residierte. Damit begründete Christian die Linie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Bischweiler,[1] von der das spätere bayerische Königshaus abstammt. Im Jahr 1644 erhielten Christians Kinder durch König Ludwig XIV. das französische Indigenat.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg bemühte sich Christian in seiner Herrschaft um den Wiederaufbau. Sein Grab befindet sich in der reformierten Pfarrkirche Bischwiller bei Haguenau.

Christian war mit dem Gesellschaftsnamen Der Schnabelnde Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft.

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten]

Christian heiratete in erster Ehe am 14. November 1630 in Zweibrücken Magdalena Katharina (1606–1648), Tochter des Pfalzgrafen und Herzogs Johann II. von Zweibrücken, mit der er folgende Kinder hatte:

  • Sohn (*/† 1631)
  • Gustav Adolf (*/† 1632)
  • Johann Christian (*/† 1633)
  • Dorothea Katharina (1634–1715)
∞ 1649 Graf Johann Ludwig von Nassau-Ottweiler (1625–1690)
  • Luise Sophie (1635–1691)
  • Christian II. (1637–1717), Herzog und Pfalzgraf von Birkenfeld
∞ 1667 Gräfin Katharina Agathe von Rappoltstein (1648–1683)
  • Johann Karl (1638–1704), Herzog und Pfalzgraf von Gelnhausen
∞ 1. 1685 Prinzessin und Pfalzgräfin Sophie Amalie von Zweibrücken (1646–1695)
∞ 2. 1696 Esther Marie von Witzleben (1665–1725)
∞ 1659 Graf Johann Reinhard II. von Hanau-Lichtenberg (1628–1666)

Seine zweite Gemahlin wurde 1648 in Bischweiler Gräfin Maria Johanna von Helfenstein-Wiesensteig (1612–1665). Diese Ehe blieb kinderlos.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jahresbericht [afterw.] Trierer Jahresberichte, 1858, Digitalisat
  • Johann Georg Lehmann: Vollständige Geschichte des Herzogtums Zweibrücken und seiner Fürsten, Kaiser, 1867, S. 480 f.
  • Johann Heinrich Bachmann, Georg August Bachmann: Pfalz Zweibrükisches Staats-Recht, Band 1, S. 13
  • Conrad Mannert: Die Geschichte Bayerns, Band 2, Hahn, 1826, S. 489
  • Hardt: Wilhelm Herzog in Bayern, Verl. d. Literar.-Artist.-Inst., 1838, S. 5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Heinrich Wolf: Baierische Geschichte für alle Stände des Vaterlandes ohne Unterschied von den frühesten Zeiten bis zum Jahre 1832, Band 4, S. 54
Vorgänger Amt Nachfolger
Johann II. Pfalzgraf von Bischweiler
1630–1654
Christian II.